Kefalonia – eine Sinfonie in Blautönen mit Thymiannoten- Reisebericht mit vielen Reisetipps

Kefalonia ist die grösste der inonischen Inseln. Sie überrascht mit einer Sinfonie aus Farben und Düften und begeistert mit traumhaften Stränden und türkisfarbenem Meer. Ein kleiner, grosser Inseltraum! Reisebericht mit Reisetipps.

Es duftet nach Süden und Sommer, nach sonnengewärmtem Sand, nach dem Harz der Pinien und Zypressen. Bougainvillea und Oleander überbieten sich an Farbenpracht während sich bis zu 1628 Meter hohe Berge, im Winter schneebedeckt, aus dem azurblauen Meer erheben. In den Tavernen stimmen Männer melancholische Lieder an und zu späterer Stunde wird auf Kefalonia Sirtaki getanzt. Im Hafen von Argostoli recken Meeresschildkröten neugierig ihre Köpfe aus dem Meer. Das tun sie jeden Abend.

Willkommen auf Kefalonia!

Kefalonia ist mit einer Länge von 48km und einer Breite von 30km die grösste der Ionischen Inseln. Die Einwohner leben hauptsächlich von der Landwirtschaft, vom Tourismus und von der Seefahrt.

Feta, Honig und Olivenöl sind die Hauptrodukte der Insel. Bunte Bienenkästen heben sich von den zartgrünen Sträuchern und Kräutern an den Berghängen ab. Wie auf Korfu und den anderen ionischen Inseln, verdanken die Kefalonier ihre unzähligen Olivenhaine den Venezianern, die damals eine Prämie für jeden gepflanzten Olivenbaum auslobten. Ihnen ist auch der Baustil auf der Insel zuzuschreiben. Weisse Häuser und das Klischee-Griechenland, das man auf den Ägäischen Inseln findet, sucht man hier meist vergebens. Ein leichter Hauch von Italianita weht über die Insel.

Ein düsteres Kapitel überschattet jedoch Kefalonias jüngste Geschichte. Am 12. August 1953, zur Mittagszeit, als die meisten Menschen bei der Arbeit waren, erschütterte ein heftiges Erdbeben der Stärke 7,2 die Insel. Danach war nichts mehr, wie zuvor. Das Beben forderte viele Opfer, Tote und Verletze, Strassen waren unpassierbar und ein Grossteil der Gebäude zerstört. Viele der Überlebenden suchten danach in der Ferne ihr Glück und so kam es, dass von den einst 125’000 Einwohnern grade mal 25’000 übrig blieben. Mittlerweile ist die Bevölkerungszahl wieder auf rund 40’000 angestiegen.

Wer blieb, der baute wieder auf und es scheint, als wollte man mit dem was man aufbaute ein echtes Meisterstück schaffen. Als wollte man der Natur die Stirn bieten: „Sieh her, was wir Schönes erschaffen haben. So schön, das darfst du nicht zerstören!“

Selten habe ich so eine liebevoll gepflegte Umgebung gesehen, wie auf Kefalonia. Die Strassen sind pikobello sauber, die Häuser sind fein herausgeputzt und die blühenden Pflanzen in den Vorgärten übertrumpfen sich mit ihren Orange-, Rot- und Lilatönen. Eine Sinfonie aus Farben.

Diese findet sich auch in den zahllosen Blauschattierungen des Meers wieder. Während der kurvenreichen Fahrt entlang der Küste, öffnet sich der Blick immer wieder auf Buchten, wie sie in der Karibik nicht schöner sein könnten.

Im Frühsommer ist Kefalonia besonders schön. Dann ist die Landschaft noch grün und die bergige Insel noch weitgehend in der Hand der Einwohner. Im Sommer füllt sie sich mit sonnenhungrigen Badegästen, so wie die meisten schönen Orte am Meer.

Doch, für einen reinen Badeurlaub ist die Insel eigentlich viel zu schade. Wer sich auf die Suche begibt, der kann wahre Schätze entdecken. Ein Mietwagen zur Erkundung ist also unbedingt empfehlenswert. Die Strassen sind zum Teil schmal und kurvenreich. Dafür wird man mit traumhaften Aus- und Einblicken belohnt.

 

Hier meine Tipps für Entdeckungen mit dem Mietwagen auf Kefalonia:

Entdeckungen auf Kefalonia

Die Burgruine von St. George

Von der Burgruine St. George bei Peratata, an der Ostküste der Insel, hat man einen wunderbaren Weitblick über den südlichen und mittleren Teil der Insel.

