Herbstzauber im Montafon – aktiv, nachhaltig und genussvoll

Montafon Herbst
Der Herbst im Montafon ist gefüllt mit zahlreichen, nachhaltigen Erlebnissen und Aktivitäten und mit viel Genuss.

Für mich gibt es kaum eine schönere Jahreszeit in den Bergen, als den frühen Herbst. Der erste Schnee zuckert die Gipfel, die Blätter zeigen sich zum Abschied des Sommers in ihrer schönsten Farbenpracht und die Herbstsonne taucht die Landschaft in ein sanftes Licht.

Sonnenuntergangswanderung zum Aussichtspunkt am Rellseck

Wie könnte man dieses sanfte Licht schöner erleben, als bei einer Sonnenuntergangswanderung am Berg? Mit der sympathischen Wanderführerin Gemsli aka Stefanie mache ich mich am Sonnenbalkon des Montafon, dem Bartholomäberg, auf den Weg zu diesem tierischen Vergnügen.

Unser erstes Ziel ist der Fritzensee. Durch ein Wäldchen und vorbei an verträumten Maiensässen, die hier im Montafon Maisäss heissen, führt der Weg zum kleinen Bergsee. In ihm spiegeln sich die Berge und das Farbenspiel der untergehenden Sonne findet gleich doppelt statt.

Es ist ein magischer Moment, der Sonne beim Untergehen hinter den Bergriesen zuzuschauen. Die Ruhe der Berge hüllt uns dabei wohlig ein. Kaum hat sich der Tag verabschiedet, wandern wir in der Dämmerung weiter über einen schmalen Waldpfad.

Eine Ricke mit zwei Kitzen beobachtet uns aus dem Dickicht. Dann erreichen wir die Lichtung mit der markanten Holzkapelle Rellseck. Sie thront über dem Tal, als würde sie aufpassen, was unten, im Lichtermeer von Bludenz vor sich geht.

Das ganz grosse Farbenspektakel nach Sonnenuntergang bleibt heute leider aus. Traumhaft ist der Blick auf die umgebenden Bergriesen des Montafon bis zum schweizerischen Alpstein aber allemal. So schön, dass sich auch eine Gämse aus dem Wäldchen hervortraut. Ob sie die Aussicht wohl auch geniesst?

Nun wird es doch schnell dunkel und wir gehen den Weg zurück mit schnellerem Schritt. Das scheucht einen Hasen auf, der vor uns über den Weg hoppelt.
Mit dem Auto geht es dann die letzten Meter bergab in den Ort Bartholomäberg. Als hätten sich noch nicht genügend Tiere gezeigt, rennt kurz vor dem Ziel eine kleine Maus vor dem Auto flink über die Strasse. Was für ein tierisches Vergnügen.

Normalerweise gehört zu dieser Sonnenuntergangswanderung eine Jause am Berg. Da es im Herbst nach Sonnenuntergang schon recht kühl wird, hat Stefanie im Haus Ihres Grossvaters kurzerhand eine Jause mit Leckereien aus dem Montafon und teilweise sogar aus dem eigenen Garten für uns gerichtet. Das schmeckt ganz köstlich!

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Hier gehts zur Webseite von Gemsli

Authentisch, nachhaltig und modern übernachten

Authentisch und modern muss sich nicht widersprechen. Das beweist unser Hotel, das Amrai Suites in Schruns ganz eindrücklich. Viele traditionelle Trachtenelemente wurden bei der modernen und heimeligen Innenausstattung aufgegriffen und auch der Wellnessbereich „Dr Stólla“ ist in Anlehnung an die Montafoner Bergbautradition entstanden. Hier verschmelzen Moderne und Tradition zu etwas völlig Neuem.

Auch kulinarisch kann sich das Amrai Suites sehen lassen. Die Produkte stammen vorwiegend aus heimischer Produktion und von heimischen Lieferanten. Auch auf dem Teller wird eine schmackhafte, moderne Interpretation traditioneller Gerichte serviert. Auf Nachhaltigkeit wird hier ein grosses Augenmerk gelegt. Das gefällt mir sehr!

Das grosse Los haben wir auch mit unserem Zimmer gezogen. Dank eines Upgrades können wir eine Infrarotsauna im eigenen Zimmer geniessen.

