Weihnachten unterm Tannenbaum, oder unter Palmen?

Weihnachten unter Palmen

Wo verbringen Familien-Reiseblogger am liebsten die Festtage?

Ich gehöre ja zur bekennenden Spezies der Weihnachtsflüchter. Weihnachten zu Hause bedeutet für mich oft Stress. Ich habe das Gefühl tagelang mit einkaufen, vorbereiten und kochen beschäftigt zu sein. Eine wirklich besinnliche Stimmung kommt bei mir dabei nicht auf. Dafür geniesse ich es umso mehr den ganzen Erwartungen und dem ganzen Kommerz zu fliehen. Dorthin, wo es schön warm ist und wo wir als Familie endlich mal wieder richtig Zeit für einander haben. Das ist für mich das allerschönste Weihnachtsgeschenk. Dass an Heilig Abend dann ein paar Thailänder in weissen Anzügen auf der Bühne „I`m dreaming of a white Christmas“ singen, nehme ich mit einem breiten Grinsen im Gesicht dafür gelassen in Kauf.

Für viele Menschen ist es allerdings unvorstellbar Weihnachten wo anders als zu Hause unterm Tannenbaum zu verbringen.

Und wie sieht das bei anderen Familien-Reisebloggern aus? Unterm Tannenbaum, unter Palmen, oder ganz anders? Lest selbst:


Angela von unterwegs mit Kind

skurrilerWeihnachtsbaum Weihnachten ist für unsere Kleinstfamilie ein Familienfest. Das liebste Reiseziel des Sohnes ist ohnehin ganzjährig das Haus der Omi im Fichtelgebirge. Deshalb führt unsere Reise an Weihnachten stets an dasselbe Ziel: Unter Omis Tannenbaum. Für den kleinen gebürtigen Berliner ist das nordostbayrische Fichtelgebirge schon beinahe Ausland. Schließlich kommt dort auch nicht der Weihnachtsmann, sondern das Christkind.

Mit etwas Glück haben wir im ehemaligen Westberliner Naherholungsgebiet sogar Schnee. Der steht jedes Jahr ganz oben auf dem Wunschzettel des Sohnes. Ob Schneemann oder Iglu bauen, Schlittenfahren oder eine deftige Schneeballschlacht – für den Sohn gibt es nichts Schöneres als diese weiße Pracht. Angesichts dieser Winterwonne stellt die unterwegsmitkind-Mama ihre eigenen Wünsche nach exotischen Weihnachten in fremden Kulturen hinten an. Lichtergeschmückte Palmen habe ich schon seit sieben Jahren nicht gesehen. Unsere Winterfluchten schließen sich meist erst an die Feiertage an.

Der exotischste Weihnachtsbaum in den letzten zehn Jahren stand in meiner früheren Wohnung. Denn sein allererstes Weihnachtsfest hat der Sohn – allen Plänen zum Trotz – nicht bei Omi verbracht. Nach tagelangen Schneestürmen fiel die knapp 400 Kilometer lange Autofahrt alleine mit Baby flach. In der heimischen Wohnung war aber nichts vorbereitet außer dem Umzug, der zwei Wochen später stattfinden sollte. Also hieß es improvisieren: Unser Weihnachtsbaum war eine Lichterkette vor einer weiß verkleideten Wand aus Umzugskisten.

Angela vom Reiseblog unterwegs mit Kind hat eine grosse Leidenschaft für Welt- und Naturerkundungen in Nah und Fern. Ihr allerliebstes Hobby ist das Reisen und Unterwegssein mit Kind. Mehr über Angela, ihre Reisen und Ausflüge erfahrt Ihr hier: unterwegsmitkind


Frauke von we2ontour

Weihnachten in Lappland-1_we2ontourWeihnachten unterm Tannenbaum oder unter Palmen? Weder – noch! Am liebsten im Schnee! Wir sind große Fans von weißen Weihnachten. Und da Schnee in Nordrhein-Westfalen eher unbekannt ist, zieht es uns an Weihnachten gern in kältere Regionen.

Kein Schneematsch, kein Regen, kein grauer Himmel, stattdessen klirrende Kälte, Tiefschnee und blauer Himmel!

