Tipp: Ganz besonders übernachten im Sternen Zimmer im Valposchiavo

Auf der Alpe San Romerio im Puschlav, im südlichsten Zipfel von Graubünden kann man auf dem Berg ganz aussergewöhnlich, unter freiem Himmel übernachten.

Wer mit dem Auto zur Alpe San Romerio im Puschlav ganz im Süden des Kanton Graubünden anreist, der muss schon wagemutig sein. Die schmale Strasse windet sich in zahlreichen, mitunter abenteuerlich engen Serpentinen den Berg hinauf. Bergwärts erhebt sich eine Felswand, die sich bedrohlich über Strasse beugt und talwärts klafft der Abgrund, nur durch eine kleine Leitplanke von der Fahrbahn getrennt.

Starke Nerven braucht es hier. Da helfen auch die zahlreichen, in den Berg geschlagenen Schreine mit Heiligendarstellungen nicht. Ich gebe zu, ich bin diesbezüglich ein ziemlicher Angsthase. Aber ich habe es, wenn auch schweissgebadet, überstanden und es hat sich im Nachhinein betrachtet auch sehr gelohnt. Hier gibt es sie noch, die echten Abenteuer!

Nach zahlreichen Windungen erreichen wir wohlbehalten einen kleinen Parkplatz. Ab hier geht es nur noch zu Fuss weiter. Bunte Schmetterlinge und kunstvolle Bergblüten weisen uns den Weg.

Hin und wieder gibt der dichte Wald einen Blick auf das Valposchiavo frei, das weit unten im Tal liegt.

Nach etwa einer halben Stunden sehen wir die Gebäude der Alpe San Romerio und schon bald ist auch die kleine Kirche von San Romerio, die im 11. Jahrhundert an den Abhang gebaut wurde, zu sehen.

800 Meter weiter unten befindet sich der strahlend blaue Lago di Poschiavo. Ein Blick über die Felswand ist ziemlich spektakulär – und unter Umständen auch ziemlich schwindelerregend.

Aber hier fängt unser Abenteuer ja erst richtig an. Uns, das sind meine liebe Kollegin und Freundin Viktoria von Chronic Wanderlust und meine Wenigkeit. Es gibt Menschen, mit denen ich ganz besonders gerne auf Reisen gehe. Viktoria ist so ein Mensch und so ist es mittlerweile schon fast Tradition, dass wir einmal im Jahr gemeinsam in Graubünden unterwegs sind.

Weitere Reisabenteuer, die ich gemeinsam mit Viktoria erlebt habe

Schlafen unter freiem Himmel im Sternen Zimmer auf der Alpe San Romerio

Einige Meter oberhalb der Alpe befindet sich unser Bett für die kommende Nacht in einer kleinen Holzhütte mit einer grossen Terrasse. Direkt nebenan befindet sich das WC-Häuschen und der Ausblick mit Herz.

Aber nein, wir schlafen nicht in der Holzhütte. Das Bett ist nämlich etwas ganz Besonderes: Es hat Rollen. Auf Schienen kann das ganze Bett ganz einfach auf die grosse Terrasse hinaus gefahren werden. Das nenne ich ein Zimmer mit Aussicht – und mit viel frischer Luft. Eine Klimaanlage ist hier oben auf über 1’800 Metern über dem Meer selbst an heissen Sommertagen nicht nötig. Herrlich erfrischend ist es hier oben.

Bevor wir uns, ausgerüstet mit einer Wärmflasche zur Nacht betten, geht es aber noch einmal hinunter zur Alp, denn dort wartet in der gemütlichen Gaststube schon das Abendessen auf uns. Und das ist der Knaller! Manchmal bin ich überrascht über die hervorragenden Schätze, die ich an Orten entdecken darf, an denen ich sie gar nicht erwarte. Die Köchin zaubert hier kulinarische Höhenflüge!

Salat, Gemüse und Kräuter werden direkt auf der Alp angebaut – und entsprechend frisch und aromatisch schmeckt alles.

Draussen auf den Trockenmauern reift der Grappa mit eingelegten Tannenzapfen in zahlreichen Flaschen. Die Tische sind mit hübschen Bergblumensträussen geschmückt. Die Ruhe hoch oben über dem Tal hüllt alles ein, wie ein weicher Schleier.

Bei uns macht sich nach dem guten Essen die Müdigkeit bemerkbar. Es wird Zeit, den Anstieg zurück zum Sternen Zimmer anzutreten. Susanne, die gute Fee von der Alp, gibt uns noch zwei heisse Wärmflaschen mit. Die werden wir gut brauchen können.

