Bangkok – Der Drachentempel und mehr

In Thailand, dem Land der aussergewöhnlichen Tempel befindet sich der Drachentempel Wat Samphran. Ein Tempel wie aus einem Walt Disney Film.

Thailand ist das Land der zauberhaften und ungewöhnlichen Tempel. Einer der aussergewöhnlichsten Tempel ist etwa 40 km westlich von Bangkok zu finden. Noch liegt er abseits der Touristenströme, der imposante Drachentempel. Viele Jahre lang war der erst 1983 erbaute Drachentempel ganz von der Bildschirmfläche verschwunden. Um den Tempel rankt sich nämlich nicht nur ein riesiger Drache mit einem Durchmesser von etwa 3 Metern, sondern auch ein eine ganz abscheuliche Geschichte.

Drachentempel-Wat-Samphran. Der Drache windet sich um den zylindrischen Bau
Der Drache windet sich um den Tempel

Der ehemalige Abt des Tempels hat mehrere minderjährige Mädchen vergewaltigt. Nonnen haben ihm die Kinder zugeführt. Er wurde dafür zu 160 Jahren Haft verurteilt. Nach Bekanntwerden der Abscheulichkeit verfiel der aussergewöhnliche Tempel in eine Art Dornröschenschlaf. Die Thais glaub(t)en, dass der Tempel durch die Taten entweiht wurde und dass auf ihm viel negative Energie lag bzw. noch immer liegt.

Üblicherweise leben die Mönche und die Tempel in Thailand von den Spenden der Gläubigen. Hier wollte man lange nichts mehr spenden. Der Drachentempel geriet fast in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren finden sich hier wieder vermehrt Gläubige ein und mit ihnen kommen nach und nach auch die Touristen.

Ich habe vor einiger Zeit ein Foto des Drachentempels auf Facebook gesehen. Das hat mich nicht mehr losgelassen. Zu meiner grossen Freude hat der Anbieter Green-Mango Bangkok Touren, mit dem wir schon mehrmals als Familie in und um Bangkok unterwegs waren, den Drachentempel frisch ins Programm aufgenommen.

Der Phra Pathom Chedi

Audrey, unser persönlicher Tourguide mit der wir bereits den berühmten Maeklong Train Market erleben durften, holt uns am Morgen im Hotel ab. Das erste Ziel des ereignisreichen Tages, der Phra Pathom Chedi, liegt etwa 60 km ausserhalb von Bangkok in die Provinz Nakhon Pathom. Die Ursprünge dieser Pagode und des Tempels gehen bis ins vierte Jahrhundert zurück. Der 127 Meter hohe, goldfarbene Tempel ist schon von Weitem zu sehen.

Der hohe Chedi des Phra Pathom
Der Chedi ist schon von Weiterm zu sehen

Es heisst, er sei der grösste buddhistische Chedi der Welt und er zählt zu den heiligsten Stätten Thailands. Daher wird er von der Bevölkerung auch rege besucht. Es ist spannend, den Thais bei der Ausübung ihres buddhistischen Glaubens und ihren religiösen Ritualen zuzuschauen.

Glaeubige beten beim Phra Pathom
Durch Reiben wird der Gong zum Schwingen gebracht und er erzeugt dabei einen Ton

Ein fremde, faszinierende Welt eröffnet sich uns.

ein Mönch im Phra Pathom
Klosterleben im Phra Pathom

Jedem Wochentag ist in Thailand eine eigene Farbe und eine Position Buddhas zugeordnet.

Zu jedem Tag gehört eine Farbe und ein Buddha
Zu jedem Wochentag gehört eine Farbe und ein Buddha

Wie die Thais zünden auch wir eine Seerosen-Kerze in der Farbe unserer Geburtstage an, lassen sie im Brunnen schwimmen und schicken mit ihr einen Wunsch auf den Weg. Die Thais glauben ganz fest an solche Rituale – und warum sollte das auch nicht funktionieren?

Schwimmkerzen in der Farbe des Geburtstages schwimmen im Brunnen
Auch wir probieren unser Glück

Nach einem Rundgang durch den Tempel mit seinen detailreichen Wandbildern führt uns Audrey zu einer der zahlreichen Garküche am Fusse des Chedis. Im Inneren des Tempels ist das Fotografieren strikt verboten. Aber Essen geht bei den Thais immer! Und auch wir finden, dass eine feine Nudelsuppe und etwas süsser Klebereis als zweites Frühstück eine gute Idee ist.

Süsser Klebreis mit roten Bohnen
Süsser Klebreis mit roten Bohnen

Palastanlage Salam Chandra

Frisch gestärkt geht unsere Reise weiter. Nur wenige Fahrminuten vom Phra Pathom Chedi entfernt, befindet sich eine der prächtigsten Palastanlagen Thailands. Der Park und die Häuser wirken aber gar nicht Thailändisch. Hier haben europäische Architektur und Parks Pate gestanden.

