Städtetour: Bike und Bier in Baden-Württemberg

Botanischer Garten KA

Bike und Bier, bzw. Radfahren und Bierbrauen. Wie passt das zusammen?

Ganz einfach. Beides sind deutsche Jubilare. Das Deutsche Reinheitsgebot feiert 2016 sein 500 jähriges Jubiläum. Das Fahrrad, dessen Vorgänger, die Draisine, ein Laufrad aus Holz, feiert 2017 sein 200 jähriges Jubiläum. Karl Friedrich Freiherr Drais wurde 1817 sehr belächelt ob seines eigenartigen Gefährtes – damals noch ohne Pedale und mit Holzrädern. Wer hätte gedacht, dass dieses Gefährt einen Triumphzug durch die ganze Welt antreten wird. Dieser pfiffige Herr Drais ist in Karlsruhe geboren und hat das Fahrrad in Mannheim erfunden. Da ich selbst nicht Auto fahre, bin ich Herrn Drais sehr dankbar. Was würde ich nur ohne mein Fahrrad tun?

Grund genug um mich auf Spurensuche zu begeben. Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe sind meine Ziele. Natürlich möchte ich diese auf zwei Rädern erkunden!

Mannheim

Fahrradmietstationen

Fahrrad Mannheim

Die erste Station meiner Reise ist Mannheim. Direkt am Bahnhof befindet sich eine von vielen Velo-Mietstationen in Mannheim. Eine sehr praktische Erfindung. Ich schnappe mir eines der Räder für meine Erkundungen.

Technoseum

Mein Ziel ist das Technoseum, das Landesmuseum für Technik und Arbeit. Mit dem bequemen Drahtesel ist es schnell erreicht. Noch bis zum 24. Juli 2016 widmet sich dort eine Sonderausstellung dem Thema „Bier. Braukunst und 500 Jahre Deutsches Reinheitsgebot“. Die Sonderausstellung zum Thema Fahrrad ist bereits in Vorbereitung und wird vom 11. November 2016 bis 25. Juni 2017 zu sehen sein.

Die Ausstellung zum Reinheitsgebot versorgt mich mit jeder Menge Information rund ums Bierbrauen. 300 Ausstellungsstücke zeigen auf 800 Quadratmetern die 4000-jährige Geschichte des Bierbrauens. Auch wenn ich selbst keine Biertrinkerin bin, ein spannender und informativer Rundgang ist es allemal. Sogar für Kinder und Jugendliche wurde das Thema an verschiedenen Stationen altersgerecht aufgearbeitet.

Technoseum Bier

Biere Technoseum

Aber nicht nur die Sonderausstellung lohnt einen Besuch. Das Museum zeigt 200 Jahre Technik- und Sozialgeschichte. Viele Experimentierstationen zu Naturwissenschaft und Technik laden ein, zu experimentieren und zu begreifen. Hauptzielgruppe sind dabei vor allem Familien, Kinder und Jugendliche. Das Technoseum gehört zu den grossen Technikmuseen in Deutschland. Ich mag Museen, in den viel ausprobiert und erfahren werden kann. Das Technoseum lohnt auf jeden Fall einen Besuch, unabhängig von den Sonderausstellungen.

Technoseum Weberei

Bionik Technoseum

Mein nächstes Ziel ist die Bierbrauerei Eichbaum.

Bierbrauerei Eichbaum / Bierbrauen auch für Kinder

Weiter gehts natürlich wieder mit dem Velo, das in der Mietsation vor dem Museum schon auf mich wartet. Eine Radfahrt vorbei am Luisenpark, der grössten Grünfläche Mannheims, führt mich in die Brauerei Eichbaum.

Blick Mannheim

Brauerei Eichbaum

Auf Vorbestellung kann man hier eine Führung durch die 335-jährige Geschichte der Brauerei unternehmen und einen Einblick in den Brauprozess gewinnen.

