Gran Canaria – der Norden: Kaffee, Klippen und Kultur

Agaete 1

Denke ich an den Norden von Gran Canaria komme ich ins Schwärmen. Der Norden, das sind grüne Schluchten, nebelverhangene Felsriesen und steile Klippen, die sich waghalsig ins Meer stürzen. Das sind gemütliche Dörfer, die sich an die Berghänge schmiegen, das ist Kaffeeduft und das betörende Parfüm der Orangenblüten. Wer es schafft sich nicht Hals über Kopf in diese raue Schönheit zu verlieben, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen.

Uns hat er mitgerissen, der Norden.

Unsere Ausflugstipps im Norden von Gran Canaria

Markt in Teror

Teror Platz

Immer Sonntags findet in Teror der Markt statt. Teror ist ein buntes Städtchen, eingebettet zwischen hohe, grüne Berge mit zauberhaften kleinen Geschäften und einer imposanten Kathedrale. In unserem Reiseführer stand, dass wir früh dort sein sollen, da sich mit fortschreitender Tageszeit der Markt und auch die Strassen um Teror mit Touristen füllen. Doch „früh“ ist ein dehnbarer Begriff. Wir waren um 9 Uhr dort. Die Marktstände wurden grade erst aufgebaut. Dafür konnten wir erleben, wie der Ort langsam erwachte.

Teror GC

Brunnen Teror

Man traf sich auf dem Kirchplatz zu einem Schwätzchen, während im Hintergrund die Oliven und Käselaibe aufgetürmt wurden. Eine familiäre, ja fast intime Atmosphäre. Wir genossen einen Kaffee con Leche (Kaffee mit Milch) in einem kleinen Café am Markt und liessen die entspannte Atmosphäre inmitten Marktbetreibender und Einheimischer auf uns wirken. Als sich der Markt langsam auch mit Touristen füllte, hatten wir längst unsere Oliven und ein Stück Ziegenkäse für das Abendessen eingekauft. Den Stau, vor dem im Reiseführer gewarnt wurde, sahen wir dann auch, allerdings auf der Gegenfahrbahn.

Tipp: Der Markt fängt um 10 Uhr an. Wir haben es genossen zu früh dran zu sein. Ein Rundgang durch Teror und ein Blick in die kleinen, liebevoll gestalteten Geschäfte lohnt sich! Auch die Kirche kann sich sehen lassen.

Laden Teror 1

Auf dem Markt werden lokale Spezialitäten angeboten, etwas Handwerkskunst und auch ein wenig Nippes.

Agaete

Agaete ist ein weissgetünchter Ort mit einer hübschen kleinen Kirche, einem dunklen Kiesstrand und einem umwerfenden Ausblick auf die imposanten Klippen. Bis zum 29. November 2005 konnte man in der Bucht von Agaete den Dedo de Dios, den Finger Gottes sehen. Der Dedo de Dios war eine 30m hohe Felsformation im Meer mit der Form eines mahnend aufgerichteten Fingers. Der Tropensturm Delta schaffte es allerdings den Finger abzubrechen. Heute sind nur noch die Reste davon zu sehen.

Agaete2

Dedo de Dios Klippen

Im Restaurante El Dedo de Dios, direkt am Strand, kann man sehr gute lokale Küche zu niedrigen Preisen geniessen. Hier essen Einheimische und Touristen gleichermassen. Unsere Fischplatte war ein Traum!

Strand Dedo de Dios

Tipp: Auch hier empfehle ich früh dran zu sein. Wir waren um 12:30 Uhr im Restaurant. Als die Massen kamen, waren wir längst fertig.

Finca La Laja / Bodega Los Berrazales – Kaffee, Wein und mehr aus dem Tal von Agaete

Die einzige Kaffeeplantage Europas liegt auf Gran Canaria. Na gut, so ganz stimmt das nicht. In Griechenland gibt es wohl auch noch Kaffeeplantagen. Aber immerhin ist es die einzige Kaffeeplantage auf der traditionell, schon seit Generationen, Kaffee angebaut wird. So versicherte es mir Maria, die symphatische Nichte des Besitzers Victor, die uns durch das Anwesen der Familie führte.

