Hochschwarzwald – überraschende Entdeckung

Am Wochenende durfte ich einen Teil des Landes Baden-Württemberg genauer erkunden. Da ich in direkter Nachbarschaft aufgewachsen bin und auch immer gerne mit der ganzen Familie im Schwarzwald unterwegs bin, war ich der Meinung nicht allzu viel Neues entdecken zu können.

Weit gefehlt! Aus einem Wochenende in einer mir vermeintlich bekannten Gegend wurde ein Wochenende voller überraschender Entdeckungen.

Schwarzwald

Los ging die Entdeckungsreise im Hochschwarzwald. Mit dem Zug ist diese Gegend bequem zu erreichen. Mich führte der Weg über Basel. Nach Basel weitet sich das Land und gibt überraschende Aussichten auf die grüne Rheinebene frei. Je näher Freiburg rückt, desto hügeliger präsentiert sich die Natur. Die sanften Weinberge des Kaiserstuhls verheissen für Weinliebhaber leckere Tröpfchen.

In Freiburg, übrigens eine zauberhafte Schwarzwaldstadt, die eine Reiseunterbrechung lohnt, heisst es umsteigen auf die Regionalbahn in Richtung Seebrugg.

Der Zug windet sich langsam den Berg hinauf in Richtung Hochschwarzwald, eben dorthin wo der Schwarzwald dem Himmel am nächsten ist. Nach der Ortschaft Himmelreich, die vermutlich schon davon kündet,  folgt das Höllental. Was will uns das wohl sagen? Neben den Gleisen werden die dunklen Tannenwälder immer dichter. So gar nicht höllisch, sondern eher himmlisch präsentiert sich bald der Titisee und kurz darauf der Schluchsee, der grösste See im Schwarzwald, gesäumt von dichten Tannenwäldern die sich auf der glatten Oberfläche des Sees spiegeln.

Mein Zimmer im Wellnesshotel Auerhahn bot einen wunderbaren Ausblick auf den Schluchsee. Nur gut, dass kaum Zeit blieb mich über den wolkenverhangenen Himmel zu ärgern: Ein Rendezvous mit dem Feldberg-Ranger, dem „Old Shatterhand des Schwarzwalds“, wie er auf der Homepage des Hochschwarzwaldes genannt wird, stand bevor.

Der Feldberg, mit knapp 1500 m.ü.NN die höchste Erhebung des Schwarzwaldes, ist in wenigen Minuten erreicht. Ein grosses Gebäude, am Fusse des Feldberges fällt mir auf und lässt kaum vermuten, dass man sich hier inmitten eines Naturschutzgebietes befindet. Es handelt sich um das vor allem unter Familien mit kleinen Kindern sehr beliebte Hotel Feldberger Hof – hier gilt die Devise, dass die inneren Werte zählen und der Ausblick von den Hotelzimmern auf die wunderschöne Natur ist ganz gewiss herrlich. Das Hotel ist, nebenbei bemerkt, das erste klimaneutrale Hotel Deutschlands.

Naturfreundehaus Feldberg

In der Nähe der Gondelstation befindet sich ein grosses Holzgebäude. Das „Haus der Natur“ überrascht mit einem pfiffigen Konzept, das bestimmt auch naturmuffelige Teenager begeistern kann. Viele Stationen die sich innovativer Präsentationstechniken bedienen bringen dabei Gross und Klein die Natur humorvoll näher. Während der Feldberg-Ranger mich und auch die Anderen mit seinen Ausführungen zum Naturschutzgebiet Schwarzwald und seiner flammenden Begeisterung für die einzigartige Natur und deren Erhaltung mitreisst, bedaure ich es, meine Kids nicht dabei zu haben. Die hätten hier ganz bestimmt auch ihren Spass gehabt. Der Schwarzwald wird hier seinem etwas angestaubten Image aus Zeiten der Schwarzwaldklinik, so ganz und gar nicht gerecht. So viel Innovation gepaart mit einer tiefen Heimatverbundenheit und Liebe zur Natur hat mich sehr überrascht. Hier präsentiert sich ein selbstbewusster, moderner Schwarzwald und setzt sich humorvoll, ja kokett und gekonnt in Szene.

Ein kurzer Abstecher führte uns vorbei am Kletterpark im Auerhahnwald. Wir folgten dem verlockenden Wegweiser in Richtung „süsse Heidelbeere“ vorbei an liebevoll gestalteten Stationen des Wichtelpfades. Für kleine Wandersleute und deren Familien verheisst dieser einen entdeckungsreichen Tag zwischen Heidelbeersträuchern und grün leuchtenden Farnwäldern, immer im Schutze der hohen Schwarzwaldtannen. Unverkennbar, dass sich diese Region zu Recht auch bei Familien einer hohen Beliebtheit erfreut.

Wichtelpfad

Wichtelpfad

Obwohl das Wetter sich von seiner grauen und nassen Seite zeigte, musste eine Gondelfahrt auf den Feldberg einfach sein. Leider vesperrten die Wolken die Sicht und so konnten wir nur erahnen, wie sich in der Ferne die Alpen auftürmen. Zwischendurch durften wir zumindest aber ein paar Blicke auf die bewaldete Hügellandschaft des Schwarzwaldes erhaschen.

