Hongkong – wo sich Himmel und Erde ganz nah sind

Dschunke

Ganz unverhofft führte mich das Leben im Mai für sechs Tage nach Hongkong. Der Grund meines Aufenthaltes war aber nicht die Suche nach Erholung und Entspannung, sondern beruflicher Natur. Ganz gleich ob Urlaub oder Businesstrip, die Monate von Mai bis September sind jedenfalls keine ideale Zeit für eine Reise nach Hongkong.

Dann ist nämlich Regenzeit und die Sonne ist nur selten zu sehen. Der Regen und die sommerlichen Temperaturen verwandeln die Stadt in eine Waschküche. Dann ist es eigentlich ganz egal was man trägt, man schwitzt sobald man die klimatisierten Gebäude verlässt. Dies soll aber nicht heissen, dass man sich besonders leger kleiden sollte. Hongkong ist eine mehrheitlich sehr gut gekleidete Gesellschaft und in vielen Hotels ist „angemessene Bekleidung“ eine Voraussetzung für den Zugang zu den meist in den oberen Stockwerken gelegenen Hotel-Lounges.

Convention and Exhibition Centre

Wenn man Hongkong, wie ich, in der Regenzeit bereist, dann wird einem bewusst, warum diese riesenhaften Gebäude aus denen diese Stadt fast ausschliesslich zu bestehen scheint, „Wolkenkratzer“ genannt werden. Immer wieder stecken diese Riesen aus Beton und Glas Ihre Köpfe in die Wolken und man fragt sich, ob das Wetter ganz oben vielleicht besser ist. Auch die umliegenden Berge sind zu dieser Jahreszeit oft in Wolken gehüllt, sodass die Entscheidung für eine Fahrt auf den hoch über der Stadt liegenden Victoria Peak eher spontan getroffen werden muss.

Victoria Peak – wo sich Himmel und Erde ganz nah sind

Der Victoria Peak, oder „The Peak“  wie er auch genannt wird, ist gewissermassen der Hausberg von Hong Kong Island. Vom Stadtteil Central ist er in wenigen Minuten ganz bequem mit der „Peak Tram“, einer historischen Standseilbahn aus dem 19. Jahrhundert (mit schweizer Technik!) zu erreichen, vorausgesetzt man tritt die Fahrt vor 17:00 Uhr an. Danach bildet sich nämlich sehr schnell eine sehr lange Menschenschlange, die alle den fantastischen Blick bei und nach Sonnenuntergang über Hong Kong Island, den Victoria Harbour und den auf der Festlandseite gelegenen Stadtteil Kowloon bis zu den dahinter liegenden „New Territories“ geniessen wollen. Von hier oben sieht man dann auch, dass nur ein kleiner Teil der Sonderverwaltungszone Hongkong bebaut ist. Der weitaus grösste Teil der Fläche Hongkongs ist bergig und (nahezu) unbebaubar. So kommt es, dass hier in nächster Nähe zu den Wolkenkratzern fast unberührter Regenwald wuchert.

Peak View

Kowloon – Symphony of Lights

Symphony of Lights

Sollte einem dieser Ausblick vom Victoria Peak nicht vergönnt sein, bietet sich einem von der Uferpromenade von Kowloon ein nicht minder spektakulärer Blick über den Victoria Harbour hinüber auf die Skyline von Hong Kong Island. Hier kann man jeweils um 20:00 Uhr die tägliche und mit Musik untermalte Licht und Lasershow „Symphony of Lights“ bewundern. Ein wunderschönes und dazu noch kostenloses Erlebnis. Ebenfalls kostenlos ist die „Avenue of Stars“.

Avenue of Stars

Entlang der Uferpromenade zieht sich der Weg mit im Boden eingelassenen und zum Teil mit Handabdrücken versehenen Tafeln mit den Namen chinesischer Stars, ähnlich dem Walk of Fame in Hollywood. Die meisten Namen sind in unseren Breitengraden unbekannt, aber zumindest Bruce Lee, Jackie Chan und Jet Li dürften auch einem Grossteil des Kinopublikums hier im Westen bekannt sein.

