Zürich – Es tut sich was im Zoo

Ich gehe gerne in den Zoo. Manchmal, wenn mein Fernweh ganz besonders schlimm ist, gönne ich mir eine kleine Auszeit im Dschungel. Die Masoala-Halle im Zoo Zürich ist sozusagen mein Kurztrip in tropische Regionen. Ein Mini-Urlaub. Ich liebe die Geräusche und Gerüche des Dschungels unter dem Glasdach und die Flughunde und Affenbande in den hohen Baumwipfeln zaubern auch meinen Teenagern ein Lächeln ins Gesicht.

Chamäleon Zoo Zürich

Wenn wir dann noch ein paar Chamäleons entdecken, die nur müde mit den Augen zwinkern, während wir sie fotografieren, ist mein Tag perfekt.

Masoala Halle Zoo Zürich

Der Zoo Zürich hat in den letzten Jahren unglaubliche Bemühungen unternommen, damit sich Mensch und Tier noch wohler fühlen. Viele Bereiche wurden komplett umgebaut, um den Tieren eine Umgebung zu bieten, die ihrem natürlichen Lebensraum möglichst nahe kommt.

Der neue Elefantenpark

Am 7. Juni 2014 wurde ein weiteres Highlight eröffnet. Der neue Kaeng Krachan Elefantenpark. Eine riesige Anlage ist hier entstanden, mit einem grossen Innen- uns Aussenbereich, verschiedenen Futterstellen, Duschplätzen und Schwimmbecken. Benannt wurde der Park nach dem Kaeng Krachan Nationalpark in Thailand. Dort unterstützt der Zoo Zürich ein Projekt zum Schutz Asiatischer Elefanten.

Ich freue mich, dass ich diesen unter der fachkundigen Führung des Senior Kurators des Zoo Zürich, Dr. Robert Zingg, gemeinsam mit den Blogger Kollegen von www.Reisewerk.ch, www.travel-experience.ch und www.newlyswissed.com näher kennenlernen darf. Schon von weitem ist das beeindruckende Glas-Holzdach des Elefantenparks zu sehen. Nach einer gemeinsamen Stärkung mit Thai-Food im kleinen Pranburi Kiosk sind wir bereit für einen Ausflug ins Reich der grauen Riesen.

Elefantenpark Zoo Zürich

Elefantenpark Innenanlage

„Wir sehen uns als PR-Agentur der Natur“, so Dr. Zingg. „Die Elefanten stehen in der Beliebtheitsskala der Zoobesuchern ganz oben“. Es leuchtet ein, dass wir Menschen nur für Probleme in der Tierwelt sensibilisiert werden können, wenn wir einen Bezug zu den Tieren haben. Genau das ist es, was der Zoo erreichen möchte. Die begeisterten Kinderscharen, die um uns herum hüpfen und fasziniert den grossen Riesen beim Futtern zuschauen, zeugen davon, dass dies offensichtlich gelingt. Als dann noch das jüngste Mitglied der Elefantenfamilie, die kleine Omysha vergnügt mit einem Stöckchen spielt und versucht einen „hohen Felsen“ hochzuklettern bestätigen das die „Jööööhs“ um uns herum nochmal eindrücklich.

Elefanten Zoo 2

Schade, dass grade keiner der Dickhäuter in Badelaune ist. Zu gerne hätte ich durch die Fensterscheibe gesehen, wie ein schwimmender Elefant unter Wasser aussieht. Man merkt, dass sich die Elefanten in Ihrer neuen Behausung wohl fühlen. Neu ist auch, dass die Elefanten im „protected contact“ gepflegt werden. Das bedeutet, dass die Elefanten keinen direkten Kontakt mehr zu den Pflegern haben. Zum Einen wird dadurch die Sicherheit für die Pfleger erhöht und zum Andern können sich die Elefanten so wesentlich natürlicher entwickeln. Notwendige Anweisungen durch die Pfleger werden durch Pfeiffsignale gegeben. Dem ging ein intensives Training voraus. Insgesamt acht Elefanten sind derzeit hier untergebracht.

Elefanten Zoo Züric

Ein Thema, das mich schon immer beschäftigt hat, ist ob Elefantenreiten im Urlaub denn ethisch vertretbar ist. Bislang war ich in dieser Hinsicht immer misstrauisch und habe ich einen Bogen um solche Angebote gemacht.

Auf die Frage, was er denn von Elefantenreiten in Thailand hält, antwortet Dr. Zingg, dass dies, solange es den Elefanten gut geht und sie artgerecht gehalten werden, durchaus vertretbar sei. Immerhin bewahrt sie diese Tätigkeit vor einem Schicksal, das leider sehr viele ihrer Artgenossen in Gefangenschaft trifft – Langeweile und wenig Bewegung. Leider fallen auch viele Elefanten skrupellosen Wilderern zum Opfer, so dass ihr Bestand in freie Wildbahn immens geschrumpft ist.

Elefanten Zoo Zürich 1

Vermutlich werde ich trotzdem bei unserem nächsten Thailandbesuch keinen Ritt auf einem Elefanten unternehmen, denn Blogger-Kollege Jeremy erzählt, dass vielen Elefanten durch unsachgemäss auf dem Rücken aufgelegte „Touristen-Sättel“ die Wirbelfortsätze brechen. Da mich die grauen Riesen aber sehr faszinieren freue ich mich darauf ihnen beim Baden im Fluss zuzuschauen.

Bis es dann endlich soweit ist, weiss ich aber, dass ich jetzt einen neuen Wohlfühlort gefunden habe, um bis dahin mein Fernweh ein wenig zu lindern. Mit dem Wissen, dass hier alles getan wird, damit sich auch die Elefanten wohl fühlen und dass zusätzlich noch Projekte in den Problemzonen –nein, nicht die um die Hüfte! – unterstützt werden um die Elefanten zu schützen, kann ich das mit gutem Gewissen geniessen.

Vielleicht treffen wir uns bald mal im Zoo.

Mit sonnigen Grüssen,
Eure Patotra - klein

Extratipps:

  • Infos zum Zoo Zürich findet Ihr hier.

Seid Ihr schon mal auf Elefanten geritten? Wie steht Ihr dazu?

2 Comments

  • Ich weiß nicht, ob du Elefanten schon mal in freier Wildbahn erleben durftest, aber auf diesen paar Quadratmetern davon zu sprechen, dem „natürlichen Lebensraum möglichst nahe“ zu kommen, ist Augenwischerei. Die Tiere können nicht im Ansatz ihren natürlichen Verhaltensmustern nachgehen und jeder Nachwuchs im Zoo ist kein Beitrag zur Arterhaltung oder zum löblichen Schutz der Tiere, sondern ein weiteres trauriges Schicksal in ewiger Gefangenschaft. Wenn der Herr Senior Kurator dann noch Elefantenreiten für „vertretbar“ bezeichnet, weil es ja immerhin besser sei als andere Misshandlungen, sollte man am besten ihm selbst mal eben einen Sattel überziehen und ihn am Abend hinter Gitter stecken. Sorry für diese harten Worte, aber ich kann diese beknackten Argumentationen und Rechtfertigungen von/für Zoos einfach nicht mehr hören.

  • Das sind ja sehr schöne Eindrücke aus dem Zoo.

    Schade, das er für uns so weit weg ist, aber wenn wir mal in der Ecke sind, ist nun ein Besuch fest eingeplant.

    Der Elefantenpark ist ja sehr eindrücklich!

    LG Thomas

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.