Kykladeninsel Milos: Die Zauberhafte!

Die kleine Propellermaschine, in der die Stewardess eben noch, dank der knappen Zeit etwas hektisch ihr Sicherheitsprogramm abgespult, die Getränke ausgeschenkt und die leeren Getränkebecher rasch wieder eigensammelt hat, entlässt mich und mit mir 33 weitere Passagiere am Rollfeld in Milos in eine andere Welt.

Der winzige Flughafen lässt erahnen, dass hier ein anderer Wind weht und er zaubert mir das erste Lächeln ins Gesicht. Am einzigen Gepäckband nehme ich meinen Koffer in Empfang und ich freue mich auf mein grosses, kleines Inselabenteuer.

Warum kleine Inseln?

Ich liebe Inseln. Ganz besonders die kleinen Inseln, die noch wenig touristisch sind. Inseln sind ein Mikrokosmos für sich und sie haben meist einen ausgeprägten Charakter. Auch die Menschen, die auf kleinen Inseln wohnen, sind meist etwas ganz Besonderes. Eines ist ihnen allen gemein: sie zeichnen sich durch eine besonders grosse Liebe zu ihrer Heimat aus. Sie sind tief verwurzelt auf dem kleinen Fleckchen Erde, umgeben von ganz viel Meer. Das ist es, was Inseln so besonders macht und warum ich es immer wieder spannend finde, neue zu entdecken.

Milos. Abgesehen von der Venus von Milos, habe ich von Milos noch nie etwas gehört. Ich betrete also völliges Neuland.

Meine Unterkunft, ein kleines Ferienappartement in einem typischen, weissen Häuschen mit blauen Türen und Fensterläden, liegt direkt am Meer, ganz in der Nähe des Hauptortes Adamas. Adamas ist in wenigen Minuten erreicht. Sauber und zweckmässig ist mein Domizil auf Zeit. Was braucht man mehr? Lange hält es mich sowieso nicht drin, wenn draussen neue Entdeckungen locken.

Sonnenuntergang in Plaka

Bald geht die wärmende Sonne unter. In Plaka ist dieses Schauspiel besonders gut zu beobachten, lasse ich mir sagen. Milos hat in etwa die Form eines Hufeisens. Plaka liegt am inneren, nordöstlichen Zipfel. Dort wo das Hufeisen das Glück festhält. Glücklich macht ein Gang durch die zauberhaften Gassen von Plaka. Strahlendweisse Häuser mit Haustüren und Fensterläden in blau, rosa hellgrün und gelb säumen die schmalen Gassen. Auch im inneren der Häuser geht es farbenfroh zu. Allerlei Kunsthandwerk ist in den Häusern zu bestaunen und zu erstehen – vom Kerzenmacher bis hin zum Seifenmacher und zum Sandkünstler. Als Motiv immer wiederkehrend die berühmteste Persönlichkeit der Insel, die im Louvre von Paris ausgestellte Venus von Milos, oder auch Aphrodite genannt. Aus farbigem Sand auf einer Leinwand, als Kerze, als Seife oder aus Ton.

Venus von Milos

Beschaulich und entspannt geht es in den Gassen von Plaka zu.

Plaka Milos

Milos Plaka

Ich folge dem Duft von frischem Kuchen und Keksen ins Cafe Paleos. Ein nettes Cafe, das zum verweilen einlädt. Wie der ganze Ort hat es etwas von einer hübsch gemachten Puppenstube. Ich probiere den kleinen, köstlichen Keks mit Mandeln, den die Besitzerin mir stolz zur Probe reicht. Ich nicke und deute ihr, dass er sehr köstlich schmeckt. Sie strahlt mich an. Nach einem Kaffee verlasse ich kurz darauf mit einem zufriedenen Lächeln das kleine, gemütliche Cafe.

Höchste Zeit für den Sonnenuntergang. Ich habe Glück und ergattere im Cafe Utopia noch einen Platz in der ersten Reihe. Die Plätze sind um diese Zeit sehr begehrt. Während ich ein Glas Weisswein geniesse, färbt sich der Himmel erst gelb, dann in ein Orange, das zusehends dunkler wird, bis die Sonne ganz am Horizont, hinter der nächsten Insel verschwindet. Das ist der Stoff aus dem Ferienträume sind!

Sonnenutergang Milos

Kulinarische Höhenflüge

Milos Restaurant Navagio

Einen weiteren krönenden Abschluss bildet der kulinarische Hochgenuss im Restaurant Navagio in Adamas. Direkt am Wasser, mit Blick über Segelboote und das Meer, geniesse ich die köstlichen Fisch- und Meeresfrüchtekreationen aus Kostas Papaioannous Küche. Ein Traum! Essen, das glücklich macht.

Milos Genuss

Essen Milos

Restaurant Navagio Adamas

Einmal um Milos herum

Traumhaft beginnt nach einer erholsamen Nacht auch der neue Tag. Die Sonne blinzelt mir zu. Da ist sie wieder! Ich werfe einen kurzen Blick aus dem Appartement und bleibe hängen am Blau des Meeres, das mir das erste Lächeln für diesen Tag zaubert. Wo könnte ein Tag schöner beginnen, als am Meer?

