Bohol – kleines Paradies und noch viel mehr

Panglao Beach

Das Land in dem Milch und Honig fliessen habe ich zwar nicht gefunden, aber Schokoladenhügel und Traumstrände!

Dafür lohnt es sich eine lange Anreise und ein schlaflose Nacht in Kauf zu nehmen. Ich habe tatsächlich in der Nacht vor meiner Abreise vor lauter Vorfreude kein Auge zugemacht. Das ist mir auch schon ewig nicht mehr passiert.

Das Paradies heisst Bohol liegt etwa eine Flugstunde südlich von Manila. Der winzige Flughafen in Tagbilaran lässt bereits erahnen, dass dies der perfekte Ort ist, um die Hetze des Alltags hinter sich zu lassen.

Bohol hat einen Durchmesser von ca. 100km und ist eine der grössten Inseln der insgesamt 7107 Inseln der Philippinen. Sie besticht durch ihre wunderschöne, teilweise dicht bewaldete Natur. Die Menschen auf Bohol leben hauptsächlich von der Landwirtschaft, insbesondere Reisanbau, vom Fischfang und natürlich vom Tourismus. Bohol ist im Vergleich zu anderen Landesteilen auffällig sauber und hat sich zu einem grossen Teil der biologischen Landwirtschaft verschrieben.

Neben freundlichen Menschen, kristallklarem Wasser, Traumstränden und einem grünen Herzen hat Bohol aber noch mehr zu bieten.

Leider hatte ich nur einen Tag und eine Nacht Zeit auf der Insel. Dennoch konnte ich Euch, fast im Zeitraffer, einige Tipps zu dieser Insel mitbringen.

Gerade hier habe ich meine Familie während meiner Reise in die Philippinen am meisten vermisst. Bohol ist ein traumhafter Ort für einen Familienurlaub. Und wer mich kennt, der weiss, dass ich sowieso eine Schwäche für Inseln habe.

Hier also meine Highlights auf der Insel, die man unbedingt gesehen haben sollte:

 

Loboc River Cruise

Bootsfahrt Loboc River

Der Loboc River ist etwa 24 km südöstlich von Tagbilaran gelegen. Von der Loay Brücke aus starten schwimmende Restaurants zu einer romantischen Flussfahrt entlang des von üppig grünen Ufern gesäumten Flusses. Hier wird typisch philippinische Küche in Buffetform angeboten. Eine kleine Life-Band trällert dazu Evergreens. Man sitzt und geniesst und lässt die Natur an sich vorbeiziehen. Am Ufer sieht man immer wieder spielende Kinder, die sich im klaren Wasser der Flusses abkühlen. So viele Kinder, man könnte wirklich meinen, dass die hier auf Bäumen wachsen.

Loboc River

Unterwegs findet zum grossen Vergnügen der meist philippinischen Touristen eine kleine Gesangs- und Tanzdarbietung zum Mitmachen statt. Während wir Europäer uns bei solchen Angeboten meist lieber verdrücken, sind die Philippinos mit Begeisterung dabei und es wird fotografiert, was das Zeug hält.

Apropos fotografieren: ich bin noch nirgendwo so häufig fotografiert worden, wie auf den Philippinen. Immer wieder huschten Leute zu uns, um sich mit uns gemeinsam abzulichten. Tatsächlich sind uns unterwegs nur wenige europäisch aussehende Touristen begegnet. Wir waren also etwas Besonderes.

 

Die Menschen

Die Menschen auf Bohol sind sehr offen und freundlich. Grade über das fotografieren kommt man schnell in ein Gespräch. So ziemlich alle sprechen Englisch.

Haus auf Bohol

Irgendwo unterwegs legten wir einen kleinen Zwischenstopp ein, um eines der typischen Häuser zu fotografieren. Sofort wurden wir umringt von fröhlichen Frauen. Nachdem wir sie fragten, ob wir ein paar Fotos für das Internet von Ihnen machen dürfen, rannten sie schnell los, um Ihre Kinder aus den Häusern zu holen. Manche davon wurden offensichtlich extra aus ihrem Mittagsschläfchen geweckt und schauten entsprechend verstört in die Kamera.

