Killarney – Irland von seiner allerschönsten Seite

Die zauberhafte Dingle-Halbinsel hatten wir hinter uns gelassen und Killarney im County Kerry erwartete uns. Hier haben wir auch die für mich eindrücklichste Entdeckung unserer Rundreise gemacht. Dazu aber später mehr.

Killarney

Killarney ist ein lebhaftes und touristisches Städtchen. Trotzdem hat es seinen Charme bewahrt. Fröhlich bunte Häuserreihen, einladende kleine Lädchen mit hübschen Schaufensterauslagen, dazwischen immer wieder ein Pub aus dem traditionelle Musik dringt. Hier habe ich auch das beste Eis in meine Leben gegessen und wer jetzt denkt, Meersalzeis kann nicht schmecken, der sollte, wie ich, neugierig sein und es einfach mal probieren. Es lohnt sich!

Killarney

Wir haben uns zwei Nächte im Orchard House einem hübschen B&B in direkter Nähe zum Stadtzentrum eingemietet. Ein schön angelegter Garten hinter dem Haus lud zum verweilen ein und das Baumhaus wurde gar für eine Nacht zum Schlafzimmer für unseren grossen Sohn Tom – was er sehr genossen hat. Von den liebenswürdigen Besitzern kam der beste Ausflugstipp:

Da wir zuvor fast einen ganzen Tag im Auto verbracht hatten, wollten wir gerne wieder etwas aktiv sein. Kurzerhand organisierte unsere Landlady einen grandiosen Wanderausflug für uns.

Wanderung über die Gap of Dunloe

Gap of Dunloe

Am Morgen wurden wir von einem Kleinbus in unserem B&B abgeholt. Der Fahrer brachte uns zu Kate Kearney’s Cottage ein paar Kilometer ausserhalb der Stadt. Der Ausgangspunkt für unsere Tour in den Killarney National Park. Der Killarney Nationalpark ist mehr als 100 km2 gross und umfasst die drei Seen Upper Lake, Muckross Lake und Lough Leane.

Kutsche in Killarney

Am Cottage warteten einige Kutschen auf Ihre Passagiere. Wir wollten aber aktiv sein und entschieden uns auf Schusters Rappen über die Gap of Dunloe zu marschieren. Den Hinweis eines Kutschers, dass der Weg aber sehr lang sei, wischten wir dann auch unbeachtet beiseite. Fröhlich marschierten wir los. Es war ein herrlicher Sonnentag und schon bald waren wir mitten drin in einer der schönsten Landschaften, die ich jemals gesehen habe.

Gap of Dunloe

Glitzernde Seen, plätschernde Bäche mit glasklarem Wasser, die imposanten Berge der MacGillycuddy’s Reeks, Rhododenren die mit ihrem zarten Lila dem saftigen Grün der Wiesen den Rang ablaufen wollten und zauberhafte Eichenwälder – eine unglaubliche Pracht. Hin und wieder wurden wir von ein paar blökenden Schafen begleitet; ansonsten waren wir fast die Einzigen, die zu Fuss unterwegs waren.

Gap of Dunloe

Ab und zu überholte uns eine Pferdekutsche, oder ein Radfahrer. Wir genossen die Langsamkeit des Wanderns, um diese unglaubliche Augenweide voll auskosten zu können. An manchen Stellen hatten wir unseren Spass daran zu hören, was das Echo uns antwortete. Wer kennt ihn nicht, den Bürgermeister von Wesel?

Gap of Dunloe

Der Weg wand sich recht steil den Berg hinauf. Vorbei an mächtigen Felsbrocken, die aussahen, als hätte ein Riese mit Ihnen Fussball gespielt. Oben angekommen wurden wir von einem Schild begrüsst „Welcome to the Black Valley“. Der Name, der aus den Zeiten der irischen Hungersnot zwischen 1845 und 1852 stammt, passt so gar nicht zu diesem magischen Ort. Damals fiel auch in dieser Idylle fast die ganze Bevölkerung dem Hunger zum Opfer.

Leider konnte der fantastische Ausblick über das saftig grüne Tal nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass der Weg tatsächlich lange war und es war sehr warm – wir wollten ja vorher nicht hören. Die Kinder wurden langsam müde und wir mussten alle Kraft darauf verwenden sie weiter anzuspornen. Es gab kein zurück. Wir mussten weiter nach vorne, denn dort wartete bereits das Boot auf uns. Irgendwie hatten wir es schlussendlich geschafft und wir wurden von unserem Bootsmann in Empfang genommen.

