Pleiten, Pech und Pannen: Aus meinem Leben als Reisebloggerin

Eine befreundete Bloggerin hat es kürzlich auf Punkt gebracht: „ Wir Reiseblogger müssen uns unser buntes Leben hart verdienen.“

Hinter dem, was für viele wie Dauerurlaub aussieht, steht viel harte Arbeit. Akquise, E-Mailanfragen beantworten, Recherchieren, Texte schreiben, Fotografieren und Bilder bearbeiten, sich mit der Technik der Webseite rumschlagen, Social Media, Marketing, und und und… Wir Blogger sind tatsächlich so etwas, wie eierlegene Wollmilchsäue.

Beklagen möchte ich mich aber nicht. Ich habe diesen Weg bewusst gewählt und ich wusste von Anfang an, dass er mitunter steinig sein wird.

Der Blog bietet mir die Möglichkeit sehr viele Dinge zu erleben und Orte zu sehen, die ich sonst sicher nicht sehen würde. Dafür bin ich dankbar.

Ich liebe es Euch diese bunten Seiten des Reisens zu zeigen. Aber natürlich läuft auch in einem Reisebloggerleben nicht immer alles rund…

Pleiten Pech und Pannen – Dinge, die ich Euch nie erzählt habe

Mein Helikopterunfall

Unfall mit dem Helikopter
Beim Start war alles noch in Ordnung

Ja, Ihr habt richtig gelesen! Ich hatte auf einer meiner Reisen einen Helikopterunfall, den ich Euch bisher verschwiegen habe.

Na ja, so ganz spektakulär war es nicht. Beim Aussteigen nach einem Helikopterrundflug am Matterhorn in Zermatt, hat der Co-Pilot die Helikoptertüre zu früh zugeschlagen. Mein Finger hat dabei leider es nicht mehr rechtzeitig aus der Türe geschafft und wurde heftig eingeklemmt. Statt schöne Fotos vom abfliegenden Helikopter zu machen, sass ich im Sanitätsraum und musste mir meinen stark blutenden und offenen Finger verarzten lassen. Zum Glück konnte ich bei den Kollegen von Reisememo später sehen, wie toll es aussah als der Heli wieder abhob.

Die darauffolgende Nacht im Iglu, auf die ich mich schon so sehr gefreut hatte, war nach dem Unfall auch gestrichen. Die Wunde war zu tief und eine Nacht auf dem Berg wäre zu riskant gewesen, so fernab von allem.

Shit happens! Ich hoffe ja immernoch, dass ich die Iglu-Geschichte irgendwann nachholen kann. Vielleicht schon diesen Winter?

Igluhotel Zermatt Helikopterunfall
Wenigstens mal kurz schauen durfte ich dann doch noch

Herzrasen im Bubblehotel

Puh ja, das war auch so eine Geschichte. Im Frühling durfte ich eine Nacht in einem Bubblehotel, ganz nahe bei mir zuhause im schönen Kanton Thurgau verbringen. An sich ein super Erlebnis. Nur leider bin ich mitten in der Nacht mit Herzrasen aufgewacht und das Herzrasen wollte nicht mehr aufhören. Mr. Patotra hat mich dann notfallmässig in die Klinik gebracht. Unterwegs wurden wir dazu noch fotografiert. Paparazzi waren das aber nicht und das Foto war schlussendlich ziemlich teuer.

Nach ein paar Checks durfte ich die Klinik am frühen Morgen wieder verlassen. Diagnose: zu viel Stress und vermutlich eine nicht richtig auskurierte Grippe, mit der ich mich auf die Costa Kreuzfahrt begeben hatte.

Doof, aber zum Glück ist mittlerweile alles wieder gut. Das hat mir einen ziemlichen Schrecken eingejagt. Aber nachdem die Ärzte auch für Fernreisen grünes Licht gegeben hatten, war ich doch wieder beruhigt. Vor dem Frühstück waren wir wieder zurück im Bubblehotel und das war, trotz des nächtlichen Ausflugs, ein tolles Erlebnis.