Die Palastanlage Salam Chandra wirkt sehr europäisch
Eine der Palastanlagen von Salam Chandra

Einzig ein traditionelles Haus aus Teakholz erinnert daran, dass wir uns in Thailand befinden.

Ein traditionelles Teakhaus
Das traditionelle Teakhaus

Der Park und die Häuser wurden erst vor kurzem der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Touristen sind hier noch kaum zu sehen – und wenn dann nur Thais.

Märchenhafte Palastanlagen Salam Chandra
Die Palastanlagen wirken, als seinen sie einem Märchen entsprungen

Vor dem Park erwartet uns auch schon der nächste Snack: Mango mit Salz und Chili. Das klingt merkwürdig, schmeckt aber köstlich!

Mango mit Salz und Chillies
Mango mit Salz und Chili

Der Drachentempel – Wat Samphran

Von hier sind es etwa 30 Minuten bis zum Drachentempel, Wat Samphran. Wie ein Gebäude aus einem Walt Disney Märchen erscheint der Tempel.

Der Drachehntempel Wat Samphran
Der Drachentempel – Wat Samphran

Er verzaubert uns sofort. Ein riesiger Drache windet sich den runden, roten Turm hinauf.

Am Fusse des Drachen
Am Fusse des Drachen

Wir gehen im Bauch des 280m langen Drachens die 17 Stockwerke des Tempels hinauf.

Der Eingang in den Bauch des Drachen
Der Eingang in den Bauch des Drachens

Noch sind hier nur wenige Menschen anzutreffen. Hauptsächlich Gastarbeiter aus Burma halten sich hier auf. Der Aufstieg auf den Turm lohnt sich! Der Ausblick von oben auf die Umgebung ist fantastisch.

Der Blick von ganz oben auf weitere Tempel
Der Blick von ganz oben auf weitere Tempel

Gleich neben dem Drachentempel befinden sich zwei weitere Tempel, unter anderem ein Schildkrötentempel, der unsere Aufmerksamkeit weckt. Der Schildkrötentempel liegt etwas versteckt im Gebüsch.

Der Eingang zum Schildkrötentempel
Der Eingang zum Schildkrötentempel

Irgendwie werden wir das Gefühl nicht los, dass es Audry hier nicht ganz geheuer ist. Vermutlich ist die Geschichte mit dem schlechten Omen des Drachentempels immer noch sehr präsent. Vielleicht drängt auch nur die Zeit, um unseren nächsten Programmpunkt zu erleben. Also fahren wir weiter zum Markt am Chaisri Fluss.

Flaoating Market Wat Don Wai

Es ist Samstag. Die Einwohner von Bangkok zieht es am Wochenende raus ins Grüne, vor die Tore der Stadt. Natürlich wird so ein Ausflug mit einer der Lieblingsbeschäftigungen der Thais kombiniert: dem Essen. Der wunderschöne Markt Wat Do Wai am Chaisri Fluss ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Markthalle Wat Don Wai
Markthalle Wat Don Wai

In appetitlichen Auslagen prästentieren die Marktleute ihre Köstlichkeiten.

Wasserkastanie mit Kokossauce
Eines der Lieblingssnacks unserer Kinder: Wasserkastanien mit Kokossauce

Ich habe schon viele Märkte in Thailand gesehen, aber dieser ist mit Abstand der Schönste! Die Restaurants am Fluss sind gut besetzt. Die Spezialität ist hier Ente und die probieren wir natürlich gerne.

Die Spezialität des Marktes: Ente
Die Spezialität des Marktes: Ente
Die Ente schmeckt sehr gut
Das schmeckt sehr gut!

Während wir in einer Art Flossrestaurant sitzen und speisen, kommen die Bauern in ihren Booten vorbei, um Obst und Gemüse zu verkaufen. Die Städter kaufen ihnen gerne etwas ab.

Bauern auf Booten verkaufen Früchte und Gemüse
Bauern verkaufen Früchte und Gemüse

Es herrscht ein reges Kommen und Gehen. Hier sind kaum Touristen zu sehen und es ist eine Freude, ein wenig am Leben der Thais teilzunehmen und sich nicht nur als Tourist in einer grossen Menge Touristen zu fühlen.

Flussfahrt auf dem Chaisri

Audrey hat, so wie es sich für eine Thailänderin gehört, vor dem Essen tüchtig auf dem Markt eingekauft.

Audrey kauf ein
Audrey kümmert sich rührend darum, dass wir auch ja genug zu Essen haben

Lauter Leckereien, die wir probieren müssen. Die richtige Wegzehrung für den anschliessenden Bootsausflug auf dem Fluss.

