Flims-Laax – die schönsten Umwege und Tipps für aktive Tage in den Bergen

Die Region Flims-Laax-Falera eignet sich besonders gut für aktive Ferien in den Bergen: Wandern. Schwimmen, Velotouren.

Schmetterlinge flattern durch das Blütenmeer, Hummeln und Bienen summen von Blüte zu Blüte und ein mir unbekannter, kleiner Käfer fliegt laut knatternd über die Wiese. Es sei viel los in der Graubündner Ferienregion Flims-Laax hatte man mich gewarnt. Die Bilder vom überfüllten Caumasee haben mich noch kurz vor unserer Abreise in Angst und Schrecken versetzt. Ja, es ist viel los. Erfreulich viel. Die Insekten erfreuen sich in grosser Zahl an den Bergblumen. Wir geniessen das Konzert des Sommers – und wir geniessen es fast alleine. Nur hin und wieder kreuzt ein Wanderer unseren Weg.

Der Kulinarik Trail “Berg und Sicht” in Flims

Genuss für den Gaumen und für die Augen ist angesagt, während wir den Kulinarik Trail “Berg und Sicht” in Flims in Angriff nehmen.

Den Auftakt bildet eine feine Bündner Nusstorte im Hotel La Siala in Falera.

Danach geht es gut gestärkt auf den meist gut ausgeschilderten Wanderweg. Zunächst gehen wir auf einem Natursträsschen mit traumhaften Ausblicken langsam bergwärts.

Nach etwa 1 ½ lockeren Stunden erreichen wir die erste Vorspeise bzw. das äusserst gemütliche Berggasthaus Tegia Larnags.

Capuns oder Salat mit Geissenkäse steht zur Auswahl. Da wir zu zweit sind, stellt sich die Qual der Wahl nicht. Wir bestellen einfach je eine Portion! Beides schmeckt vorzüglich. Ein Blick in die Speisekarte überzeugt uns zudem, dass dies auch ein schöner Ort für einen Abend in den Bergen wäre. Aber für uns heisst es jetzt erst mal weiter wandern. Die zweite Vorspeise wartet.

Es geht bergauf. Die Landschaft und die blühenden Wiesen hüllen uns völlig ein. Hin und wieder schmückt eine Walserscheune die grünen Hänge.

Es ist heiss an diesem Tag. Sehr heiss! Es ist nicht die beste Idee, an einem der wärmsten Tage im Jahr am Sonnenhang zu wandern. Da wäre vermutlich der Kulinarik Trail “Wald & Wasser” die dem Wetter angepasstere Wahl gewesen. Aber nun sind wir da und wir sind dankbar über die Brunnen am Wegesrand, die zwischendurch eine kurzzeitige Abkühlung bringen.

Durch ein Wäldchen, in dem es spürbar kühler ist, erreichen wir nach weiteren 1 ½ Stunden Fussmarsch das Bergrestaurant Runcahöhe. Der Anstieg hat sich gelohnt. Die Aussicht von der Terrasse ist atemberaubend. Bei feinen Spinat-Pizokel und einem erfrischenden Salat geniessen wir die willkommene Wanderpause.

Ein leichtes, kühlendes Lüftchen erleichtert den Aufbruch. Der Blick öffnet sich auf die Felswände des  Fil de Cassons. Über eine kleine Hochebene gelangen wir in eine Schlucht. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass wir wohl irgendwo falsch abgebogen sind. Aber, der Umweg lohnt sich. Durch eine wild-romantische Schlucht steigen wir entlang  des Baches Trutg dil Flem weiter bergauf.

Unterwegs begeistern uns tosende Wasserfälle, ausgewaschene Felswände und Gletschermühlen. Der Weg ist traumhaft schön und das Bergwasser kühlt die Umgebung spürbar. Hin und wieder sitzen Leute am Bachlauf und halten an den ruhigeren und flacheren Stellen die Füsse ins Wasser. Einen schöneren Ort zum Rasten kann man sich an einem heissen Sommertag kaum vorstellen.

Statt der geplanten 1 ½ Stunden benötigen wir für diesen Abschnitt 2 Stunden. Doch der Umweg hat sich sehr gelohnt. Für uns war das fast der schönste Abschnitt der Wanderung.

Ziemlich verschwitzt aber zufrieden erreichen wir das urige Bergrestaurant Startgels. Leider können wir keinen Sitzplatz mit Aussicht ergattern. Die sind begehrt. Unser Hauptgang, Kalbspaillard mit Polenta und Lammkarree vom Holzgrill, schmecken aber auch so köstlich.