Eichbaum Mannheim

Von hier kommt übrigens auch das alkoholfreie und schmackhafte Malzbier für Kinder, Karamalz, das mittlerweile auch in der Schweiz erhältlich ist. Im Anschluss an den informativen Rundgang stärke ich mich im hauseigenen Restaurant bei deftiger Hausmannkost. Ich entscheide mich allerdings gegen den Saumagen und wähle lieber ein schmackhaftes Schnitzel. Eine der vielen Biersorten degustiere ich jetzt natürlich auch. Ich wähle die milde, süssliche Variante. Das zischt!

Der Wasserturm

Das Velo lasse ich an der Mietstation stehen. Nach dem Bier fahre ich lieber mit der Strassenbahn zurück in die Stadt. Der 1889 erbaute, 60 Meter hohe Wasserturm am Friedrichsplatz ist das Wahrzeichen von Mannheim. Natürlich möchte ich den auch sehen. Ein imposantes Gebäude mit einem hübschen Park aussenrum. Nur ein paar Meter weiter befindet sich die Innenstadt von Mannheim.

Mannheim Wasserturm

Wasserturm Mannheim

Mannheim im Quadrat

Die hufeiseinförmige Innenstadt von Mannheim ist in Quadrate eingeteilt die wie beim Schiffe versenken mit Koordinaten benannt sind. Ein etwas verwirrendes System. Hier verabredet man sich auf O4 oder E2. Hört sich zwar ganz einfach an, aber so richtig logisch kam mir das System dann doch nicht vor, als ich in den engen Gassen zwischen den Häusern stand. Echte Mannheimer haben mir aber versichert, dass es wirklich ganz easy sei, wenn man erst mal dahinter gestiegen ist. Nun ja, dafür war meine Stippvisite dann wohl doch zu kurz. Eine ganz besondere Spezialität habe ich in Mannheim auch noch entdeckt. Aber davon berichte ich Euch in einem gesonderten Artikel.

Fazit zu Mannheim:

Mannheim ist sicherlich keine klassische Schönheit. Im Krieg wurde viel zerstört. Dennoch überrascht Mannheim immer wieder mit sehr hübschen Ecken und es lohnt sich durchaus diese zu entdecken. Ich würde beim nächsten Besuch sicherlich mehr Zeit mitbringen.

Heidelberg

Heidelberg ist die zweite Etappe meiner Baden-Württemberg-Reise. Das prachtvolle Heidelberg mit seinem alles überragenden Schloss ist so ganz anders, als Mannheim. Dafür schieben sich hier auch massenhaft Touristen durch die Gassen.

Alte Bruecke

Kloster Stift Neuburg / Brauerei zum Klosterhof

Auch hier schnappe ich mir ein Fahrrad in einer Fahrradvermietung und radle los. Vorbei an der Altstadt, am Ufer des Neckars ist das Kloster Stift Neuburg mein Ziel. Von dieser Uferseite des Neckars bieten sich traumhafte Ausblicke auf die Stadt.

Neckar Heidelberg

Das Kloster an idyllischer Lage ist bald erreicht. In den früheren Schweinestallungen wird seit 2009 mit viel Passion Biobier gebraut. Die Brauanlage stand einige Jahre auf Mallorca. Der Deutsche Wurstkönig wollte damit vor Ort Bier brauen. Die Genehmigung dafür wurde ihm allerdings nie erteilt und so kam die Anlage nach 7 Jahren zurück nach Deutschland, um seit dem in der Brauerei zum Klosterhof ihren Dienst zu tun.

Brauerei zum Klosterhof

Nach meinem kleinen Rundgang durch die Brauerei, wartet bereits ein zünftiges Vesper, mit Käse, Wurst und Brot im Gasthaus zum Klosterhof auf mich. Neben einem kleinen Laden, in dem hausgemachte Leckereien verkauft werden, lockt der idyllische Erlebnisbauernhof die kleinen Gäste mit Ziegen, Kühen und Co.