Der Eintritt ist gratis. Nach einem kleinen Rundgang durch die Ruinen lockt direkt unterhalb der Ruine das gemütliche Café „To Kastro“. Unter Bougainvillea lässt es sich hier im Schatten bei einem Frappé (der typisch griechische, eisgekühlte Kaffee mit viel Schaum) wunderbar aushalten.

Die Höhlen von Kefalonia

Die Melissani Höhle

Türkisblau schillert das Wasser in der Melissani Höhle bei der Ortschaft Karavomilos. Sonnenlicht dringt durch das eingestürzte Höhlendach in die Höhle. Zur Mittagszeit, wenn die Sonne besonders hoch steht, kommt es hier zum Phänomen der fliegenden Boote. Es scheint tatsächlich, als würden die Boote über dem Boden zu schweben. Bei einer Bootsfahrt über den See und in die Höhle lässt sich dies eindrücklich erleben.

Dieses optische Phänomen ist nicht das einzige, womit die Höhle überrascht. Hier mischt sich das Grundwasser mit unterirdisch, landeinwärts strömendem Meerwasser. Die Höhle liegt 1 Meter über dem Meeresspiegel.

Die Drogorati Höhle

Nur wenige Kilometer von der Melissani Höhle entfernt befindet sich die Drogorati Höhle. Eine Tropfsteinhöhle, die ebenfalls besichtigt werden kann. Dank ihrer Akustik dient sie zeitweise als Konzertsaal. Etwas schade dabei ist die Tatsache, dass viele der Stalagmiten und Stalagtiten dafür abgeschlagen wurden, besonders, wenn man bedenkt, dass sie im Schnitt nur 8 bis 15 mm in 100 Jahren wachsen.

Traumstrände von Kefalonia

Traumstrände gibt es unzählige auf der Insel. Da die Küste besonders im Norden sehr felsig ist, sind einige Strände nur per Boot zu erreichen. Im Hafen von Sami können kleine Motorboote gemietet werden.

Der Myrtos Beach

Im Nord-Westen von Kefalonia, in der Nähe von Assos, lockt der Myrtos Beach mit seinem türkisfarbenen bis dunkelblauem Wasser. Er zählt zu den schönsten Stränden in ganz Griechenland. Hier geht es zur Nebensaison noch beschaulich zu und auch für Famiilien ist der Strand gut geeignet.

Der Strand von Antisamos

An der Ostküste befindet sich der Strand von Antisamos. Auch wenn es hier dank zahlreicher Cafés und Clubs recht lebhaft zugeht, findet man am Rand immernoch ein relativ ruhiges Plätzchen. Das Wasser am hellen Kiesstrand ist traumhaft. Badeschuhe nicht vergessen – die grossen Kieselsteine unter den Füssen sind doch recht unangenehm.

Herausgeputzte Orte am Meer

Die Hauptstadt Argostoli

Argostoli ist die Hauptstadt von Kefalonia. Eine beschauliche Flaniermeile mit Souvenierläden und gemütlichen Tavernas am Wasser. Die steinerne Brücke mit dem Obelisken zieht Touristen und Einheimische gleichermassen an.

Am Abend zeigen sich am Hafen die Karettschildkröten und in den Tavernas lässt es sich, während die Schildkröten vorbeiziehen, vorzüglich schlemmen.

Mein Tipp: Restaurant Kalafatis direkt am Wasser. Gute regionale Küche und tolle Atmosphöre.

Restaurant Premiere am Ende der Fussgängerzonen. Sehr gute Küche und für die Schleckermäulchen Gebäck und Törtchen aus eigener Patisserie.

Skala

Skala ist ein kleiner Ferienort ganz im Süden der Insel mit einem breiten Sandstrand und einladenden Tavernas. In der Nebensaison geht es hier sehr beschaulich zu.

Assos

Ganz in der Nähe des Myrtos Beach schmiegt sich der kleine Ort Assos mit seinen pastellfarbenen Häusern an eine kleine Bucht in der kleine Fischerboote sanft hin und her schaukeln.

Während sich hier im Winter nur rund 80 Seelen aufhalten (die Katzen nicht mitgezählt!), wächst die Einwohnerzahl des Ortes in den Sommermonaten auf 300 an. Über der Bucht thront die von den Venetianern errichtete Burg Assos.