Kinder Bohol

 

Koboldmaki/ Tarsier

Koboldmaki

In Corella befindet sich die Tarsier Sanctuary. Tarsiere, oder auch Koboldmakis sind nachtaktive Primaten mit vielen besonderen Eigenheiten. Sie haben Beine wie Frösche und können bis zu 3 Meter weit hüpfen. Ihren Kopf können sie, wie Eulen, um 180 Grad nach rechts und nach links drehen. Ihre Ohren gleichen denen von Fledermäusen und ihr Schwanz ist wie der einer Maus. Ihre Augenhöhlen sind grösser als ihr Gehirn. Abgesehen davon hätte ich liebend gerne einen mitgenommen. Da das vermutlich nicht nur mir so ging, haben die Tarsiere eine fatale Taktik dagegen entwickelt. Der kleinste Stress, z.B. laute Geräusche, Blitzlicht von Kameras oder Klimawechsel veranlassen sie dazu Selbstmord zu begehen. Nein, das ist kein Witz! Entweder drücken sie ihren Kopf unter Wasser bis sie ertrinken, schlagen ihren Kopf gegen einen harten Gegenstand, oder halten einfach die Luft an bis sie ersticken… Ich schwöre, ich war super leise und super vorsichtig, als ich die kleinen, süssen Sensibelchen fotografiert habe!!!!

 

Die Schokoladenhügel bzw. Chocolate Hills

Schokoladenhuegel

Um die 1270 Kegel – und kuppelförmige Hügel formen im Landesinneren von Bohol ein fast unwirkliches Landschaftsbild. Die Hügel erheben sich zwischen 40 und 120 Meter aus dem Boden. Auch wenn man meinen könnte, dass die Hügel von Menschenhand geschaffen wurden, sind sie ein Resultat der Plattentektonik. Über Jahrtausende haben Regen und Wind die oberen Kalksandsteinschichten der entstandenen Berge abgetragen bzw. ausgespült. Was übrig blieb ist ein Meer von bizarren Hügeln, die wegen Ihrer braunen Färbung in den Sommermonaten „Chocolate Hills“ genannt werden.

In Carmen befindet sich eine Aussichtsplattform, von der aus man einen grandiosen Rundblick über diese einzigartige Landschaft hat.

 

Baclayon Kirche

Die Bevölkerung von Bohol ist, wie in den meisten Gegenden der Philippinen, überwiegend katholisch. Ein Erbe der spanischen Kolonialzeit. Besonders auf Bohol ist dies nicht zu übersehen, und das nicht nur wegen der vielen katholischen Kirchen.

Auf allen inselüblichen Transportmittel, den Tricycles und Jeepneys, prangen Bibelsprüche. Wie kommts? Früher zierten an deren Stelle unbekleidete Damen die Fahrzeuge. Dies stiess offenbar aber auf die Ablehnung einiger einflussreicher Leute, mit weitreichenden Folgen: Heute bekommen nur Fahrzeuge, die mit einem Bibelspruch versehen sind die erforderliche Transportgenehmigung. Ein amüsantes Erbe…

Baclayon Kirche

Jetzt aber zu den Kirchen!

Das letzte grosse Erdbeben auf Bohol, das am 15. Oktober 2013 mehr als 140 Menschenleben forderte, hat auch viele der historischen Bauwerke stark beschädigt. Das ist auch heute noch vielerorts deutlich zu sehen. Die Baclayon Kirche aus dem Jahre 1596, wurde im Vergleich zu anderen Gebäuden nur relativ wenig beschädigt. Sie befindet sich etwa 7 km südöstlich von Taglibaran. Sie ist die älteste Steinkirche der Philippinen und ein Blick ins Innere lohnt sich. Schon allein, aber nicht nur, wegen des farbenfrohen Lichtspieles, das die Sonnenstrahlen durch die bunten Glasfenster auf Böden und Wände werfen.

Als dann noch unser Guide anfing mit einer glasklaren Stimme eine Passage aus einem ausgestellten Gesangbuch vorzusingen wurde selbst ich ganz erhrfürchtig.

Von der Kirche aus kam ich dann auch auf direktem Weg ins Paradies nach Panglao Island, die kleine Schwesterinsel von Bohol. Sie ist bequem über eine der zwei Brücken von Taglibaran auf Bohol zu erreichen.

 

Panglao – das Paradies auf Erden

Neben schneeweissen Ständen, türkisblauem, glasklarem Meer befinden sich hier auch die meisten Hotels.

South Palms Resort

 

Die relativ flache Bilderbuchinsel mit Palmenstränden hat mein Herz im Sturm erobert. Genauso muss eine Trauminsel aussehen! Schön, dass ich genau hier, meine Unterkunft hatte. Direkt am feinen Sandstrand mit Blick durch den Palmenwald aufs Meer.

Palmenstrand

Nach einem Tag voller Sightseeing – ja, ich habe das ganze Programm in nur einem Tag absolviert – hielt mich am nächsten Morgen nichts mehr in den Federn. Wenigstens einmal kurz im glasklaren Wasser schwimmen! Kaum hatte ich meine Füsse im Wasser, tippte mich ein tellergrosser Seestern an und ich bin mir ganz sicher, dass er gesagt hat: „Du musst unbedingt wiederkommen!“

Traumstrand

Meine Lieben lass ich dann aber ganz bestimmt nicht wieder zu Hause!

