Marokko – Eintauchen in das echte Marokko

Fladenbrot backen in Marokko
Was ich am Reisen besonders Liebe ist, in das echte Leben in einem Land einzutauchen. Zu Besuch bei Fatimah in ihrem einfachen Lehmhaus in einem Bergdorf in Marokko.

Fatimah wendet mit der Hand das Fladenbrot, das auf einem kleinen Feuer in einer Ecke des dunklen Lehmraumes goldbraun gebacken werden soll. Schnell muss sie dabei sein, um sich nicht die Finger zu verbrennen. Stolz zeigt sie die fertigen Brote und lacht dabei.

„Brot ist für uns Marokkaner sehr wichtig und es gehört zu jedem Essen“, erklärt Zakaria. Zakaria hat in Marokko Deutsch studiert und hin und wieder kommen ihm sogar ein paar Worte Schweizerdeutsch über die Lippen. Er arbeitet als Reiseleiter für den Reiseveranstalter Fairaway, der sich auf individuelle und authentische Erlebnisse und nachhaltige Reisen spezialisiert hat.

Zakraia hat uns in das kleine Dorf Igousani, am Fusse des Atlasgebirge, in der Nähe des Ourika Tales geführt.

Mandelblüte in Marokko

Hier lebt Fatimah, gemeinsam mit ihrem Sohn Hassan, dessen Frau Rabiho und deren beiden Kindern in einem bescheidenen Haus aus Lehm. So wie alle Dorfbewohner hier leben.

Fatimah vor ihrem Haus

Fladenbrot über dem Feuer

Fatimah zeigt mir, wie man marokkanisches Brot backt. Grob gemahlenes Gersten- und Weizenmehl wird mit Hefe, Salz und warmem Wasser vermengt und dann tüchtig durchgeknetet. An der Sonne darf der zugedeckte Teig dann gehen, bevor kleine Fladen daraus geformt werden, die über der offenen Feuerstelle gebacken werden.

Fatimah backt Fladenbrot

Mein Besuch beschert Ihr und der Familie ein kleines zusätzliches Einkommen und mir einen spannenden Einblick in das „echte“ Leben in Marokko.

Das Leben im Töpferdorf

Hassan verdient sein Brot damit die traditionellen marokkanischen Tontöpfe für die Tajine zu töpfern. Flink ist er darin und in wenigen Sekunden zaubert er aus einem Lehmklumpen das Gefäss mitsamt Deckel. Diese müssen dann an der Sonne trockenen, bevor sie in einem der Öfen gebrannt werden. Er ist nicht der einzige Töpfer im Dorf.

Töpferwerkstatt in Marokko

Tajine

Tajine trocknen in der Sonne

Leider reicht der Ertrag, den ihm die Händler für seine Tajine bezahlen kaum zum überleben.

So zeigt jetzt eben Fatimah interessierten Touristen, wie markkonisches Fladenbrot entsteht und sie bereitet mit ihnen gemeinsam eine traditionelle Tajine vor.

Das Leben der Menschen auf dem Land in Marokko ist einfach. Man ist hier sehr weit entfernt von unserer modernen Welt.

Esel und vielleicht noch ein Elselskarren sind auch heute noch gängige Fortbewegungsmittel. Eine Familie hat in Marokko durchschnittlich 3,7 Kinder. Kinder sind hier besonders wichtig, denn sie sind in der Familie auch heute noch wichtige Arbeitskräfte, als Hilfe im Ackerbau oder mit dem Vieh und sie sind die Altersvorsorge für ihre Eltern.

Eine marokkanische Teezeremonie, gute und böse Geister

„Die Menschen sind genügssam“, erklärt mit Zakaria. „Sie brauchen nicht viel. Aber man schätzt den sozialen Kontakt und sitzt gerne beisammen. Eine Teezeremonie ist so ein willkommener Anlass zusammenzusitzen. Die Teezeremonie ist hier sogar wichtiger, als eine gemeinsame Malzeit“.

Dabei giesst er die Kanne mit Grüntee auf mit dem über dem Feuer zum Kochen gebrachten Wasser.

Marokkanische Teezeremonie

Zwei Gläser davon schenkt er ein. Das erste Glas wird weggeschüttet. „Immer wenn wir etwas heisses wegschütten, sprechen wir dazu die Wort „im Namen Gottes“. Wir tun das um die bösen Engel zu besänftigen“, erfahre ich von Zakaria. „Wir glauben, dass jeder Mensch von zwei Engeln begleitet wird. Einer auf der rechten Seite, der alle guten Dinge notiert und einer auf der linken Seite, der alle schlechten Dinge notiert. Darum betritt man ein Haus mit dem rechten Fuss. Das bringt Glück hinein. Auf das Stille Örtchen hingegen sollte mit dem linken Fuss zuerst gehen, um die bösen Geister zu besänftigen und wieder hinaus mit dem rechten“, führt Zakaria weiter aus.

Dabei giesst er das zweite Glas Grüntee immer wieder in hohem Bogen und einem dünnen Strahl in die Teekanne zurück und von dort wieder in das Glas. „Der Tee muss schäumen, um richtig gut zu sein“, erklärt Zakaria. Und süss muss er sein. Die Marokkaner lieben alles was richtig süss ist und so verschwindet ein grosser Brocken Zucker in der Teekanne. Nach mehrmaligem hin- und hergiessen ist der Tee dann schaumig genug und er wird in die Gläser eingegossen, in welche zuvor einige Blätter frische Minze gegeben wurden.