Bauern ernten Wasserspinat
Bauern ernten Wasserspinat

Die grüne Landschaft zieht gemächlich an uns vorbei. Am Ufer ernten Bauern Wasserspinat. Wir sind die einzigen Farangs (ein etwas abschätzender Begriff der Thais für uns „Langnasen“) auf dem Boot. Die Thais geniessen die Stadtflucht offensichtlich genauso sehr wie wir. Kaum legen wir ab, werden die ersten Esswaren ausgepackt und auch Audrey ermutigt uns vom Proviant zu probieren. Dass wir grade eben gegessen haben, zählt nicht. Das sind schliesslich nur kleine Snacks und so kauft sie auch den Eisfrauen, die hier mitten auf dem Fluss ihr hausgemachtes Kokoseis verkaufen, eine Portion Kokoseis für uns ab.

Das Kokoseis wird mit dem Boot geliefert
Die Eisfrauen kommen per Boot

Lecker, aber unsere Bäuche füllen sich immer mehr. Erleichtert stellen wir fest, dass die Brote, die auf dem Boot verteilt werden, nicht auch noch für uns gedacht sind. Die sind nämlich für die Fische, die zur Freude der Passagiere den Fluss zum brodeln bringen, sobald ein paar Brocken Brot im Wasser landen.

Dann kehrt das Boot wieder um und fährt zurück zum Anleger. Wieder ziehen die Felder mit Wasserspinat an uns vorbei. Im Hintergrund Kokospalmen und Bananen.

Eine Wasserspinatplantage
Wasserspinatplantagen

Kurz vor dem Anleger erweckt ein Baum meine Aufmerksamkeit. An ihm hängen jede Menge Damenkleider – zum Teil noch in eine Plastikhülle verpackt. „Der Geist des Baumes ist eine Frau“, erklärt mir Audrey, als wäre es das selbstverständlichste der Welt. Wenn man einen Wunsch hat, kann man sich an den Geist weden – und wenn der Wunsch in Erfüllung geht, bedankt man sich mit einem neuen Kleid für die Geisterdame.“

Der Baum hing voller Kleider, es scheint also tatsächlich zu funktionieren!
Unser Wunsch, den Drachentempel zu sehen, ist auch so in Erfüllung gegangen – und noch viel mehr als das. Wieder sind wir der Kultur dieses Landes ein kleines Stückchen näher gekommen. Wir haben neue Dinge gekostet und Orte gesehen, die vom Massentourismus noch verschont sind.

Es gibt nichts Schöneres auf Reisen, als abseits der grossen Touristenströme in das echte Leben einzutauchen. Es ist schön eine Audrey zu haben, die einen an die Hand nimmt und die Heimat zeigt. Dadurch erfahren wir viel mehr über Land und Leute, als wir in einem Reiseführer je lesen könnten.

Wir setzen im Tempel eine Schwimmkerze in den Brunnen
Wir tauchen ein in die Traditionen und Gebräuche der Thais

Es sind diese kleinen Geschichten, die kleinen Erklärungen, die kleinen Snacks, die wir vermutlich alleine nicht probiert hätten (jedenfalls nicht so viele davon!), die solche Erlebnisse zu etwas Besonderem machen!

In diesem Sinne wünsche ich Euch, dass ihr auf Euren Reisen viele spannende Entdeckungen abseits der ausgetretenen Pfade machen könnt und einen kleinen Einblick in das echte Leben eines Landes bekommt.

Mit sonnigen Grüssen,
Eure Patotra

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Buddhafiguren
Der Glaube ist ein fester Bestandteil im Leben der Thais

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Die Katze sitz dem Drachen zu Füssen
Die Katze sitz dem Drachen zu Füssen
Wer schreibt hier?
Ellen Gromann-Goldberg
Globetrotterin mit Anhang, immer mit der Kamera im Anschlag und dem Notizblock in der Hand. Mit und ohne Familie bin ich auf der Suche nach den besonderen Orten, Erlebnissen und Geschichten rund um die Welt und in meiner Heimat am schönen Bodensee.

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Offenlegung: Der Ausflug fand auf Einladung von Green-Mango Bangkok Touren statt. Meine Meinung bleibt davon unangetastet.


4 Comments

  • Liebe Ellen,

    ich schließe mich Michelle an: Noch nie habe ich von diesem Türm gehört. Dabei sieht er echt spektakulär aus.
    Allerdings zieht es mich so gar nicht nach Bangkok. Ich habe da ganz sicher Vorurteile und Vorbehalte. Ich stelle mir die Stadt einfach schrecklich voll, laut und hektisch vor. Menschmassen und Gedränge. Und das vertrage ich mit zunehmenden Alter leider immer weniger.

    Liebe Grüße
    Liane

    • Liebe Liane
      Ja, Bangkok ist laut und voll und auch hektisch. Aber man findet in der Stadt zum Glück auch die ruhigen, fast schon veträumten Ecken. Ich liebe Bangkok sehr und kann nur sagen, dass es sich echt lohnt, der Stadt eine Chance zu geben.
      Liebe Grüsse
      Ellen

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