Gut gesättigt und mit heissen Wärmflaschen bepackt treten wir also den Weg zum Sternen Zimmer an. Die Nacht kündigt sich mit einem warmen Licht an und taucht die Berge in Gold.

Als die Nacht anbricht, bin ich doch froh über meine Skiunterwäsche, die Wärmflasche und die zwei Decken. Der ideale Ort, um der Sommerhitze im Juli zu entkommen!

Irgendwann schlafe ich selig ein. Als ich kurz die Augen öffne, ist es dunkle Nacht und am Himmel funkeln unzählige Sterne. Ein magischer Moment, den man selbst erlebt haben muss, um zu verstehen, wie ergreifend es ist, der Natur so nah zu sein.

Trotz aller Begeisterung schaffe ich es doch wieder einzuschlafen. Die Sonne geht am frühen Morgen hinter dem Berg auf und ihre Strahlen kitzeln mich wach. Ich öffne die Augen und denke: Die Welt ist schön!

Unten in der Berghütte gibt es Frühstück und einen warmen Kräutertee. Gestärkt unternehmen wir noch eine kleine Wanderrunde auf dem Köhlerweg, oberhalb der Alp und geniessen die zauberhaften Aussichten auf die Alpe und das Kirchlein San Romerio und auf das schöne Valposchiavo.

Es ist, als würde man für eine Weile alle Sorgen, alle Nöte hinter sich lassen – hier oben ist die Welt noch in Ordnung!

Besondere Orte und besondere Erlebnisse sind die kleinen Fluchten aus dem Alltag, die einen tief durchatmen lassen und helfen, dass all die Sorgen, die man im Tal hinter sich gelassen hat, für eine Weile plötzlich ganz klein erscheinen. Die Alpe San Romerio ist ein kleines Paradies – ein idealer Ort für eine kleine Flucht aus dem Alltag. Das Sternen Zimmer ist das Tüpfelchen auf dem i. Man kehrt mit einer gewissen Demut zurück ins Tal. Da tritt sogar die abenteuerliche Strasse ein wenig in den Hintergrund.

Weitere Informationen zum Übernachten im Sternen Zimmer

Zur Webseite der Alpe San Romerio mit Übernachtungsmöglichkeiten und Preisen gelangt ihr über diesen Link: Alpe San Romerio

Ich wünsche Euch viele zauberhafte Bergerlebnisse mit viel frischer Bergluft und einem Himmel voller leuchtender Sterne.

Mit sonnigen Grüssen
Eure Patotra


Offenlegung: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Einladung von Graubünden Ferien und Valposchiavo Turismo entstanden.


Wer schreibt hier?
Ellen Gromann-Goldberg

Hallo! Ich bin Ellen. Ich bin die Gründerin von PATOTRA, Content-Creator und freie Journalistin. Ich liebe das Meer und kleine Inseln. Aber auch die Berge, die Wüste, der Dschungel und Grossstädte können mich begeistern. Begegnungen mit Menschen sind für mich der Schlüssel zu anderen Ländern und deren Kultur. Nachhaltige Projekte liegen mir dabei ganz besonders am Herzen. Meine grossen Leidenschaften sind: das Reisen, das Schreiben und das Fotografieren.

Im Jahr 2014 entstand PATOTRA als reiner Familienreiseblog. Gemeinsam mit meinen drei Kindern und meinem Mann durfte ich viele tolle Nah- und Fernreisen erleben, die sich hier auf dem Blog in Form von Reiseinspirationen und Reisetipps wiederfinden. Aus den Reisen mit Kindern wurden im Laufe der Jahre Reisen mit Teenagern. Schliesslich ist der Blog, gemeinsam mit meinen Kindern, den Kinderschuhen entwachsen. Mittlerweile reise ich meist gemeinsam mit meinem Mann – oder auch mal alleine.

Mit viel Herz und ansprechenden Reisefotografien möchte ich Euch ermutigen diese Welt selbst und mit offenen Augen zu entdecken. Mein Fokus liegt auf spannenden Geschichten, traumhaften Landschaften und Begegnungen mit Menschen. Manchmal bringe ich Euch den Geschmack der grossen, weiten Welt auch in Form von Rezepten von meinen Reisen mit.

Möchtest Du per E-Mail über neue Beträge informiert werden?
Dein Kommentar zu diesem Artikel:

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .