Parkhotel Brenscino Brissago – Auszeit auf dem heiligen Berg

Hotel Brenscino Sitz
Das Parkhotel Brenscino ist der ideale Ausgangspunkt für Familien, um das Tessin zu erkunden - selbst bei schlechtem Wetter. Gastautorin Miriam hat es mit ihrer Familie ausprobiert.

Wenn ich an Brissago denke, kommen mir sofort die gleichnamigen Inseln in den Sinn, deren Klima so mild ist, dass sogar Tee auf ihnen gedeiht. In meinem Kopf stellt sich automatisch gutes Wetter ein, Sommer, Sonne, See. An Nebel und Regen verschwende ich keinen Gedanken. Bis jetzt.

Vielleicht ist der Übername „Sonnenstube“ schuld daran, dass ich mich auf der Fahrt ins Tessin trotz schlechter Wettervorhersage auf strahlendblauen Himmel einstelle – und, wen wundert’s, enttäuscht werde: Die Wolken hinter dem Gotthard hängen tief. Später wird es dauerregnen. Allerdings, so viel vorweg: Schlechtes Wetter hat auch sein Gutes. Wirklich.

Von Zürich sind es mit dem Auto drei bis vier Stunden bis nach Brissago am Lago Maggiore. Alternativ kann man auch bequem mit dem Zug anreisen (und sich mit dem Shuttlebus von Locarno oder Brissago abholen lassen). Das Parkhotel Brenscino liegt hoch über dem See – und bietet eine spektakuläre Aussicht. Wer den Weg hierhin nicht sucht, findet ihn kaum. Das Hotel blickt auf eine über 100-jährige Geschichte zurück und beeindruckt schon auf den ersten Blick durch seinen botanischen Park.

Seeblick vom Hotel Brenscino

Das Besondere am Brenscino: Jedes der 82 Zimmer, egal ob Standardkategorie oder Suite, verfügt über einen Balkon mit Seesicht. Die Zimmer selbst sind schlicht und für meinen Geschmack etwas allzu nüchtern, aber äusserst sauber und bieten alles, was man braucht. Für Familien stehen vier Zimmer mit separaten Schlafzimmern sowie eine 80 Quadratmeter grosse Familiensuite zur Verfügung, die allerdings etwas in die Jahre gekommen ist. In den nächsten Jahren sollen die Zimmer peu à peu modernisiert werden.

Hotel Brenscino Zimmer

Doch wer hierherkommt, verweilt ohnehin nicht auf seinem Zimmer. Unsere Kinder stürmen sofort zum Pool, der im oberen Bereich des Gartens liegt. Auch von hier aus ist der Blick ins Tal atemberaubend. Auf der anderen Seite, gegen Norden, wird man vom gigantischen Bergpanorama gefesselt. Dass das Wasser nur 25 Grad misst, stört unsere Jungs nicht im Geringsten. Sie geniessen das kühle Nass nach der langen Autofahrt. Neben dem grossen Pool gibt es auch ein Babybecken.

Hotel Brenscino Garten mit Pool

Ich flaniere derweil durch die traumhafte Parkanlage. Hier steckt spürbar Herzblut drin. In jeder Ecke findet sich eine lauschige Sitzgelegenheit. Wer Ruhe sucht, findet sein Plätzchen abseits des Pools. Jetzt, im Mai, geht es ohnehin noch sehr gemächlich zu und her, aber wenn im August die Touristen an den Lago Maggiore strömen, kann man sich hier oben dankbar schätzen. Jeden Freitag übrigens führt der Gärtner interessierte Gäste durch sein Reich – ihm zufolge gibt es hier mehr Pflanzenarten als auf den Brissago-Inseln.

Garten des Hotel Brenscino

Am frühen Abend machen wir uns auf den Weg ins Dorf. Brissago ist kein Schmuckstück, eher ein Durchfahrtsort, doch die Seepromenade ist herrlich. Ein Riesenschachspiel, ein Spielplatz und ein Münzbrunnen bringen auch die Augen der Kinder zum Leuchten.

Promenade Brissago

Münzbrunnen

Wie gut, dass wir den See-Spaziergang bereits am ersten Tag gemacht haben. Als wir nämlich am nächsten Morgen erwachen, ist der Himmel noch grauer als am Vortag. Wir entscheiden uns trotzdem für ein „Zmorge“ auf der Terrasse – das Panorama ist einfach zu schön.

Frühstück im Hotel Brenscino

Wir haben selten so gut gefrühstückt. Das Buffet ist nicht opulent, dafür ist alles vom Feinsten. Qualität statt Quantität lautet ganz offensichtlich das Motto, und ich geniesse das frische Brot, den feinen Kaffee und die ausgewählten Käsesorten.

Nach dem Frühstück fahren wir nach Ascona. Ich erinnere mich, dass man direkt am See parken kann – und kaum sind wir beim Posteggio Lungolago angekommen, sind die Kinder auch schon auf dem Spielplatz verschwunden, der sich unmittelbar daneben befindet. Ganz ehrlich: Wäre ich nochmals Kind, würde ich dasselbe tun.