Die letzte Etappe zum Nachtisch geht leicht bergab und nach nur 30 lockeren Minuten wartet im Bergrestaurant Foppa ein Kaffee und eine Fruchtwähe auf uns.

Jetzt müssen uns leider ranhalten. Es ist schon 17:00 Uhr und die letzte Sesselbahn hinunter nach Flims fährt um 17:30 Uhr. Die wollen wir nicht verpassen.

Nachdem wir bereits am Mittag einen schönen Umweg gegangen sind, kompensieren wir diesen nun wieder und sparen uns das letzte Teilstück hinunter nach Fidaz. Dafür ist der Tag dann doch zu heiss.

Von der Sesselbahnstation in Flims geht es bequem mit dem Postauto wieder zurück nach Laax, wo sich die Haltestelle praktischerweise direkt vor dem Hotel Signina befindet.

Infos zur den Kulinarik Trails

Berg & Sicht. Wanderzeit etwa 6 Stunden / 18 km. Gesamtdauer ca. 8 Stunden. Kosten CHF 85.00, ohne Getränke.

Wald & Wasser. Wanderzeit ca. 3 ½ Stunden / 12.5 km. Gesamtdauer ca. 6-7 Stunden. Kosten CHF 55.00, ohne Getränke (3 Gänge)
Weitere Infos: hier

Das Hotel Signina

Im Hotel Signina fallen wir nach einer Dusche müde ins Bett. Abendessen brauchen wir keines mehr. Gut, dass wir das hoteleigene Ristorante Camino am Vorabend ausprobiert hatten. Das lohnt sich nämlich sehr. Die Pizza aus dem Holzofen ist ein Traum – und zudem sehr grosszügig belegt und auch die Tortellini und das Dessert sind eine Sünde wert.

Wir geniessen an diesem Abend einfach nur noch die kühle Abendluft, die durch die Balkontüre in unser Zimmer strömt. Selbst den netten Wellnessbereich mit Innenpool lassen wir links liegen. Dafür sind wir zu k.o. von der Sonne.

Das Hotel Signina ist ein 4*-Hotel direkt an der Talstation der Bergbahn in Laax. Von hier aus erreicht man schnell Wander- und Velowege und im Winter die Pisten. Der Eingangsbereich, Bar, Terrasse und Restaurant sind modern und frisch gestaltet. Die Tatsache, dass alle Angestellten mit einer Mund-Nase-Maske bedient haben, hat uns zudem ein gutes Gefühl gegeben. Das Hotel an sich ist recht gross. Wir hatten ein Zimmer im Haupthaus. Der Balkon geht zur Restaurantterrasse raus. Daher war es an diesem Sommerabend etwas laut. Mag sein, dass der Hall auch aufgrund einer Baustelle direkt vor dem Hotel besonders ausgeprägt war. Da wir nur am Wochenende dort waren, gab es aber von der Baustelle selbst keine störenden Lärmemissionen.

Das Frühstück war tipptopp und das Hotel ist für sportliche Aktivitäten tatsächlich ideal gelegen. Riesiges Plus ist ausserdem, dass der Verleih von E-Bikes im Hotelarrangement inkludiert ist. Ausserdem gibt es jeweils ein Wochenprogramm mit Yoga, Tai-Chi, etc. Davon haben wir allerdings keinen Gebrauch gemacht.

Aber zwei E-Mountainbikes haben wir uns am nächsten Morgen am Hoteleingang geschnappt und uns damit auf Entdeckungstour zu begeben.

Weitere Infos zum Signinahotel
Das Signinahotel ist der ideale Ausgangspunkt für sportliche Aktivitäten in der Region. Auch Familien sind im Hotel willkommen. Weitere Infos und Preise: hier

Flims-Laax mit dem Velo entdecken

Der Veloweg beginnt gleich oberhalb des Hotels. Unsere geplante Route führt vorbei am Caumasee, der durch unzählige Social-Media-Posts bekannter und weniger bekannter “Influencer” eine ungeahnte Berühmtheit erlangt hat. Weiter geht es hoch oben entlang der spektakulären Rheinschlucht, bis zum etwas weniger bekannten Crestasee. Zahlreiche Velowege sind ausgeschildert und man muss ein wenig aufpassen, dass man nicht falsch abzweigt. Beim Caumasee füllt sich der Parkplatz an einem warmen Sommertag schon früh morgens und eine Karawane zieht in Badehosen und mit Gummiboot hinunter zum See. Wir begnügen uns mit dem Ausblick auf den See. Er ist tatsächlich umwerfend schön. Aber ein Bad in den Massen sparen wir uns – in diesem Sommer noch lieber, als ohnehin.

