Winter am Bodensee: Museen, Schoggi und Natur

Dass der Bodensee im Sommer ein hervorragendes Reiseziel ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Aber auch, oder besonders im Winter lohnt sich eine Reise in die Vierländer-Region.

Der Bodensee im Winter, das sind lange Spaziergänge am menschenleeren See, aufregende Museen und Weihnachtsmärkte voller Lichterglanz und Glühweinduft.

Bodensee Friedrichshafen
Still iegt er da, der Bodensee im Winter

In der Vorweihnachtszeit locken romantische Weihnachtsmärkte, wie in Friedrichshafen oder in Lindau, die Hände und das Herz in geselliger Runde bei einem Glühwein oder einem ofenwarmen Dinette (eine Art Flammkuchen) zu wärmen. Ich habe mich mit der Katamaran-Fähre von Konstanz auf gemacht nach Übersee – so nennen wir im Volksmund das gegenüberliegende Seeufer.

Friedrichshafen: spannende Museumsstadt

Am Hafen von Friedrichshafen wartet schon der erste gemütliche Weihnachtsmarkt auf mich.

Weihnachtsmarkt Friedrichshafen
Der gemütliche Weihnachtsmarkt in Friedrichshafen

Die feierlich geschmückten Holzbuden lassen die Stadt am See in einem völlig neuen Licht erstrahlen. Friedrichshafens zählt, geschichtlich bedingt, bekanntlich nicht zu den architektonisch schönsten Städten am See. Vier Rüstungsbetriebe, Dornier, Zeppelin, Maybach und die Zahnradfabrik machten Friedrichshafen zu einem der wichtigsten Rüstungsstandorte im Deutschen Reich. Das führte dazu, dass die Stadt elf Luftangriffe im Zeitraum vom Juni 1943 und Februar 1945 erleiden musste. Kaum ein Stein blieb auf dem anderen.

Die Stadt wurde in den Nachkriegsjahren schnell wieder aufgebaut. Sehr schnell. Das zeigt sich bis heute im Stadtbild. Dafür hat Friedrichshafen aber einige andere Höhenflüge zu bieten und die Lage am See ist zu jeder Jahreszeit ein Traum.

Boutique Hotel Kircheldorff

Ein paar historische Häuser haben die Kriegsjahre aber doch überstanden. Unweit der Schlosskirche checke ich im kleinen Boutique Hotel Kircheldorff ein. Das Boutique Hotel Kircheldorff ist eine schmucke Stadtvilla mit einem grossen Garten.

Vier Zimmer werden hier an Gäste vermietet, wobei meines Erachtens tatsächlich nur drei der Zimmer als Zimmer bezeichnet werden können. Das vierte Zimmer, das Familienzimmer, wie man mir sagt, ist der nach unten offene Dachboden mit vier Lattenrosten und Matratzen auf dem Boden. Das gewünschte Boutique-Hotel-Feeling stellt sich da leider gar nicht ein. Schade!

Der Rest des Hauses ist gemütlich und stilvoll. Am Morgen wird ein reichhaltiges Frühstück in Bio-Qualität serviert.

Hotel Kricheldorff
Der Salon im Hotel Kricheldroff

Mich hält es nicht in meiner „Dachkoje“ und so freue ich mich darauf bei einer Werftführung im Zeppelin Hangar hinter die Kulissen schauen zu dürfen.

In der Zeppelin Werft

Ein Zeppelin befindet sich momentan im Bau und er steht als Gerüst da, während zwei imposante, dickbauchige Luftschiffe die riesige Halle füllen. Hier werden öffentliche Führungen angeboten, die einen spannenden Einblick in die Entwicklung und den Bau der Zeppeline bieten.

Im Zeppelin Hangar

Infos: Werftbesichtigung Zeppelin

Dornier-Museum

Dornier Museum
Vor dem Dornier Museum

Von der Werft geht die Reise weiter in die Welt der luftigen Höhen. Im Dornier Museum erlebe ich eine Zeitreise durch die Welt der Flugzeuge, die eng mit der Geschichte Friedrichshafens verbunden ist. 100 Jahre reise ich in dem coolen Museum durch die Zeit. Ich liebe es zu fliegen und natürlich kann mich da auch ein Museum rund um die Luft- und Raumfahrt begeistern.

