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Abenteuer Velosafari – Mit dem E-Bike Camper durch den Thurgau und das Schaffhauserland

Velosafari Thurgau Schaffhausen aufgeklapptes Zelt
Die Velosafari mit dem Cargo-Bike mit Zeltaufbau ist kleines Abenteuer mit herrlichen Einblicken in den Kanton Thurgau und das Schaffhauserland.
Inhalt

Der Kanton Thurgau ist bekannt für seine tollen Ideen rund um aussergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten und Erlebnisse. Da der Kanton Schaffhausen diesem in nichts nachsteht, haben sich beide zusammen getan und Ideen geschmiedet. Dabei ist ein aussergewöhnliches Gefährt mit einer noch aussergewöhnlicheren Übernachtungsmöglichkeit entstanden: ein E-Bike Camper. Dabei handelt es sich um ein Lasten-E-Bike mit Klappzelt-Aufbau. Das mussten wir natürlich ausprobieren!

Los gehts! Mit dem E-Bike-Camper auf Velosafari
Weitere aussergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten im Kanton Thurgau:

Etappe 1: von Wagenhausen über Stein am Rhein nach Schaffhausen

Wir starten am Nachmittag am Campingplatz in Wagenhausen am Schweizer Ufer des Rheins, nur wenige hundert Meter nachdem dieser den Bodensee verlassen hat. Nach einer kleinen Einweisung kann die Velosafari schon losgehen. Das Gefährt lässt sich mit seinen 250 kg nicht ganz einfach manövrieren und trotz E-Motor ist deutliche Beinarbeit gefragt. Das Fahren muss schon etwas geübt werden, aber nach dem ersten Kilometer hat Mr. Patotra den Dreh raus! Wir fahren zunächst rheinaufwärts in Richtung Stein am Rhein und überqueren dort den Rhein für ein kurzes Stück auf der rechten Uferseite. Wären wir etwas früher gestartet, wäre hier schon der ideale Ort für einen ersten Halt.

In Stein am Rhein

Stein am Rhein ist ein zauberhaftes Städtchen, das mich mit seinen reich verzierten und bemalten Fassaden immer wieder begeistert. Da wir aber erst am späten Nachmittag gestartet sind, lassen wir Stein am Rhein für diesmal rechts liegen und fahren am Rhein entlang, rheinabwärts, immer der Strömung folgend in Richtung Schaffhausen. In Hemishofen überqueren wir den Rhein wieder auf einer Brücke. Ab hier beginnt für mich einer der schönsten Rheinabschnitte. Hier fliesst der Rhein noch in seinem natürlichen Bett, mit Wäldern, die bis ans Ufer wachsen. Wir radeln überwiegend auf Radwegen, vorbei an grossen Getreidefeldern und durch hübsche Dörfer.

Nachdem wir das gemütliche Städtchen Diessenhofen mit seinem imposanten Stadttorturm durchquert haben, führt der Wag ein Stück weit durch schattig, kühlen Wald.

Diessenhofen

In Altparadies gönnen wir uns am Rheinufer eine kurze Pause am Wasser, bevor wir das letzte Stück in Angriff nehmen.

Für mich ist die Strecke gemütlich mit meinem E-Bike zu schaffen. Mr. Patotra muss viel stärker in die Pedale treten, damit wir unser Etappenziel in Schaffhausen noch rechtzeitig erreichen. Schliesslich erscheint die Festung «Munot» im Abendlicht am Horizont. Das architektonische Wahrzeichen von Schaffhausen ist uns das sichere Zeichen, dass wir die erste Etappe bald geschafft haben.

Der Munot! Schaffhausen naht!

Im Städtchen geniessen wir ein feines Abendessen im Restaurant Kronenhof, bevor wir gut gesättigt den das letzte Teilstück der heutigen Etappe in Angriff nehmen. Noch einmal sind die Beine von Mr. Patotra gefordert und so geht es langsam aber stetig hinauf, in Richtung Jugendherberge. Dort angekommen schlagen wir dort im Schatten der grossen Bäume und umgeben von einem herrlichen Park unser Zelt auf. „Aufschlagen“ trifft es ziemlich gut. Wir klappen das Zelt ganz einfach auf. Im Handumdrehen haben wir unser Lager nach Sonnenuntergang für die Nacht aufgebaut.

Ein lauschiges Plätzchen bei der Jugendherberge in Schaffhausen

Das Zelt ist wesentlich gemütlicher, als ich befürchtet hatte. Wir schlafen erstaunlich bequem und gut. Traumhaft ist auch das Frühstück am nächsten Morgen. Wir frühstücken direkt vor unserem Zelt. Ein Tisch, den wir einfach aus dem Zwischenboden unseres E-Bike-Campers ausziehen können und zwei Klappstühle sind mit an Bord. Die Stärkung können wir für die bevorstehende 2. Etappe gut gebrauchen.