Wie der Teufel so will, meldet sich just nach der Sonnenuntergangswanderung mein Ischiasnerv sehr unschön dafür umso deutlicher in Erinnerung. Dank der Infrarotsauna wache ich am nächsten Morgen völlig schmerzfrei auf. Glück gehabt, denn das nächste Wanderhighlight erwartet uns bereits. Nach einem ausgiebigen Frühstück, leider in einer etwas ungemütlichen Ecke, da die Fenstertische wohl für «Stammgäste» reserviert sind, machen wir uns auf den Weg.

Weitere Infroamtionen zum Hotel Amrais Suites in Schruns

Webseite des Hotels: Amrai Suites

Traumhafte Wanderung zum Muttjöchle

Mit dem Linienbus geht es vom Bahnhof Schruns zur Talstation der Kristbergbahn. Die Busse fahren hier auch am Wochenende stündlich in beide Richtungen. Es ist wenig los an der Bahn. Die Wetteraussichten sind nicht die Besten. Wir lassen uns aber nicht abschrecken und starten von der Bergstation auf unsere Wanderung zum Muttjöchle.

Der Weg führt recht steil bergauf durch den Muttwald. Der Herbst hat seine ersten Boten geschickt. Am Wegesrand wachsen Pilze, die Blätter der abgeernteten Heidelbeeren leuchten in herbstlichem Rot und ein paar wenige, erste Schneefelder erlauben einen Blick in die Zukunft.

Sogar ein Schneemann hat sich bereits in Position gestellt. Ein langes Leben wird ihm hoffentlich noch nicht beschert sein.

Der Wald mit seinem Duft nach Blättern, Moosen und Holz hüllt uns ein. Ich liebe die mystischen Stimmungen, die der Herbst zaubert. Grosse Felsbrocken erinnern an märchenhafte Zwergenhäuser.

Irgendwann lichtet sich der Wald und gibt den Blick auf das Bergpanorama frei.

Unzählige, gezuckerte Bergspitzen ragen rundherum in die Höhe. Das Rot der Heidelbeersträucher leuchtet vor dem Herbsthimmel und der Weg zum Gipfel wird steiler und steiniger.

Das Gipfelkreuz ist bald erreicht. Zeit, die Aussicht zu geniessen. Der Rätikon, die Silvretta und das Verwallgebiet präsentieren sich uns. Lange bleiben wir nicht, der Herbstwind ist kalt hier oben auf über 2’000 m.ü.M.

Der Abstieg ist noch schöner, als der Aufstieg. Die Ausblicke belohnen für so manche Schweissperle.

Nur wenig andere Wanderer kommen uns entgegen. Man grüsst sich und wechselt ein paar Worte. „Ist das nicht schön hier?“, fragt eine Dame, die uns entgegenkommt. „Fast wie in Hamburg“, fügt sie hinzu.

Meine Gesichtszüge sind mir wohl etwas entglitten. Unzählige Zwei- und Dreitausender umgeben uns. Nein, nach Hamburg sieht es hier wirklich nicht aus. Schnell fügt mein Gegenüber hinzu: „Mit den ganzen Heidelbeeren und dem Wacholder.“ Ich nicke und unterdrücke das Lachen, das wenige Minuten später dann doch raus muss. Ja, fast wie in Hamburg …

Der Abstieg ist einfacher, als der Aufstieg, auch wenn wir irgendwann unsere Knie spüren. Auf den letzten paar Metern im Wald kommt der Regen dann doch noch, vor dem die Wettervorhersage uns gewarnt hatte.

Passend zum Mittagessen im Panoramagasthof Kristberg fängt es stärker an zu regnen. Wir geniessen im Trockenen den Sura Kees (Montafoner Sauerkäse) im Speckmantel und dazu einen frischen, knackigen Salat. Das haben wir uns verdient.

Wieder unten im Tal geht es mit dem Bus zurück nach Schruns.

Infos zur Wanderung zum Muttjöchle

Die Wanderung, mit Fotopausen, dauert etwa 4 Stunden. 627 Höhenmeter bergauf und wieder bergab. Etwas trainiert sollte man schon sein und gutes Schuhwerk ist Pflicht. Der Weg ist recht steil und führt über lose Steine und viele Wurzeln.

Weitere Informationen: Muttjöchle Gipfelweg

Das PIZ – Zukunftslabor für nachhaltigen Tourismus

Mit Jessica Ganahl sind wir im Zukunftslabor für nachhaltigen Tourismus verabredet. Sie bietet uns einen spannenden Einblick in dieses Projekt. Ziel ist es, Impulse zu geben, in Zusammenarbeit mit regionalen Anbietern nachhaltige Ideen zu entwickeln, zu sammeln und dann bei der Umsetzung zu unterstützen. Das Potenzial und die Möglichkeiten sind riesig und wie immer sind es viele kleine Schritte, die in der Summe eine grosse Strecke auf dem Weg zu einem bewussteren Umgang mit der Natur und den Ressourcen ausmachen.

