Die Phang Nga Bucht – jenseits der Massen

Moschee Koh Panji

Ich habe Euch von meinen früheren Reisen nach Khao Lak schon eine Menge Tipps mitgebracht. Dieses Mal war eigentlich Faulenzen am Strand angesagt. Aber wer uns kennt, der weiss, dass wir das nicht lange durchhalten.

Statt also am Strand zu faulenzen, sind wir wieder auf Entdeckungstour gegangen und auch dieses Mal konnten wir ein paar besondere Erlebnisse mit nach Hause bringen. Über mein Urlaubs-Highlight, unsere zwei-Tages-Tour in den Khao Sok Nationalpark, habe ich Euch ja bereits berichtet.

Wie immer wenn wir über die Weihnachtsfeiertage unterwegs sind, steht auch der Geburtstag unseres Sohnes an. Schon einmal wurde dieser in der Phang Nga Bucht zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Auch diese Mal fiel unser Ausflug nach Phang Nga auf seinen Geburtstag. Ein Besuch des „James Bond“ Felsen und des Seezigeunerdorfes Koh Panj stand auf unserem auf Programm. Eigentlich sehr touristische Ziele, also genau das, was ich eigentlich meiden möchte. Massenbesichtigungen sind mir ein Graus! Aber es geht auch anders.

In Thailand ist die Woche bunt

Der quirliger Guide Namens „Tiger“ holte uns am Morgen im Hotel ab. Während der Fahrt im Minibus versorgte er uns mit interessanten Informationen zu Land und Leuten und einem kleinen Sprachkurs in Thai. Ananas heisst hier Sapparot. Wusstet Ihr, dass jedem Wochentag in Thailand eine Farbe zugeordnet ist? Diese Farbe wiederum steht jeweils für ein Mitglied der Königsfamilie. So ist die Farbe für den sehr geachteten und verehrten König Bumipol gelb, weil er an einem Montag geboren wurde. Der Dienstag ist rosa, der Mittwoch grün, der Donnerstag ist orange, der Freitag blau, der Samstag lila und der Sonntag rot. Nicht selten wählen die Thais ihre Kleidung nach der Farbe des jeweiligen Wochentages.

Die etwa einstündige Fahrt war dank der lehrreichen Unterhaltung schnell vorbei. Von einem kleinen Hafen startet unsere Tour mit dem Longtail-Boot. Vorbei an Mangrovenwäldern mit dem Ausblick auf die faszinierende Silhouette der markanten Kalksteinfelsen, die sich in der Phang Nga Bucht aus dem Meer erheben.

Mit dem Kanu durch bizarre Landschaften

An einem Steg hiess es dann umsteigen in Kanus. Durch Höhlen und bizarre Felsformationen, führte unsere Paddeltour in den Mangrovenwald. Die freundliche Thailänderin, die unser Kanu durch die zauberhafte Landschaft manövrierte, machte uns dabei immer wieder auf die einzigartige Flora und Fauna aufmerksam.

Kanu Thailand

Hier eine duftende Blüte, dort ein Krebs auf einer Mangrovenwurzel.

Krebs Mangroven

An einer besonders flachen Stelle zieht sie ganz unvermittelt einen Pfeilschwanzkrebs aus dem Wasser. Ein Tier, das es schon zu Zeiten der Dinosaurier gab und das deshalb auch als lebendes Fossil bezeichnet wird. Sie reibt sich genüsslich den Bauch als sie uns das Tier zeigt. Gegrillt sei so ein Krebs sehr fein. Auch in der Tom Yam Goong, einer köstlichen säuerlich scharfen Suppe (Tom Yam), die normalerweise mit Garnelen (Goong) serviert wird. Sie nimmt den Pfeilschwanzkrebs deshalb kurzerhand mit. Schade, dass dieses spannende Tier jetzt wohl in der Suppe landen wird.

Pfeilschwanzkrebs Phang Nga

Kanu Phang Nga

 

Das Seezigeunerdorf Koh Panji

Koh Panji

Nach etwa einer Stunde steigen wir wieder auf das Longtailboot um. Unser Ziel ist das Seezigeunerdorf von Koh Panji. Während von vorne die Massen in das Dorf strömen, legt unser Boot auf der anderen Seite des Dorfes an. Es ist auf Stelzen über dem Wasser gebaut. Schon von weitem sehen wir die goldene Kuppel der Moschee.

Seezigeuner Koh Panji

Ein kleiner Junge spielt vor der Moschee mit einem Hahn. Leider sind Hahnenkämpfe in Thailand noch immer ein beliebter Wettsport. Ich befürchte, dass auch dieses Tier zu diesem Zweck gehalten wird. Vielleicht täusche ich mich ja und der Hahn ist einfach nur sein bester Freund…

Junge Hahn

Wir belassen es bei einem kleinen Rundgang durch das Dorf. Kinder umringen uns und versuchen Souvenirs zu verkaufen. Weiter im inneren des Dorfes befinden sich Restaurants und jede Menge Stände, an denen Souvenirs, Esswaren und bunte Strandkleidchen angeboten, die der gemeine Tourist (hoffentlich) nur im Urlaub trägt.

Markt Koh Panji

Von der vorderen Dorfseite kommen uns die Touristenmassen entgegen. Zeit für uns umzukehren.

