Wenn das Geld nicht für Familienferien reicht

Reisekasse Spartipps

Schon seit Ewigkeiten schwirrt dieser Artikel in meinem Kopf rum. Wir Reiseblogger geben Tipps rund ums Reisen und wie man beim Buchen der Ferien als Familie Geld sparen kann.

Wir geben diese Ratschläge in aller Regel von einer durchaus luxuriösen Position aus. Das soll nicht heissen, dass wir uns jede Reise aus der Portokasse leisten können – weiss Gott nicht.

Wir müssen auf jede Reise* sparen und verzichten dafür im Alltag auf einiges. Das ist nicht immer einfach und längst nicht jeder Reisetraum kann so erfüllt werden. Aber wir können uns viele Wünsche und Träume erfüllen.

Was wir leider viel zu oft vergessen ist die Tatsache, dass es viele Familien gibt, bei denen das eben nicht geht. Familien, die froh sind, wenn sie mit dem, was sie monatlich zur Verfügung haben grade so über die Runden kommen.

Sophie von Berlin Freckles hat mit Ihrem Artikel „Was wenn die Urlaubsreise am Geld scheitert?“ den Anstoss gegeben, dass ich diesen längst fälligen Artikel endlich schreibe.

Reisen sollte kein Luxusgut sein und ich bin der Meinung, dass jede Familie die Möglichkeit haben sollte, mindestens 14 Tage im Jahr gemeinsam zu verreisen. Das muss nicht nach Florida sein und auch nicht nach Thailand – auch wenn ich es mir wünschen würde, dass jede Familie ins Ausland reisen könnte. Ich finde es wichtig über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken und bin überzeugt davon, dass Reisen in vielerlei Hinsicht bildet.

Es geht hier aber rein um eine Auszeit vom Alltag, in der man sich als Familie wieder findet, Zeit füreinander hat und neue Anstösse bekommt.

Ich selbst bin nicht in der Lage zu Hause Ferien so zu gestalten, dass sie diese Kriterien erfüllen würden. Ferien zu Hause funktionieren, zumindest für mich persönlich gar nicht! Dafür hat mich der Alltag mit Arbeit und Haushalt viel zu sehr im Griff und es gibt ja immer irgendetwas, das unbedingt und ganz dringend erledigt werden muss. Das geht vermutlich den meisten Familien so.

Abstand vom Alltag und Zeit füreinander, daraus schöpfen wir als Familien Kraft für die alltäglichen Herausforderungen.

Natürlich bin ich mir bewusst, dass es Familien gibt, die gar nicht verreisen möchten. Diese lasse ich hier aussen vor.

Was aber ist mit denen, die sich eine gemeinsame Auszeit mit Ihren Kindern wünschen und keine Chance haben sich diesen Wunsch zu erfüllen?

Wenn es nach mir ginge, müssten jährlich 14 Tage Ferien mit der Familie für jeden möglich sein. Es gibt dümmere Dinge, für die der Staat Geld ausgibt.

Also habe ich mich mal hingesetzt und recherchiert, was für Möglichkeiten es für Familien mit einem niedrigen Einkommen in der Schweiz gibt.

Von Seiten der Sozialhilfe gibt es für Ferien keine Unterstützung. Da geht es rein um die Existenzsicherung.

Es gibt aber dennoch auch für Familien, bei denen das Geld sehr knapp ist, Möglichkeiten Unterstützung zu bekommen.

Reka: Günstige Ferien und besondere Angebote für finanziell schlecht gestellte Familien

Reka Ferien stehen da als günstige Variante ganz vorne an.

Was viele nicht wissen ist, dass die Schweizer Reisekasse (Reka) Genossenschaft nicht nur günstige Ferienmöglichkeiten anbietet, sondern auch ganz konkret weniger gut gestellten Familien dabei unterstützt sich Ferien mit der Familie leisten zu können.

Weitere Infos dazu finden sich hier: Reka Sozialangebote

Reisegeld Reka-Schecks

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit über verschiedene Stellen (Arbeitgeber, Arbeitnehmerorganisationen und Coop) vergünstigt Reka Schecks zu beziehen. Diese kosten dann 3 bis max 20% weniger, als der eigentliche Geldwert.