Lufthansa Museum
Eine sehr alte Lufthansa

Infos: Dornier Museum

Ausklingen lasse ich den Tag am Weihnachtsmarkt bei Dinette und Glühwein.

Dinette
Die schwäbische Dinette ist ähnlich, wie ein Flammkuchen

Zeppelin Museum

Modell der Hindenburg
Ein Modell der Hindenburg

Auch der nächste Morgen steht im Zeichen der Luftfahrt. Nach einem Spaziergang entlang des winterlichen Bodenseeufers, erreiche ich am Hafen das Zeppelin Museum. Hier begebe ich mich auf die Spur der spannenden Geschichte des Zeppelin-Konzerns. Highlight ist ein Nachbau der Passagierräume der LZ 129 Hindenburg in Originalgrösse. Durch die Räume zu schlendern ist echt ein aufregendes Erlebnis. Geschichte wird hier greifbar.

Hindenburg
So sah es im Inneren der Hindenburg aus

Infos: Zeppelinmuseum

Am Nachmittag wechsle ich die Seeseite und überquere mit der Autofähre den winterlichen Bodensee auf die Schweizer Seite. Von Romanshorn geht es weiter, ins Hinterland. Nächster Halt, Flawil.

Schoggi und Sterne in der Schweiz

Vom Glück in der Schokolade in Maestrani’s Chocolarium

Chocolarium
So kommt also das Glück in die Schokolade!

Kennt Ihr den Film Charlie und die Schokoladenfabrik? In genau so einer Schokoladenfabrik bin ich in Flawil gelandet. In Maestrani’s Chocolarium dreht sich alles um die Frage, wie das Glück in die Schokolade kommt. Es folgt ein fantastischer Rundgang durch die bunte Welt der Schokolade mit vielen Stationen zum mitmachen und für Schleckermäuler zum ausgiebigen kosten.

Schokolade Fabrik
Hier wird das Glück aufgeladen
Welt der Schokolade
Eine fantastische Reise in die Welt der Schokolade

Zum Schluss darf ich auch noch meine eigene Schokolade kreieren. Auch wenn ich im Grunde zu den eher ungewöhnlichen Menschen zähle, die gar nicht sonderlich scharf auf Schokolade sind, ist das Chocolarium eine unterhaltsame Entdeckung und es versüsst jeden grauen Wintertag.

melken
Wer schafft es die Kühe zu melken?

Infos: Chocolarium Erlebniswelt

Samichlaus Umzug in St.Gallen

Von Flawil ist es nicht weit nach St.Gallen und da ich erst kürzlich wieder erleben durfte, dass St. Gallen auch im Winter einen Besuch lohnt, lasse ich es mir nicht nehmen, noch einmal in der Sternenstadt vorbeizuschauen. Zumal heute ein ganz besonderer Tag ist. Nikolaus, oder Samichlaus, wie wir sagen. Am Samichlaustag halten in St. Gallen viele Samichläuse zu Fuss und hoch zu Ross mit ihrem Gefolge, den Schmutzlis (Knecht Ruprecht), Einzug in die Stadt. Dabei verteilen sie Leckereien an die Kinder. Eines der Highlights im weihnachtlichen Städtchen.

Samichlaus
Eine Stadt voller Samichläuse

Weitere Infos: St. Gallen im Winter

Outdoor, Genuss und Museen in Liechtenstein

Das Liechtensteinische Landesmuseum

Klein aber oho – ist die wohl passendste Beschreibung für den kleinen Alpenstaat. Schon von weitem sichtbar thront das Schloss des Landesfürsten hoch über Vaduz.

Schloss Liechtenstein
Über Vaduz thront das Schloss des Landesfürsten

Die Anwesenheit der Fürstenfamilie war es, die dem einst armen Land Reichtum und Ansehen brachte.

Die Geschichte des sechstkleinsten Staates der Welt, lässt sich im Liechtensteinischen Landesmuseum ganz eindrücklich erfahren. Über 3’000 Exponate führen sowohl auf die Spuren der Geschichte, der Kultur und der Natur des kleinen Landes. Viele Mitmachen-Stationen machen dies auch für Kinder erlebbar.

