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Das ADLER Spa Resort SICILIA: Dolce far niente am vielleicht friedlichsten Ort der Welt

Adler Sicilia
Ich habe schon viele 5-Stern-Hotels gesehen. Berufsbedingt. Aber das ADLER Spa Resort in Sizilien hat mir schier die Sprache verschlagen.
Inhalt

Die Anlage? Ein Traum. Das Essen? Eine Wonne. Das Personal? Eine Wucht. Wir haben überlegt, welches i-Tüpfelchen fehlen könnte. Uns ist nichts eingefallen.

Aber von vorn. Unser Aufenthalt im ADLER Resort liegt inmitten unserer Herbstferien. Reist man mit dem Flugzeug an, bietet sich Palermo als Ankunftsort an. Von hier aus beträgt die Fahrzeit in das an der Südküste gelegene Resort rund 1.40 h. Von Catania aus, dem zweiten grossen Flughafen der Insel, sind es etwa 2.15 h. Beides machbar, zumal die Möglichkeit eines privaten Transfers besteht.

Unberührte Natur im Süden Siziliens

Wobei wir schon bei der Frage wären: Braucht man während des Aufenthalts einen Mietwagen? Ich würde sagen: jein. Wer gekommen ist, um zu entspannen, seine Batterien aufzuladen und einfach zu sein, kann problemlos eine Woche in der Hotelanlage verbringen, ganz ohne sich zu langweilen. Wer gern die Umgebung erkundet und landschaftliche oder historische Entdeckungen macht, kann dies mit einem Mietwagen tun – oder aber das grosszügige Ausflugsangebot des Hotels nutzen.

Wir kommen aus westlicher Richtung. In direkter Umgebung des Hotels befindet sich das Naturschutzgebiet Foce del Fiume Platani, benannt nach dem hier mündenden Fluss. Wir erkunden zu Fuss den wilden, goldgelben Strand – und begegnen in den zwei Stunden gerade einmal einem Dutzend Menschen. (Das ist auch im Oktober keine Selbstverständlichkeit. Die touristischen Strände sind auch dann noch gut gefüllt.) Der Weg bis zur Mündung des Platani lohnt sich – ich liebe dieses Schauspiel der Natur. Zurück geht’s parallel zum Strand durch einen Hain von Pinien.

Hotel in Familienbesitz

Und dann stehen wir also vor dem Hotel. Von aussen nicht spektakulär, sondern zurückhaltend und sanft eingebettet in die Natur. Die verwendeten Materialien stammen denn auch vorrangig aus der Region, wie ich später erfahren soll. Das Resort wurde im Sommer 2022 als insgesamt sechstes ADLER-Hotel eröffnet. Die seit 1810 bestehende Südtiroler Hotelgruppe ist nach wie vor familiengeführt. Mittlerweile leiten die Brüder Andreas und Klaus Sanoner gemeinsam mit ihren Partnerinnen und ihren insgesamt vier Kindern die Geschicke des Hotelbetriebes. Das jüngste «Kind» der ADLER-Familie, das Resort in Sizilien, ist bereits das Baby der siebten Generation.

Es gibt hier zwei Arten von Zimmern: Juniorsuiten mit einem Zimmer und Familiensuiten mit einem separaten Schlafzimmer. Wir beziehen zu viert eine Familiensuite. Alles ist geschmackvoll gestaltet und mit Liebe eingerichtet: Die schlichten Zimmer bestechen mit hellem Zedernholz, einem offenen Bad (die Toilette ist separat und nicht einsehbar) und einer Glasfront, die zu einer privaten Terrasse mit Garten führt und auf diese Weise eine Brücke zur Natur schlägt.

Friedlicher Rückzugsort

Für das Gelände rund um die 90-Zimmer-Anlage habe ich keine Worte. Üppiges Grün wechselt sich mit leuchtender Farbenpracht ab. Fest steht: Die Gärtner leisten ganze Arbeit. Überhaupt sind hier alle Mitarbeitenden – fast alle kommen von der Insel – die perfekte Mischung aus zuvorkommend und unaufdringlich: Sie grüssen freundlich und sind da, wenn man sie braucht, üben sich ansonsten aber in vornehmer Zurückhaltung. Das gilt seltsamerweise auch für die Gäste, die vorrangig aus Italien und Deutschland, aber auch aus der Schweiz kommen: kein Bling-Bling, kein Schickimicki-Gehabe, kein forsches Auftreten. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus, kommt mir in den Sinn.

Das absolute Highlight ist die Poollandschaft. Sage und schreibe vier Schwimmbäder verteilen sich in der grossen Gartenanlage, darunter ein grosser Sportpool, ein kleinerer Infinity-Pool mit atemberaubendem Blick aufs Meer und ein 36 Grad warmer Solepool, der während unseres Aufenthalts zu unserem zweiten Zuhause wird. Auch hier: Es laufen keine Bediensteten herum, die nach den Anliegen der Gäste fragen, aber wenn man einen Wunsch hat, bekommt man, was das Herz begehrt. Lust auf ein Glacé? Ein Glacéwagen wartet diskret am Rande des Solepools. Für mich schlichtweg perfekt.