Unser Weg geht meist durch den lauschigen Wald. Hier ist es angenehm kühl und es duftet nach Moos, Holz und Harz – eines der betörendsten Parfüms das der Sommer hervorbringt!

Wir radeln dank der E-Bikes ganz entspannt zum Aussichtspunkt Il Spir. Hier bietet sich eine fast unglaubliche Aussicht hinunter in die Rheinschlucht und das auf der gegenüberliegende Seite gelegene Safiental. Eine Aussichtsplattform schwebt scheinbar über der Schlucht. Das ist mir dann doch etwas zu spektakulär. Da bleibe ich mit meiner Höhenangst lieber auf festem Boden, während Mr. Patotra mit der Kamera den Weg noch oben antritt. Ich finde die Aussicht auch so schon aufregend genug!

Nach einer kleinen Pause geht es von hier weiter in Richtung Crestasee.

Glasklares Wasser verheisst eine willkommene Abkühlung. Wir setzten uns an einen der Picknicktische unter den grossen Nadelbäumen.

Im Schatten geniessen wir feine Fischknusperli vom Kiosk. Auf der sonnigen Wiese ist auch hier recht viel los und so entschliessen wir uns auch hier auf ein Bad in der Menge und im See zu verzichten und fahren bald weiter.

Irgendwo gleich hinter dem Crestasee sind wir wohl wieder falsch abgebogen, bzw. der Weg ist auf der Karte falsch eingezeichnet. Der Weg wird schmal und schmaler und ich muss absteigen und mein Velo schieben. Grosse Wurzeln und Steine durchziehen den Weg. Wieder geraten wir in eine zauberhafte Schlucht. Wir scheinen uns wohl gerne in irgendwelche Schluchten zu verlaufen…

Mein Tipp: Das Velo beim Crestasee stehen lassen und das Weglein oberhalb des Restaurant Crestasee in die Flem-Schlucht gehen. Ein Extra-Weg, der sich lohnt! Da wir uns aber entschlossen hatten, das ganze per Velo zu machen, fluche ich doch etwas. Ein nicht ganz leichtes E-Bike über Wurzeln und Treppenstufen bergauf zu schieben, ist nicht das, was ich mir unter einer entspannten Velotour vorstelle. Aber wir schaffen auch das!

Das letzte Stück durch den Wald ist dann wieder ein Klacks und so kommen wir locker wieder im Hotel Signina an.

Infos zur Velotour Bergseen und Rheinschlucht

Veloroute (unbedingt nach dem Crestasee darauf achten, dass Ihr mit dem Velo nicht den Weg in die Schlucht nehmt!): hier

Infos zum Crestasee: Der Tageseintritt kostet für Erwachsene CHF 7.00. Mit der Gästekarten kostet es aber nur CHF 5.00. Stand-Up-Paddels und Kajaks können vor Ort gemietet werden.

Viel zu schnell ist so ein aktives Wochenende in den Bergen vorbei!

Die Region hat uns begeistert. Man kann den Menschenmengen, die es an den touristischen Hotspots wie dem Caumasee zweifelsohne hat, sehr gut aus dem Weg gehen. Sowohl am Berg, als auch im Wald hatten wir die Wege meist für uns alleine.

In diesem Sinne: Geht raus in die Natur und geniesst die optischen und kulinarischen Schätze, die Euch eine Region zu bieten hat! Cool, wenn man beides so ideal kombinieren kann wie in der Ferienregion Flims-Laax!

Mit sonnigen Grüssen,
Eure Patotra

Wer schreibt hier?
Ellen Gromann-Goldberg
Es geht nicht darum, Länder zu sammeln, sondern darum das Leben mit besonderen Augenblicken, Landschaften, Orten, Aktivitäten und Begegnungen zu bereichern. Das ist für Ellen die Essenz des Reisens. Mit viel Passion hält sie diese in ihren Texten und Bildern fest. Gerne auch gewürzt mit dem Duft und Geschmack regionaler Köstlichkeiten.
Neben Ihrer Tätigkeit als Bloggerin und Chefredakteurin von Patotra, arbeitet Ellen auch als freie Journalistin und Content Creator.

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Offenlegung: Diese Recherchereise fand auf Einladung von Flims-Laax-Tourismus statt. Meine Meinung bleibt davon unberührt.


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