Sternenfotografie-Kurs: Die Magie der tausend Sterne über der Aletsch Arena

Ein atemberaubender Fotokurs zur Sternenfotografie des preisgekrönten Fotografen Markus Eichenberger in der Aletscharena.

Bereits in den letzten beiden Sommern haben wir uns in die Region um die Aletscharena im Kanton Wallis und in den eisigen Gletscher verliebt. Als wir dann davon erfuhren, dass genau in dieser Region ein Kurs für Sternenfotografie stattfindet, zögerten wir nicht lange und meldeten uns an.

Wenn ich mich so weit aus meiner Komfortzone hinaus bewege und mit Schlafsack und Isomatte bewaffnet im Winter eine Nacht auf einem Berggipfel auf 2’650m verbringen möchte, dann will das etwas heissen. Schlafsack und Isomatte hatte ich seit meiner Studienzeit nicht mehr im Gebrauch – und eigentlich ist das auch ganz gut so. Ich ziehe ein kuscheliges Daunenbett und eine gemütliche Matratze dem Schlaf in einem engen Schlauch auf dem harten Boden vor. Aber manchmal lohnt es sich Opfer bringen.

Sternenfotografie am Bettmerhorn
Für den zauberhaften Sternenhimmel lohnt es sich, sich aus der Komfortzone hinaus zu bewegen

Mit Schlafsack und Isomatte auf den Berg

Mit dem Zug ist das Rhonetal im Kanton Wallis sehr bequem zu erreichen, auch wenn wir nicht nur gefühlt, sondern auch tatsächlich vom Bodensee aus einmal quer durch die ganze Schweiz fahren.

Von der Talstation Betten geht es mit der Gondelbahn rauf zur Bettmeralp. Dort entscheiden wir uns in erster Linie wegen unseres Gepäcks ein Schneemobil-Taxi zur nächsten Gnodelstation aufs Bettmerhorn zu nehmen. Die Kameraausrüstung mit Zwei Kameras und zwei Stativen und die vorsintflutliche Campingausrüstung sind doch etwas schwer und ausladend und so sparen wir uns den etwa zwanzigminütigen Fussmarsch durch den Schnee.

Der Taxifahrer schaut uns etwas verstört an, als er unser Gepäck sieht und hört wohin wir wollen. „Was wollt Ihr denn dort oben? Dort oben gibt es kein Hotel!“ „Wir wollen die Sterne fotografieren“, klären wir ihn auf und als wir ihm erläutern, dass dort oben ein Fotokurs zum Thema Sternenfotografie stattfinden wird und dass wir auf dem Boden des Bergrestaurants übernachten werden, nickt er anerkennend.

Nicht weniger überrascht schauen uns die Skifahrer an, als wir mit unserem Gepäck in die Gondel zur Gipfelstation einsteigen.

Wir haben uns einen traumhaften Winter-Sonnentag ausgesucht. Zum Glück. Bei schlechter Wetterlage findet der Kurs nämlich nicht statt. Bei wolkenverhangenem Himmel kann man schliesslich keine Sterne fotografieren.

Abendsonne über dem Aletschgletscher
Die letzten Sonnenstrahlen über dem Aletschgletscher

Mit jedem Höhenmeter, den wir dem Gipfel des Bettmerhorn näher kommen, steigt die Vorfreude auf den nächtlichen Sternenhimmel.

Im Bergrestaurant angekommen lernen wir den preisgekrönten Fotografen Markus Eichenberger und den Rest der Fotogruppe kennen. Das verspricht eine nette Nacht zu werden – trotz Isomatte und Schlafsack.

Und dann verlassen die letzten Gäste das Bergrestaurant und wir richten unser Nachtlager zwischen den Tischen ein. Zum Glück hat Markus noch einige moderne Isomatten dabei, deren Schlafkomfort wesentlich vielversprechender scheint, als unsere altertümliche Ausrüstung. Wir nehmen sein Angebot dankend an, diese zu verwenden.

Abendleuchten in der Altescharena
Abendleuchten in der Aletscharena

Sonnenuntergang auf dem Bettmerhorn

Langsam wird es Zeit die Kameras und Zubehör für die Nacht vorzubereiten.

Kameras für die Sternenfotografie
Die Kameras werden in Position gebracht
Sonnenuntergang beim Kurs zur Sternenfotografie
Die Sonne verabschiedet sich mit Farbenzauber

Der Tag wird sich schon bald hinter den umliegenden Bergen verabschieden. Das wollen wir natürlich nicht verpassen. Was für ein fulminanter Abschied! Die Sonne taucht den Himmel über dem Aletschgletscher und die umgebenden Bergzacken in Rosa, Feuerrot und leuchtendes Geld.

Rosa Sonnenuntergang über dem Alteschgletscher
Die unergehende Sonne taucht den Aletschgletscher in Rosa-Töne
Die Sonne schickt die letzten Farben über die Berge
Der prächtige Abschied des Tages

Die Kameras stehen kaum still und ich bin froh, dass diese nicht so vorsintflutlich sind, wie meine Camping-Ausrüstung. Nicht auszumalen, wenn man in so einer Situation nur eine Handvoll 24er oder 36er Filmrollen zu Verfügung hätte!

