Fotograf Markus Eichenberger – der Mann, der Dir die Sterne vom Himmel holt

Ein Interview mit dem preisgekrönten Schweizer Fotografen und Filmemacher Markus Eichenberger.

Im Februar waren wir mit dem Fotografen Markus Eichenberger in der Aletsch Arena auf einem Sternefotografie Kurs. Dabei hat uns Markus mit viel Geduld und Wissen gezeigt, wie wir den atemberaubenden Sternenhimmel über dem Aletschgletscher einfangen können.

Der preisgekrönte Schweizer Fotograf und Filmemacher hat eine bewegte Karriere. 15 Jahre hat er im Investmentbanking gearbeitet und 10 Jahre für Thomson Reuters als Financial Applications Specialist. Viele Jahre davon hat er in Asien gelebt und gearbeitet.

Im Alter von 26 Jahren zog der Weltenbummler 15 Monate lang als Backpacker durch die Welt, mit Stationen in Afrika, im Mittleren Osten und Indien. Ein weiteres Sabatical nutze er dazu, in sechs Monaten von Alaska nach Panama zu reisen. Vor sieben Jahren führte ihn eine weitere grosse Reise von Peru bis in die Antarktis.

Mittlerweile arbeitet Markus als Fotograf und Filmemacher. Er ist immer auf der Suche nach neuen Kulturen und nach neuen Herausforderungen. Er setzt dabei seinen Fokus darauf, die Schönheit unseres Planeten in Bildern festzuhalten.

In den letzten 8 Jahren hat er sich ganz besonders den Schweizer Alpen gewidmet, wo er über mehrere Monate hinweg die Sterne fotografiert und gefilmt hat. Sein Ziel ist es, dabei eine besondere Atmosphäre zu erzeugen. Sein Wissen gibt er in seinen zahlreichen Fotokursen weiter.

Markus hat viele spannende Geschichten zu erzählen. Da wollte ich natürlich mehr erfahren und ich habe ihn um ein Interview gebeten.

Markus glänzt mit solch tollen Star Trails Aufnahmen

Seit wann fotografierst Du?

Seit 2004, als ich in Beijing für Reuters gearbeitet habe. Ich habe mit meiner ersten digitalen Kamera, die Canon EOS 10D, angefangen zu fotografieren. Da ich in Beijing gelebt habe, hat mich vor allem die Strassenfotografie fasziniert und ich habe viele Strassenszenen festgehalten.

Was hat Dich bewogen Deinen Job bei der Bank aufzugeben?

3 Faktoren: Erstens wollte ich etwas machen, wo ich schon immer eine grosse Leidenschaft dafür hatte. Reisen und Fotografie. Schon als Schüler waren meine besten Fächer Geografie und Zeichnen. 

Zweitens, weil ich etwas Neues machen wollte und sich der Finanzmarkt seit 2008 stark verändert hat. Viele Bankangestellte machen seither eine schlimme Zeit durch, da viele entlassen wurden oder noch im Bankensektor arbeiten, aber der Druck auf sie immer grösser wird. Viele sind gute Kollegen von mir…

Drittens, ich möchte nie pensioniert werden. Ich liebe meinen neuen Job. Es erfüllt mich sehr andere Leute glücklich zu machen und ihnen eine Welt zu zeigen, die sie so nicht kannten und wo sie, wenn nur für 24 Stunden, mal vom Alltagsstress abschalten können. Viele der Feedbacks geben mir Motivation weiterzumachen. Siehe hier:

https://www.chasingstars.club/review

Ich bin extrem dankbar, was ich in meinem Leben schon alles erleben durfte.

Ein zauberhafter Moment, eingefangen von Markus Eichenberger

Gibt es ganz besondere Fotomomente, die Dich begleiten?