Ein kurzes Frühstück und schon zieht es mich raus. Ich will diese Insel entdecken, ihr Wesen kennenlernen.

Am Besten gehe das per Schiff, versichert man mir. Hm, eine Insel von aussen kennenlernen? So ganz überzeugt bin ich nicht, aber ich verlasse mich auf den Rat der Einheimischen. Die werden schon wissen, wovon sie mir vorschwärmen. Ich werde also den ganzen Tag auf einem Katamaran verbringen. Mal wieder Zeit etwas zu lesen und ich bin froh, dass ich mir ein Buch eingesteckt habe. Was soll ich auch sonst zehn Stunden lang auf dem Meer anfangen?

Nach einem freundlichen Willkommensgruss borde ich zur Segelexkursion mit der Milos Adventures. Mit mir weitere Besucher- aus Südafrika, Australien und den USA. Die Meisten von Ihnen mit griechischen Wurzeln. Eine nette Truppe und man kommt schnell ins Gespräch.

Farbenfrohe Fischerdörfer und bizarre Felsformationen

Kaum raus aus dem Hafen, warten auch schon die ersten Entdeckungen auf uns. Die Fischerdörfer Skinopi, Klima, Areti und Fourkovouni mit ihren weissen Häusern und den bunten Toren heben sich vom endlosen blau des Meeres ab und verleihen diesem einen prächtigen Rahmen. Das Erdgeschoss der Häuser dient im Winter als Unterstellort für die Fischerboote.  Sirmata, heissen diese Häuser und sie sind ganz typisch für Milos.

Milos Sirmata

Das nächste Ziel ist die Vulkaninsel Glaronisia. Als wären tausende, riesige Bleistifte aneinandergeklebt, ragt sie keck und ein wenig bedrohlich aus dem Meer empor. Im kristallklaren Wasser erfrische ich mich. Die Sonne wärmt schon kräftig, obwohl es erst Juni ist.

Glaronisia

Katamaran Milos

Das nächste Ziel ist Poliegros. Eine kleine Insel, auf der nur ein Ehepaar mit seinen Ziegen lebt. Sie leben vom Verkauf von Tee und Kräutern, die sie auf der Insel sammeln.

Das Meer um die Insel erstrahlt im schönsten Blau, das man sich nur vorstellen kann. Schöner kann es selbst in der Karibik nicht sein!

Poliegros

Nach einem kurzen Schwimm- und Snack- Stopp geht es zurück in Richtung Milos. Der vulkanische Ursprung der Insel bedingt, dass sich die Küstenlinie und die Strände mit bizarren Felsformen, Höhlen und einer Vielzahl an verschiedenen Gesteinsfärbungen präsentieren. Unglaublich schön.

Milos Felsen

Statt zu lesen, sitze ich und schaue und staune und merke, wie mich Milos, die Schöne ganz in ihren Bann zieht. Spätestens bei den weissen Felsformationen von Sarakiniko ist es dann vollends um mich geschehen. Was für eine zauberhaftes Inselparadies!

Sarakiniko Milos

Milos macht glücklich!

Nach fast 10 Stunden an Bord verlasse ich das Schiff im Hafen von Adamas mit einem Strahlen. Milos hat mir seine ganze Schönheit offenbart und mein Herz im Sturm erobert!

Milos macht glücklich und da sich Glück vervielfacht, wenn man es teilt, komme ich das nächsten Mal mit meiner Familie. Ganz bestimmt – denn schöner können Sommerträume kaum sein!

Es gibt sie noch, die kleinen Paradiese, für die man nicht um die halbe Welt fliegen muss. Geht raus und findet sie! Wer weiss, vielleicht findet ihr Euer Inselglück ja auch auf Milos. Wundern würde mich das nicht!

Mit sonnigen Grüssen,

Eure Patotra - klein

 

 

Allgemeine Infos zu Milos:

Die Kykladeninsel Milos liegt in der Ägäis. Sie ist vulkanischen Ursprungs. Die Insel ist seit 5000 v. Chr. besiedelt. Dem Bergbau (Bentonit, Perlit Kaonit, Schwefel und Bimsstein) verdankt die Insel ihren Wohlstand und vermutlich auch die Tatsache, dass die Insel nicht von Touristen überrannt ist. Ein Bergbaumuseum in Adamas erzählt von dieser Geschichte.

Rund 5000 Einwohner leben auf der 160.147 Quadratkilometer grossen Insel.

Milos war nie in dem Masse abhängig vom Tourismus, wie andere Inseln. Trotzdem, oder grade deshalb ist Milos ein Ferienparadies für aktive Menschen. Neben einer Vielzahl an Stränden, lockt das Meer für Ausflüge mit dem Kajak, Schnorchel- und Tauchexkursionen. Auch Wanderer finden hier verschiedene Touren.

Insel Milos

Grosse Luxus-Hotelkomplexe sucht man auf der Insel vergebens. Kleinere besitzergeführte Hotels und Pensionen, sowie Apartments machen den Charme der Insel mit aus.

