Fernreisen mit Kindern: Reisevorbereitung – Impfungen

Impfen

Eine Fernreise, ganz besonders mit Kindern, bedarf meistens einer intensiven Vorbereitung. Neben den „banalen Dingen“,  wie Planung des Reiseverlaufs, Buchungen der Flüge und Unterkünfte, geraten dabei häufig weit wichtigere Vorbereitungen in Vergessenheit. Konkret: die Überprüfung des Impfschutzes.

Für mich war das besonders als unsere Kinder noch klein waren ein ganz entscheidender Punkt in den Reisevorbereitungen. Auf einige Reiseziele haben wir ganz bewusst verzichtet, weil wir unsere Kinder nicht allzu vielen Impfungen und gefährlichen Krankheitskeimen aussetzen wollten. Daher war für uns Thailand immer einen gute Wahl. Lediglich die Hepatitis A & B Impfung mussten wir für unsere Reiseregionen zusätzlich zu den „normalen Impfungen“ nachholen. Wir haben uns hierfür vom Hausarzt eingehend beraten lassen.

Aktuell sind wir dabei unsere Reise nach Kolumbien zu planen. Klar gehört da ein Blick auf die Seite des Bundesamtes für Gesundheit dazu. Dort kann man sich ein PDF zum Thema Impfungen für Auslandsreisen runterladen . Auch Informationen zum Malariaschutz sind dort zu finden.

Bei unserem aktuellen Reiseziel war schnell klar, dass wir uns gegen Gelbfieber impfen lassen sollten. Gelbfieber ist eine Virusinfektion, die von Mücken übertragen wird und in vielen Regionen der Welt vorkommt. Ihr Verlauf ist häufig tödlich. Einige Länder verlangen sogar bei der Einreise einen Impfnachweis.

Nur relativ wenige Ärzte dürfen in der Schweiz gegen Gelbfieber impfen. Eine Liste der Gelbfieberimpfstellen ist ebenfalls auf der Homepage des Bundesamtes für Gesundheit zu finden.

Impfung im Kantonsspital

Wir haben uns der Einfachheit halber dazu entschlossen uns im Kantonsspital (Münsterlingen) impfen zu lassen. Telefonisch habe ich die ganze Familie angemeldet und ich wurde dabei darum gebeten Kopien unserer Impfausweise vorab per E-Mail zu schicken. Die Ärztin konnte so überprüfen, ob noch andere Auffrisch-Impfungen fällig sind. So traten wir dann also einige Tage später zum gemeinsamen Familienimpfen an.

Reisemedizin Impfungen

Beratung Reisemedizin

Bevor die Ärztin mit den Impfungen loslegte, erhielten wir eine wirklich sehr umfassende Gesundheitsberatung zu unserem Reiseziel.

Was gilt es vor Ort zu beachten in Punkto Ernährung?

Kurz zusammengefasst, wie bei allen Fernreisen gilt: cook it, peel it or leave it (nur gekochtes oder geschältes essen). Darauf achten, wie die Lebensmittel verarbeitet werden. Wie sieht es mit der Hygiene und Lagerung aus? Auf Kühleis in Getränken möglichst verzichten, etc. Hier ist gesunder Menschenverstand gefragt. Schaut Euch an, wo ihr esst und was ihr esst. Wenn ihr kein gutes Gefühl habt, dann verzichtet lieber.

Welche anderen Infektionskrankheiten kommen vor?

Neben Gelbfieber können Stechmücken auch Dengue-Fieber, Malaria, Chikungunya Fieber und den Zika-Virus übertragen. Wichtig ist also vor allem ein guter Mückenschutz. Auch hierzu hat uns die Ärztin eine Liste von geprüften Mückensprays mitgegeben. Vor allem unsere Tochter ein beliebtes Opfer von Mückenattacken. Während der Rest der Familie oft keinen einzigen Stich aufweist, ist sie häufig zerstochen. Daher muss sie sich zusätzlich mit langer, heller Kleidung schützen. Wir werden dieses Mal versuchen, ob die zusätzliche Einnahme von Vitamin B die Angriffslust der Mücken hemmt. Nachtrag: die Behandlung mit Vitamin B hatte keinen spürbaren Effekt!

Einige der Infektionen haben eine relativ lange Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung, bis zum Ausbruch der Krankheit). Daher wurden wir explizit darauf hingewiesen, dass wir uns bei im Anschluss an die Reise auftretendem Fieber unbedingt in die Arztpraxis begeben sollen.

Info Reiseapotheke

Neben einem Rezept für ein Malariamittel, überreichte uns die Ärztin einen Infozettel, auf dem alle Medikamente aufgeführt sind, die in der Reiseapotheke mitgeführt werden sollten. Super praktisch und auch unsere Reiseapotheke wird jetzt auf jeden Fall um ein Mittel ergänzt. Elektrolyte als zusätzliche Hilfe bei Durchfallerkrankungen hatte ich gar nicht auf dem Schirm – obwohl das so logisch ist.

Welche natürlichen Mittel bei kleineren Unpässlichkeiten unterwegs helfen, habe ich Euch in meinem Artikel, Reiseapotheke: erste Hilfe aus der Natur, zusammengestellt. Inklusive praktischer Liste zum ausdrucken.

Die Gelbfieberimpfung, übrigens eine Impfung, die nur einmalig verabreicht werden muss, war dann schnell überstanden. Nur ein kleiner Pieks, der Schlimmes verhindern kann.

Reisemedizin Impfen

Mit dem guten Gefühl sehr kompetent beraten worden zu sein, verliessen wir das Spital. Die Impfung haben wir alle ohne sicht- oder spürbare Reaktionen weggesteckt und der Sommer bzw. unsere grosse Reise nach Kolumbien darf jetzt kommen!

Ich möchte mit diesem Artikel auf keinen Fall Panik machen. Krankheitserreger und Viren kommen überall auf der Welt vor. Auch bei uns gibt es Insekten, die lebensbedrohliche Krankheiten übertragen können. In diesem Zusammenhang sollte man evtl. auch Mal über eine Impfung gegen die von Zecken übertragene FSME nachdenken.

Ich halte ich es aber für sehr sinnvoll sich der möglichen Gefahren bewusst zu sein, um sich und seine Familie entsprechend zu schützen. Schliesslich möchten wir alle unbeschwerte Ferien geniessen können und alles was ich dazu beitragen kann, bin ich bereit zu tun. Die Impfbücher von einem kompetenten Arzt kontrollieren zu lassen gehört auf jeden Fall dazu!

Auch wenn ihr jetzt keine grosse Fernreise geplant habt, kramt doch mal Eure Impfbücher vor und lasst es von einem Arzt kontrollieren. Das macht auch unabhängig von einer Reise Sinn!

In diesem Sinne wünsche ich Euch viele schöne Reisen und ungetrübte Erlebnisse. Kommt gesund wieder nach Hause!

Mit sonnigen Grüssen,

Eure Patotra - klein

2 Comments

  • Habe mich beim Lesen direkt ertappt gefühlt. Den Impfstatus unserer Kinder überwache ich mit Argusaugen, mein eigener war unter aller Kanone. Das fiel allerdings erst auf, als wir unsere Reise nach Südafrika vorbereitet haben. Aber nun ist wieder alles im grünen Bereich. Man sollte einfach mehr Fernreisen unternehmen … ;-). Liebe Grüße, Ines

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