Lefkada – Inselparadies im ionischen Meer- ein Meisterwerk aus Grün- und Blautönen

Lefkada
Falls die Erde nicht durch den Urknall entstanden wäre, dann wurde Lefkada von einem Künstler erschaffen. Mit der zauberhaften, kleinen Insel im ionischen Meer hat er sein Meisterwerk kreiert und seine blaue und grüne Phase voll ausgelebt.

Tatsächlich überrascht Lefkada nicht nur mit glasklarem Meer, das sich in den schönsten Türkis- und Blautönen präsentiert, sondern auch mit einer Vegetation, die sogar am Ende des Sommers noch mit einer reichen Palette von Grüntönen bezaubert. Vom zarten hellgrün der Nadelbäume bis zum satten Olivgrün der zahlreichen Olivenbäume fehlt wohl keine einzige Nuance, um das Auge zu erfreuen.

Ca. 35 km lang und maximal 15 km breit ist das kleine Inselchen, das durch eine schwimmende Brücke mit der Region Epirus auf dem griechischen Festland verbunden ist. Während den Wintermonaten ist die Insel von etwa 23 000 Menschen bewohnt. Man lebt hauptsächlich vom Tourismus, vom Fischfang und der Produktion von Honig, Olivenöl und Wein.

In den Sommermonaten sind es weit mehr Menschen, die die Insel im Ionischen Meer bevölkern. Die beliebten Strände sind dann gut besucht und die einladenden Tische der Tavernen am Meer sind besonders zur Abendstunde heissbegehrt. 

Flamingos auf Lefkada

Anfang September wird es ruhiger und die sommerliche Hitze weicht ganz langsam angenehmeren Tagestemperaturen. In den Bergen, die sich bis zu 1’158 m.ü.M. erheben, herrscht dann schon fast Wanderwetter. Wer sich auf der Insel der 1’001 Serpentinen mit dem Auto in die Berge hocharbeitet, wird mit einer verträumten, einsamen Gegend und atemberaubenden Aussichten auf das Festland und die umgebenden Inseln, Meganisi, Skorpios und weiter im Süden auf Ithaka und Kefalonia belohnt. Der September ist die ideale Zeit Jahreszeit, um die ionischen Inseln, die ausserdem noch die Insel Korfu und Paxos umfassen, zu bereisen.

Es lohnt sich sehr, auf Lefkada die touristischen Pfade zu verlassen. In den einsameren Gegenden hat Lefkada viel von ihrer Ursprünglichkeit bewahrt und dort geizt sie nicht mit ihrem besonderen Charme. 

Lefkada Strassen

Strände satt! Ein Paradies für Schwimmer und Sonnenanbeter

Lefkada hat zahlreiche, zum Teil atemberaubende Strände zu bieten. Besonders die Strände der Westküste haben das Zeug zum Superlativ. 

Porto Katsiki – der vielleicht schönste Strand Griechenlands

Porto Katsiki

Man sagt, der Strand von Porto Katsiki sei der schönste Strand Griechenlands. Ich meine, das von anderen Stränden in Griechenland auch schon gehört zu haben. Aber ja, Porto Katsiki ist wirklich atemberaubend schön. Der Strand aus feinem Kieselstein-Sandgemisch liegt direkt am Fusse von weissen Kalksteinklippen. Sehr einfach, über 100 Treppenstufen, geht es dort hinunter. Das Meer schimmert türkisblau und lädt zum ausgiebigen Baden im angenehm kühlen Meer ein. Die Sicht ist an ruhigen Tagen bis weit hinaus ungetrübt und reicht bis auf den Meeresgrund. Einzig die laute Beschallung der Ausflugsboote trüben das Bild ein wenig. Diese fahren die Bucht üblicherweise aber nur für ein paar Minuten an, um ihre Passagiere kurz ins Meer ausspucken und gleich wieder aufzuladen, um dann, begleitet vom Beat der angesagten Hits, schon zum nächsten Ausflugsziel weiterzufahren.

Mein Tipp
Früh kommen und früh wieder gehen, um den Strand möglichst menschenleer zu erleben – oder erst gegen Abend kommen. Der Sonnenuntergang soll traumhaft sein!

