Unterwegs aufgeschnappt: “Nilpferdplage” in Kolumbien

Leider wird Kolumbien auch heute noch von vielen mit einem Namen in Verbindung gebracht: Pablo Emilio Escobar Gaviria, dem einstmals mächtigen und skrupellosen Drogenbaron.

Am 2. Dezember 1993 wurde Pablo Escobar in Medellín von einer Elite-Einheit der kolumbianischen Polizei erschossen. Seitdem hat sich in Kolumbien vieles zum Positiven gewandelt. Weite Teile des Landes erleben heute einen lange nicht gekannten Frieden. Ehemalige Brennpunkte sind heute Vorzeigeprojekte der Befriedung und Integration. So z.B. Medellíns „Communa 13“. Früher lieferten sich in diesem Stadtteil kriminelle Banden blutige Kämpfe. Nicht einmal die Polizei oder die Armee traute sich in dieses Quartier.

Heute schlendern Touristen durch die Strassen, während ihnen die Anwohner freundlich zu winken. Nur die bunten Graffiti an den Hauswänden erzählen noch die Geschichte von Elend und Angst, aber auch von Zuversicht und Lebensfreude.

Doch es gibt sie auch heute noch, die tiefen, schweren Spuren des Pablo Escobar. Escobar zählte zu den reichsten Menschen der Welt. Entsprechend ausschweifend war sein Lebensstil. Auf seiner 3.000 Hektar grossen Hazienda Napoles, zwischen Medellín und Bogota, gab es nicht nur Schlafplätze für über hundert Personen, sondern auch einen Helikopterlandeplatz, mehrere Swimmingpools, eine Stierkampfarena und einen privaten Zoo. Elefanten, Giraffen, Gazellen, Löwen, Nilpferde und Co. liess Escobar dafür eigens einfliegen. Nach seinem Tod gelangten die meisten Tiere in den Besitz von öffentlichen Zoos – alle bis auf eine Spezies: die Nilpferde!

Diese vermehren sich seither munter weiter auf dem Gelände und bereits weit darüber hinaus. Eine vernünftige Geburtenregelung gestaltet sich wohl schwierig und die Freigabe zum Abschuss scheiterte am Protest von Tierschutzorganisationen.

Über 60 Nilpferde werden mittlerweile in der Region um die Hazienda vermutet. Nilpferde haben in Freiheit eine Lebenserwartung von etwa 40 Jahren und sie haben keine natürlichen Feinde. Auch nicht in Kolumbien. Da sie ihr Territorium, wie einst Pablo Escobar, mitunter äusserst aggressiv verteidigen, hat Kolumbien somit ein mehr oder weniger schwerwiegendes Problem: die grösste wild lebende Nilpferdherde ausserhalb Afrikas!

Verrückt, aber wahr!

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10 Kommentare

  1. says: Christin

    Oh, das ist ja witzig! Zum Glück dürfen die Tiere nicht geschossen werden. Weißt du, wieso die Nilpferde dmsls nicht auch in einen Zoo gekommen sind?

    1. says: PATOTRA

      Liebe Christin
      Ja, es ist schon gut, dass die Tiere nicht einfach abgeschossen werden, aber auf lange Sicht, könnte die Ausbreitung schon problematisch werden. Ich bin gespannt, was wir darüber noch hören und lesen werden.
      Warum die Nilpferde nicht auch von einem Zoo aufgenommen wurden? Scheinbar hatte kein Zoo die notwendigen Kapazitäten dafür.
      Lieber Gruss,
      Ellen

    1. says: PATOTRA

      Ja, echt schräg. Ich bin gespannt, was wir darüber noch hören werden. Bis jetzt ist scheinbar noch nichts passiert, aber Nilpferde sind wahrlich keine Kuscheltiere. Ich wollte die nicht in meinem Hinterhof haben.
      Lieber Gruss,
      Ellen

  2. says: urs

    Was ihr so alles mitbekommt. Ist das eine Geschichte die man sich auf der Strasse erzählt oder hast du dich durch Geschichtsbücher gewältzt?
    Ist auf jedenfall eine Kuriose Story. Nielpferde in Kolumbien, klingt wie Kaffee aus Grönland.
    LG, Urs

    1. says: PATOTRA

      Ein lokaler Guide hat uns die Geschichte erzählt und ich habe sie natürlich nachrecherchiert. Ich fand sie eben auch so kurios 🙂
      LG Ellen

  3. says: Nina Oberwald

    So und nun sind es 80 Tiere und sie sollen alle getötet werden, wie dumm ist die Menschheit!!!
    vorher kastrieren + denken
    ich hoffe man kann das Töten stoppen und jeder sollte sich dafür einsetzen, egal mit welchen Mitteln,
    bleibt gesund lg Nina

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