Landesmuseum Liechtenstein
Im Landesmuseum

Infos: Landesmuseum

Die Schatzkammer Liechtensteins

Gleich nebenan lohnt sich ein Blick in die Schatzkammer. Unter dem Titel „vom Fürstentum über die Welt ins Weltall“, sind hier zahlreiche Objekte ausgestellt, die mit dem Land eng verbunden sind. So z.B. eine Replik der Fürstenhaube und mächtige Fabergé-Eier.

Fuerstenhaube
Die Fürstenhaube
Faberge Ei
Das Fabergé Ei in der Schatzkammer

Infos: Schatzkammer 

Lamatrekking in Triesenberg

Beliebt ist Liechtenstein wegen seiner Alpenlage vor allem bei Wanderern und bei Skifahrern. Besonders Familien mit kleinen Kindern wissen die Vorzüge der überschaubaren Skigebiete sehr zu schätzen.

Blick schweizer Alpen
Blick auf die Schweizer Alpen

Tierfreunde, die eine ganz besondere Art des Wandern erleben möchten, finden am Lama- und Alpakahof Trisenberg eine tierische Trekkingvariante. Für mich ist es ein freudiges Wiedersehen mit Marc und Balou, Elvis und den anderen pelzigen Weggefährten.

Lamatrekking Winter
Marc und seine Lamas
Lama Trieserberg
Unterwegs mit den Lamas

Infos: Lamatrekking in Liechtenstein

Kulinarik Tipp: Nach so einer Tour schmecken die typischen, liechtensteiner Käsknöpfle mit Apfelmus im Gasthof Au in Vaduz, einem der ältesten Beizen im Fürstentum, ganz besonders gut!

Kaesknoepfle
Leckere Käsknöpfle werden in Liechtenstein mit Apfelmus gegessen

Infos: Gasthof Au

Weihnachtsromantik in Lindau

Auf dem Rückweg schaffe ich es noch kurz auf dem Weihnachtsmarkt in Lindau vorbeizuschauen. Die Lindauer Hafenweihnacht ist für mich der schönste Weihnachtsmarkt am Bodensee. Vom Mangtrum im Hafen hat man einen wunderbaren Ausblick über das festliche Treiben.

Hafenweihnacht Lindau
Die romantische Hafenweihnacht in Lindau
Mangturm
Der Mangturm mit dem Weihnachtsmarkt

Infos: Weihnachtsmärkte rund um den Bodensee

Mein Fazit:
Die Region um den Bodensee hat zu jeder Jahreszeit viel zu bieten und mal sollte es nicht nur bei einem kurzen Sommerflirt belassen. Besonders im Winter zeigen sich ihre wahren Qualitäten. Ich muss es wissen – immerhin darf ich die Gegend um diesen zauberhaften See mein Zuhause nennen.

Mit sonnigen Grüssen,

Weitere Tipps zur Bodenseeregion:

Infos, Ausflugs- und Übernachtungstipps:

Region Bodensee

Mein Tipp:

Die Bodensee Erlbeniskarte:

Freien Eintritt zu 60 Attraktionen in Deutschalnd, Österreich und der Schweiz. Vom Bergerlebnis über Bäder bis hin zu aufregeden Museen. Die Karte zum Preis von 39 Euro (Stand Winter 2018/2019) ist an drei frei wählbaren Tagen von Oktober bis März gültig. Infos: Bodensee-Erlebniskarte

Leseempfehlung:

Ein Mädels Wochenende (im Winter) in Friedrichshafen

Wer schreibt hier?

Die Autorin: Ellen Gromann-GoldbergEllen Gromann-Goldberg

Globetrotterin mit Anhang, immer mit der Kamera im Anschlag und dem Notizblock in der Hand. Mit und ohne Familie, zwei Teenager, ein Twen und mein Mann, bin ich auf der Suche nach den besonderen Orten, Erlebnissen und Geschichten rund um die Welt und in meiner Heimat am schönen Bodensee.
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Offenlegung: Diese Reise fand im Rhamen einer Einladung der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH statt. Meine Meinung bleibt davon unberührt.


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