Egremni Beach – der Strand, der verdient werden muss

Egremni Beach

Egremni Beach muss man sich verdienen. Nach zahlreichen Serpentinen ist irgendwann Schluss. Die Strasse ist gesperrt. Ab hier geht es nur noch zu Fuss weiter. Zahlreiche Erdrutsche haben dazu geführt, dass die Strasse für Autos nicht mehr sicher ist. Also geht es die verbleibenden 200 Höhenmeter vom Parkplatz zu Fuss weiter. Auf dem Weg nach unten öffnet sich der Blick auf die kleine Bucht. Treppen aus Metall wurden hier in abenteuerlichem Zickzack  an die Kalksteinhänge geklebt. 420 Stufen weiter unten ist dann der Strand endlich erreicht: Traumhaft schön! Wenn da nur der Rückweg nicht wäre. Der zieht sich bei sommerlichen Temperaturen bis zum Abend nämlich zäh wie ein alter Kaugummi den Berg hinauf.

Milos Beach – ein Paradies für Schwimmer

Milos Beach

Vom kleinen Touristenort Agios Nikita führt ein schmaler Trampelpfad über den Hügel zum Milos Beach. Wer es bequemer möchte, der lässt sich, wie wir, vom Strand von Agios Nikita mit dem Boot für 3 Euro (Stand September 2021) zum Milos Beach fahren. Das Passagierboot verkehrt alle 20 Minuten.

Milos Beach

Kavalikefta Beachfür wagemutige Klippenspringer

Eine kleine Bucht mit felsigem Strand. Ganz Mutige können sich hier direkt vom Felsen ins Wasser stürzen.

Pefkoulia Beach – Sonnenanbeters Lieblingsplatz

Pefkoulia Beach

Pefkoulia ist ein hübscher Sandstrand im Nordwesten von Lefkada, kurz vor Agios Nikitas. Der Strand ist normalerweise etwas weniger belebt, als die kleine Bucht von Agios Nikitas wo sich die Touristen oft drängen.

Afteli Beach – kleine Bucht

Afteli Beach

Afteli Beach liegt in einer kleinen, zauberhaften Bucht im Südosten der Insel. Mein Tipp: Hier unbedingt ein Boot mieten (Kosten für den Tag etwa 90 Euro plus Benzin – ein Bootsführerschein ist nicht notwendig) und die Insel Meganisi ansteuern. Auf Meganisi kann man am Steg vor dem Restaurant Il Paradiso anlegen und dort im Schatten zu Mittag essen. Danach in einer kleinen Bucht ankern und im glasklaren Wasser die Fische beobachten und ausgiebig baden. 

Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Strände. Etwa der Sandstrand Paralia Agios Ioannis im Norden der Insel unweit der Hauptstadt Lefkada. Hier finden an windigen Tagen Kitesurfer ihr Paradies. Der Himmel ist voll mit bunten Lenkdrachen, während die Surfer übers Meer flitzen und fliegen. 

Lefkada hat für jeden Geschmack und jede Laune den perfekten Strand zu bieten.

Was gibt es sonst noch zu sehen auf Lefkada?

Der Wasserfall von Nidri

Auch wenn der Wasserfall in den Sommermonaten nicht ganz so spektakulär ist, lohnt sich ein Ausflug, schon allein wegen des netten Weges durch den Wald, zum Wasserfall von Nidri, im Osten der Insel.

Der Leuchtturm am Kap Lefkada

Leuchtturm Kap Lefkada

Ein tolles Ausflugsziel ist der Leuchtturm am Kap Lefkada (oft auch als Kap Doukato bezeichnet) ganz im Südwesten der Insel. Der Ausbick auf die wilden Klippen und die Inseln Ithaka und Kefalonia ist traumhaft. 

Berge, Dörfer und die Stadt Lefkada

Die Bergregion von Lefkada sind atemberaubend schön – und so ganz anders als die Touristenzentren am Meer. Hier herrscht sogar ein spürbar anderes Klima, als unten an der Küste. Auch die Vegetation ist völlig anders. Nicht selten begegnet man Ziegen- oder Schafherden. Menschen hingegen sind, ausser in den wenigen Dörfern, eher selten anzutreffen.

Einen spannende Entdeckung in der Nähe von Karya ist die verlassenen Militär Radar Basis. In der Gegend sind zudem zahlreiche alte Steinhäuser zu finden, die vermutlich auf eine frühere Besiedelung der Region zurückgehen. Allein schon wegen der Aussicht lohnt sich der Weg hier herauf. 

