Reisen – was treibt mich an?

Es gibt es unzählige Gründe zu reisen, unzählige unterschiedliche Motivationen, die uns „Reisesüchtige“ antreiben. Die Gründe sind so vielfältig und individuell, wie wir selbst.

Kürzlich habe ich gelesen, dass die Suche nach dem nächsten Reiseziel immer mehr zu einem Konkurrenzkampf verkomme. Nach dem Motto: Wer hat das exotischste Reiseziel?

Das führt für mich das Reisen völlig ad absurdum. Es geht doch nicht darum, sich mit Anderen zu messen. Es geht darum unsere Träume zu leben und unsere Wünsche zu erfüllen.

Der eine träumt von einem Campingurlaub am Gardasee, der nächste wünscht sich einen Luxusurlaub in einem exklusiven 5 Sterne-Hotel und wieder ein Anderer möchte ein ihm unbekanntes Land bereisen und kennenlernen. Hier gibt es kein Richtig und kein Falsch. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

 

Was bedeutet mir Reisen?

In erster Linie ist es eine grosse Neugierde, die mich antreibt. Ich möchte diese Welt und ihre Menschen kennenlernen.

Mein Vater hat mir schon als Kind seinen Leitsatz mit auf den Weg gegeben: „Wenn jeder in jedem Land einen Freund hat, wird es nie wieder Krieg geben“. Ganz so einfach ist das leider nicht, aber es steckt sehr viel Wahres in diesem Satz. Mein Vater hat als Kind die Schrecken des Krieges hautnah miterlebt und es war meinen Eltern ein grosses Anliegen uns zu weltoffenen und toleranten Menschen zu erziehen. Das ist es, was mich antreibt. Ich möchte mit den Menschen ins Gespräch kommen. Möchte Menschen nahe sein, die mir vorher fremd waren. Eintauchen in ihre Kultur und ihr Leben, ihre Ängste und Nöte „kennenlernen“.

Reisen bedeutet für mich, mich lebendig zu fühlen. Ganz besonders, wenn ich meine Familie auf meinen Reisen dabei habe. Die Kinder wirken mit ihren Wahrnehmungen häufig wie ein Multiplikator des Erlebten. Sie eröffnen mir neue Sichtweisen und manchmal sogar neue Horizonte. Das erklärt vielleicht auch, warum mir die Menschen fast leid tun, die der Meinung sind, dass man mit Kindern nicht (mehr) reisen könne, denn sie verpassen nicht nur eine Menge Stress …

Für mich ist jede Reise mit den Kindern, besonders wenn es sich um eine Reise handelt, auf der wir gemeinsam etwas ganz Neues entdecken können, wie ein Schatz, den ich den Kindern mit in ihr Leben gebe und den auch ich selbst in meinem Herzen trage. Kein Besitz der Welt kann das aufwiegen!

Auch ich habe so einen Schatz von meinen Eltern bekommen. Ich erinnere mich an gemeinsame Erlebnisse und es sind tatsächlich vor allem die gemeinsamen Reiseerlebnisse, die mir in Erinnerung geblieben sind. Es waren keine wahnsinnig abenteuerlichen Reisen. Meist ging es nach Irland oder in die Toskana, aber sie waren immer besonders. Die Ferien in der Toskana verbrachten wir mit den Einheimischen am Strand. Das „Hallo“ war immer riesig, wenn wir wieder aufkreuzten. Abends waren wir oft bei den Familien zu Hause eingeladen und ich erinnere mich genau an dieses Gefühl, ein Teil von Ihnen zu sein. Das Wort fremd verlor auf einmal seine Bedeutung. Genau das ist es, was ich suche. Ich möchte dem Wort „fremd“ die Bedeutung nehmen, möchte mich zu Hause fühlen und ich möchte dass meine Kinder sich zu Hause fühlen. Nicht nur in meiner kleinen, alltäglichen Welt, sondern auch in ganz anderen Ecken dieser Erde.

Und natürlich möchte ich meine Träume leben. Ich träume nicht davon alles hier hinzuwerfen und loszureisen. Ich mag mein Leben hier in der Schweiz mit all seinen Ecken und Kanten. Ich träume nicht davon andere zu übertrumpfen. Ich sehe mein Leben nicht als Konkurrenzkampf. Es sind meine Wünsche und meine Träume, die mich antreiben und nicht die Träume anderer!