Bei den Reka-Schecks handelt es sich um ein zweckgebundenes Geld für Freizeit und Ferien. Rund 9000 Stellen in der Schweiz akzeptieren die Reka-Schecks Zahlungsmethode.

Unterstützung von Familienferien durch Pro Juventute

Pro Juventute bietet für Familien mit einem kleinen Einkommen Unterstützung an .

Familien, die Sozialhilfe beziehen können hier eine Woche bezahlte Ferien beantragen.

Familien mit bescheidenen finanziellen Mitteln können einmalig zwei Wochen oder zweimalig eine Woche zum vergünstigten Sozialtarif beantragen. Diese variiert je nach Saison und Zimmer.

Weitere Informationen zu den Angeboten von Pro Juventute: Unterstützung durch den Pro Juventute Ferienfonds.

Wer also im Alltag grade so durchkommt, der wird es auch schwer haben diesen Betrag zusammenzubekommen.

Gibt es kostengünstigere Alternativen?

Haus- bzw. Wohnungstausch

Ein Haus bzw. Wohnungstausch ist sicherlich eine kostengünstige Ferienvariante. Allerdings ist das nicht jedermanns Sache. Es gibt mittlerweile Organisationen, die Tauschferien vermitteln Ein Beispiel dafür ist haustauschferien.com

Hier fallen für die Vermittlung jährliche Gebühren an. Wer in ärmlichen Verhältnissen lebt, wird es allerdings vermutlich schwerer haben, sein Heim auf Zeit zu tauschen.

Hier würde ich empfehlen, zu überlegen, ob es, falls möglich nicht wesentlich einfacher ist, die Wohnung mit Freunden oder Verwandten zu tauschen.

Camping

Campingplätze sind eine kostengünstige Variante, um sich mit einem geringen Einkommen Ferien leisten zu können. Aber wie schon beim Haustausch, ist auch Camping nicht Jedermanns Sache.

Webseiten für Camping in der Schweiz:

TCS Campingplätze in der Schweiz

Camping Info


Ganz ehrlich, ich bin schockiert, dass Familien in der reichen Schweiz nur dann, wenn sie unter dem Existenzminimum leben überhaupt in den Genuss von bezahlten Ferien kommen können. Ferien sind für die Gesundheit einer Familie häufig essentiell. In finanziell angespannten Situationen vermutlich noch mehr, als in gesicherten Verhältnissen. Von gesunden Familien profitiert die ganze Gesellschaft, während psychisch angeschlagene Familien die Gesellschaft eher belasten. Hier könnten bezahlte Ferien ganz sicher einen guten Beitrag zur Entlastung beitragen.

Ich kann Betroffene nur ermutigen, sich bei den genannten Stellen Hilfe zu holen. Ihr tut das nicht nur für Euch, sondern auch für Eure Kinder!

Fallen Euch noch Alternativen ein? Oder habt Ihr andere Ideen, wie man sich auch als finanziell wenig gut gestellte Familie Ferien leisten kann? Dann her damit! Hinterlasst mir unten Euren Kommentar. Ich bin gespannt!

 

Mit sonnigen Grüssen,

 

 

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Anlaufstellen für Ferienzuschüsse für Familien in der Schweiz:

Weiterführende Tipps:

  • Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche, aber leider keine Familienangebote, bietet Kovive. In Kinder- und Jugendcamps und in Gastfamilien werden hier Betreuungsengpässe in den Ferien abgefangen. https://kovive.ch/kontakt/
  • Budgetplanung und -beratung: Budgetberatung Schweiz

 

Wer schreibt hier?

Die Autorin: Ellen Gromann-GoldbergEllen Gromann-Goldberg

Globetrotterin mit Anhang, immer mit der Kamera im Anschlag und dem Notizblock in der Hand. Mit und ohne meine Familie, zwei Teenager, ein Twen und mein Mann, bin ich auf der Suche nach den besonderen Orten, Erlebnissen und Geschichten rund um die Welt und in meiner Heimat am schönen Bodensee.