Fazit:

Bohol und Panglao sind einzigartig und haben mir den Kopf völlig verdreht. Bilderbuch-Inseln!

Meer Panglao

Neben vielen tollen Besichtigungen und Ausflügen, machen die Palmenstrände den Urlaubsort perfekt. Auch und ganz besonders für Familien mit Kindern!

Viel mehr dazu muss ich nicht schreiben. Die Bilder sprechen wohl für sich!

Geht hinaus und erkundet die Welt! Es gibt noch so viele Schätze zu entdecken.

Mit sonnigen Grüssen,

Eure Patotra - klein

 

 

Extratipps:

Hinkommen:

Mit dem Flugzeug, oder mit dem Schnellboot von Cebu.

Essen:

The Bee Farm Panglao. Hier gibt es neben leckerem und auch optisch ansprechendem Essen aus biologischem Anbau auch Zimmer zu mieten (diese habe ich allerdings nicht gesehen)

The Bee Farm

Unbedingt das Meerrettich-Eis probieren! Das schmeckt köstlich!

Eis The Bee Farm

Hotel:

South Palms Resort: Ein wunderschönes, ruhiges Resort direkt am Meer. Sehr für Familien geeignet. Neben vielen verschiedenen Sitz-und Liegegelegenheiten zum entspannen (Hängematten zwischen Palmen etc.) können im Hotel auch Surfbretter zum stehpaddeln und Kajaks ausgeliehen werden.

Strand Panglao

Im Hotel werden Ausflüge zur Insel Pamilcan angeboten. Dort können Wale und Delfine beobachtet werden.

Eine Schnorchelausrüstung gehört unbedingt ins Reisegepäck.

Kleiner, aber wichtiger Hinweis an die Damen:

Auf den Philippinen gibt es keine Tampons, also unbedingt von zu Hause mitnehmen.


Ganz herzlichen Dank an das Philippine Department of Tourism für die Einladung und die grosszügige Gastfreundschaft, die es mir ermöglicht hat einen kleinen, wunderschönen Teil der Philippinen zu entdecken. Salamat!


 

11 Comments

    • Liebe Tanja, Lieber Bibo,
      Hach, das freut mich jetzt sehr! Der Applaus ist doch der wahre Lohn von uns Bloggern – und wenn ich Euch dann noch ein wenig in ein anderes Land entführen konnte, dann bin ich glücklich!
      Ich freue mich jetzt schon auf das, was Ihr zu berichten habt. Der Teil von den Philippinen, den ich gesehe habe hat mich auf jeden Fall sehr in seinen Bann gezogen. Ich war zwar zu ersten Mal dort, aber bestimmt nicht zum letzten Mal.
      Liebe Grüsse,
      Ellen

    • Liebe Christina,
      Das glaube ich Dir gerne! Ich bin da aber auch wirklich ganz unverhofft im Paradies gelandet!
      Lieber Gruss,
      Ellen

  • Wunderschön! Die Philippinen fehlen mir leider noch komplett auf meiner Asien-Karte. Allein wegen der Schoko-Hügel und den süßen kleinen Koboldmakis ♥ muss ich da unbedingt mal hin. LG, Nadine

  • Klasse Bericht, der mich in’s Schwärmen bringt. Es macht große Freude, hier von Deinen Erlebnissen zu erfahren, insbesondere wenn es nun auch noch um meine geliebte Inselwelt der Philippinen geht, wonach ich am liebsten sofort die Koffer packen und in den nächsten Flieger steigen möchte. 🙂
    Auf dem Archipel gibt es so vieles zu erleben. An die von Dir beschriebenen Reiseziele, wie die Chocolate Hills, den Loboc River und die Koboldmakis in Bohol sowie die Traumstrände von Panglao erinnere ich mich besonders gerne. Ganz besonders die Inselwelt der Visayas auf den Philippinen ist einfach nur paradiesisch. Auch Luzon oder die Region um MIMAROPA bieten so unglaublich Schönes, so daß ich den Archipel der Philippinen nur jedem Reisenden sehr empfehlen kann.
    Wann ist Euer nächster Ausflug auf die Philippinen geplant? 🙂
    Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg und Freude beim Reisen.

    • Lieber Timo,
      Vielen Dank für Deinen netten Kommentar!
      Wir sprechen tatsächlich darüber mal mit der ganzen Familie auf die Philippinen zu reisen. Es hat mir so gut gefallen! Allerdings haben wir noch keine konkreten Pläne.
      Liebe Grüsse,
      Ellen

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