Markus berät auch hier schon, welches die geeigneten Kameraeinstellungen sind und wo die besten Fotospots für die Nacht sind. Es ist wichtig sich das Terrain noch bei Tageslicht anzuschauen, um ungewollte Überraschungen oder gar gefährlichen Situationen in der Nacht vorzubeugen, denn die Nacht wird dunkel. Eine mondlose Nacht bei Neumond eignet sich schliesslich am besten für die Sternenfotografie.

der Sonnenuntergang über dem Restaurant Bettmerhorn
Abendstimmung über dem Restaurant Bettmerhorn

Nachdem sich der Tag endgültig verabschiedet hat, treffen wir uns im Restaurant wieder.

Der Sternenzauber über dem Restaurant Bettmerhorn
Sternenzauber

Learning Session Sternenfotografie

In einer etwa einstündigen Einführung in die Sternenfotografie erklärt uns Markus leicht verständlich, worauf wir bei den Kameraeinstellungen achten sollen und wie wir die Fotos im Nachgang am besten bearbeiten.  Zum Spicken gibt es für jeden Teilnahmer ein “cheat sheet”, einen laminierten Spickzettel für alle wesentlichen Kameraeinstellungen, der von nun an seinen festen Platz in meiner Fototasche hat.

Der Kurs ist so konzipiert, dass sowohl Anfänger, als auch ambitionierte Hobbyfotografen davon profitieren können. Es sind aber auch einige “Wiederholungstäter” dabei, also Teilnehmer, die schon mehrfach an Markus Kursen teilgenommen haben.

Sternenhimmel über dem Bettmerhorn
Der Sternehimmel in seiner ganzen Pracht

Nach dem Theorieteil wartet das Vergnügen in Form von Käsefondue auf uns. Dann ist es endlich stockdunkle Nacht und es wird Zeit, die Sterne einzufangen. Dick eingemummelt geht es raus in die Kälte.

Sternenzauber auf dem Bettmerhorn

Da glänzen sie über uns. Millionen Sterne. Ein ergreifender Anblick und mir wird wieder einmal bewusst, wie wunderschön unser kleiner blauer Planet ist. Es sind diese Augenblicke, die mich erfürchtig staunen lassen und die sich tief in mein Bewusstsein einprägen. Die Kameras sind aufgebaut und wer Hilfe bei den Einstellungen benötig, dem steht Markus mit Rat und Tat zur Seite. Dann geht es los. Wir versuchen, soweit möglich, die ganze Pracht des Himmelszeltes einzufangen. Die Fotos sind, wie so oft im Leben, nur eine Annäherung an die wahre Schönheit der Realität.

Tausend Sterne funkeln über dem Aletschgletscher
Tausend Sterne funklen

Irgendwann zwingen mich die Kälte und die Müdigkeit wieder rein zu gehen um mich aufzuwärmen. Während ich in meinen Schlafsack schlüpfe, kann Mr. Patotra vor lauter Begeisterung gar nicht genug bekommen. Er fotografiert und staunt die ganze Nacht hindurch. Zwischendrin meldet er sich immer mal wieder bei mir. Voller Euphorie: „Es ist sooo schön! Viel zu schön, um zu schlafen“.

Nacht über dem Rhonetal
Die Nacht über Brig im Rhonetal

Weitere Infos zur Sternenfotografie in der Aletsch Arena

Der Kurs richtet sich an Anfänger und fortgeschrittene Fotografen. Die Kosten liegen bei CHF 400 pro Person, inklusive Abendessen. Buchungen und Infos hier: Webseite der Aletsch Arena

Unsere Fotoausrüstung für die Sternenfotografie

Kamera 1:

  • Nikon D5500, Spiegelreflexkamera mit APS-C Sensor
  • Weitwinkelobjektiv: Sigma f3.5/10-20mm
  • einfaches Reisestativ mit Kugelkopf

Kamera 2:

  • Sony α7R III, spiegellose Systemkamera mit Vollformat-Sensor
  • Zoomobjektiv Sony f2.8/24-70mm GM
  • stabiles Stativ mit grossem Kugelkopf
  • Fernauslöser & Intervallometer

Kamera 1 erwies sich leider als nur mässig geeignet für die Sternenfotografie, da der Sensor bei ISO 6400 schon ein kräftiges Bildrauschen erzeugte. Kamera 2 überzeugte dagegen ohne Vorbehalte. Alle hier gezeigten Sternenbilder wurden mit Kamera 2 aufgenommen.

Pistenraupen in der Nacht
Die Pistenraupen sind noch unterwegs und an den hellen Stellen zu erkennen

Offenlegung: Wir haben diesen Kurs auf Einladung der Aletsch Arena besucht. Meine Meinung bleibt davon unberührt.


3 Comments

  • Wow! Das sind ja echt wundervolle Bilder geworden!

    Hab vor ein paar Wochen auch nach langer Zeit mal wieder die Gelegenheit gehabt als ich in der Steiermark war, DEN Sternenhimmel ohne Lichtverschmuzung bewundern zu können. Echt Wahnsinn, was einem in Städten entgeht!

    Schätze, in Irland wirst bei deinem nächsten Besuch dann auch mit tollen Sternenbildern aufwarten (wenn es nicht mit Aurora klappt…)?!

    • Ja, jetzt bin ich echt angefressen davon. Der Himmel ist sooo schön. Das werde ich in Irland sicher auch mal ausprobieren. Jetzt hoffe ich aber erst mal, dass das Wetter hier auf La Palma auch einen Blick auf die Sterne zulässt.
      Ganz liebe Grüsse
      Ellen

  • Das ist ja interessant, dass die Systemkamera hier die Spiegelreflex schlägt! Ich hatte mal eine Sony, von der war ich sehr begeistert. Vielleicht wird meine nächste wieder so eine. Supertolle Traumfotos, Ellen!
    Liebe Grüße
    Gela

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