Wir haben Weihnachten mehrfach in der Ferne verbracht, zum Beispiel im Riesengebirge in Tschechien oder in Helsinki. Am besten hat es uns in der Heimat vom Weihnachtsmann, im tiefverschneiten finnischen Lappland, gefallen. Dort oben, am nördlichen Polarkreis haben wir Weihnachten, fast eingeschneit, in einer kleinen Hütte gefeiert.

Für uns ist Weihnachten ein Familienfest mit „kleinen“ Geschenken und gutem Essen. Und auch in der Ferne kann man Weihnachten feiern. Vielleicht etwas anders als zu Hause, ohne einen festlich geschmückten Weihnachtsbaum, ohne Weihnachtsgans und selbstgebackene Plätzchen. Aber dafür mit neuen Bräuchen und Traditionen.

In Tschechien ist zum Beispiel das traditionelle Festessen am Heiligabend der Weihnachtskarpfen mit Kartoffelsalat. In Finnland gehören ein Weihnachtsschinken, Kartoffel- und Steckrübenauflauf sowie Rote-Bete-Salat auf den Tisch.

Habt ihr schon einmal den Weihnachtsabend mit einem Saunagang eingeläutet und euch zwischen den Saunagängen im Tiefschnee gewälzt? Oder noch besser – seid in ein, frisch in die Eisdecke eines zugefrorenen Sees gehauenes, Loch abgetaucht? In Lappland macht man dies so.

Für uns ist Weihnachten im Schnee eine tolle Alternative zu Weihnachten in heimischen Gefilden geworden. Wir haben die Weihnachtszeit in anderen Ländern immer sehr genossen, fernab vom großen Weihnachtstrubel und allem Weihnachtsstress.

Frauke und ihre Tochter Johanna vom Reiseblog we2ontour bereisen gemeinsam die Welt. 08/15 Reisen kommen dabei nicht in dir Tüte. Frauke und Johanna wagen immer wieder gemeinsam das grosse Abenteuer „Reisen“. Fern ab vom Pauschaltourismus. Lest mehr dazu hier: we2ontour


Britta von Looping

WeihnachtenNeuseeland„Weihnachten unter Palmen“ hört sich natürlich sehr verlockend an. Bei uns gibt es eigentlich keine Regel, aber wir gehören nicht zu den Weihnachtsflüchtern. Im Gegenteil ich mag die Vorweihnachtsstimmung. Ich liebe es, nach Brandenburg zu fahren, den Weihnachtsbaum selber zu schlagen und dann zu Hause zu schmücken. Ich finde es klasse, wenn es so richtig kalt ist, über den Weihnachtsmarkt zu gehen. Die Hände am Glühwein zu wärmen, das hat was.

Wenn ich mir allerdings die letzten Jahre so anschaue, dann hat sich ein Fünf-Jahres-Rhythmus eingeschlichen. Als meine Tochter 5 war, haben wir Weihnachten bei Verwandten auf den Philippinen verbracht und im letzten Jahr waren wir bei der Tante in Neuseeland. Bin also gespannt, wo wir 2019 feiern werden!

Was wir tatsächlich noch nie gemacht haben, komplett auf den Weihnachtsbaum zu verzichten. Egal ob aus Plastik oder nicht so ein Bäumchen samt Familie und Freunde gehört dazu. Ich würde viel lieber im Januar oder Februar flüchten. Das sind für mich die „dunklen Monate“, da hält mich eigentlich nichts in Deutschland, aber leider macht uns da die Schulpflicht einen Strich durch die Rechnung. Das ist sehr schade.

Britta loopt sich mit ihrem Team durch die Welt. Immer auf der Suche nach den schönsten Hotels, den faszinierendsten Erlebnissen und den tollsten Reisezielen. Mehr darüber erfahrt ihr hier: looping