Leider erlebe ich im Moment in meinem Umfeld Menschen, die ihre Träume nicht leben können. Menschen, denen es schlecht geht. Menschen, die im wahrsten Sinne des Wortes um ihr überleben kämpfen. Grade diesen Menschen gegenüber, die nicht das Glück haben gesund zu sein, fühle ich mich verpflichtet, dieses, mein Leben zu nutzen und es mit Sinn zu füllen.

Eben das treibt mich noch mehr an, meine Träume jetzt zu leben. Das Leben lässt sich nicht aufschieben. Es findet hier und jetzt statt. Ich möchte es mit Erinnerungen füllen, mit gemeinsamen Erlebnissen. Für mich und für meine Lieben. Denn am Ende sind wir nichts weiter, als die Summe unser Erinnerungen und der Träume, die wir uns erfüllt haben.

Lasst das Reisen nicht zu einem Konkurrenzkampf werden! Reist in die Berge um zu sehen, wie die Sonne über Ihnen aufgeht, Reist an den See, um sein Erwachen am Morgen zu spüren, reist ans Meer, um zu erleben wie die Sonne als grosser Feuerball am Horizont versinkt. Reist mit offenen Herzen, staunt, aber reist nicht um besser zu sein als Euer Nachbar. Denn bessere Reisen als die, in denen wir unsere Träume verwirklichen, gibt es nicht und wird es niemals geben!

Mit sonnigen Grüssen,

Eure Patotra - klein

 

 

 

Jetzt seid ihr dran! Was treibt Euch an zu reisen? Wie sieht Eure Traumreise aus?  Welchen Reisetraum habt Ihr Euch erfüllt?

Ich freue mich auf möglichst zahlreiche Antworten von Euch. Bitte verwendet dafür das Kommentarfeld weiter unten auf dieser Seite. Ich bin sehr gespannt!

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„Reisen – was treibt mich an?“

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Lebe Deinen Traum

Wie sehen meine/unsere Reiseträume ganz konkret aus?

Eigentlich träumte ich schon lange von Costa Rica. Irgendwie ist mir dann per Zufall Kolumbien „in die Finger“ gekommen. Kolumbien hat mich nicht mehr losgelassen. Je intensiver ich mich damit beschäftigt habe, umso stärker war der Wunsch dieses Land kennenzulernen. So werden wir im Sommer noch einmal alle fünf geneinsam ein neues Abenteuer wagen und einen für uns neuen Kontinent entdecken. Wir freuen uns riesig darauf und sind schon fleissig an der Reisevorbereitung!

Den Traum von Costa Rica habe ich deshalb aber noch lange nicht aufgegeben. Dazu hoffentlich im nächsten Jahr mehr…

27 Kommentare

    • Danke, liebe Lena. Wenn Dir noch etwas einfällt freue ich mich auf jeden Fall sehr über Deinen Beitrag! Lieber Gruss, Ellen

  • Das Reisen als Konkurrenzkampf? Herrlich! Es ist ganz normal, wenn sich Reisende zusammen tun und auch mal abchecken, wer das exotischere Ziel besucht hat. Das ist, glaub ich, eine Diskussion fast so alt wie die Menschheit. Sie langweilt mich ohne Ende. Wenn man irgendwohin reist, nur um angeben zu können oder andere zu übertrumpfen, wird man unglücklich. Vielleicht ist das auch ein Ding von jungen Leuten, von Reiseanfängern. Später findet man zu seiner Motivation und reist oder reist nicht. Jedem das seine
    Liebe Grüße
    Ulrike

    • Liebe Ulrike
      Ich habe das, bis ich den betreffenden Artikel gelesen hatte nie so gesehen. Ich finde es sehr schade, wenn ein Konkurrenzkampf die Leute antreibt zu reisen und ich bin ebenfalls der Meinung, dass so eine Motivation eher unglückliche Menschen hervorbringt. Das gilt nicht nur für das Reisen. Aber Du hast Recht: jedem das Seine!
      Leiber Gruss,
      Ellen

  • Ganz ganz toller Artikel. Vor allem,was das Reisen mit Kindern betrifft stimme ich dir voll zu. Auch meine Tochter und ich zehren von unseren gemeinsamen Erlebnissen auf Reisen.
    Liebe Grüße
    Anja