Tod meines Vaters: Mein Vater starb 2011 und ich hatte eine schwere Zeit das zu verdauen. Ich hatte schon vorher Sterne fotografiert und tat es nach seinem Tod noch mehr. Da oben auf dem Berg zu sein und die Sterne anzuschauen hat mir sehr geholfen. Es war für mich wie Meditation. Man sagt den Kindern, dass jeder Stern am Himmel ein verstorbener Mensch ist, der auf die Erde schaut. Es hört sich naiv an, aber ich glaube daran. Ich bin ein sehr pragmatischer Mensch. Ich glaube an alles, was mir hilft. Als ich da oben war, kam mir ein Satz in den Sinn, der mir meine damalige Spanische Freundin geschrieben hatte: „Wenn du weinst, weil die Sonne aus deinem Leben verschwunden ist, werden deine Tränen dich davon abhalten, die Sterne zu sehen“. Das ist bis heute mein Leitspruch. 

Buckelwal in der Antarktis: Ich war auf einem Zodiac und hatte das Teleobjektiv auf der Kamera als gerade ein Buckelwal 5 Meter vor unserem Boot auftauchte. Viel zu nahe und ich hatte keine Zeit auf ein anderes Objektiv zu wechseln. Also legte ich die Kamera weg und habe einfach den Moment genossen. Interessanterweise kam dann noch die Gelegenheit mit meinem Tele 2 Minuten später das perfekte Foto zu schiessen. Manchmal muss man einfach Geduld haben…

Olympische Stadien Auftrag: Ich bekam von gettyimages den Auftrag alle 31 Stadien der Olympischen Spiele in Beijing in 2008 zu fotografieren. Es dauerte 3 Monate, bis ich alle fotografiert hatte. Die Bilder wurden über gettyimages weltweit verkauft. War ein tolles Gefühl meine Bilder in den Zeitschriften zu sehen. 

Zeitraffer Aufnahmen für Schweiz Tourismus: Ich war auf der Moosfluh in der Aletsch Arena als ich den Sonnenaufgang fotografierte und damit einen Zeitraffer Clip machte. Die Stimmung war wunderschön. Als ich kürzlich am Flughafen Kloten war und ich Schweiz Tourismus Werbung schaute, stellte ich verwundert fest, dass sie meinen Clip in die Werbung eingebaut hatte. Ich wusste der Clip wurde vor ein paar Jahren verkauft, kannte aber den Käufer nicht. Ich musste am Flughafen schmunzeln, als ich meine Aufnahme sah. 

Du reist sehr gerne  – welche Länder magst Du besonders und warum? Gibt es ein Lieblingsland?

Ich mag alle Länder. Manche für ihre Kultur, andere für ihre Naturwunder. Auf meiner Reise mit 26 Jahren, haben mich die Menschen eines Landes ganz stark beeindruckt. Es waren die freundlichsten Menschen die ich je kennengelernt habe. Die Iraner. Auch finde ich die Moscheen in Esfahan unglaublich beeindruckend. 

Da ich fliessend Spanisch rede, bin ich mit Spanien stark verbunden. Ich habe auch mehrere Jahre in Madrid und Barcelona gelebt. Das prägte mich sicher. 

Zudem habe ich über 2 Jahre in London gelebt. Es ist eine meiner Lieblingsstädte, weil es so ein Schmelztiegel aller Kulturen auf dieser Welt ist. Unglaublich spannend.

Naturmässig zieht es mich in die kalten Regionen wie die Antarktis und Arktis. Noch wenig Touristen und eine Weite, welche man sich als Schweizer schwer vorstellen kann…

Gibt es ein Land, das Dich noch ganz besonders reizen würde?

Die Macquarie Inseln

Bist Du auch mal ohne Kamera unterwegs?

Ja, wenn ich in die Ferien gehe. Dann habe ich nur das Handy dabei. Ist erfrischend. Mal einfach den Moment zu geniessen. 

Welches Fotoequipment (abgesehen von der Kamera) darf auf keiner Reise fehlen?

Mein Notfallstativ (klein und leicht) und ein Intervalometer. 

Markus schafft es mit seinen Bildern immer wieder den perfekten Augenblick einzufangen


Online Fotokurse
Markus Eichenberger bietet derzeit spannende Online Fotokurse und Foto Talks an. Informationen dazu findet Ihr auf seiner Facebook-Seite: https://www.facebook.com/markusphotofilm/

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