Berge von Lefkada

Handwerkskunst in Karya

Karya ist ein hübsches Dorf in den Bergen. Ein grosser Dorfplatz mit riesigen Bäumen, in deren Schatten hübsch zurecht gemachte Tische darauf warten von Einheimischen und Touristen bevölkert zu werden. Souvenirjäger kommen in Karya voll und ganz auf ihre Kosten. In kleinen Läden werden Stickereien, regionale Köstlichkeiten oder Produkte aus Olivenholz angeboten.

Karya

Viele der kleinen Bergdörfer scheinen fast verwaist, oder in einen Dornröschenschlaf gefallen zu sein. Oft haftet ihnen ein morbider Charme an. Verlassene Häuser zerfallen mitten in den Dörfern und ihre Gemäuer werden von der Natur zurückerobert. 

Bummel durch Lefkada Stadt

Auch der gleichnamige Hauptort, Lefkada Stadt, offenbart seine Schönheit erst auf den zweiten Blick. Hier lohnt es sich mit etwas Zeit durch die Gassen zu schlendern, um die hübschen Ecken zu entdecken. Ein wirkliches Highlight ist Lefkada Stadt meines Erachtens aber nicht.

Wesentlich besser hat uns die einige Kilometer weiter nördlich auf dem Festland gelegene Stadt Preveza gefallen.

Die Region Epirus

Hübsches Städtchen Preveza

Ein Ausflug nach Preveza lohnt sich. In den zahlreichen Gässchen der hübschen Hafenstadt verirrt man sich nur allzu gerne. Hier findet man sowohl moderne Boutiquen als auch Läden in denen regionales Kunsthandwerk, mitunter neu interpretiert, angeboten wird. In den zahlreichen Tavernen in den angenehm schattigen Gassen trifft sich die Bevölkerung auf einen Schwatz. Die Atmosphäre ist entspannt. 

Überraschend günstig, im Vergleich zu Insel, sind die Preise in den Tavernen Prevezas. Da kostet das Essen gut und gerne 30 % weniger, als auf Lefkada.

Weitere Informationen
Sehr gut und zu einem angemessenen Preis speist man in der Ventura Tavern in der Altstadt von Preveza. Der Wirt ist ein Polyglott und ausgesprochen freundlich.

Schluchtenwanderung durch den kalten Fluss Acheron 

Acheron, Epirus

Der Fluss Acheron ist in er griechischen Mythologie einer der fünf Flüsse der Unterwelt. Hier wurden die toten Seelen vom Fährmann in den Hades gebracht. 

Man fragt sich jedoch, wie man beim Anblick dieses wunderschönen Flusses, auf solch düstere Gedanken kommen kann. Am Ufer das Acheron, beim Dorf Glyki, was soviel wie Zucker heisst, reihen sich die Ausflugslokale aneinander. Der Acheron ist ein beliebtes Ausflugsziel bei den Griechen. 

Das Quellwasser, das hier mit einer Temperatur von 11 Grad zum Teil direkt aus den Felsen strömt, ist herrlich erfrischend. Der Fluss kann auf einer kurzen, sehr harmlosen Riverrafting Tour oder mit dem Kanu erkundet werden. Anbieter sind etwas nördlich der Ortschaft Glyki zu finden.

Eine ganz besondere Art den Fluss zu erkunden, ist eine Wanderung flussaufwärts im „eiskalten“ Wasser durch die Schlucht. Der untere Teil ist gut zu Fuss zu erkunden, auch wenn das Wasser teilweise hüfttief wird. Wer aber bis zum Ende der Schlucht gelangen möchte, der muss an zwei Stellen auch schwimmen. Also unbedingt einen Drybag mitnehmen für alles, was nicht nass werden darf!

Meine Tipps zum Fluss-Trekking im Acheron:

Unbedingt Badesachen und wasserfeste Sandalen anziehen. Barfuss kann man den Fluss wegen der Felsen nicht erwandern.

Auf der östlichen Seite des Flusses nördlich von Glyki befindet sich ein grosser Parkplatz. Von hier aus geht es nur noch zu Fuss in Richtung Schlucht. Am besten man durchquert den Fluss auf der Höhe des Parkplatzes und wandert den Pfad entlang durch den Wald, bis zum Einstieg in die Schlucht.

