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Milazzo – Siziliens verborgenes Juwel

Ein Cinquecento in einer Strasse von Milazzo
Milazzo, ein unscheinbarer Hafenort an der Nordküste Siziliens, wird oft nur als Durchgangsort für eine Reise zu den Liparischen Inseln betrachtet.
Inhalt

Milazzo, an der Nordküste Siziliens, birgt viel mehr als man auf den ersten Blick erahnen mag.

Gestrandet in Milazzo mit menschenleeren Strassen

Unser Zwischenstopp in Milazzo, auf dem Weg zu den Liparischen bzw. Äolischen Inseln war nur dem schlechten Wetter geschuldet. Es war Ende Mai und über dem Meer braute sich ein Sturm zusammen. In Catania waren wir noch gut gelandet und auch der Bus nach Milazzo fuhr erstaunlich pünktlich. Doch in Milazzo am Hafen ging dann nichts mehr. Die Boote, die die Passagiere zu den Liparischen Inseln bringen sollten, lagen fest vertäut im Hafen. „Sorry, no boats today“ stand auf einem Schild am Hafengebäude.

Also zückte ich kurzerhand mein Handy, um eine Unterkunft für die Nacht zu finden. Wie unkompliziert das heute mit dem Handy ist! Früher hätten wir im besten Fall eine Touristeninformation gefunden, die uns eine Liste mit Unterkünften gegeben hätte. Diese hätten wir dann im besten Fall mit einem Beutel voll Kleingeld in einer stinkenden Telefonzelle angerufen, um dann an Sprachbarrieren zu scheitern, oder eben daran, dass die Unterkünfte saisonbedingt nicht vermietet oder bereits von Mitgestrandeten gebucht sind.

Wir hatten Glück, das Handy zeigte eine Unterkunft ganz in der Nähe an, die zu allem Überfluss auch noch günstig und gut bewertet war. Ohne lange zu überlegen, tippte mein Zeigefinger auf den Buchungsknopf. Drei Minuten später standen wir mit Sack und Pack in unserer Unterkunft. Das Zimmer war modern und sauber und für den nächsten Morgen wurde uns sogar ein Frühstück versprochen.

Wo waren wir hier nur gelandet? Trotz des Sturms machten wir uns auf, die kleine Hafenstadt Milazzo zu erkunden. Im Mai ist hier nichts los. Es hat fast den Anschein als wäre die Stadt ausgestorben.

Die Strassen sind weitgehend leer gefegt. Und doch hat mich dieser Ort, der zwischen Verfall und Melancholie auch italienische Lebensfreude erkennen lässt, um den Finger gewickelt.

Eine einsame Gasse in Milazzo

Der morbide Charme ist eben auch charmant. Auch wenn der Ort noch so verlassen schien: Eine Bar für einen guten Kaffee und ein Restaurant für einen guten Teller Wohlfühl-Pasta mit Meeresfrüchten findet man in Italien immer.

Ein unerwartetes Wiedersehen mit viel Leben

Eine weitere Nacht verbrachten wir auf dem Rückweg von der Insel Salina in Milazzo. Dieses Mal aber geplant und mit Absicht. Unglaublich, wie viel mehr Leben hier zwei Wochen später war. Tag und Nacht vibrierte der noch vor zwei Wochen gottverlassene Ort vor Leben.

Milazzo ist ein Ort, in dem es sich lohnt, sich in den Gassen zu verlieren. Ein Zwischenstopp lohnt sich hier auf jeden Fall.

Hach, Italien ist unergründlich und immer wieder überraschend schön!

Mit sonnigen Grüssen
Eure Patotra

Empfehlungen für einen Besuch in Milazzo

Erkunde die Gassen bis zum Kastell von Friedrich II: Lass dich von den verwinkelten Strassen und der Geschichte des Kastells verzaubern.

Geniesse das Treiben der Stadt: Tauche ein in das authentische italienische Leben und lasse dich von Milazzos morbidem Charme mitreissen.

Besuche den Markt: Am Donnerstag von 7 bis 14 Uhr erwacht der Markt von Milazzo zum Leben und bietet lokale Köstlichkeiten und handgemachte Produkte.

Wandere zum Capo Milazzo: Für Naturliebhaber bietet die Wanderung zum Leuchtturm am Capo di Milazzo atemberaubende Ausblicke und unvergessliche Erlebnisse.

Probier das preisgekrönte Gelato: In der Gelateria Sike Gelato kannst du sensationell gutes Eis geniessen, besonders das Pistazieneis im Brioche ist ein Genuss.

Geniesse traditionelle Küche: In der Trattoria Casalingua in der Via Riccardo D’amico 13, gibt es köstliche hausgemachte Gerichte zu probieren. So schmeckt Sizilien!

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Wer schreibt hier?
Ellen Gromann-Goldberg

Hallo! Ich bin Ellen. Ich bin die Gründerin von PATOTRA, Content-Creator und freie Journalistin. Ich liebe das Meer und kleine Inseln. Aber auch die Berge, die Wüste, der Dschungel und Grossstädte können mich begeistern. Begegnungen mit Menschen sind für mich der Schlüssel zu anderen Ländern und deren Kultur. Nachhaltige Projekte liegen mir dabei ganz besonders am Herzen. Meine grossen Leidenschaften sind: das Reisen, das Schreiben und das Fotografieren.

Im Jahr 2014 entstand PATOTRA als reiner Familienreiseblog. Gemeinsam mit meinen drei Kindern und meinem Mann durfte ich viele tolle Nah- und Fernreisen erleben, die sich hier auf dem Blog in Form von Reiseinspirationen und Reisetipps wiederfinden. Aus den Reisen mit Kindern wurden im Laufe der Jahre Reisen mit Teenagern. Schliesslich ist der Blog, gemeinsam mit meinen Kindern, den Kinderschuhen entwachsen. Mittlerweile reise ich meist gemeinsam mit meinem Mann – oder auch mal alleine.

Mit viel Herz und ansprechenden Reisefotografien möchte ich Euch ermutigen, diese Welt selbst und mit offenen Augen zu entdecken. Mein Fokus liegt auf spannenden Geschichten, traumhaften Landschaften und Begegnungen mit Menschen. Manchmal bringe ich Euch den Geschmack der grossen, weiten Welt auch in Form von Rezepten von meinen Reisen mit.

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