Unterwegs aufgeschnappt: Bogotá – am Sonntag werden die Strassen für Autos gesperrt

Natürlich nicht alle Strassen, aber immerhin ein Strassennetz von etwa 120 km wird jeden Sonntag in Bogotá für Autos gesperrt.

Dort wo sich Wochentags der dichte Verkehr der Millionenstadt durchquält herrscht am Sonntag und an Feiertagen Strassenfeststimmung.

Die Strassen füllen sich von 7 bis 14 Uhr mit Radfahrern, Skateboardern, Inlinefahrern, Joggern und Spaziergängern.

Die Menschen erobern sich die Strasse zurück, die sonst den Lastwägen, Autos und Motorrädern vorbehalten ist.

Ciclovia nennt sich das.

Wer sich unters Volk mischt, kann hier die südamerikanische Lebensfreude hautnah spüren. Die Menschen und die Natur atmen für ein paar Stunden auf und tanken Kraft für die neue Woche voller grossstädtischer Betriebsamkeit.

Ältere Menschen und Familien mit Kinderwägen gehen auf der Strasse spazieren, kleine Kinder üben Radfahren, sportbegeisterte sind mit dem Rennrad oder dem Mountainbike unterwegs. Es herrscht ein fröhliches und buntes Treiben mitten auf den Hauptverkehrsstrassen von Bogota.

Seit 1976 wird die Ciclovia veranstaltet und seit 1980 ist sie gesetzlich verankert. Die Stadt bietet dabei öffentliche Sportprogramme und viele Informationspunkte an, u.A. ärztliche Beratungen, einen tierärztlichen Dienst und Beratungen zu einer gesunden Lebensweise. Auch mobile, öffentliche Toiletten stehen den Teilnehmern zur Verfügung. Schätzungen zufolge nehmen  jeweils 1,5 – 2 Mio. Einwohner an der sonntäglichen Ciclovia teil. Bei rund 7 Mio Einwohnern eine ziemlich beeindruckenden Zahl. Ziel der Regierung ist es, durch die Ciclovia die Lebensqualität ihrer Bevölkerung zu steigern.

Eine sehr schöne und sinnvolle Tradition, die manch einer europäischen Grossstadt und ihren Bewohnern sicher auch sehr gut tun würde!

 

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