Berber-Whiskey wird dieser Tee auch scherzhaft genannt. Ich gönne mir ein Glas des zuckersüssen Whiskeys. Das erste Glas, so sagen die Berber ist „süss wie die Liebe“. Das zweite „mittel, wie das Leben“ und das dritte „bitter wie der Tod“. Ich begnüge mich mit „süss wie die Liebe“.

Neugierig, wie ich bin, möchte ich auch die Umgebung ein wenig erkunden. Die Nachbarin von Fatimah, deutet mir mit der Hand, ihr zu folgen. Sie führt mich um das Dorf herum. Knorrige, alte Olivenbäume und Ohrenkakteen wachsen hier.

Frau mit Kind geht entlang Bewässerungskanal

Zu dieser Jahreszeit ist die Gegend überraschend grün. In einem Tal plätschert ein Bach und ein Mann befreit den kleinen Kanal, der von dort aus in das Dorf führt mit einer Schaufel von Schlamm uns Steinen, damit das Wasser wieder ungehindert bis ins Dorf fliessen kann. Wir folgen dem kleinen Kanal und kommen wieder zurück ins Dorf.

Die traditionelle Tajine

Mittlerweile ist unsere Tajine fertig, die eine Stunde lang auf dem Feuer garen durfte. Unter Fatimahs Anweisungen haben wir zuvor Gemüse geschnitten, es mit Hühnchenfleisch geschichtet, gewürzt und dann auf das Feuer gestellt. Fatimah ist eine gute Lehrmeisterin und auch wenn wir nicht die gleiche Sprache sprechen, verstehen wir uns.

Im Garten hat sie einen Platz zum Essen vorbereitet. Es duftet und schmeckt köstlich.

Tajine

Nachdem mich Marrakesch nicht wirklich begeistern konnte, hat mich der Tag bei Fatimah und ihrer Familie mehr als entschädigt.

Ich liebe solche Erlebnisse, die man sonst nur erleben kann, wenn man entweder sehr viel Zeit zu reisen oder Freunde im Land hat! Da ich in Marokko leider weder das eine, noch das andere habe, bin ich dankbar über diese Möglichkeit.

Zum Abschluss des Tages fährt uns Zakaria noch in das Ourika-Tal. Von hier zweigt die Strasse ab ins tief verschneite Atlasgebirge.

Ourika Tal

Doch wir bleiben im Frühling und kehren nach einem wunderschönen Tag in dem kleinen Dorf am Hang und in Fatimahs Haus zurück nach Marrakesch. Eine Rückkehr in eine völlig andere Welt.

Mit sonnigen Grüssen,

Töpfer formt Tajine


Offenlegung und weitere Informationen:

Zu diesem Teil unserer Marokko Reise wurden wir von Fairaway eingeladen. Der Flug nach Marokko wurde von Germania übernommen. Meine Meinung und journalistische Freiheit bleibt davon unberührt.

Dopper

Fairaway und Zakaria, deren Ansprechpartner vor Ort, haben sich um die Organisation des zauberhaften Hotels in Marrakesch (Riad Palais des Princessses) und dieses besonderen Tages gekümmert. Vielen Dank dafür! So wünsche ich mir Reisen! Ich bin echt begeistert!

Das Thema Nachhaltigkeit ist Fairaway ein echtes Anliegen. Deshalb arbeiten sie mit Dopper zusammen, die Wasserflaschen aus Recyclingmaterial herstellen. Diese helfen nicht nur, die Umwelt zu schonen, sondern schonen auch den eigenen Geldbeutel. In den meisten Hotels kann man sich diese mit Trinkwasser befüllen lassen und hilft so eine Mege Plastikmüll zu vermeiden! Wer eine Reise bei Fairaway bucht, erhält i.d.R. eine Dopper-Flasche gratis.


 

2 Kommentare

  • Manchmal denkt man nicht einmal, wie anders das Leben in verschiedenen Teilen der Welt ist. Das Leben dieser Dorfmenschen in Marokko ist einfach, ohne Luxus, ohne teure Outfits… Aber diese Menschen sind glücklicher als einige andere!!! Es gibt hier kein Pathos und Neid von einander. Manchmal will ich auch solches Leben probieren.
    Marokko ist ein interessantes Land, es hat herrliche Landschaften,Bräuche und Traditionen. Und das zieht mich an!!!

    • Liebe Eva
      Ich selbst möchte nicht tauschen, auch wenn ich den Einblick sehr spannend fand. Das Leben der Familien ist hart. Kinder können oft nicht, oder nur wenig zur Schule gehen, weil sie arbeiten müssen, die Winter sind kalt in den Bergen und Heizungen gibt es nicht, als Frau hat man kaum Rechte. Klar ist Marokko ein sehr schönes Land, aber ich musste auch nach meiner Marokko Reise feststellen, dass ich gerne lebe, wo ich lebe und nicht tauschen möchte.Auch wenn ich es liebe für eine kurze Zeit in eine fremde Kultur einzutauchen, so bin ich doch froh und dankbar über mein Leben hier in der Schweiz.
      Liebe Grüsse,
      Ellen

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