*Abgesehen von Pressereisen, zu denen wir als Familie hin und wieder eingeladen werden, um darüber zu berichten. Auch für diese zahlen wir häufig zumindest die Anreise und teilweise auch die Verpflegung vor Ort.

8 Comments

  • Liebe Ellen,

    das finde ich super, dass du diese Möglichkeiten auflistest! Es gibt viele, die gar nicht wissen, dass Familien Unterstützung für Urlaub bekommen können. Diese Möglichkeiten gibt es auch in Deutschland, aber kaum einer kennt sie. Anlaufadresse in Deutschland ist der Verband der Familienferienstätten.

    Liebe Grüße
    Angela

    • Liebe Angela
      Wobei ich vermute, dass es in Deutschland noch viele weitere Möglichkeiten gibt, auch wenn ich an die Mutter-Kind Kuren denke. Da habt Ihr schon ein gutes Angebot. So etwas gibt es hier leider nicht.
      Lieber Gruss,
      Ellen

  • Liebe Ellen, ich freue mich, habe ich Deinen Blog über Dein Interview bei der Reiseeule gefunden und er gefällt mir sehr!
    Ein spannendes und auch schwieriges Thema! Mir geht es etwa wie Dir… Geld ist zwar nicht im Überfluss vorhanden, aber es reicht für so einige Reiseträume und auch mal spontane oder unvernünftige Kurzreisen.
    Was bestimmt vieles ermöglichen würde, sind auch private Hilfen. Darum müsste man jedoch meist fragen und Angebote auch annehmen können, was vielen schwer fällt. Ich wäre bereit, zB Leute für einige Zeit bei mir aufzunehmen oder etwas beizutragen, wenn ich sie entweder kenne oder sie mir sympathisch sind (und mit unseren Katzen klarkommen). Und ich kann mir vorstellen, dass da viele ähnlich denken.
    Eine andere Möglichkeit wäre Haus- und / oder Haustier- Sitting. Dafür gibt es Organisationen, man kann aber auch individuell suchen, zB in einer gewünschten (Ferien-)Region. Wir haben einmal unser Haus für einen Monat einer Studentin überlassen. So konnte sie kostenlos nahe ihres Studienortes leben und unsere Katzen waren versorgt. Bei Bedarf hätte ich auch mein Auto zur Nutzung dazu gegeben. Wieder: es muss passen und es gibt halt eine kleine Verpflichtung wie zB Haustiere versorgen oder Pflanzen giessen.
    Die dritte Idee ist nicht kostenlos, aber relativ günstig: Wir haben schon mehrmals mit Freunden grosse Häuser zB in der Toscana gemietet. Auf den ersten Blick tönt die Miete teuer, aber wenn man sie durch genügend Leute aufteilen und zB auch die Nebensaison wählen kann, wird es oft ein Schnäppchen! Dazu kommen noch Benzingeld für die Anfahrt und Geld für Essen – das kann man fair aufteilen – oder vielleicht übernimmt das jemand in der Gruppe, der finanziell etwas besser gestellt ist?
    Noch eine Idee (wenn auch nicht kostenlos) sind Schnäppchen über Portale wie Urlaubsguru oder Ferienpiraten. In der Nebensaison gibt es oft spannende, supergünstige Angebote. Wichtig ist da aber viel Recherche, denn „irgendwas“ ist meistens: nichts los dort, weit weg von Allem, Saison suboptimal, Flug / Anreise / Mietwagen nicht dabei, nur spezielle Daten, Hotel nicht so gut bewertet,… Was für andere negativ ist, mag aber für mich genau richtig sein…
    Liebe Grüsse, Miuh

    • Liebe Miuh
      So schön, dass Du auf meinem Blog gelandet bist und vielen lieben Dank für das Kompliment. Das freut mich sehr!
      Private Hilfen sind eine super Idee, aber vermutlich eher schwierig zu finden. Viele arme Familien schämen sich, arm zu sein und es fällt ihnen darum vermutlich schwer, nach Hilfe zu fragen.
      Haus- und Haustiersitting ist eine tolle Idee!
      Wenn die finanzielle Not nicht allzu gross ist, finde ich auch die Idee, sich mit Freunden ein grosses Haus zu teilen toll. Das ist sicher für viele eine gute Möglichkeit überhaupt Ferien machen zu können.
      Hab ganz lieben Dank für Deine Ideen.
      Herzliche Grüsse,
      Ellen

  • Hi Ellen, klar fällt mir noch was ein. Haussitting zum Beispiel. Meist passt man auf ein Haus auf und versorgt die Tiere. Ein wenig Arbeit, aber dafür kostenlose Übernachtungsmöglichkeit.

