Jerusalem – Eindrücke

Shalom Jerusalem

Ich gebe zu, etwas nervös war ich vor meinem Besuch in Jerusalem schon. Deshalb war ich froh, in einer geführten Gruppe zu reisen. Nach meinem ersten Eindruck verzog sich die Nervosität dann ein wenig.

Ich schlenderte entlang der Mamilla Mall und hatte so gar nicht das Gefühl in einer Stadt zu sein, die immer wieder durch negative Schlagzeilen von sich reden macht. Die Mamilla Mall ist eine feine Einkaufsstrasse mit wunderschönen Häusern und Konsumtempeln. Hier befinden sich die Häuser grosser Modemarken. Daneben jede Menge gemütlicher Cafés und Restaurants mit Blick auf die Stadtmauer, die die Jerusalemer Altstadt umgibt. Es gab keine Anzeichen aktueller Spannungen, dennoch sparte ich mir den Besuch der Jerusalemer Altstadt erst mal für den nächsten Tag auf. Der Gedanke diesen Teil der Stadt mit einem ortskundigen Guide zu erkunden, war mir doch sympathischer als auf eigene Faust loszuziehen.

Stadtmauer Jerusalem

Blick auf Jerusalem

Am nächsten Morgen startete die Führung bei wunderschönem Sonnenschein. Durch eines der grossen Stadttore kamen wir in die Altstadt. Nach einem Sicherheitscheck, bei dem unsere Taschen untersucht wurden, gelangten wir zur Klagemauer. Es gibt offensichtlich viel zu klagen in diesen Zeiten und unzählige Zettel mit Wünschen werden dort von den jüdischen Gläubigen in die Mauerritzen gesteckt. In solchen Situationen fühle ich mich oft als Eindringling. Natürlich ist es interessant, das alles zu sehen. Dennoch empfinde ich es fast als ein wenig respektlos den Menschen bei der Ausübung ihres Glaubens zuzusehen. Später merkte ich aber, dass ich in Jerusalem gar nicht daran vorbeikommen kann.

Klagemauer

Gleich nach der Klagemauer beginnt schon das arabische Viertel. Auch hier reihen sich unzählige Läden aneinander. Neben religiösen Souvenirs für die unterschiedlichen Glaubensrichtungen, werden Getränke und Bekleidung feilgeboten. Ich staune über das scheinbar friedliche Nebeneinander. In den Auslagen der Geschäfte scheint es jedenfalls zu funktionieren. Aber es ist zweifelsohne eine Spannung zu spüren. Am Himmel kreisen mehrere Ballons mit Überwachunskameras.

Vor einem Zugang zur Al Aqsa Moschee auf dem Tempelberg sind zwei schwerbewaffnete Militärs postiert. Etwa acht Musliminnen diskutieren mit ihnen. Man diskutiert ruhig. Später lese ich online die Nachricht, dass es einen riesen Tumult mit vielen Musliminnen am Eingang zur Moschee gegeben habe…

Jerusalem arabisches Viertel

Ein wenig weiter kommen uns Pilgergruppen entlang der Via Dolorosa, dem Leidensweg Christi entgegen. Die asiatische Pilgergruppe mit blauen Mützen trägt ein schweres Holzkreuz die enge Gasse hinauf.

Via Dolorosa

Wir machen vor einer grossen Holztür halt und bitten um Einlass. Als die Tür geöffnet wird, treten wir ein in eine wunderbare Oase: das Österreichische Hospiz. Schwester Bernadette Schwarz zeigt uns zusammen mit dem Hospiz-Hund Benny das kleine Juwel inmitten der Stadt.

Hospiz Jerusalem

Einfache, aber saubere und geschmackvoll eingerichtete Zimmer werden hier in einem zauberhaften Haus den Gästen für die Nacht angeboten. Neben Einzel- und Doppelzimmern gibt es auch Schlafsäle für fünf bis zwölf Personen. Von manchen Zimmern hat man einen umwerfenden Blick über die Stadt. Die Preise sind für israelische Verhältnisse moderat. Von Schwester Bernadette erfahre ich, dass auch einige Familien, ganz besonders zur Weihnachtszeit zu den Gästen des Hospizes zählen. Für mich ist klar: Sollte ich einmal mit meiner Familie nach Jerusalem reisen, würde ich garantiert dieses Quartier wählen.

Österreichisches Hospiz

Blick Oestrreichische Hospiz

Im gemütlichen Kaffeehaus gibt es noch eine Wiener Melange, bevor wir uns dann wieder der trubeligen Altstadt zuwenden. Jede Menge heilige Stätten der unterschiedlichsten Glaubensrichtungen erwarten uns. Teilweise stehen sie so nah bei einander, dass sie fast ineinander verschlungen scheinen. Scheinbar gelingt hier das Miteinander.

In einem kleinen Restaurant, dem Golden City im christlichen Quartier,  geniessen wir eine landestypische Falafel auf der Dachterrasse und den Blick über die Stadt. Jerusalem ist wunderschön und berührend. Wenn es nur nicht so unglaublich kompliziert wäre Frieden in diese Stadt zu bringen.

Moschee Jerusalem

Drei Weltreligionen treffen hier aufeinander, haben hier ihre heiligen Stätten: Juden, Islam und Christentum. Während der Muezzin zum Gebet ruft fangen die Kirchenglocken an zu läuten. Vielleicht muss in dieser Stadt deshalb so viel gebetet und gepilgert werden…

Jüdisches Viertel Jerusalem

Ausserhalb der Stadtmauer fand ich eine sehr moderne und dennoch gemütliche Stadt, die alles hat, was ich auch an anderen Städten mag. Hübsche Cafés, nette Restaurants mit gutem Essen, gute Shoppingmöglichkeiten und Kultur im Überfluss.

Aufgefallen sind mir auch die vielen Spielplätze und Orte an denen sich die Kinder austoben können. Besonders gefallen haben mir die kleinen Restaurants am historischen Bahnhof. Dort befindet sich ein moderner Kulturtreff für Jung und Alt. Auch Segway-Touren um die Stadt können von hier aus gestartet werden.

Restaurant Jerusalem

Jerusalem war eine durchaus positive Überraschung. Eine Stadt die sich müht im Spagat zwischen Moderne und Tradition und zwischen den Religionen. Mich hat Jerusalem sehr berührt und hätte ich einen Wunsch für diese Stadt frei, so wäre dies, dass ein Wunder geschieht. Es wäre, wenn man der Geschichte glauben darf, nicht das Erste an diesem Ort.

Shalom, Salam Jerusalem!

Mit sonnigen und nachdenklichen Grüssen,

Eure Patotra - klein

Jerusalem 2

Tipps:

Übernachten, auch ideal für Familien: Österreichisches Hospiz

Essen gehen in der Altstadt: Restaurant Golden City, Christian Quarter – Dachterrasse, tolle Aussicht

Landwercafé im historischen Bahnhof. Guter Kuchen, tolle Inneneinrichtung

Restaurant und Winebar Adom, auch im historischen Bahnhof.

Restaurant Canela, schick, modern, sehr schmackhafte Küche

Einkaufen: Mamilla Mall für alle angesagten Marken, ansonsten die Stände in der Stadt für Kunst, Schmuck, Bekleidung und Nippes

Jerusalem 1

Jerusalem

Vielen Dank an Tourismus Israel für die freundliche Einladung!

Wie Katja vom Wellness Bummler Jerusalem erlebt habt, könnt ihr hier nachlesen.

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