Die Bronx – Mitten im Bandenkrieg!

Die Bronx mit einem Big Apple Greeter zu erleben ist eine ganz besondere Erfahrung. Die Bronx sind heute nicht mehr das, was sie einst waren. Italienisches Kleinstadtfeeling hat die Bandenkriege von einst abgelöst.
Inhalt

Zwischen schwerbewaffneten, kettenbehängten Gangstern sind wir in der Bronx natürlich nicht gelandet. Ganz im Gegenteil!

Einige Monate vor unserer Reise nach New York hatte ich online einen „Big Apple Greeter“ gebucht. Big Apple Greeter, das sind Einheimische, die interessierten Touristen oder Neuzuzügern ihre Nachbarschaft zeigen. Es ist gar nicht so einfach einen Greeter zugeteilt zu bekommen. Man muss früh dran sein, denn die Big Apple Greeter sind sehr gefragt.

Auf dem Weg zur Big Apple Greeterin in der Bronx

Wir hatten Glück. Uns wurde Eileen als Greeterin zugeteilt. Per E-Mail schickte sie mir ihre Telefonnummer und bat mich, mich nach unserer Ankunft in New York bei ihr zu melden. Also rief ich sie gleich nach unserer Ankunft an. Sie teilte mir die Wegbeschreibung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu unserem Treffpunkt mit. Unser Ziel war der Stadtteil Bronx!

Ein wenig mulmig war mir schon bei dem Gedanken mit der ganzen Familie in die Bronx zu fahren. Die Bilder, die ich von der Bronx im Kopf hatte, waren nicht die besten. Bilder von Banden und Gangstern eben. Aber ich vertraute auf Eileen, die mir versicherte, dass es in der Bronx sicher sei. Sie wird schon wissen, was sie tut, dachte ich. Und so waren wir sehr gespannt auf unser Abenteuer.

Grand Central Station, New York
Grand Central Station, Manhattan, New York

Wir zogen los zur Grand Central Station in Manhattan und setzten uns in die U-Bahn nach Norden in Richtung Bronx. Irgendwann sassen tatsächlich fast nur noch goldkettenbehängte Schwarze in der U-Bahn, die allesamt aussahen, als wären sie auf dem Weg zu ihrem Job als Türsteher. Ein komisches Gefühl machte sich breit.

Als uns dann aber einer ebendieser Mitfahrer freundlich lächelnd seinen Sitzplatz anbot, damit wir als Familie beisammen sitzen konnten, verlor der Anblick all seinen Schrecken. Man sollte niemals nach dem Äusseren urteilen! Das war uns allen eine echte Lehre.

Von der Subway hiess es dann umsteigen auf den lokalen Bus. Es folgte ein kleiner Fussmarsch und schon waren wir am Ziel. Am verabredeten Ort fanden wir uns vor einem gemütlichen, italienischen Café wieder. Es duftete nach italienischem Espresso und in den Auslagen riefen frische „Dolci“ (kleine hübsche Kekse) förmlich danach, von uns gegessen zu werden. Natürlich bestellten wir viel zu viele davon. Schön, dass so etwas in den USA völlig unproblematisch ist. Der Doggy Bag zum Einpacken der Reste wird ganz selbstverständlich und unaufgefordert zur Rechnung mitgeliefert.

Little Italy in der Bronx

Aber wo waren wir denn jetzt gelandet?  „Welcome to Little Italy!“ begrüsste uns Eileen unsere Greeterin, während wir noch dabei waren unseren Cappuccino und unsere Dolci draussen vor der Pasticceria De Lillo im Gartencafé zu geniessen.

Eileen, die sehr sympatische, pensionierte Grundschullehrerin, führte uns nach einem kurzen Kennenlernen durch ihr Neighborhood.

Bronx Zigarren
Mitten in dem Viertel gibt es einen kleinen Markt, in dem unter anderem Zigarren gedreht werden

Das Viertel um die Arthur Avenue bei der Fordham Road erinnert mehr an eine italienische Kleinstadt, als an ein New Yorker Viertel mit zweifelhaftem Ruf. Die Menschen hier schienen sich alle persönlich zu kennen und begrüssten sich freundlich auf der Strasse mit einem „bon giorno!“

Aus den vielen kleinen Restaurants und Lebensmittelgeschäften duftete es nach Italien.

Bronx
Die Feuerwehrmänner holen sich auch in den kleinen Lebensmittelgeschäften ihren Lunch

In einige dieser Läden führte uns Eileen. Wir kosteten die verschiedensten Delikatessen, wie eingelegte Oliven, Olivenbrot und Büffel-Mozzarella. Das schmeckte nicht nach Amerika, sondern ganz original nach Italien. So einen leckeren Mozzarella, wie den aus der Casa Della Mozzarella, haben wir selbst in Italien noch nirgends gegessen!

Nach zwei interessanten Stunden war unser Streifzug durch die Bronx und somit unser Ausflug in eine gemütliche italienische Kleinstadt mitten in der Grossstadt New York zu Ende. Sehr zufrieden und auch sehr satt kehrten wir nach dieser überraschenden Entdeckung zurück nach Manhattan.

Fazit: Was für ein lohnenswerter Ausflug und tolles Erlebnis! Ich kann es jedem nur empfehlen einen Big Apple Greeter zu buchen, um die etwas anderen Seiten von New York, abseits der Touristenströme kennenzulernen.

Wenn ich jetzt an die Bronx denke, sehe ich keine bewaffneten, sich bekämpfenden Gangs mehr. Stattdessen habe ich den Duft von Espresso in der Nase, sehe freundliche, offene Menschen, gemütliche Cafés und Restaurants, hübsche Lädchen und kleine Märkte.

Ich liebe es solche Schätze abseits der Touristenpfade zu entdecken und das Erlebnis mit unserer Big Apple Greeterin war eines unserer Highlights in New York.

Wenn Reisen uns eines lehrt, dann, dass es sich lohnt Vorurteile zu überwinden. Dabei entdeckt man manchen überraschenden Schatz. In diesem Sinne wünsche ich Euch viele überraschende Entdeckungen.

Mit sonnigen Grüssen,
Eure Patotra

Big Apple Greeter
Bei den Big Apple Greetern handelt es sich um Freiwillige, die Touristen oder Neuzuzügern Ihre Nachbarschaft zeigen. Grundsätzlich ist dies kostenlos, es wird aber um eine Spende für einen gemeinnützigen Zweck gebeten. Man sollte unbedingt sehr frühzeitig anfragen, um einen Greeter zu bekommen.

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Bronx Cat
Schaufensterauslage in den Bronx

2 Antworten

  1. Pingback: Familienreise USA

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