Kaffee anbau GC

Die Finca liegt traumhaft eingebettet in die grüne Bergwelt Gran Canaria. Es duftet nach Orangenblüten. Ein Papayabaum reckt sich in die Höhe. Ausser Kaffee werden hier auch Mangos, Zitronen, Mispeln, Avocados und Wein angebaut.

Zitronen Gran Canaria

Die Kaffeekirschen werden von Hand, einzeln gepflückt. Eine mühsame Arbeit. Etwa 7 kg der roten Früchte ergeben 1kg geröstete Kaffeebohnen. Nach dem pflücken lässt man die Früchte etwa einen Monat lang an der Sonne trockenen. Sie werden dann auswärts geschält und schliesslich wieder auf der Finca in einer selbstgebauten Maschine geröstet.

Kaffefrucht

Kaffeebohnen GC

Kaffee roesten

Der Duft von feinstem Arabica Kaffe vermischt sich mit dem Duft der Orangenblüten. Ein Fest für die Sinne. An runden Tischen werden wir zu Ziegenkäse, Brot und Kuchen eingeladen. Dazu wird der prämierte Wein kredenzt. Für die Kinder gibt es Wasser. Ein nettes Erlebnis und eine sehr herzlichen Atmosphäre. Wer möchte, kann die leckeren Tröpfchen und auch den hofeigenen Kaffee in einem kleinen Hofladen erstehen.

Tipp: Auch hier waren wir wieder früh dran. Die erste Führung beginnt um 10 Uhr. Die Finca hat sich mit fortschreitender Zeit zusehends mit Besuchern gefüllt.

Es ist empfehlenswert sich vorab telefonisch oder per Mail anzumelden. E-Mail: lugojorge(ät)hotmail.com

Fazit: Eine lehrreiche Führung mit vielen Aha-Erlebnissen, die auch unserer Jugend Spass gemacht hat. Sehr empfehlenswert. Wer guten Wein aus Gran Canaria mitbringen möchte, der ist auf der Finca genau richtig. Übrigens: Stephen Hawkins ist im letzten Jahr extra von Teneriffa aus für einen Besuch auf die Finca gekommen.

Las Palmas

In der Hauptstadt der Insel, Las Palmas de Gran Canaria, lebt rund die Hälfte der insgesamt etwa 800 000 Einwohner von Gran Canaria.

Las Palmas ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Ich würde bei einem nächsten Aufenthalt in Gran Canaria sogar eine Nacht in der Hauptstadt einplanen. Wir haben unseren Rundgang im Stadtteil Las Canteras gestartet. Im Parkhaus des Einkaufszentrums „El Muelle“ kann man bis zu 3 Stunden kostenlos parken. Das reicht um einen kleinen Eindruck zu bekommen. Von dort aus kann man gemütlich durch die Gassen flanieren, vorbei am Wissenschaftsmuseum. Das wir zwar mangels Zeit nicht besucht haben, das uns aber besonders für Familien sehr ans Herz gelegt wurde. Hier ist anfassen nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.

Für uns geht es über den Catalina Platz, wo sich auch eine Tourist-Info befindet, weiter durch die Gassen hinüber zur Strandpromenade und dem breiten Sandstrand der Stadt. Der Strand ist bestens ausgestattet mit sanitären Anlagen, Umkleidekabinen, Duschen und Schliessfächern. Las Canteras heisst übersetzt der Steinbruch. Früher wurden im Meer Steine für den Bau von Häusern und Kirchen abgebaut. Daher haben sich vor dem Strand kleine Pools gebildet und eine Art von Menschenhand geschaffenes Riff, das die Brandung abhält.

Playa Las Palmas GC

Auf dem Weg zurück sollte man unbedingt einen Blick in die lokalen Markthallen werfen. Frischer Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse und köstliche Tapas warten hier darauf von kleinen und grossen Leckermäulern verschnabuliert zu werden. Also am Besten gegen Mittag dort aufkreuzen!

Für uns hiess es jedoch das Auto schnappen, um weiter in Richtung Altstadt (Vegueta) zu fahren.