Herzrasen im Bubblehotel
Eigentlich sehr romatisch – aber daher kam das Herzrasen leider nicht

Schwindelattacken in Hongkong

Kaum zwei Wochen später, ging es mir am letzten Tag meiner Reise nach Hongkong hundeelend. Nicht schon wieder!

Eigentlich hatten meine Tochter und ich noch Pläne. Vor unserem Rückflug nach Hause, wollten uns noch den Big Buddha auf Lantau Island ansehen. Aber es kam anders. Ganz plötzlich wurde mir schlecht und schwindelig. Eigentlich dachte ich, dass mein Kreislauf unten sei. Also suchten wir erst mal nach einer Apotheke, um ein Kreislaufmittel zu besorgen. Eine Apotheke fanden wir zum Glück schnell. Nur leider erklärte man mir, dass es hier so etwas wie Kreislaufmittel nicht gäbe. Ich konnte mittlerweile kaum noch stehen, so schwindelig und schlecht war mir mittlerweile. Zum Glück fand sich gleich um die Ecke ein Medical Center. Dahin schleppte mich meine Tochter. Dort kam ich auch gleich an die Reihe.

Der Arzt diagnostizierte ein Problem im Ohr, das wohl die Schwindelanfälle verursachte. Das gäbe es häufiger. Er verabreichte mir eine Spritze, damit ich den Abendflug überstehen würde und gab mir Tabletten gegen den Schwindel mit. War ich froh, dass die Spritze recht schnell half, sodass ich tatsächlich ohne grosse Probleme fliegen konnte. Im Geiste sah ich das Flugzeug schon ohne mich fliegen. Den Buddha haben wir aber leider nicht gesehen. Ein Grund mehr wieder zu kommen, denn Hongkong ist super!

Immerhin weiss ich jetzt, dass die ärztliche Versorgung in Hongkong super und dazu noch sehr günstig ist. Trotzdem hätte ich auf dieses Erlebnis sehr gerne verzichtet!

Hongkong Schwindelerregend
Nicht nur die Wolkenkratzer in Hongkong sind schwindelerregend

Kleine Aufreger unterwegs

Es wird nicht dunkel!

Ich habe die dumme Angewohnheit, dass ich die erste Nacht in einer neuen Umgebung meist schlecht schlafe.

Irgendwo habe ich gelesen, dass sei eigentlich normal. In der Steinzeit war es lebensnotwenig, dass unsere Vorfahren die erste Nacht an einem neuen Ort immer wieder die Umgebung kontrollierten. Schliesslich wollte man sein Schlafzimmer nicht mit Bären und Wölfen teilen. Leider scheint dieses steinzeitliche Verhalten weiterhin in meinen Genen verankert zu sein und macht sich regelmässig bemerkbar. So kontrolliere ich halt auch in jeder ersten Nacht an einem neuen Ort etwa jede halbe Stunde instinktiv auf mögliche unerwünschte Besucher wie Bären und Wölfe. Entdeckt habe ich noch keine!

Keine besonders ideale Voraussetzung um als Reisebloggerin unterwegs zu sein. Es ist manchmal wirklich nervig, aber auszuhalten, weil ich es ohnehin nicht ändern kann.

Was mich dann aber trotzdem nervt, ist die Tatsache, dass in guten Hotels am Abend sämtliche Lichter im Zimmer angeschaltet werden. Abgesehen davon, dass das meines Erachtens ein ökologischer Riesenquatsch ist, schlage ich mich dann häufig Ewigkeiten damit herum, die Schalter zu finden, um die vielen Lichter wieder zu löschen.

Manchmal finde ich sie auch gar nicht. Wie in der ersten Nach im superschönen 5*-Luxushotel Mandarin Oriental in Bangkok. Für ein Nachtlicht direkt unter dem Bett fand ich partout keinen Schalter. Da konnte ich suchen so viel ich wollte. Ich war müde und wollte schlafen – soweit möglich. Irgendwann rief ich dann in meiner Hilflosigkeit den Concierge und bat ihn das Licht auszuschalten. Der kam zum Glück ganz schnell und zeigte mir am Nachttisch einen Schalter, neben dem gross angeschrieben stand: Nightlight.