Tipps und Informationen zur ersten Etappe der Velosafari
  • Ich empfehle unbedingt früh zu starten. Den E-Bike-Camper kann man ab 14 Uhr übernehmen. Das sollte man auch nutzen, um ausreichend Zeit, auch für einen Rundgang durch Stein am Rhein und Schaffhausen zu haben. Das lohnt sich!
  • Die erste Etappe ist 26.5 km lang. Wir haben dafür ca. 1:50 h reine Fahrzeit benötigt.
  • In Schaffhausen haben wir in der Innenstadt im Restaurant Kronenhof zu Abend gegessen. Das war ausgezeichnet und ist eine echte Empfehlung wert!
  • Da die Stadtmitte von Schaffhausen eine Fussgängerzone ist, muss das Velo hier geschoben werden.
  • Wer erst spät abreist, dem würden wir empfehlen, direkt bei der Jugendherberge zu essen. Auf Vorbestellung gibt es dort ein Drei-Gang-Menü.
  • Die sanitären Anlagen der Jugendherberge können von den Teilnehmern der Velosafari genutzt werden. Das war alles Tipptopp!

Etappe 2: von Schaffhausen über den Rheinfall nach Uesslingen

Wir starten die 2. Etappe am frühen Morgen. Es soll heiss werden. Da nutzen wir gerne die Kühle des Morgens.

Der erste Teil der heutigen Velosafari führt uns zum Schloss Laufen, oberhalb des Rheinfalls. Ein, zwei Steigungen im Wald auf unbefestigtem Radweg sind herausfordernd. Aber mit etwas Schiebehilfe von Passanten schaffen wir auch das. Ein kleiner Rundgang am Schloss Laufen und der Blick auf den wild tosenden Rheinfall ist immer wieder ein Erlebnis.

Vom Rheinfall geht es weiter in Richtung Weinland, durch verträumte Fachwerkdörfer, vorbei am Beerenplantagen und Weinbergen.

Wieder im Kanton Thurgau locken der Nussbaumersee und der Hüttwilersee für eine verdiente Abkühlung. Was für eine schöne Entdeckung entlang des Weges!

Nach einem Bad im See nehmen wir erfrischt den letzten Teil der 2. Etappe unter die Räder.

Belohnt werden die Mühen von einer sensationellen Aussicht. Unser Quartier für die Nacht schlagen wir am Trottenhof in Uesslingen auf. Der Ausblick von unserem Schlafplatz über das Untere Thurtal ist atemberaubend schön. Der Stellplatz ist zwar etwas abschüssig, aber wir können das Niveau mit einem grossen flachen Stein, den wir unter eines der 3 Räder unseres E-Bike-Campers legen, ausgleichen.

Eigentlich war für den Abend geplant, dass wir mit dem Velo-Camper hinunter ins Thurtal zur Kartause Ittingen fahren, um dort zu Abend zu essen. Allerdings haben wir spätestens während der 2. Etappe festgestellt, dass das Eigengewicht des E-Bike-Campers nicht zu unterschätzt ist. Man fährt damit nicht einfach so noch einen grossen Umweg – schon gar nicht an einem heissen Sommertag. Wir sind froh, am Ziel angekommen zu sein. Also entscheiden wir uns, den Camper nach dem Aufstellen stehenzulassen und ein Taxi für die Fahrt ins Restaurant zu rufen.

Die Kartause Ittingen mit der zauberhaften Gartenanlage und dem Restaurant Mühle ist immer einen Besuch wert. Wir geniessen das gute Essen in ruhiger Atmosphäre und dazu ein feines Glas Wein bzw. ein frisches Bier für Mr. Patotra. Wir sind heute schliesslich nicht mehr mit dem Fahrzeug unterwegs und das haben wir uns bei der sommerlichen Hitze wirklich verdient. Ich muss zwar gestehen, dass mein Teil der Velosafari ziemlich entspannt war, aber Mr. Patotra musste ganz schön kräftig in die Pedale treten.

Zurück am Klappzelt gibt es noch ein zweites Gläschen Wein, direkt vom Trottenhof, während die Sonne traumhaft am Horizont versinkt. Diesem Moment wohnt ein Zauber inne.

Tipps und Informationen zur zweiten Etappe der Velosafari
  • Die zweite Etappe ist ca. 36 km lang. Mit dem E-Bike-Camper betrug die reine Fahrzeit ca. 3 Stunden.
  • Unbedingt darauf achten, dass genügend Getränke dabei sind. Streckenweise gibt es keine Möglichkeiten, etwas einzukaufen.
  • Badesachen nicht vergessen, um in den Hüttwiler See hüpfen zu können.
  • Den leicht abschüssigen Stellplatz am Trottenhof mit einem Stein oder Brett ausgleichen.
  • Dusche und WC können im Trottenhof genutzt werden. Hier empfehle ich, eine Taschenlampe mitzunehmen. Es sind ca. 100 Meter bis zum Stellplatz.
  • Die Taxifahrt vom Trottenhof zur Kartause Ittingen ist mit insgesamt ca. CHF 85.- für beide Wege ziemlich kostspielig. Das Restaurant Mühle ist aber auf jeden Fall sehr zu empfehlen.

