Mein Geheimtipp gegen Fernweh

Fernweh

– ganz einfach zu Hause anzuwenden!

Manchmal, wenn das Fernweh ganz besonders schlimm ist, und das passiert ziemlich häufig, greife ich zu einem ganz einfachen Mittel:ich koche. Der Geschmack eines Gerichtes aus einem fernen Land bringt mich dann, zumindest für eine kurze Zeit, ganz weit weg.

Da traf es sich besonders gut, dass mir in so einer akuten Fernwehphase eine Einladung zu einem türkischen Koch-Event mit den zwei türkischen Spitzenköchen Zeki Açıkoz und Satılmış Çeribaşı ins Haus geflattert kam.

Bisher kannte ich die türkische Küche nur wenig und ich bin immer neugierig darauf etwas Neues zu lernen und zu schmecken.

Spitzenkoeche Tuerkei

Zwei fröhliche Köche schwangen am Ort des Geschehens den Kochlöffel bzw. das Nudelholz, liessen mich in Ihre Töpfe schauen, liessen mich auch mal selbst mit Hand anlegen und dann durfte ich all die Köstlichkeiten natürlich auch kosten. Zwei Dinge habe ich an diesem Abend gelernt: Die türkische Küche ist köstlich und ich weiss jetzt, was die schon fast sprichwörtliche türkische Gastfreundschaft bedeutet. Es war ein zauberhafter Abend in zauberhafter Gesellschaft, der mich kulinarisch in ein mir noch unbekanntes Land entführt hat! Angefangen von köstlichen Mezze bis hin zum Dessert als krönender Abschluss.

Kochstunde

Tuerkisches Dessert

Da ich aber in der Familie bei weitem nicht die einzige Fernwehkranke bin, habe ich mich letzte Woche mit den Kindern zum ersten mal an ein türkisches Rezept herangetraut. Wir haben es ein wenig abgewandelt, denn auch das habe ich an dem Abend gelernt: ausprobieren und improvisieren ist das A und das O einer kreativen Küche.

Das Rezept ist denkbar einfach und köstlich, darum möchte ich Euch unser Fernwehrezept weitergeben. Keine Angst, Patotra wird jetzt nicht zum Foodblog. Das bleibt eine Ausnahme, aber es hilft so gut und einfach!

Man nehme:

Yufka Teig (den gibt es normalerweise in türkischen Läden oder in grossen Supermärkten) Ich habe Filo Teig genommen, weil ich keinen Yufka Teig gefunden habe. Der ist aber etwas dünner und deshalb schwerer zu verarbeiten.

Für die unterschiedlichen Füllungen eignen sich:

  • Käse mit einem Eigelb vermischt (es eignet sich Schafskäse, Mozzarella aber auch Raclettekäse, oder einfach Euer Lieblingskäse);
  • gehackter, gewürzter Spinat mit Schafskäse mischen (die Flüssigkeit abgiessen) auch ein Eigelb darunterziehen;
  • mit Zwiebeln und Knoblauch angebratenes Hackfleisch (gewürzt und abgekühlt mit einem Eigelb vermischen);
  • Apfelstückchen – die fanden wir besonders fein

Eigentlich sind der Fantasie, wasBoerek rollen die Füllung anbelangt kaum Grenzen gesetzt. Einfach ausprobieren!

Wir haben den Teig in Rechtecke geschnitten, ein wenig von den verschiedenen Füllungen auf ein Ende gegeben und das Ganze eingerollt. Die Seiten habe ich vor

dem Rollen eingeschlagen, damit keine Füllung beim frittieren herausläuft. Das Teigende kurz durch Eiweiss ziehen und die Rolle damit zukleben. Die Rollen waren dann etwa so dick, wie eine Zigarre. Wichtig: die vorbereiteten Rollen nicht auf die zugeklebte Seite legen, sonst kleben sie am Teller fest.

Boerek frittieren

Als alle Rollen geformt waren, haben wir Frittieröl auf 180 Grad erhitzt. Für ein optimales Ergebnis sollte diese Temperatur unbedingt eingehalten

werden. Jetzt ab mit den Rollen ins heisse Fett. Falls Kinder mithelfen, sollten dies unbedingt die Erwachsenen übernehmen!

Nach 3-4 Minuten die Rollen umdrehen und von der anderen Seite auch 3-4 Minuten frittieren. Dann aus dem Fett nehmen und auf einem Küchenpapier abtropfen lassen.

Die Apfelrollen mit Puderzucker bestäuben.

Boerek

Unsere Antifernwehrollen, die ansonsten auch unter dem Namen Börek bekannt sind, waren lecker – nur leider waren es, da waren sich alle einig, viel zu wenige. Ich habe mir aber sagen lassen, dass sie auch kalt sehr fein schmecken sollen, aber das kann ich ja nun nicht mehr bestätigen.

Das einzige Problem an der Sache ist, dass die Wirkung der Antifernwehrollen ziemlich schnell nachlässt. Wie praktisch, dass ich einen ganzen Stapel Prospekte über die Türkei mitbekommen habe.

Viel Spass beim Nachkochen!… Ich begebe mich dann mal auf Gedankenreise…

Mit sonnigen Grüssen,

Eure Patotra - klein

Vielen Dank an das Kultur- und Tourismusbüro Türkei für die Einladung!

Boerek

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