Nach thailändischer Tradition: einem Tier das Leben schenken

Kurz vor dem Einsteigen in das Boot, holt Tiger den schon in der Suppe vermuteten Pfeilschwanzkrebs aus dem Bug unseres Bootes und reicht ihn unserem Geburtstagskind.

Pfeilschwanzkrebs Thailand

Dabei erklärt er ihm und uns, dass es in Thailand Tradition sei, dass man an seinem Geburtstag einem Tier das Leben schenkt. Das bringe Glück und ein langes Leben. Mit dem Pfeilschwanzkrebs in der Hand strahlt unser Sohn vor Freude. Was für ein schönes und wahrlich einzigartiges Geburtstagsgeschenk! Nach einer andächtigen Minute, in der er dem Krebs seine guten Wünsche mit auf den weiteren Lebensweg geben sollte, entlässt er das Tier ins Meer, zurück in die Freiheit. Ein sehr berührender Moment! Der Krebs taucht ab und verschwindet im Wasser in die Feiheit. Es sind diese kleinen Momente, in denen es scheint, als würde die Welt für einen kurzen Moment stehen bleiben und innehalten. Genau solche Momente machen das Reisen so wertvoll. Es sind solche wunderschönen Erinnerungen, die sich in unsere Herzen einprägen.

Geburtstag Thailand

James Bond Felsen – dort wo es vor Menschen wimmelt

Touristen Bond

Unsere Fahrt geht weiter, vorbei am berühmten James Bond Felsen, dem Felsen, der u.a. aus dem Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“ zu einer kleinen Berühmtheit wurde. Auch dort sammeln sich am Strand die Menschenmassen. Für uns kein Ort zu verweilen. Ein paar Fotos vom Felsen und von den Massen und schon haben wir mehr als genug gesehen.

James Bond Felsen

 

Faszinierende Wandgemälde und die Drachenhöhle fern ab der Ströme

Nur ein paar Minuten weiter macht uns unser Guide auf ein paar Wandzeichnungen an einer Felsinsel aufmerksam. Sie sind, so sagt man uns, vermutlich mehr als tausend Jahre alt aber dennoch wunderbar erhalten. Selbst die Farben leuchten noch. Aber hier gibt es eigenartiger Weise, ausser uns keine Touristen.

Hoehlenmalerei Thailand

Kurz darauf erreichen wir ein weiteres Stelzendorf. In einem gemütlichen Restaurant geniessen wir das vorzügliche Mittagessen mit Blick aufs Wasser. Auch hier weit und breit keine anderen Touristen, nur Einheimische. Dementsprechend authentisch schmeckt das Essen „Thai Stile“ eben. Die Atmosphäre ist entspannt.

Thai Food

Unser nächstes Ziel ist die abgelegene Drachenhöhle. Eine imposante Höhle, die nur über einen Steg vom Wasser aus erreicht werden kann. Ein kleines Abenteuer, sie zu besichtigen.

Hoehle Thailand

Hoehle Thailand Phang Nga

Viel zu schnell ist der Tag vorbei. Im Schatten der faszinierenden Felsinseln, die sich aus dem Wasser in den Himmel recken, treten wir den Heimweg an.

Inseln Phang Nga

 

Fazit:

Leider werden die Möglichkeiten eine Region abseits der Touristenströme zu entdecken immer rarer. Mir ist klar, dass auch wir ein Teil dieser Maschinerie sind. Dennoch bin ich immer wieder sehr glücklich, wenn ich die Möglichkeit habe, einen etwas anderen Einblick zu gewinnen, etwas tiefer einzutauchen in die Atmosphäre, in die Natur und somit in die Seele eines Landes. Gerne bin ich persönlich auch bereit, dafür etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Schliesslich ist auch der Erfahrungswert wesentlich nachhaltiger, als bei einer Massenexkursion mit Fast Food Verpflegung. Ich halte nichts davon ein Land nur zu konsumieren. Ich möchte es bewusst fühlen, schmecken, geniessen, mich überraschen lassen, sowohl positiv, als auch negativ, und diesen ungefilterten Eindruck auch meinen Kindern mit auf die Reise in ihr eigenes Leben geben.

In diesem Sinne: Schaut auch mal hinter die Fassaden. Schaut die Rückseite des Dorfes an. Ihr werdet begeistert sein, welche Einblicke sich bieten. Vielleicht habt auch ihr das Glück auf diese Art ganz besondere Momente zu erleben.

Mit sonnigen Grüssen

Eure Patotra - klein

 

 

Extratipps

Gebucht haben wir diese Phang Nga Tour bei Peter Stiller über Holiday Service Khao Lak. Wir sind seit vielen Jahren immer wieder mit Peter unterwegs und verlassen uns (fast) blind auf seine Tourempfehlungen.

Die Touren sind sicherlich nicht ganz billig, aber hier gilt: Qualität hat ihren Preis. Uns war es diesen Preis immer wert. Wir haben diesen Ausflug zusammen mit meiner 81-jährigen Mutter gemacht und Peter hat uns auch diesbezüglich mit der Auswahl der passenden Ausflüge sehr gut beraten.


Noch mehr Tipps zu Thailand findet ihr hier: Thailand


 

Felsenlandschaft Thailand

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