Ideale Reisezeit:

Von April bis November. Der April kann noch etwas verregnet sein, ist aber ideal für Wanderungen. Im November hat man mit etwas Glück noch ein paar warme Tage. Auch das Meer ist noch warm. Juli und August ist Hochsaison. In diesen Monaten sind die meisten Touristen auf der Insel anzutreffen. In der Nebensaison geht es eher ruhig und beschaulich zu.

Hinkommen:

Ab Zürich fliegt die Aegean Airlines, deren guter Service mich sehr positiv überrascht hat, in gut 2 Stunden nach Athen. Von dort geht es mit einer kleinen Propellermaschine weiter zum kleinen Flughafen nach Milos. Auf dem Hinflug musste ich meinen Koffer in Athen abholen und nochmal einchecken. Das lief allerdings sehr einfach und problemlos. Beim Rückflug wurde der Koffer bis Zürich durchgecheckt. Der Aufenthalt in Athen ist derzeit mit fast 5 Stunden relativ lang. Ich würde daher beim nächsten Mal einen Zwischenstopp in Athen einplanen und mir noch die Stadt anschauen.

Rumkommen:

Auch wenn auf der Insel in den Sommermonaten verschiedene Buslinien zur Verfügung stehen, würde ich unbedingt ein Auto mieten, um die Insel selbst zu erkunden. Es gibt verschiedene Autovermietungen auf der Insel und es ist empfehlenswert das Auto schon von zu Hause aus zu reservieren. In den Sommermonaten können Mietautos knapp werden.

Unterkommen:

Es gibt einige kleinere Hotels auf der Insel. Ebenso Pensionen und kleine Appartementanlagen. Wer Wert auf die Nähe zu einem grösseren Ort legt, ist sicher in der Region um Adamas gut aufgehoben. Besonders für Familien und Strandgänger eignet sich der ruhige Ort Polonia.

Weitere Infos dazu finden sich hier:

Offizielle Homepage

Ich selbst war im Moustakas Beach Cottage. Das Appartement war einfach, aber sauber und zweckmässig.

Gut essen:

-Traditionelle griechische Küche im Restaurant Kynigos direkt am Hafen von Adamas

-Excellente, kreative Fischküche am Meer in Adamas, Restaurant Navagio

Fischtaverne Armenaki in Pollonia, Auch hier exzellente, etwas traditionellere Fischküche. Der Wirt ist zudem der einzige Sommelier der Insel und bietet Spitzenweine zu sehr vernünftigen Preisen an.

Restaurant Armenaki Pollonia

Cafe Paleus in Plaka, feine Backwaren und ein sehr nettes Ambiente

Hausgemachte Spezialitäten der Insel und Frühstück:

Milos Arc of Flavors

The arc of flavors in Polonia, direkt an der „Hauptstrasse“. Unbedingt empfehlenswert! Die Besitzerin backt und kocht mit viel Leidenschaft. Die Produkte können im Laden gekauft, oder im wunderschönen, schattigen Rosengarten hinter dem Haus genossen werden. Alles wird mit viel Liebe zubereitet und serviert. Die Besitzerin vermietet Appartements, auch für grössere Familien.

Arc of flavors Milos

Bootstouren:

Im Hafen von Adamas findet sich eine Vielzahl an Booten für Ausflüge um die Insel.

Ich war mit Chrysovalandou catamarans unterwegs. Eine sehr nette Crew, die vieles erklärt hat. An Bord wurde frisch und sehr gut gekocht! Auch die Schnorchelausrüstung war für alle dabei.

Sehr empfehlenswert! Buchen kann man den Ausflug in dem kleinen Büro am Hafen.

Milos Katamaran

 


Offenlegung: Diese Reise fand auf Einladung der griechischen Zentrale für Fremdenverkehr statt. Herzlichen Dank dafür!


 

4 Comments

  • Eine wunderbare Reportage, die mir sofort Lust auf eine Reise nach Milos macht. Am schönsten finde ich das Foto (aus dem Wasser?) von dem Boot. Das Blau – das hat es mir auf deinen Bildern hier wirklich angetan. Kulinarisch scheint es dort auch genau richtig für uns zu sein. Mediterran, viel Fisch und Meeresfrüchte.

    • Liebe Anke,
      Dankeschön!! Milos ist gorssartig und diese Blautöne sind umwerfend. Das Foto ist tatsächlich vom Wasser aus entstanden.
      Herzliche Grüsse,
      Ellen

  • Ach Ellen, wie schön. Ich bin ja auch gerade erst von einer griechischen Insel zurück gekommen, der Koffer ist noch nicht ausgepackt. Bei Deinem Bericht und den wunderschönen Bildern könnte ich direkt wieder starten. Bella Ellada :-). Liebe Grüße, Ines

    • Liebe Ines
      Ja, diese griechischen Inseln sind schon besonders schön. Ich könnte auch gleich wieder packen und starten, aber eben am liebsten mit der ganzen Familie 😉
      Lieber Gruss,
      Ellen

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