Direkt an den Markthallen des Mercado de Vegueta konnten wir das Auto abstellen und die Altstadt zu Fuss erkunden. Ein grosser Teil ist Fussgängerzone. Wir starteten unseren Rundgang zunächst in den Markthallen in denen lokale Köstlichkeiten angeboten werden.

Auf dem Platz der Frösche (Plaza de las Ranas) geniessen wir einen kurzen Kaffee und schauen dem bunten Treiben dieser gemütlichen Stadt zu. Schmucke Jugendstilfassaden zieren die Strassenzüge.

Las Palmas 2

Nur wenige Schritte weiter befindet sich der Hauptplatz, die Plaza Santa Ana, der von der Kathedrale Santa Ana (1497) dominiert wird.

Kathedrale GC

Ein durchaus hübsches Städtchen!

Hinter der Kathedrale befindet sich der prächtige Kolonialbau Casa Colon (Kolumbushaus).

Casa Colon1

Casa Colon 2

Im Inneren ist ein Museum untergebracht, das Einblicke in das Leben von Columbus, seine Entdeckungsfahrten und das Leben und die Geschichte der Kanarischen Inseln bietet. Die Themen sind interessant präsentiert und das Haus hat eine wunderschöne Atmosphäre. Einen Rundgang kann ich sehr empfehlen. Hierfür sollte man mindestens 30 Minuten einplanen.

Kolumbus GC

Nach einer Menge an Informationen regte sich bei uns so langsam ein Hungergefühl. Köstliche, regionale Küche gibt es im Restaurant El Herreno, (Calle Mendizábal, 5) ganz in der Nähe der Markthallen.

Restaurant Las Palmas

Inselrundfahrt

Was ich ebenfalls sehr empfehlen kann, ist eine Inselrundfahrt entlang der Nordküste. Die Strassen sind teilweise schmal und kurvig und führen häufig direkt an den Klippen entlang. Man sollte sich also gut Zeit lassen und im Notfall etwas gegen Reisekrankheit (uns haben Seabands gut geholfen) dabei haben.

Für die Strapazen wird man mit umwerfenden Ausblicken über den grünen Norden belohnt. Steile Berge stürzen sich hier direkt ins Meer. Wir haben immer wieder begeistert die verschiedenen Aussichtsplattformen angesteuert.

Gran Can Kueste

Berge Gran Canaria

Weiter im Süden, in Richtung Mogan, entdeckten wir ein kleines sehr idyllisch in den Bergen gelegenes Restaurant. Die frisch gepressten Säfte schmeckten köstlich und auch das Essen auf den Tellern der anderen Gäste sah sehr verlockend aus. Ein Stopp, den ich unbedingt empfehle.

Fruchtsaft Gran Canaria

Restaurant Las Canadas, Carretera General de Mogan, San Nicolas de Tolentino-Mogan

Fazit:

Gran Canaria ist eine unglaublich vielseitige Insel, auf der man auch gut und gerne zwei Wochen Ferien verbringen kann, ohne dass es langweilig wird. Besonders der grüne Norden mit seinen imposanten Bergen und steilen Klippen hat es uns sehr angetan. Man sollte allerdings unbedingt ein Auto mieten, um wirklich etwas von der Insel zu sehen.

Gran Canaria hat uns als Reiseziel für aktive Familien mit seiner Vielseitigkeit sehr überzeugt.

Ich wünsche Euch viele schöne Entdeckungen. Vielleicht lasst ihr Euch auch von der Vielseitigkeit Gran Canarias überraschen. Eine Entdeckung, die sich lohnt!

 

Mit sonnigen Grüssen,

Eure Patotra - klein

 

 

 

Weitere Tipps von mir für Gran Canaria findet Ihr hier:

Gran Canaria – Delfine, Dünen und dunkle Höhlen

Gran Canaria – Familienferien auf der Insel, die alles kann

 

Extratipp:

Im Norden kann es mitunter ziemlich kühl werden und auch mit einem Regenschauer muss man immer mal wieder rechnen. Regenjacke und Pullover sollten daher unbedingt im Gepäck sein.


Offenlegung. Diese Reise wurde teilweiswe vom spanischen Fremdenverkehrsamt unterstützt.


 

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