Stefanie von Family Fscapes

CreglingenfamilyescapesAm liebsten wäre ich ja ständig unterwegs, mir kann es nie genug Reise sein. Jede Jahreszeit steht dabei unter einem anderen Reise-Stern: Im Frühjahr gerne Städtetrips, Frühsommer ein paar Tage am Strand, Sommer dann der große Trip am liebsten weit weg und im Herbst nochmal raus aufs Land, frische Luft in die Lungen pusten. Sobald dann Schnee liegt: Natürlich Skifahren. Es gibt nur einen Zeitraum, in dem mich überhaupt nichts wegtreibt: Das ist Weihnachten. Ich liebe eigentlich alles daran, vom Plätzchen essen bis zum Baum schmücken. Am wertvollsten ist mir die Zeit mit der Familie. Wir feiern traditionell mit meinen Eltern am Heiligabend und sind auch an den anderen Tagen mit Familie oder Freunden zusammen. Mindestens einen Tag reservieren wir außerdem nur für uns vier, zum Lebkuchen essen, Filme schauen, vielleicht in ein gutes Restaurant gehen und einfach mal ganz unverplante Zeit haben. Das hat bei uns mit Vollzeitjobs, Ganztagskita und –schule, Familie & Freunden, tausend Hobbies und nicht zuletzt natürlich meinem Blog nämlich absoluten Seltenheitswert. Für mich ist Weihnachten tatsächlich ein Anker im Jahr, um – wenigstens kurz mal – zur Ruhe zu kommen. Und damit mir ja kein Reisefieber in die Ruhe funkt, waren wir jetzt vor Weihnachten ein paar Tage im Taubertal und nach der Feierei geht es dann gleich auch auf die Skipiste, dieses Mal nach Tirol und vielleicht sogar noch in die Vogesen.

Stefanie schreibt über Reisen mit Kindern – weit weg genauso wie um die Ecke übers Wochenende. Reisen sind für sie das Größte. Mehr über Ihre Reisen könnt Ihr hier erfahren: familyescapes


Ines von Viermal Fernweh

myfamilyontourPalmen oder Tannenbaum? Wir gehören zur zweiten Kategorie, denn bevor wir Kinder hatten, hieß Weihnachten für uns, immer auf der Straße zu sein, um möglichst die gesamte Verwandtschaft zu besuchen.

Seitdem wir selbst Eltern sind, genießen wir es, die Feiertage zu Hause zu verbringen und haben in den letzten Jahren eine Familientradition entwickelt. Auf Weihnachtskarten verzichten wir, denn seit sechs Jahren schreibe ich für Freunde und Familie einen weihnachtlichen Jahresrückblick.

In der Adventszeit sind die „Ressorts“ klar aufgeteilt. Ich backe mit den Kindern Plätzchen und der Vater sucht mit ihnen den Weihnachtsbaum aus. Unseren Baum stellen wir eine Woche vor Weihnachten auf und schmücken ihn gemeinsam. Warum so früh? Nach den Feiertagen ist bei uns Aufbruchsstimmung für das neue Jahr und dann gibt es im Garten das erste Knutfest.

Immer wiederkehrende Rituale finden wir wichtig. Ein Weihnachtsmann gehört fest zum Programm, genau wie der Filmklassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und die Ente mit Rotkohl am ersten Feiertag. Wir lesen zusammen Weihnachtsgeschichten, am liebsten „Die Weihnachtsgans Auguste“ und „Ein Weihnachtslied in Prosa“.

Nur rumsitzen und essen ist uns ein Graus. Deshalb sind wir an den Feiertagen gern im Theater, beim Konzert oder am See. Hauptsache, wir verbringen die Zeit gemeinsam. Und das möchte ich meinen Kindern mit auf den Weg geben. Weihnachten bedeutet, sich Zeit zu nehmen, für die Menschen, die einem wichtig sind und auch für sich selbst.

Ines entdeckt die Welt am liebsten mit ihrer Familie, aber gern auch mal nur zu zweit. Auf ihrem Blog gibt es Inspiration für Familienreisen, kurze Auszeiten, Stadtfluchten und Tipps rund um das Reisen mit und ohne Kinder. Lest mehr dazu bei: viermalfernweh

 Andreas von Travelisto

travelisto marokkoTannenbaum oder Palmen? Diese Frage stellte sich uns bis vor Kurzem noch gar nicht. Seitdem wir Kinder haben, sind wir bewusst nicht über Weihnachten weggefahren. Stattdessen haben wir während der Feiertage nach all dem alltäglichen Wahnsinn zwischen Job und Familie die Ruhe und die Zeit Zuhause ganz entspannt zu viert genossen. Die Reiselust hat uns dann meist im Januar gepackt, indem wir in Richtung Südostasien dem deutschen Winter entflohen sind.

Dieses Jahr ist es allerdings anders. Da wir nun ein Schulkind haben, sind die zwei Wochen Weihnachtsferien die Zeit, auf die es nun ankommt. Und da teilt sich unsere Familie in zwei Lager. Einmal die Eltern, die es wieder in die Sonne und in das tropische Klima mit besagten Palmen zieht und dann die Kinder, die sich auf klassische Weihnachten mit Tannenbaum und möglichst vielen Geschenken freuen.

Als wir uns schließlich einigen, dass wir die Weihnachtstage zu Hause verbringen und danach für ein paar Tage verreisen wollen, ist es zu spät. Die Preise in dieser absoluten Hochsaison sind mittlerweile viel zu hoch und die Zeit für eine befriedigende Reise letztendlich zu kurz. An diese erschwerten Bedingungen müssen wir uns erst einmal gewöhnen. Vielleicht ergibt sich noch ganz spontan irgendetwas, wir lassen uns überraschen. Auf jeden Fall werden wir das Thema für Weihnachten 2016 definitiv früher angehen.

Reisen mit Kindern macht Spass, sagt Andreas, Und genau davon berichtet er auf seinem Familienreiseblog. Mehr Informationen und Inspirationen findet Ihr hier: travelisto


Hartmut von 598 grad nord

vieraufeinenstreichWeihnachten haben wir in den letzten Jahren meist zu viert sehr ruhig zuhause und unter dem heimatlichen Tannenbaum verbracht. Da der 4aufeinenstreich-Vater oft auch während der Feiertage arbeiten muss und wir uns den Reisestress zur Weihnachtszeit nicht antun wollen, ist es zuhause einfach am ruhigsten. Vor zwei Jahren aber sind wir dem Weihnachtstrubel schon Mitte Dezember entflohen und haben uns für vier Wochen nach Costa Rica abgesetzt.

Die Costaricaner halten es mit dem Weihnachten ja wie die Nachbarn im Norden, sprich es wird am 25. Dezember gefeiert. Für die Weihnachtstage hatten wir uns in einem kleinen Hotel an der Playa Carillo eingemietet, einem kleinen Ort im Südwesten der Nicoyahalbinsel.

Die Hotelbesitzer boten uns an, unsere Geschenke unter den Plastikbaum in der Hotellobby zu legen, wo auch die Geschenke ihrer Kinder deponiert wurden. Viel war es ja nicht, aber ein paar Kleinigkeiten hatten wir in den letzten Tagen besorgt. Am Vorabend wurden natürlich noch Kekse, Milch und Mohrrüben für Santa Claus und sein Rentier vorbereitet, die dann am Morgen größtenteils aufgegessen waren! Klar, bei 30 Grad im Schatten, Weihnachten zu feiern war schon ungewohnt, aber die Kinder waren genauso auf das Fest und die Geschenke gespannt wie zuhause. Und sie hatten dann auch nichts dagegen, die übrigen Tage am Strand mit Baden zu verbringen.

Wir Eltern könnten das wohl immer wieder so machen, aber den Kindern würde auf Dauer das heimatliche Weihnachtsfest mit Pfefferkuchen, Luciafeier und Weihnachtsbaum schon fehlen. Ab und zu ist aber Abwechslung sehr schön, und 2016 sollte es mal wieder so weit sein…

In seinem Reiseblog schreibt Hartmut  über das Reisen als Familie.  Er lebt mit seiner Familie in Schweden und gelegentlich schreibt er auch über den Alltag im Norden Europas.  Mehr dazu könnt Ihr hier lesen: 58 grad nord


 

Wie sieht das bei Euch aus? Seid Ihr an Weihnachten gerne auf Reisen, oder könntent Ihr Euch das gar nicht vorstellen? Und wenn nicht, warum nicht?

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Mit sonnigen Grüssen,

Eure Patotra - klein

2 Kommentare

  • Hallo Ellen, eine schöne Sammlung hast du da zusammengetragen. Danke, das Looping dabei ist. Und wo verbringst du Weihnachten? Ich wünsche einen schönen 4. Advent. Liebste Grüße Britta

  • Liebe Ellen, ein schöner Beitrag und spannend, dass die sonst so hibbeligen Reiseblogger es gern mal ruhiger angehen. 🙂 Ich wünsche Dir schöne Weihnachten unter Palmen und danke, dass wir unseren Senf dazugeben durften. Liebe Grüße von Ines

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