Familienreise nach Hall-Wattens / Tirol ganz märchenhaft

Hall von oben

Endlich mal wieder ein verlängertes Wochenende mit der ganzen Familie!

Auf diese Reise habe ich mich ganz besonders gefreut. Im letzten Jahr war ich schon einmal in der Region Hall-Wattens und konnte mich davon überzeugen, wie vielfältig diese Gegend ist. Umso mehr freute ich mich dieses Mal meine Familie mit dabei zu haben.

Ein Stadt wie aus einem Märchenfilm

Müsste ich eine Kulisse für einen dieser Walt Disney Weihnachtsfilme entwerfen, würde ich auf jeden Fall das Städtchen Hall als Vorlage nehmen.

Verwinkelte, romantische Gassen hinter denen immer wieder riesige Berge neugierig hervorschauen. Bunte Häuser, die die gepflasterten Strässchen säumen.

Gassen von Hall

Ein grosser Marktplatz, umringt von herrschaflichen Häusern und einer imposanten Kirche mit barocken Zwiebeltürmchen.

Marktplatz Hall

Etwas unterhalb der Stadt, am Ufer des Inn, die Burg Hasegg und der Münzerturm. Es würde nicht weiter verwundern, wenn Rapunzel dort ihr Haar hinunterlassen würde. Tatsächlich diente der Turm aber als Wachturm für die Stadt und die direkt unterhalb gelegene Sudanlage. Hier kam die Salzlake an, die im Karwendelgebirge aus dem Berg gewaschen wurde.

Muenzerturm Tirol

Von den Bergwerken aus wurde sie über eine 10 km lange Holzleitung hinunter nach Hall geleitet. In riesigen holzbefeuerten Pfannen wurde die Lake schliesslich in der Sudanlage eingekocht. Danach wurde das Salz in grosse Fässer gefüllt und nach halb Europa exportiert. Insbesondere die Schweizer Käsereien waren grosse Abnehmer von Tiroler Salz.
Salz war kostbar und kein Gramm des kostbaren Gutes sollte auf dem Weg abhanden kommen. Auf diesem Salz basiert der einstige Reichtum der Stadt Hall. Beim Münzerturm, in der Burg Hasegg, befindet sich auch die Geburtsstätte des Thalers, dem Namensgeber des heutigen Dollars. Ein geschichtsträchtiger Ort.

Die Haller Altstadt ist eine der besterhaltenen Altstädte Österreichs. Grösser noch als die Altstadt von Innsbruck. Die Häuser und Fassaden erzählen Geschichten vom Wohlstand und vom Leben im Mittelalter. Eine Reise nach Hall ist fast wie eine Zeitreise.

Eigentlich wirklich verwunderlich, dass Hall noch nicht für einen Märchenfilm entdeckt wurde. Dafür diente die Stadt, wenig verwunderlich, als Kulisse für so manchen historischen Film.

Hall Alpen

Ich hatte das romantische Städtchen jedenfalls schon bei meinem letzten Besuch für mich entdeckt. Endlich konnte ich diese Entdeckung mit meinen Lieben teilen.

Von der Schweiz aus ist diese „Märchenwelt“ nur einen Katzensprung entfernt. Von der Grenze ist Hall mit dem Auto in nur zwei Stunden erreicht.

Nach einem kurzen Check-in im Hotel Goldener Adler in Wattens, freuten wir uns darauf, die Stadt Hall zu erkunden. Mit leerem Magen erkundet es sich schlecht, also gönnten wir uns zuvor eine Stärkung im traditionsreichen Restaurant Adler am Marktplatz, mitten in Hall. Ein urgemütliches Lokal, in dem viele Stammgäste ein und aus gehen. Man kennt sich und scherzt mit den Bedienungen. Die Stimmung ist sehr familiär und dass die Österreichische Küche unter Gourmets einen sehr guten Ruf geniesst, konnten wir nach einem köstlichen Mittagessen voll und ganz nachvollziehen.