Spielplatz in Ascona

Ascona ist klein, aber seine Schönheit ist weltbekannt. Die Seepromenade und seine Altstadtgässchen sind traumhaft. Die Kinder – vor allem unser Vierjähriger – haben allerdings noch wenig Gespür für den Charme des „Borgo“, wie der historische Stadtkern genannt wird, und so kommt es mir sehr gelegen, dass im Rahmen der Kunstaktion „Cracking Art“ Dutzende bunter Plastiktiere die Stadt bevölkern. Keine Frage: Es wird nicht Halt gemacht, bis alle gefunden sind!

Elefant in Ascona

Unser für den Nachmittag geplanter Ausflug ins nahe gelegene Maggiatal fällt buchstäblich ins Wasser, und so kehren wir vorzeitig ins Hotel zurück. Hier gibt es ein Spielzimmer mit einem Maltisch und Büchern für die Kleinen sowie einer Playstation für die Grossen – doch nach anderthalb Stunden machen beide Kinder lange Gesichter. Was nun? Für den Pool ist’s zu kalt, die Minigolfanlage im Garten ist nass und der ebenfalls vorhandene Spielplatz macht bei Regen auch keinen Spass.

Hotel Brenscino Salon

Leider hat die freundliche Rezeptionistin keinen spontanen Schlechtwettertipp für uns (dafür der stellvertretende Hoteldirektor später umso mehr, siehe Tipps unten) und so streifen wir uns kurzerhand unsere Regenjacken über und machen uns auf den Wanderweg, der sozusagen direkt beim Hotel beginnt und hoch zum „Sacro Monte“, also zum heiligen Berg führt. Schade, dass man im Hotel keine Velos mieten kann – das Rad für den Junior haben wir zum Glück mitgebracht.

Kind mit Velo am Sacro Monte

Eigentlich handelt es sich bei dem Wanderweg um einen Kreuzweg, dessen Bildstöcke vom Tessiner Kapuziner Frà Roberto Pasotti stammen. Schon nach wenigen Minuten stösst man auf die spätbarocke Wallfahrtskirche Sacro Monte dell’Addolorata – und wird das Gefühl nicht los, in einer überdimensionalen Theaterkulisse zu sein. Feierlich ragt in der Schlucht hinter der Kirche die Kapelle des Martyriums mit den drei Gekreuzigten in die Höhe. Das Gesamtkunstwerk wirkt – ich sage es ungern – auch wegen des dramatischen Himmels so imposant.

Wallfahrtskirche Sacro Monte dell’Addolorata

Nass, aber glücklich kehren wir nach anderthalb Stunden in unser Hotel zurück und freuen uns aufs Abendessen: Die Risotti sind, so viel wissen wir schon, ein Gedicht und die Pizzen lassen nicht nur Kinderherzen höherschlagen. Im Hotel Brenscino legt man Wert auf regionale Produkte, was uns sehr sympathisch ist. (Und sympathisch ist auch die Kinderpizza!)

Seit kurzem können Gäste im Hotel Brenscino eine „All Inclusive“-Variante wählen. Das ist vor allem für jene Besucher interessant, die beim Check-out keine Überraschung erleben wollen. Für einen fixen Aufpreis kann man von morgens früh bis abends spät schlemmen – sogar der Wein ist inbegriffen.

Diese Option ist nur eine der Neuerungen, seit das Brenscino vor gut zwei Jahren von der Schweizer Reka Genossenschaft übernommen wurde – als erstes Hotel in der Schweiz überhaupt. In den nächsten Jahren stehen weitere Projekte an, die vor allem auch Familien freuen dürfte: Der Innenbereich soll noch kinderfreundlicher werden, sogar ein Innenpool ist im Gespräch. Und: Aus dem Parkhotel soll ein Bikehotel werden. Dann ist auch für genügend Abwechslung gesorgt, wenn das Wetter mal nicht mitspielt. Wobei, ganz ehrlich: Auch wenn ich den Spruch „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ nicht ausstehen kann, hat er natürlich einen wahren Kern. Ich werde auch bei meinem nächsten Tessin-Besuch auf Sonne hoffen, aber ich muss zugeben: Bei Regenwetter strengt man sich mehr an, um Spass zu haben. Und fühlt sich nachher richtig gut.

Santi im Rahmen

Schlechtwettertipps fürs Tessin

  • Splash e Spa Tamaro, Rivera
  • Detektiv-Trail Brenscino, Brissago
  • Falconeria, Locarno
  • Miraflores Indoor Minigolf, in Quartino
  • Termali Salini & Spa Locarno
  • „Die schwarzen Brüder“ im Museo di Val Verzasca, Sonogno

Weitere Informationen zum Parkhotel Brenscino, Preisen und Buchung: https://www.brenscino.ch/de

Wer schreibt hier?

Miriam Bosch

berichtet in unregelmässigen Abständen als Gast-Autorin für PATOTRA. Miriam liebt es, neue Welten zu entdecken – seien sie nah oder fern. Low-Budget-Reisen durch Südostasien gehören für sie ebenso dazu wie ein Verwöhnwochenende in den Alpen. Wichtig sind ihr vor allem zwei Dinge: Die Reiseorte müssen authentisch sein. Und: Sie müssen nicht nur sie und ihren Mann, sondern auch ihre Kinder begeistern.


Offenlegung: Diese Recherche fand auf Einladung vom Parkhotel Brenscino statt.


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