    • Liebe Anja
      Ganz herzlichen Dank für Deinen lieben Kommentar! Schön, dass Du das auch so erlebst. Ich wünsche Euch viele tolle, gemeinsame Erlebnisse!
      Lieber Gruss,
      Ellen

    • Liebe Tine,
      Ganz herzlichen Dank für Deinen tollen Beitrag. Dein Artikel regt zum Nachdenken an und ich finde es schön, wie jeder hier seine ganz eigene Motivation hat. Der Spruch von Gustav Flaubert am Ende Deines Beitrages berührt mich sehr “Reisen macht einen bescheiden. Man erkennt, welch kleinen Platz man in der Welt besetzt.“ Vielleicht ist es auch das, was wir auf Reisen lernen, uns selbst nicht so sehr in das Zentrum unseres Denkens zu stellen,uns selbst nicht so ganz ernst zu nehmen. Vielmehr erkennen wir, dass wir nur ein ganz kleiner Teil des grossen Ganzen sind.
      Liebe Grüsse,
      Ellen

  • Liebe Ellen,
    ein wunderschöner Text – vielleicht einer der schönsten, die ich in der letzten Zeit auf Blogs gelesen habe. Du hast mich nicht nur tief berührt, sondern auch den Nagel auf den Kopf getroffen. „Denn am Ende sind wir nichts weiter, als die Summe unser Erinnerungen und der Träume, die wir uns erfüllt haben.“ Du hast so Recht! Mir geht es ähnlich, ich erlebe sehr viele Schicksale zur Zeit in meinem Umfeld, die mich nachdenklich machen. Und so traurig jedes einzelne ist, umso mehr spornt es mich an mein Leben jetzt zu leben. Denn das Leben ist einfach zu kurz für Irgendwann.
    Ich lese deinen Blog sehr gerne, bleib weiter mit Liebe dabei!

    • Liebe Anke
      Hab ganz herzlichen Dank für Deine lieben Worte und Dein Lob. Das freut mich riesig!
      Es tut einfach gut, wenn man sich die Gedanken von der Seele schreiben kann. Noch schöner ist es, wenn man erkennt, dass man mit seinen Gedanken und Empfindungen nicht alleine ist. Lass uns unser Leben mit schönen Erinnerungen füllen!
      Ich wünsche Dir viele tolle Erlebnisse. Ich bin gerne, zumindest virtuell, mit dabei.
      Lieber Gruss,
      Ellen

    • Liebe Renate
      Vielen lieben Dank für Deinen Beitrag! Ich sehe das genauso, wie Du. Auch ich finde es spannend zu hören, was andere auf ihre Reisen erleben. In diesem Sinne reisen wir weiter durch diese schöne bunte Welt und erleben sie mit all ihre Facetten!
      Lieber Gruss,
      Ellen

  • Liebe Ellen,

    ich bin vermutlich nicht der typische Reise-Blog-Leser und bin durch Zufall auf deinen Blog gestoßen – durch Renate Stenshorn. Mein Blog-Beitrag bringt einen ganz anderes Aspekt des Reisens ins Spiel, der vielleicht etwas ungewöhnlich ist. Na, ich hoffe, ich habe dich neugierig gemacht. Mein Beitrag steht unter http://vorunruhestand.de/2016/01/tapetenwechsel-zum-abschied-neubeginn-zur-rente/ … in dem natürlich auf die Blogparade verlinkt wird.
    Liebe Grüße
    Helmut

    • Lieber Helmut
      Ganz herzlichen Dank für Deinen Beitrag und den interessanten Aspekt, den Du in die Blogparade bringst. Ich bin freue mich darauf Deine „Tour de France“ virtuell zu begleiten und ich bin gespannt auf Deine Erlebnisse auf dem Weg in den Ruhestand.
      Liebe Grüsse,
      Ellen

    • Liebe Stephie
      Hab ganz herzlichen Dank für Deinen bewegenden Beitrag. Ja, es sind tatsächlich die Begegnungen mit Menschen, die das Reisen zu etwas ganz Besonderem machen. Die Nähe zu etwas vermeintlich Fremden ist sicherlich der schönste Aspekt beim Reisen!
      Liebe Grüsse,
      Ellen

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