Restaurant Goldener Loewe Hall

Das mittelalterliche Hall – Stadtführungen für Kinder und Jugendliche

Zufrieden und gut gestärkt waren wir bereit für gemeinsame Entdeckungen.

Hall bietet unterschiedliche Themenführungen durch die Stadt an. Darunter auch Führungen, die sich vor allem an Kinder und Jugendliche richten. Also genau das Richtige für uns.

Stadtfuehrung Hall Kinder

Claudia, die Stadtführerin erwartete uns bereits mit ihrem Leiterwagen. Dieser war gefüllt mit Requisiten und mittelalterlichen Alltagsgegenständen, anhand derer sich die Kinder das damalige Leben in der Stadt „erarbeiteten“ durften. Den über die Pflastersteine ratternden Leiterwagen im Schlepptau, erfuhren wir allerhand Wissenswertes über Hall und das damalige Leben in seinen Gassen.
Nicht nur für unsere Kinder ein unterhaltsames Lernerlebnis! Auch wir Eltern hörten gerne und interessiert zu.
Etwa 90 Minuten dauerte der Stadtrundgang durch das mittelalterliche Hall. Die Kinder waren ganz besonders von der umfangreichen Reliquiensammlung in der Pfarrkirche St. Nikolaus beeindruckt. Ein Teil der von Ritter Florian Waldauf zu Waldenstein (gest. 1501) gesammelten Reliquien befindet sich in Glasvitrinen und ist für die Besucher der Kirche frei zugänglich. Eine Sammlung geschmückter Totenschädel. Schon ein wenig gruselig…

Kirche Nikolaus

Da widmeten wir uns im Anschluss lieber den Angeboten, die uns zu Lebzeiten schmücken. Wir bummelten durch die verträumten Gassen und statteten einigen der zahlreichen Geschäfte und Boutiquen der Stadt unseren Besuch ab. Dabei wurden Begehrlichkeiten geweckt und einige davon, zur Freude von uns Mädels, auch gestillt. Ein Blick in die Bekleidungsgeschäfte der Stadt ist durchaus lohnenswert!

Mittelalterliche Gassen Hall

Die gefüllten Tragetaschen und unsere freudigen Gesichter zeugten deutlich vom Jagderfolg. Zugegeben, die Jungs schauten nicht ganz so begeistert drein.
Ihre Mienen hellten sich aber deutlich auf, als es Zeit wurde uns auf den Weg zum Abendessen zu machen.

Auch in Nordtirol wird getörggelt

Ursprünglich ist das Törggelen ein alter südtiroler Brauch. Aber auch im nördlichen Tirol wird dieser Brauch gelebt. Im Herbst, wird das Ende einer erfolgreichen Erntezeit bei einem gemeinsamen Festmahl gefeiert. Regionale Leckereien wie Knödel, Schlachtplatten, Schlutzkrapfen (gefüllte Nudelteigtaschen) und Kirchtagskrapfen (im Fett gebackene Teigtaschen, gefüllt mit Dörrbirnen, Pflaumenmus oder Mohn) dürfen dabei nicht fehlen. Kurz: ein riesen Gaumenschmaus! Den hatten wir nach dem ausgedehnten Stadtrundgang und der„Trophäenjagd“ auch durchaus verdient.

Im Restaurant s`Aschach in Volders genossen wir bei netten Gesprächen ein geselliges, köstliches und sehr reichhaltiges Törggelmenü.

Mit gefüllten Taschen, vollen Bäuchen und sehr zufrieden beendeten wir den erlebnisreichen Tag. Die gute Bergluft macht ganz schön müde.

Im Münzerturm

Nach all der Völlerei am Vortag, stand uns der Sinn am nächsten Morgen nach etwas Bewegung. Der Münzerturm hatte das Interesse der Jungs geweckt und so entschieden wir uns über die 186 Stufen der Wendeltreppe in den Turm hinaufzusteigen.
Rapunzel fanden wir dort oben zwar nicht, wohl aber eine atemberaubende Aussicht auf das Inntal und die Stadt Hall. Neben einer kleinen Ausstellung über Turmfalken ist im Turm auch die grösste Silbermünze der Welt: der „Europataler“ zu bestaunen.