Wichtelpfad

Der Regen hat die geplante Wanderung leider abgekürzt. Dennoch war zu erkennen, dass ein Fussmarsch an einem schönen Sonnentag in diesem einzigartigen Naturparadies mit seinen schwarzen Wäldern und blühenden Bergblumenwiesen bestimmt ein ganz besonderer Genuss ist. Unterschiedliche Wanderwege in deren Verlauf immer wieder Berggasthöfe und Hütten mit lokalen Spezialitäten – und damit meine ich nicht nur die Schwarzwälder Torte – locken, durchziehen das Land.

Baldenweger Hütte

In einem dieser Gasthöfe, der Baldenweger Hütte, wartete dann auch ein typisches, herzhaftes Schwarzwälder Vesper auf uns, das nach einem Tag an der frischen Luft ganz besonders himmlisch schmeckt.

Schwarwälder Vesperplatte

Frisch gestärkt waren wir bereit für das Abendprogramm: Die Aquatiqueshow am Titisee. „Ein Spektakel aus Waser, Licht und Musik“, heisst es verheissungsvoll im Prospekt. Ich war sehr gespannt auf diese Show, die nach urbanen Metropolen wie Sydney, Singapur und Shanghai diesen Sommer auch im bodenständigen Hochschwarzwald zu sehen ist.

Aquatikshow

Trotz des Wetters fanden sich viele Zuschauer zur Show ein.. Unter Ihnen auch auffällig viele Familien. Kurz nach Sonnenuntergang startete das Spektakel. Das Zusammenspiel von Wasser-, Licht- und Musikeffekten hat mich restlos begeistert. So etwas habe ich nie vorher gesehen.  Eine gelungene Alternative zu den sonst üblichen Feuerwerksinszenierungen.

Aquatikshow

Nach einem langen, erlebnisreichen Tag stand für mich fest, dass ich den Hochschwarzwald unbedingt  noch genauer mit meiner ganzen Familie erkunden möchte.

Der nächste Morgen hielt eine besondere Überraschung bereit: Nachdem sich der Nebel über dem Schluchsee verzogen hatte präsentierte sich der Schwarzwald mit zauberhaften Ausblicken.

Morgenstimmung am Schluchsee

Familien, die gerne in der Natur aktiv sind – und natürlich nicht nur die – finden im Hochschwarzwald unzählige Möglichkeiten. Vom Wandern, über Radfahren in der einzigartigen Natur bis hin zu den unterschiedlichen Wassersportarten, wie Segeln, oder Schwimmen ist hier zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis für jeden etwas dabei.

Ich freue mich, wenn Ihr bei meinen nächsten Entdeckungen auch wieder mitkommt.

Mit sonnigen Grüssen,
Eure Patotra

Extatipps:

  • Mehr Infos zum Hochschwarzwald gibt es hier.
  • Hochschwarzwaldcard: Wird kostenlos von über 300 Gastgebern abgegeben. Sie bietet freien Eintritt bei über 70 Attraktionen
  • Einkehren, oder Übernachten bei den Naturparkwirten, die vorwiegend regionale Produkte anbieten zum Wohle der heimischen Natur und des Umweltschutzes.
  • Noch mehr Wanderspass auf einem der Themen- und Erlebnispfade
  • Wanderung durch die Wutachschlucht – Hier mein Erfahrungsbericht dazu

Vielen Dank an Tourismus Baden-Württemberg für die freundliche Einladung!
Ich gebe in meinem Blog zu jeder Zeit meine eigene Meinung wieder!

2 Comments

  • Hallo Ellen,
    dein Bericht über den Hochschwarzwald finde ich super. Wir waren letztes Jahr über Karneval am Titisee und haben dort ein tolles Winterwochenende verlebt.
    Die Schwarzwaldcard ist super, damit haben wir beispielweise im Badeparadies Schwarzwald in Titisee einen vergünstigten Eintritt bekommen (ein tolles Schwimmbad mit großer Wellness-Oase und Rutschenpark).
    Auch im Winter hat man rund um den Titisee richtig viele Möglichkeiten. Rodeln in diversen Varianten ist dort ein großer Spaß: Ob auf dem Schlittern, dem Bob oder dem Gummireifen. Und viele der Anbieter bieten für Lauffaule auch Shuttlebusse zurück auf den Berg an.:-)

    Vielleicht verlebt ihr dort ja auch mal einen tollen Winter-Urlaub.
    Liebe Grüße und ich schaue bald wieder vorbei,
    Anke

    • Liebe Anke,

      Vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Ich kann mir gut vorstellen, dass man im Winter dort auch tolle Tage verbringen kann. Das sollten wir wirklich mal ausprobieren. Mit dem Gummireifen den Berg runter zu rutschen hört sich gut an :-)Da wären die Kinder bestimmt auch begeistert.

      Liebe Grüsse
      Ellen

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