Stift Neuburg

Mich zieht es nach dem Vesper wieder in Richtung Stadt. Direkt unterhalb des Klosters befindet sich die Anlegestelle der Weissen Flotte und so fahre ich nicht mit dem Fahrrad, sondern per Schiff nach Heidelberg zurück.

Weisse Flotte Heidelberg

Stadt Heidelberg

Die Stadt füllt sich mit fortschreitender Tageszeit zunehmend mit Touristen aus aller Herren Länder. Ich kann es Ihnen nicht verdenken. Die Altstadt ist traumhaft! Grade diese Lebendigkeit von Heidelberg fasziniert mich.

Gasse Heidelberg

Bonbons Heidelberg

An jeder Ecke gibt es etwas zu Entdecken. Manchmal skurriles, wie das frühere Studentengefängnis „Universitätskarzer“, das auch die langjährige Tradition der Studentenverbindungen in Heidelberg wiederspiegelt. Eigenartig! Hier klinke ich mich aus, da ich mit diesem Thema so gar nichts anfangen kann. Mich zieht es dafür weiter in Richtung Schloss. Das Heidelberger Schloss ist der Innbegriff der Deutschen Romantik und ausser mir zieht es jährlich 4 Mio 999’999 Touristen an.

Kein Wunder, oder?

Das Heidelberger Schloss

Das Schloss lädt ein zu lustwandeln und zu verweilen. Natürlich werfe ich noch einen Blick auf die Attraktion des Schlosses: Das riesige Fass im kurfürstlichen Weinkeller.

Heidelberger Schloss

Schloss Heidelberg

Im Anschluss bringt mich die Bergbahn im Nu wieder runter in die Altstadt.

Die Altstadt von Heidelberg

Ich geniesse es durch die Gassen zu schlendern und immer wieder hübsche kleine Lädchen zu entdecken. Überhaupt eine Stadt, die sich hübsch zurechtmacht!

Auf der alten Brücke mit den von weitem zu sehenden Türmen des Brückentors, beobachte ich das Treiben der Touristen. Die Asiaten sind besonders eifrig am fotografieren.

Heidelberg Verliebt

Heidelberg in love
na, na na!

Brauerei Vetter`s Alt / ein starkes Bier!

Wenige Meter davon entfernt, in der Brauerei Vetter`s Alt, wartet auch schon die nächste Bierprobe mit einem ganz besonderen Bier. Das „Vetter 33“ ist mit einer Stammwürze von 33 % Vol. das stärkste nach deutschem Reinheitsgebot gebraute Bier der Welt und schmeckt für mich ein wenig gewöhnungsbedürftig. Die anderen Biere hingegen sind durchaus geniessbar. Die Atmosphäre in der Gaststube ist ausgelassen. Alle Tische sind voll besetzt mit Gästen von fern und nah.

Vetter Bier

Wirtshaus zum Roten Ochsen

Da Bier auf nüchternen Magen nicht die allerbeste Idee ist, zieht es mich weiter zum historischen Wirtshaus „zum Roten Ochsen“. Das Restaurant befindet sich seit 170 Jahren in Familienbesitz.

zum roten Ochsen

Bei gutbürgerlicher Küche lasse ich den Tag ausklingen.

Fazit zu Heidelberg:

Ja, Heidelberg ist sehr touristisch, aber trotzdem wunderschön. Ich habe mein Herz auf jeden Fall an diese romatische Stadt verloren!

Karlsruhe

Die letzte Etappe meiner Baden-Württemberg-Reise führt mich nach Karlsruhe.

Fahrradstadt Karlsruhe

Auch hier schnappe ich ich mir gleich beim Bahnhof wieder ein Fahrrad. Unter dem Motto „Karlsruhe erfahren“ werden hier geführte Stadtrundfahrten mit dem Fahrrad angeboten.

