Wutachschlucht – Durch diesen tiefen Canyon musst du gehen

Eine ganz besondere Schwarzwaldwanderung

Es gibt Orte an die man immer schon mal gehen wollte, es aber trotzdem man ganz in der Nähe wohnt, nie zu schaffen scheint. Für uns war die Wutachschlucht einer dieser Orte. Schon seit Jahren haben wir davon geredet, dass wir unbedingt mal mit den Kindern durch die Wutachschlucht wandern möchten und jetzt endlich haben wir es wahr gemacht.

Eingang Wutachschlucht

An einem warmen Sommertag schnürten wir unsere Wanderschuhe, packten etwas Proviant ein und machten uns auf den Weg in Richtung Wutachschlucht. Ich hatte erst bedenken, da es an den Tagen zuvor geregnet hatte und ich wusste, dass eine Wanderung durch die Wutachschlucht nicht ganz ungefährlich ist. Nachdem ich jedoch vom Wutachranger die Information erhalten hatte, dass die Wege zwar teilweise matschig und rutschig, aber begehbar sind, hielt uns nichts mehr.

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Beim Parkplatz an der Wutachmühle, bei Ewattingen, stellten wir unser Auto ab und folgten auf Schusters Rappen den Wegweisern. Der Weg führt hier gleich in den Wald und an die Wutach. Zuerst war der Weg noch breit, aber schon nach kurzer Zeit wurde er schmaler und das Tal enger.

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Einen bis zu 200 Meter tiefen Canyon hat sich die Wutach im Verlauf der Jahrtausende in den Schwarzwald ausgespült, um uns Wanderer staunen zu sehen. Der schmale Pfad führt teilweise an abenteuerlich steilen Felshängen entlang an der wild tosenden Wutach.

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Über eine kleine Brücke führt der Weg dann auf die andere Uferseite und weiter bis zum Rümmelesteg, wo man erneut das Ufer wechselt. Bald darauf zeigt sich die Wutach von ihrer sanften, romantischen Seite.

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Lauschige Schattenplätzchen laden ein in den Auen der sanft plätschernden und deutlich zahmeren Wutach zu verweilen. Immer unter den beobachtenden Augen von unzähligen, bunten Schmetterlingen, Libellen und Fischreihern, die im Wasser stoisch auf einen Leckerbissen – Hhmm Schwarzwaldforellen- warten.

Fischreiher Wutachschlucht

Weitgehend geschützt bieten hier die Felswände, Wälder, hohen Gräser sowohl Flora als auch Fauna ein paradiesisches zu Hause. Tosende Wasserfälle laden an warmen Sommertagen ein, sich zu erfrischen.

Wasserfall Wutachschlucht

Nach schätzungsweise 9 km, auf der Höhe von Bad Boll, ist der erste Ausstieg möglich. Wir hatten uns jedoch entschlossen weiter zu wandern, bis zur Schattenmühle. Rückblickend muss ich sagen, dass der Weg bis nach Bad Boll, besonders für die Kinder, lange genug gewesen wäre. Das letzte Teilstück bis zur Schattenmühle zog sich noch recht hin. Dennoch bin ich froh, dass wir auch noch diesen letzten Teil der Wutachschlucht gesehen haben. Vorbei an plätscherndem Wasser, das neben dem Weg aus der bemoosten Felswand sprudelte führte unser Weg. Da es ein heisser Sommertag war, war das eine willkommene Abkühlung. Über Stock und Stein wand sich hier der Weg weiter bergauf und bergab. Nach etwa 5 Stunden – inklusive zwei kurzen Pausen und 12,5 km – waren die Beine müde gelaufen und wir waren alle froh, die Schattenmühle zu erreichen.

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Hier empfingen uns freundliche Damen mit Schwarzwaldtracht, inklusive Bollenhut und osteuropäischem Akzent. Ein kaltes Getränk und ein kleines Vesper halfen, die Lebensgeister wieder zu wecken.

Vom Wanderparkplatz Schattenmühle brachte uns der Wanderbus, der an Wochenenden und Feiertagen von Mai bis Oktober stündlich verkehrt, wieder zurück zum Parkplatz „Wutachmühle“.

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Eine ganz besondere Sonntagswanderung lag hinter uns und hatte mir mal wieder gezeigt, welch Schätze der Südschwarzwald zu bieten hat. Trotzdem es mich immer wieder in die Ferne zieht erfreue ich mich auch hier, in nächster Umgebung, mit meiner Familie solch Perlen der Natur zu entdecken. Der Schwarzwald ist einfach schön!

Der nächste Ort, an den ich schon immer mal gehen wollte wartet bereits…

Kommt wieder mit, oder geht am besten selber hinaus und entdeckt die Welt!

Mit sonnigen Grüssen

 Eure Patotra - klein

Extratipps:

  • Unbedingt festes Schuhwerk tragen! Die Wege sind wirklich teilweise sehr matschig und rutschig. Das ändert sich vermutlich nur nach längeren Trockenperioden.
  • Offizielle Empfehlung ist es den Weg nur mit Kindern ab sechs Jahren zu begehen. Ich würde noch hinzufügen, dass sie unbedingt trittsicher und geübt im Wandern sein sollten.
  • Der Weg von der Wutachmühle bis nach Bad Boll reicht als Wanderung mit Kindern vollkommen aus. Das letzte Stück zieht sich noch ziemlich in die Länge. Wem die 9 km zu lange sind, der kann auch die entgegengesetzte Richtung von der Schattenmühle bis nach Bad Boll – etwa 4km – in Angriff nehmen.
  • Der Wanderbus fährt an Wochenenden und Feiertagen ab diversen Haltestellen stündlich zwischen Schattenmühle und Wutachmühle (Die einfache Fahrstrecke kostet für Erwachsenen 3,20 Euro und für Familien 6, 40 Euro, Stand Juli 2014). Unter der Woche fährt der normale Linienbusverkehr zwischen Bonndorf, Schattenmühle und Wutachmühle. Prima Tipp von der Touristinfo Bonndorf: Auto an der Wutachmühle parken und dann gleich den Bus um 9:15 Uhr zur Schattenmühle nehmen. So kann man den Weg ganz ohne Zeitdruck gehen und man hat den, in meinen Augen besonders beeindruckenden Abschnitt  als Sahnehäubchen am Schluss 🙂
  • Weiter Infos zur Wutachschlucht gibt es hier.

 

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Abenteuerliche Pfade in der Wutachschlucht

4 Comments

    • Liebe Antje,
      Ich glaube ja, was uns zwei anbelangt, an gar keine Zufälle mehr 😀
      Vielleicht sollten wir unsere Ferien- und Ausflugsplanung mal abstimmen, damit wir nicht immer aneinander vorbeigehen 😀
      Unsere Kinder waren übigens auch erst nicht begeistert von der Idee schon wieder zu wandern… Unsere Tour war dann auch etwas lang und die Kids meinten dann, wir könnten uns für „die strengsten Eltern der Welt“ bewerben, weil wir ihnen so etwas antun ;-). Schön war es aber trotzdem und wenn man schon in der Gegend wohnt, sollte man diese Tour unbedingt mal in Angriff nehmen.
      Lieber Gruss,
      Ellen

    • Liebe Janett
      Ja, die Tour ist wirklich etwas ganz Besonderes!
      Als wir dort waren hatten wir mit Mücken keine Probleme. Ich hatte allerdings vorsichtshalber ein Mückenspray eingepackt. Sicher ist sicher 🙂
      Lieber Gruss,
      Ellen

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