Bruce Lee Statue

Hongkong modern und traditionell

Star Ferry

Wer nach dem Lichterspektakel zurück nach Hong Kong Island will oder muss, der überquert den Hafen am besten mit einer Fähre der Star Ferry Company. Auch diese Personenfähren sind ein historisches Wahrzeichen Hongkongs. Ganz allgemein ist das öffentliche Transportsystem in Hongkong variantenreich und vorbildlichorganisiert. Im nördlichen Teil von Hong Kong Island fährt die historische Doppeldecker Strassenbahn der Hong Kong Tramways Company, ansonsten ist das gesamte Stadtgebiet über ein sehr modernes U-Bahn Netz, genannt „MTR“, und unzählige Buslinien verbunden. Selbst wer noch spät am Abend unterwegs ist, braucht sich vor einer Fahrt mit der MTR nicht zu fürchten. Ich selbst habe mich zu keinem Zeitpunkt irgendwie unwohl oder unsicher gefühlt. Wer nach dem Ende der Betriebszeiten der MTR und Busse noch unterwegs ist, für den gibt es zu jeder Tageszeit  eine „gefühlte Million Taxis“ in der Stadt. Man sollte sich vorher aber den Namen und die Adresse des Hotels in chinesischen Schriftzeichen aufschreiben lassen, da nur wenige Taxifahrer verhandlungssicheres Englisch sprechen.

Strassen von Hongkong

Die Preise für den öffentlichen Verkehr sind vergleichsweise günstig, so kostet eine Tramfahrt und eine Überfahrt mit der Star Ferry für Erwachsene zurzeit (05/2014) umgerechnet nur jeweils ca. 0,24 EUR bzw. 0,30 CHF. Fürs bezahlen besorgt man sich am besten gleich nach der Ankunft eine Octopus Card (pro Person eine!). Diese erhält man an Automaten in den U-Bahnstationen. Das Depot von 50 HKD wird bei Rückgabe der Karte am Ende des Aufenthalts zurückerstattet. Die Octopus Card wird aber nicht nur dazu verwendet um den öffentlichen Verkehr zu benutzen, sondern auch an vielen anderen Stellen wird sie als Zahlungsmittel für Kleinbeträge akzeptiert, z.B. für den Zutritt auf die Aussichtsplattform am Peak, oder für den Kaffee in einer der unzähligen Filialen der bekannten Kaffeerösterei aus Seattle, etc.

Grünes Hongkong

Essen in Hongkong

Essen hat in Hongkong einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert und man sollte sich ruhig mal getrauen etwas Unbekanntes zu probieren. Wer hier Berührungsängste hat, ist zwar selbst schuld, aber nicht verloren. Es gibt genügend Möglichkeiten sich auch mit westlicher Küche zu verköstigen. Aber das, was wir in Europa als chinesisches Essen kennen, habe ich nur in einem Schnellrestaurant am Flughafen gesehen…  Die Chinesen lieben es gemeinsam mit Freunden und Familie Essen zu gehen. Gleich an meinem ersten Abend sind mir die vielen Gruppen an den langen Tischen aufgefallen, die wild durcheinander redeten, wobei sie ganz offensichtlich viel Spass miteinander hatten und gemeinsam assen. Dabei gehen die Menschen hier mit Kindern und älteren Menschen gleichermassen respekt- und liebevoll um. Wenn man abends durch die Strassen geht steigen einem so viele unterschiedliche, oft unbekannte aber doch meist angenehme Düfte in die Nase und wenn man den Einheimischen als Ausländer respektvoll, freundlich und mit einem Lächeln begegnet, kommt meistens auch ein offenes und freundliches Lächeln zurück.

Food and Fun

Auch wenn ich „nur“ auf einer Geschäftsreise war, bin ich überzeugt, dass Hongkong auch für ein paar Tage Ferienaufenthalt mit Kindern gut geeignet ist. Meine Liebe Ellen (aka Patotra) und die Kinder wären ohnehin am liebsten mitgekommen. Sie wären sicher genauso begeistert gewesen wie ich es bin.

Es grüsst Euch „Die bessere Hälfte von PATOTRA“

Extratipps:

  • Mit der Schnellboot-Fähre ab dem Macau-Peer in ca. 1 Stunde nach Macau (historische Altstadt)
  • Stanley: Mit dem Bus ab Exchange Place nach Stanley im äussersten Süden Hongkong Islands: Stanley Market für Souvenirs, Bierhalle König Ludwig
  • Lantau Island: Besichtigung der weltweit grössten sitzenden Buddhastatue
  • Besuch im Hong Kong Disneyland. Bequem erreichbar mit der U-Bahn zur geichnamigen Haltestelle am Park-Eingang

2 Comments

  • Hallo Patotra,

    Hong Kong ist einfach nur geil !!!
    Wir sind im nächsten Jahr vermutlich auch wieder ein paar Tage in dieser faszinierenden Stadt !! 😉

    LG

    Bibo & Tanja

    • Hallo Bibo und Tanja
      oh wie schön! Seid ihr auf der Durchreise? Ich habe mir überlegt, dass Hongkong bestimmt die ideale Stadt für einen Zwischenstopp ist. Ich frag mich nur wohin es dann weitergehen soll.. Eure Ideen sind sehr willkommen 😉
      Lieber Gruss,
      Patotra

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