Lefkada und die Region Epirus bieten eine Unmenge an Möglichkeiten für abwechslungsreiche Ferien. Auch Inselhopping ist hier eine tolle Option. Korfu kann vom Festland (Igoumenitsa) aus problemlos mit der Fähre erreicht werden und Kefalonia und Ithaka werden mit der Autofähre von Nidri auf Lefkada angefahren.

Weitere Tipps für Lefkada

Gut essen auf Lefkada

Schlecht gegessen haben wir auf Lefkada eigentlich nirgends.  

Ganz besonders empfehlenswert ist das Restaurant: T’Aloni in Chrotata. Neben einer ganz ausgezeichneten und kreativen Küche, geniesst man hier einen traumhaften Ausblick. Der Küchenchef wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. als Griechenlands Koch des Jahres 2021. Die Preise sind dabei sehr moderat. Die verwendeten Produkte sind regional – teilweise auch in Bioqualität. Hier gibt es keinen Fisch auf der Karte.

Sehr schön, direkt am Meer sitzt man on der Taverna Ta Kanoria in Lygia. Der Ausblick über die Bucht bis zum Festland ist traumhaft. Die Gerichte sind sehr fein. Besonders zu empfehlen ist der Salat Ta Kanoria und die Fisch-Gerichte. 

Wegen des tollen Ausblicks zu empfehlen ist ausserdem das Restaurant Panoramic View in Kalamitsi. Hier gibt es gute griechische Hausmannskost und er Service ist sehr freundlich.

Hinkommen

Per Flugzeug erreicht man Lefkada über den Flughafen Aktio (Preveza)

Von der Schweiz aus fliegt zum Beispiel die People’s Airline mit relativ kleinen Flugzeugen (80 – 100 Plätze) ab dem Flughafen St. Gallen Altenrhein. Eine sehr entspannte Anreise. Wir haben uns in Anbetracht der pandemischen Situation so relativ sicher gefühlt.

Alternativ ist Lefkada auch mit der Fähre vom italienischen Festland zu erreichen. Wer lieber alles selbst mit dem Auto fährt via Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Albanien.

Unterkommen

Auf Lefkada gibt es zahlreiche Unterkünfte, besonders in Form von Ferienhäusern und Ferienwohnungen. Auch Hotels unterschiedlicher Kategorien stehen zur Auswahl. Wir haben uns, pandemiebedingt, für ein Ferienhaus mit Pool entschieden. Weil es mir wichtig war, im Zweifelsfall unkompliziert stornieren zu können, habe ich unser Ferienhaus mit Pool über Booking gebucht. Das Ferienhaus lag an der Ostküste oberhalb des Ortes Lygia, mit Aussicht über die Meerenge hinüber aufs Festland.

Unser Ausblick vom Ferienhaus

Wer atemberaubende Sonnenuntergänge braucht und wem die Nähe zu den schönsten Stränden der Insel wichtig ist, der sollte bevorzugt eine Unterkunft an der Westküste wählen.

Rumkommen

Es ist unbedingt zu empfehlen, ein Auto zu mieten. Wer ein kleines Auto bucht, der bucht weise. Die Strassen sind zum Teil sehr schmal und sehr kurvig. Mit einem grossen Auto wird man hier nicht glücklich.

Informationen zu Lefkada und Corona

Wir mussten uns vorab registrieren, um einen entsprechenden Einreise-Code für Griechenland zu erhalten. Da wir alle geimpft sind, war das völlig unkompliziert. Bei der Einreise werden stichprobenartig Corona-Tests, auch bei Geimpften, durchgeführt.

Vor Ort ist das Tragen von Masken in Innenräumen vorgeschrieben. Das Servicepersonal in den Tavernen trägt ebenfalls Masken, auch im Aussenbereich der Restaurants. 

Wer schreibt hier?
Ellen Gromann-Goldberg
Es geht nicht darum, Länder zu sammeln, sondern darum das Leben mit besonderen Augenblicken, Landschaften, Orten, Aktivitäten und Begegnungen zu bereichern. Das ist für Ellen die Essenz des Reisens. Mit viel Passion hält sie diese in ihren Texten und Bildern fest. Gerne auch gewürzt mit dem Duft und Geschmack regionaler Köstlichkeiten.
Neben Ihrer Tätigkeit als Bloggerin und Chefredakteurin von Patotra, arbeitet Ellen als freie Journalistin und Content Creator.

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