Hall vom Muenzerturm

Im Museumsshop befindet sich eine alte Prägemaschine, mit der die Besucher für ein paar Euros selbst eine Münze prägen können. Klar wollten auch unsere Jungs das ausprobieren. So macht Geschichte lernen Spass!

Burg Hasegg

Nature Watch im Halltal

Nature Watch Tirol

Der sportlichen Aktivitäten noch lange nicht müde, freuten wir uns über eine kleine Wanderung in das Halltal. Unter fachkundiger Führung gibt es hier jeden Freitag eine Naturwanderung. Ausgerüstet mit Swarovski-Ferngläsern ging es am Fusse der Kalkfelsen des südlichen Karwendel entlang des historischen Soleweges hinein ins wildromantische Halltal. Ein Eldorado für natur- und sportbegeisterte Familien. Wandern, klettern, Rad fahren. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Naturewatch Halltal
Die geführte Wanderung auf der Spur von seltenen Bergpflanzen und den tierischen Bewohnern der Bergwelt dauert normalerweise ca. 4 Stunden. Ein abwechslungsreicher und lehrreicher Ausflug in die imposante Bergwelt.

Für uns mit dem positiven Nebeneffekt, dass wir der köstlichen lokalen Küche zumindest ansatzweise etwas entgegenhalten konnten.

Leider mussten wir diesmal unsere Wanderung sehr verkürzen, da unsere Grosse zurzeit mit Krücken unterwegs ist. Tiere haben wir deshalb keine sehen können. Dennoch war der kleine Spaziergang in der wärmenden Herbstsonne, zwischen den letzten bunten Blättern und mit Sicht auf die Riesen der Inntalkette ein Genuss für die ganze Familie. Vielleicht klappt es mit der richtigen Wanderung ja beim nächsten Mal!

Karwendel

Ein weiteres, ganz besonderes Erlebnis in der Region Hall-Wattens habe ich Euch hier noch vorenthalten. Ich verrate nur: Wir haben Cinderellas Schuh gefunden! Dazu aber ein anderes Mal mehr.

Fazit:

Die Region Hall-Wattens ist eine bezaubernde Region, besonders für Familien. Einfach märchenhaft! Zu meiner grossen Freude war der Rest der Familie genauso begeistert, wie ich es schon nach meinem ersten Besuch war.

Manchmal muss man gar nicht weit reisen, um in eine ganz andere Welt einzutauchen.

Geht raus und entdeckt sie die märchenhaften Orte dieser Welt! Sie sind ganz nah!

Mit sonnigen Grüssen,

Eure Patotra - klein

 

 

Extratipps:

Weitere Artikel zu ganz besonderen Aktivitäten für Familien in der Region Hall-Wattens

  • Infos zu den Nature-Watch Wanderungen, den Stadtführungen in Hall und zu den unterschiedlichen Übernachtungsmöglichkeiten findet Ihr auf der Homepage der Region Hall-Wattens.
  • Hotel Goldener Adler in Wattens: Schöne, moderne Zimmer. Leider im Restaurantbereich am Abend ziemlich verqualmt. Gutes Essen im Restaurant.

Essen:

  • Restaurant Goldener Löwe, Oberer Stadtplatz, in Hall: Traditionsreiches Restaurant mit vielen einheimischen Stammgästen. Urgemütlich und sehr feine regionale Küche.
  • Restaurant s`Aschach, Hochschwarzweg 2, in Volders: sehr feines Menü zum Törggelen! Gutbürgerliche, lokale Küche

Herzlichen Dank an den Toursimus Verband Hall- Wattens, ganz besonders an Nina, für die freundliche Einladung zu dieser Recherchereise!


 

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