Etappe 3: von Uesslingen zurück nach Wagenhausen

Ursprünglich war diese Etappe über den streckenweise sehr steilen Seerücken geplant. Allerdings erschien uns das etwas mit dem schweren E-Bike-Camper zu gewagt. Zum Glück besteht die Möglichkeit, diesen Teil durch eine wesentlich flachere Alternativroute abzukürzen. Also brechen wir, nach dem feinen Frühstück am frühen Morgen am Trottenhof, in Richtung Oberstammheim auf. Wir folgen dem Radweg über unbefestigte Strässchen entlang der Bahngleise in Richtung Stein am Rhein bis Etzwilen. Von dort ist Wagenhausen, der Anfangs- und Endpunkt unserer Velosafari schnell erreicht. Viel schneller als erwartet. Das war wesentlich einfacher, als wir befürchtet hatten.

Unser Fazit zur Velosafari mit dem E-Bike-Camper

Die Velosafari ist eine coole Gelegenheit, langsam durch die Region Thurgau und Schaffhauserland zu reisen. Dem Gewicht des Fahrzeugs geschuldet, ist man mit dem E-Bike-Camper gemächlich unterwegs. Das Zelt ist sehr bequem und gut durchdacht – kein Vergleich zum «normalen» Zelturlaub mit Schlafsack und Isomatte. Man sollte sich aber bewusst sein, dass das Fahren des E-Bike-Campers trotz Unterstützung durch den E-Motor recht anstrengend ist, während die zweite Person auf dem normalen E-Bike sehr entspannt und gemütlich unterwegs ist. Der Weg ist traumhaft schön. Sowohl der Thurgau, als auch das Schaffhauserland geizen nicht mit zauberhaften Landschaften und Ausblicken.

Ich wünsche ich Euch frohes Strampeln!

Mit sonnigen Grüssen
Eure Patotra

Informationen zur Velosafari
  • Die Velosafari ist auf 3 Etappen mit zwei Übernachtungen ausgelegt. Die Übernachtung in Schaffhausen findet bei der Jugendherberge statt. Im Thurgau, dann entweder beim Trottenhof in Uesslingen oder beim Rappenhof in Buch.
  • Die Kosten der Velosafari belaufen sich auf CHF 495.-. Das Frühstück und Bettwäsche sind inkludiert. Die Liegefläche beträgt etwa 130 x 190 cm.
  • Im Preis inkludiert ist die Miete des E-Bike-Campers und ein weiteres E-Bike. Helme sollte man aus hygienischen Gründen am besten selbst mitbringen, aber man kann auch welche ausleihen. Für das Fahren des E-Bike-Campers benötigt man einen Führerausweis der Kategorie A1, B oder F.
  • Das Gepäck kann während der Fahrt im Camper verstaut werden.
  • Die Online-Karte ist recht gut. Wir haben uns nie verfahren.
  • Weitere Informationen zur Strecke, sowie die Buchungsmöglichkeiten, findet Ihr hier: Thurgau Tourismus

Offenlegung: Unsere Recherche wurde von Thurgau Tourismus unterstützt.


Wer schreibt hier?
Ellen Gromann-Goldberg

Hallo! Ich bin Ellen. Ich bin die Gründerin von PATOTRA, Content-Creator und freie Journalistin. Ich liebe das Meer und kleine Inseln. Aber auch die Berge, die Wüste, der Dschungel und Grossstädte können mich begeistern. Begegnungen mit Menschen sind für mich der Schlüssel zu anderen Ländern und deren Kultur. Nachhaltige Projekte liegen mir dabei ganz besonders am Herzen. Meine grossen Leidenschaften sind: das Reisen, das Schreiben und das Fotografieren.

Im Jahr 2014 entstand PATOTRA als reiner Familienreiseblog. Gemeinsam mit meinen drei Kindern und meinem Mann durfte ich viele tolle Nah- und Fernreisen erleben, die sich hier auf dem Blog in Form von Reiseinspirationen und Reisetipps wiederfinden. Aus den Reisen mit Kindern wurden im Laufe der Jahre Reisen mit Teenagern. Schliesslich ist der Blog, gemeinsam mit meinen Kindern, den Kinderschuhen entwachsen. Mittlerweile reise ich meist gemeinsam mit meinem Mann – oder auch mal alleine.

Mit viel Herz und ansprechenden Reisefotografien möchte ich Euch ermutigen, diese Welt selbst und mit offenen Augen zu entdecken. Mein Fokus liegt auf spannenden Geschichten, traumhaften Landschaften und Begegnungen mit Menschen. Manchmal bringe ich Euch den Geschmack der grossen, weiten Welt auch in Form von Rezepten von meinen Reisen mit.

2 Antworten

  1. Wie cool! Was es für tolle Sachen gibt. Vom E-Bike-Camper hatte ich noch nie was gehört.
    Sieht auf jeden Fall sehr gemütlich aus, zumindest das Verweilen, wenn auch nicht das Fahren…

    Liebe Grüße Gina

    1. Liebe Gina
      Ja, das ist ganz neu. Der Thurgau und das Schaffhauserland haben das Gefährt extra anfertigen lassen. das Fahren war tatsächlich eine Challenge, aber das Campen dafür überraschend gemütlich.
      Herzliche Grüsse
      Ellen

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