    Oder was ist mit Couchsurfing? Es ist mit mehreren Personen nicht sooo einfach, aber wenn man sich nicht total auf ein Ziel versteift, ist das möglich.

    Und die Anreise? Busse dauern zwar lange, aber dafür kann man auch mal für 3€ durch ganz Deutschland fahren. Oder vor der Reiseplanung checken, wo Billigflieger hingehen. Letztens gab es wieder ryan Air Angebote, zb nach Polen von Hamburg für 15€ return.

    Mein Tipp: überlegen, wo man kostengünstig hinreisen kann. Flexibel bei den Abfahr/Abflug Zeiten sein! Flüge am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag sind meist viel günstiger als Fr/Sa/So.

    Dann schauen, welche Übernachtungsmöglichkeiten möglich wären. Und vor Ort selbst kochen, das reduziert die Kosten erheblich.

    Und ansonsten versuchen zu sparen, vielleicht zb das Pfandgeld. Oder alle Geldgeschenke. Oder etwas auf dem Flohmarkt dazu verdienen. Oder beim Zeitungsaustragen. Und das Geld immer ab in den Spartopf. Da kommt eine ganze Menge zusammen.

    Viele Grüße, Nina

    • Hallo Nina
      Haussitting ist eine sehr gute Idee!
      So billige Anreisen gibt es in der Schweiz nicht. Für 3 Euro reicht es grade mal zum nächsten Bahnhof und für 15 Euro pro Person in die nächste Stadt. Couchsurfing ist sicher eine Variante, wenn man günstig etwas von der Welt sehen möchte. Als Familie jedoch schwierig und, wenn es um Erholung und Familienzeit geht, vermutlich nicht für jede Familie das Richtige. Aber es ist sicher eine Möglichkeit.
      Ich glaube einfach, dass es für wirklich arme Familie unsäglich schwer ist. Pfandgeld gibt es bei uns so gut wie gar nicht (nur für Glasflaschen) und Geldgeschenke werden vermutlich für ganz dringende Ausgaben benötigt.
      Ich sehe schon, dass man als normale Familie einiges an Sparpotential hat, aber wenn man wirklich am Minimum lebt fällt das weg.
      Auch flexibel sein ist für Familien mit schulpflichtigen Kindern nicht ganz so einfach.
      Ich würde mir einfach wünschen, dass es hier von staatlicher Seite, oder auch von privaten Leistungsträgern mehr Angebote gäbe. Da seid Ihr in Deutschland einiges besser aufgestellt.
      Liebe Grüsse,
      Ellen

  • Hallo Ellen,
    ein gutes Thema! Manchmal vergisst man vor lauter bunten fernen Bildern in Reiseblogs, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, jederzeit um die Welt zu jetten. Ich selbst kenne Urlaub mit knapper Kasse auch und habe die Erfahrung gemacht, dass man mit etwas Phantasie einiges bewege kann. Gerade für Kinder finde ich Camping einfach einmalig. Danke für die gute Sammlung an Ideen und Anlaufadressen, und dafür, dass Du Dich dieses Themas annimmst.
    Liebe Grüße
    Barbara

    • Liebe Barbara
      Lieben Dank für Deinen Kommentar!
      Das war mir ein echtes Anliegen! Ich weiss, dass man mit knapper Kasse viel bewegen kann, aber wenn das Geld grade so, wenn überhaupt, für das Allernötigste reicht, dann wird ein Urlaub für eine Familie zum fast unerreichbaren Luxusgut. Leider! Darum ist es wichtig, dass die Betroffenen wissen, wo man sich Hilfe holen kann.
      Lieber Grüsse

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