Karlsruhe Fahrrad

Die Fächerstadt Karlsruhe zeichnet sich eben nicht nur durch die 32 fächerförmig angelegten, vom barocken Schloss ausgehenden Strassen aus, sondern auch durch eine besondere Fahrradfreundlichkeit. Nach Münster liegt sie auf Platz 2 der fahrradfreundlichen Städte in Deutschland. Geschichte verpflichtet. Immerhin wurde Karl Drais am 29.04.1785 in Karlsruhe geboren und am 10.12.1851 ist er hier auch verstorben. Tragischerweise völlig verarmt.

Mein Besuch in Karlsruhe fiel auf einen Sonntag. Die meisten Städte wirken an Sonntagen verweist. Da bildet auch Karlsruhe keine Ausnahme. Trotzdem möchte ich einen kleinen Eindruck bekommen und schwinge mich auf den Drahtesel. Viel Zeit habe ich leider nicht mehr. Ich werfe einen kurzen Blick auf das Schloss und den botanischen Garten, das Bundesverfassungsgericht, den Bundesgerichtshof und radle vorbei am Zentrum für Kunst- und Medientechnologie.

Karlsruhe Menschenrechte

Ich merke schon, ich sollte nochmal wiederkommen. Mit mehr Zeit und vielleicht nicht grade an einem Sonntag.

Karlsruhe Schlossblick

Schloss Karlsruhe

Fazit zu Karlsruhe:

Eine fahrradfreundliche Stadt mit vielen Grünflächen, und prächtigen Gebäuden, die ich mir sehr gerne genauer anschauen würde.

Brauerei Höpfner / Bierbrauen in der Brug

Brauerei Hoepfner

Das letzte Ziel meiner Baden-Württemberg-Reise ist die Brauerei Höpfner. Hier wird Bier in einer Denkmalgeschützten Burg gebraut. Traditionelle Herstellungsverfahren, wie die offene Gärung werden hier noch zum Wohle der Qualität praktiziert.

Bierbrauerei Karlsruhe

Auch hier kann man sich bei einer Brauereiführung über das 1798 gegründete Traditionsunternehmen informieren und einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Im Anschluss daran kann ich eine Einkehr im Höpfner Brauhof sehr empfehlen. Hier stehen hauptsächlich badische Spezialitäten auf der Karte und mein Spargel war delikat!

Das war dann auch der krönende Abschluss für meinen Kurztrip auf den Spuren von Karl Drais und dem deutschen Reinheitsgebot. Schön war es in Baden-Württemberg und ich freue mich, dass ich drei völlig unterschiedliche und spannende Städte entdecken drufte. Jede Einzelne davon wäre durchaus eine eigene Reise wert gewesen!

Geht raus und entdeckt sie die spannenden Städte und die schmackhaften und nützlichen Erfindungen dieser Welt. Manche davon sind ganz in der Nähe zu finden!

Mit sonnigen Grüssen,

Eure Patotra - klein

 

 

Braukessel

Weiter Infos:

  • Für Brauereiführungen sollte man sich vorab direkt an die jeweiligen Brauereien wenden
  • Infos zum Technoseum
  • Homepage von Mannheim mit Infos zu Sehenswürdigkeiten, Stadtführungen, Hotels etc.
  • Homepage von Heidelberg, mit Infos zu Sehenswürdigkeiten, Stadtführungen, Hotels etc.
  • Homepage von Karlsruhe, mit Infos zu Sehenswürdigkeiten, Stadtführungen, Hotels etc.

Anreise von CH aus: Von Zürich HB fahren direkte Züge nach Karlsruhe und Mannheim. Fahrtzeit ca. 3 bzw. 3 1/2 Stunden. Von Mannheim sind es nur 15 Minuten mit der S-Bahn nach Heidelberg.


Offenlegung: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Einladung zu  einer Pressereise von Baden-Württemberg entstanden. Herzlichen Dank dafür! Vielen Dank auch an Gretz Communications!


 

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