Killarney Nationalpark

Bootsfahrt über die Lakes of Killarney

Ein von der Sonne gebräunter, schon etwas älterer, lustiger Naturbursche wartete darauf uns und noch etwa sechs weitere Passagiere mit seinem kleinen Motorboot über die Seen zu schippern. Ein paar Minuten gab er uns, um kurz ein kühles Getränk und ein Sandwich in Lord Brandon’s Cottage einzunehmen. Die Laune unserer Jugend stieg dabei glücklicherweise wieder und wir konnten erfrischt in See stechen. Der Bootshund, der mit im Fahrtwind flatternden Ohren als Galionsfigur fungierte oder sich genüsslich von den Kindern streicheln liess, konnte die Kinder dann gänzlich davon überzeugen, dass der Tag gar nicht mal sooo schlecht war…

Lakes of Killarney

Unser Bootsmann versorgte uns während der Fahrt über drei Seen und zwei Flüsse mit jeder Menge Informationen zu dieser zauberhaften Umgebung. Gepaart mit frischem irischem Humor waren seine Ausführungen sehr kurzweilig und informativ.

Lakes of Killarney

Bereits vor 250 Jahren wurde die seit damals unberührte Gegend des Killarney Nationalparks von Königen wegen ihrer einzigartigen Schönheit als Ausflugsziel geschätzt. Etwa 30 Familien leben heute noch im Black Valley. Dieses Tal wurde wegen seiner Abgeschiedenheit erst 1978, als letzte Gegend Irlands, an das Stromnetz angeschlossen. Das Telefonnetz folgte erst sehr viel später. Das fanden auch unsere Kinder spannend und fast unvorstellbar.

Meeting of the waters

Nach einer Bootsfahrt von etwa 90 Minuten, vorbei an glattgespülten Felsen, grünen Hügeln, majestätischen Eichenwäldern, an Fischreihern die sich an einer reich gedeckten Tafel erfreuten und unter der ältesten Steinbrücke Irlands hindurch war leider schon bald unser Ziel, Ross Castle, in Sicht. Hier wartete der Busfahrer, der uns am Morgen zu unserem Ausgangspunkt gebracht hatte bereits auf uns. Müde, aber begeistert wurden wir in unserem B&B wieder abgeliefert.

Ross Castle

Der Tag war lang und die Wanderung auch. Es hat sich in unseren Augen aber jeder Schritt gelohnt. Ich habe hier ein Irland kennenglernt, das ich bisher noch nicht kannte. Irland überrascht mich jedes Mal. Wenn ich denke schöner geht es jetzt aber wirklich nicht mehr, entdecke ich wieder etwas Neues und noch Schöneres.

Der Killarney Nationalpark und die Wanderung über die Gap of Dunloe war auf jeden Fall mein persönliches Highlight unserer Irlandrundreise. Ein Erlebnis, das man sich bei einem Aufenthalt in Killarney auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Es wartet so viel Schönes dort draussen auf uns. Wir müssen uns nur auf den Weg machen, es zu entdecken! In diesem Sinne wünsche ich Euch viele wundervolle Entdeckungen und ich freue mich, wenn ihr wieder dabei seid, wenn auch wir etwas neues Entdecken!

Mit sonnigen Grüssen,
Eure Patotra

 

 Extratipps:

  • B&B Orchard House
  • Leckeres Eis in Killarney: Murphy`s
  • Essen gehen in Killarney: Stonechat Restaurant in der Flemings Lane. Gutes Essen und nette Bedienung
  • Shopping: Viele bekannte Läden wie Penneys und Dunnes haben ihre Filialen in Killarney.
    Ansonsten natürlich auch viele Läden mit Wollwaren und dem typischen Touristenkram.
  • Gap of Dunloe Tour: Man kann den Weg sowohl zu Fuss, als auch mit der Pferdekutsche, oder dem Fahrrad zurücklegen. Die Kutschen transportieren bis zu vier Passagiere. Der ganze Weg ist asphaltiert, also kinderwagengängig, aber teilweise recht steil. Laut Homepage ist der Weg „nur“ 10 km lang. Wir empfanden ihn als länger und obwohl wir geübte Wanderer sind haben wir fast drei Stunden gebraucht. Weiter Infos dazu gibt es hier

Wie es bei Regenwetter und mit dem Velo in der Gap of Dunloe ist erfahrt Ihr hier: Gap of Dunloe – eine Radtour

Gap of Dunloe

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