Essbare Kräuter und pflegende Seifen

Einen bewussten bzw. achtsamen Umgang mit der Natur wünscht sich auch Angelika Thaler-Zugg. Mit ihr sind wir am nächsten Morgen in St. Gallenkirch verabredet. Sie findet an jeder Ecke essbare Pflanzen und kennt deren Heilwirkung.

Ihr Wissen teilt sie gerne auf geführten Kräuterwanderungen. Spannend, dass man sich seinen Salat im Prinzip von der nächsten Wiese pflücken könnte – wenn man sich denn gut auskennt. Für Familien bietet sie Wildnistage im Wald an. Wo findet man Wasser, wo Essen und wo Wärme und wo einen Unterschlupf in der Natur, sind die Fragestellungen, mit denen sie die Familie raus aus dem Alltag nimmt.

Wir begnügen uns mit der Kräuterwanderung und lernen die eine oder andere Pflanze von ihrer ganz anderen Seite kennen. Die Brennnessel zum Beispiel, die zusammen mit dem Guten Heinrich und dem Girsch ein wunderbares, nährstoffreiches Spinatgemüse ergibt.

Wusstet Ihr, dass es rund 12’000 Wildkräuter gibt und dass davon etwa 1500 essbar sind?

Nach einem entdeckungsreichen Rundgang ums Dorf und einem kurzen Einblick in einen zauberhaften Selbstbedienungs-Hofladen, in dem die kleinen Kunden aus heimischen Mais mit Begeisterung Popcorn herstellen, kommen wir in Angelikas Seifenwerkstatt an.

Duftende Seifen auf der Basis natürlicher Öle und Kräuter werden hier produziert. Leider ist die Zeit zu kurz, um ihr bei der Arbeit zuzuschauen.

Weitere Informationen zu den Kräuterwanderungen und zur Seifenwerkstatt

Erfüllt mit Gipfelerlebnissen, Herbst- und Sonnenzauber, ein wenig Kräuterwissen und ganz viel frischem Wind treten wir unseren Heimweg an.

Das Montafon ist auch im Herbst durchaus eine Reise wert!

Mit sonnigen Grüssen
Eure Patotra

Anreise ins Motafon

Das Montafon ist mit dem Zug von der Schweiz aus sehr bequem erreichbar. Da das Bus– und Bahnnetz in der Region gut ausgebaut ist, kann man getrost auf das Auto verzichten.


Offenlegung: Die Recherche fand auf Einladung von Montafon Tourismus statt


Wer schreibt hier?
Ellen Gromann-Goldberg

Hallo! Ich bin Ellen. Ich bin die Gründerin von PATOTRA, Content-Creator und freie Journalistin. Ich liebe das Meer und kleine Inseln. Aber auch die Berge, die Wüste, der Dschungel und Grossstädte können mich begeistern. Begegnungen mit Menschen sind für mich der Schlüssel zu anderen Ländern und deren Kultur. Nachhaltige Projekte liegen mir dabei ganz besonders am Herzen. Meine grossen Leidenschaften sind: das Reisen, das Schreiben und das Fotografieren.

Im Jahr 2014 entstand PATOTRA als reiner Familienreiseblog. Gemeinsam mit meinen drei Kindern und meinem Mann durfte ich viele tolle Nah- und Fernreisen erleben, die sich hier auf dem Blog in Form von Reiseinspirationen und Reisetipps wiederfinden. Aus den Reisen mit Kindern wurden im Laufe der Jahre Reisen mit Teenagern. Schliesslich ist der Blog, gemeinsam mit meinen Kindern, den Kinderschuhen entwachsen. Mittlerweile reise ich meist gemeinsam mit meinem Mann – oder auch mal alleine.

Mit viel Herz und ansprechenden Reisefotografien möchte ich Euch ermutigen diese Welt selbst und mit offenen Augen zu entdecken. Mein Fokus liegt auf spannenden Geschichten, traumhaften Landschaften und Begegnungen mit Menschen. Manchmal bringe ich Euch den Geschmack der grossen, weiten Welt auch in Form von Rezepten von meinen Reisen mit.

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