Fiscardo

Fiscardo liegt ganz im Norden der Insel. Es gleicht einer Puppenstube am Meer. Als fände hier ein Wettbewerb statt, welches das schönste Haus rund um die Marina ist, wurden die Restaurants, Cafés und Geschäfte allerliebst herausgeputzt. Fiscardo ist ein Ort zum bleiben und sein.

Wen es dennoch in der Ferne zieht, dem sei verraten, dass ab Fiscardo die Fähre zur Nachbarinsel Ithaka ausläuft. Die Odysseus-Insel Ithaka lohnt sich auch für einen Tagesausflug!

Unterkünfte & Hotels

Grosse Hotelkomplexe sucht man auf Kefalonia zum Glück vergebens. Es gibt jedoch für jeden Geschmack und Geldbeutel zahlreiche hübsche Hotels und Pensionen, sowie Apartments.

Mein Tipp: Wer moderne Architektur mag und zudem ein entspanntes Ambiente liebt, dem kann ich das Hotel Leivatho bei Svronata, an der Südküste der Insel wärmsten empfehlen. Diese Hotel ist auch für Familien bestens geeignet. Es liegt nur wenige Gehminuten von einem Sandstrand Avithos entfernt.

Mein besonderer Tipp:

Unbedingt in der Bucht in der Taverne Avithos Preview des sympathischen 42 jährigen Panos einkehren. Die Mutter von Panos kocht in der Küche traditionelle Gerichte aus lokalen Produkten. Der Wein und das Olivenöl stammen gar aus eigener Bio-Produktion.

Die Küche ist die Beste, die ich auf Kefalonia geniessen dufte und das Ambiente direkt am Meer ist einfach unbezahlbar!

Mein Fazit:

Kefalonia im Frühsommer ist ein Traum. Eine Sinfonie aus Farben und Düften. Bougainvillea und Oleander wetteifern mit ihrer Blütenpracht mit den Blautönen des Meeres. Wilder Thymian und Rosmarin mischten sich mit dem Harzgeruch der Nadelbäume. Zikaden zirpen ihren allsommerlichen Evergreen, Bienen summen und fliegen mit ihren reich bepackten Pollenhöschen von Blüte zu Blüte.

Kefalonia! Wer diesem wahr gewordenen Inseltraum nicht verfällt, dem ist wohl nicht zu helfen.

Ich wünsche Euch einen zauberhaften Sommer.

Mit sonnigen Grüssen,

HinkommenUnterkommen

Ab Flughafen St. Gallen-Altenrhein bietet Rhomberg Reisen in den Monaten Juni bis September immer Freitags Charterflüge nach Argostoli auf Kefalonia an. Die Flugzeit beträgt ca. 2 Stunden. Der Flughafen Altenrhein ist ein äusserst entpannter Flughafen. Geparkt wird daneben auf der Wiese. Die Parkplätze sind für Kunden von Rhomberg Reisen kostenfrei. Einziges Manko ist, dass das Aufgabegepäck auf 15 Kg beschränkt ist. Aber da es auf Kefalonia während dieser Jahreszeit ohnehin schön warm ist, braucht man auch nicht wirklich viel mitzunehmen.

Ein breites Angebot an Hotels und Apartments für jeden Geschmack und Geldbeutel findet man beim Anbieter Rhomberg Reisen.

Wer schreibt hier?

Die Autorin: Ellen Gromann-GoldbergEllen Gromann-Goldberg

Globetrotterin mit Anhang, immer mit der Kamera im Anschlag und dem Notizblock in der Hand. Mit und ohne meine Familie, zwei Teenager, ein Twen und mein Mann, bin ich auf der Suche nach den besonderen Orten, Erlebnissen und Geschichten rund um die Welt und in meiner Heimat am schönen Bodensee.
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Offenlegung: Diese Reise fand auf Einladung von Rhomberg Reisen statt.


 

2 Comments

  • Liebe Ellen, nachdem ich Deinen Bericht gelesen habe, hüpft mein Herz. Die Vorfreude steigt, ich zähle die Tage, bis wir nach Kefalonia fliegen. Danke für die tollen Bilder und den Vorgeschmack auf die Insel.
    Liebe Grüße, Ines

    • Liebe Ines
      Ich beneide Euch echt etwas. Auf Kefalonia wäre ich zu gerne noch länger geblieben. Ich bin jetzt schon gespannt, wie es Euch gefallen wird.
      Sonnige Grüsse,
      Ellen

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