Dumm nur, dass ich meine Brille üblicherweise ausziehe, bevor ich mich schlafen lege. Und ohne Brille bin ich blind wie ein Maulwurf.

Immerhin weiss ich jetzt, dass der Conciergeservice im Mandarin Oriental perfekt klappt und so konnte ich auch in dieser Nacht, zumindest halbstundenweise zwischen meinen Bären- und Wölfekontollblicken, noch ein wenig schlafen.

Unfreiwillige Haarwäsche und andere Duschprobleme

Nett finde ich übrigens auch, wenn wir schon beim Thema an- und ausschalten sind, die Duschen mit ihren unzähligen Duschfunktionen. Von ganz oben, von halb oben, von der Seite, von vorne – da gibt es unzählige Möglichkeiten sich mit Wasser berieseln zu lassen. Genauer gesagt hat man die Wahl zwischen berieseln, beregnen, begiessen und mit einem starken Strahl massieren und dazu noch wahlweise in blaues, grünes, oder rotes Licht getaucht, je nach Stimmung.

Nur welcher Knopf und welcher Schalter ist für welche Art der Berieselung zuständig? Das ist mir in aller Regel ein völliges Mysterium. Logisch, dass ich immer den falschen Schlater erwische! So haben mich Duschen schon oft zu einer ungeplanten Haarwäsche gezwungen.

Eigentlich wollte ich Wasser nur von halb oben, aber ehe ich reagieren konnte, kam schon ein riesen Schwall kaltes Wasser von ganz oben. Heute also doch Duschen mit Haarewaschen!

Aber immer noch besser, als die Duschen, aus denen erst gar kein Wasser raus kommt. So geschehen in einem Ökohotel in Kolumbien.

Toll sind auch die Nieselregenduschen, bzw. diejenigen, die ein leichtes Tröpfeln simulieren. Diese sind passender Weise vor allem in Grossbritannien und Irland anzutreffen. Hier heisst es viel Zeit für die morgendliche Dusche mitbringen. Bis das Schampoo abgespült ist, könnte gemütlich manche Tasse Tee getrunken werden.

Wer denkt sich eigentlich solche Duschen aus?

Liebe(nde) Nachbarschaft

Ganz toll finde ich auch Zimmerpartys nach Mitternacht im Nebenzimmer. Die sind offensichtlich in Hotels jeder Kategorie und in jedem Kulturkreis beliebt.

Auch das Paar, drei Zimmer weiter, das sich lautstark ihre Zuneigung entgegenschreit, reist mir ganz offensichtlich weltweit nach.

Aber lassen wir das. Ich möchte nicht weiter ins Detail gehen…

Im Grossen und Ganzen liebe ich das, was ich tue und ich lasse mich trotz gelegentlicher Pleiten, Pech und Pannen nicht aufhalten.

Ich freue mich auf viele weitere, bunte Geschichten, die ich Euch hoffentlich aus der ganzen Welt mitbringen darf!

Mit sonnigen Grüssen,

 

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Ach ja, auf dem Titelbild seht Ihr, wie ich in der Wüste von Jordanien mit dem Auto stecken geblieben bin. Auch so eine nette Anekdote von unterwegs….

Auruf zur Blogparade!

Wie sieht das bei Euch aus? Was habt Ihr auf Reisen an Pleiten, Pech und Pannen erlebt und was nervt Euch?

Macht mit bei meiner kleinen Blogparade!

So geht es:

Schreibt auf Eurem Blog einen Artikel über Eure Pleiten, Pech und Pannen auf Reisen.  Weist in Eurem Artikel auf diese Blogparade hin und verlinkt Euren Artikel mit diesem Artikel. Hinterlasst mir hier einen kurzen Kommetar mit einem Link zu Eurem Artikel.

Mittmachen könnt Ihr bis Ende November.

Am Schluss gibt es eine kleine Zusammenfassung. Nachzügler dürfen aber trotzdem noch mitmachen.

Ihr habt keinen Blog? Gar kein Problem! In diesem Falle freue ich mich sehr, wenn Ihr Euer Erlebnis direkt hier weiter unten ins Kommentarfeld schreibt!

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