Nature rules

Für willkommene Abwechslung sorgt der hoteleigene Strand – einer ganz nach meinem Geschmack, nämlich wild und von Dünen gesäumt. Natürlich stehen den Gästen Sonnenliegen und Schirme zur Verfügung, aber die Infrastruktur ist dezent. Obwohl es die Möglichkeit gibt, den Shuttleservice zu beanspruchen (auch hier: man muss sich um nichts kümmern, er fährt diskret alle paar Minuten), sollte man meines Erachtens mindestens einmal zu Fuss ans Meer laufen. Der etwa zehnminütige Spaziergang führt durchs Naturschutzgebiet Riserva Torre Salsa und bezaubert mit seiner Flora.

Im ADLER Resort gibt es kaum etwas, das nicht angeboten wird. Von sportlichen Aktivitäten über SPA-Behandlungen, kulturelle und kulinarische Ausflüge bis hin zu einem Kids Club – hier kommt jeder auf seine Kosten. Dazu gibt’s das beste Essen, das ich je erleben durfte – Halbpension ist bei jeder Buchung inklusive. Am Morgen wird jeweils ein grosses Frühstücks-Buffet aufgefahren, abends folgt auf das exklusive Vorspeisenbuffet ein fantastisches À-la-carte-Menü. Einmal pro Woche lockt ein ganz besonderes Buffet mit diversen Fischspezialitäten und anderen Meeresfrüchten.

Natur und Kultur ums Eck

Ich könnte ewig auf dem Hotelgelände verweilen. Aber ich bin ja auch neugierig. Das ADLER Resort liegt nur eine gute halbe Stunde von der berühmten Scala die Turchi entfernt, der aus weissem Mergel bestehenden stufenförmigen Felsformation im Süden von Agrigent, die einen Strand umschliesst. Mitte Oktober ist der Touristenmagnet zu unserer Erleichterung nicht mehr ganz so anziehend. «Wer im Sommer eine kleinere, aber nicht minder schöne Version der steinernen Treppen sehen will, kann von unserem Strand aus Richtung Westen laufen», rät Enrico Tibo, Front Office Manager des Hotels. Dort, beim Capo Bianco, das nur zu Fuss zu erreichen ist, gibt es selbst in der Hauptsaison keine Touristenmassen.

Nur unweit der beeindruckenden Scala befindet sich das Weltkulturerbe «Tal der Tempel», die archäologischen Stätten von Agrigent. Es sind Überreste der antiken griechischen Stadt Akragas, die 582 v. Chr. gegründet wurde. Auf einer Hochebene südlich des Stadtzentrums von Agrigent befinden sich mehrere monumentale Tempel, die teilweise sehr gut erhalten sind – allem voran der Concordiatempel, der zu den besterhaltenen Tempeln der griechischen Antike überhaupt gehört.

Oase des Friedens

Der Süden von Sizilien hat mein Herz erobert. Ich kenne nunmehr die ganze Insel, aber diese Kombination aus wilden Stränden, Naturschutzgebieten und kulturellen Highlights gibt es nur hier. 2023 wird das ADLER Hotel erstmals auch im Winter geöffnet sein. Kein Wunder: Während man auf dem Ätna Skifahren kann, herrschen hier an der Küste auch im Dezember Durchschnittstemperaturen von zehn Grad. «Wenn die Sonne scheint, kann man sogar im T-Shirt herumlaufen», sagt Enrico Tibo. Er liebt diesen Ort von ganzem Herzen, das hört man nicht nur aus seinen Worten heraus, sondern spürt es förmlich. Friedlich, liebevoll, persönlich, so beschreibt er das Hotel – und man muss keine Sekunde lang überlegen, was er meint.

Warum die Stimmung so friedlich ist, bleibt das Geheimnis des Resorts. Es ist, als würden hier sogar die Kinder durchatmen und ihre lauten Launen abstreifen. «Let your soul fly», lautet das Motto des ADLER. Und genau das ist hier möglich: die Seele baumeln lassen, den Alltag vergessen und die Freiheit des Lebens feiern.


Offenlegung: Die Recherche wurde durch das Hotel unterstützt.


Wer schreibt hier?
Miriam Bosch Autorin Reiseblog Patotra
Miriam Bosch

Miriam kümmert sich seit Juli 2018 bei PATOTRA hauptsächlich um das Themengebiet Reisen mit Kindern.

«Als langjährige Journalistin ist es für mich selbstverständlich, mit Neugier und offenen Augen durchs Leben zu gehen. Doch nicht immer sieht man aus der eigenen Perspektive alles – und so bin ich glücklich und dankbar, dass mein Mann und meine Kinder (14 und 8 Jahre) meine Weltsicht erweitern.

Ich liebe es, neue Welten zu entdecken – seien sie nah oder fern. Low-Budget-Reisen durch Südostasien gehören für mich ebenso dazu wie ein Verwöhnwochenende in den Alpen. Wichtig sind mir vor allem zwei Dinge: Die Reiseorte müssen authentisch sein. Und: Sie müssen nicht nur mich und meinen Mann, sondern auch unsere Kinder begeistern.»

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