Warum Cardiff unser unerwartetes Highlight in Südwales war

Manchmal sind es genau die ungeplanten Abzweigungen, die eine Reise besonders machen. Auf unserer Rundreise durch den Süden von Wales sollte Cardiff ursprünglich gar keine Rolle spielen. Doch ein verregneter Tag, eine missglückte Unterkunft und eine spontane Entscheidung führten uns in die walisische Hauptstadt – und zu einer der schönsten Entdeckungen unserer Reise.
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Spontanität als Reiseprinzip

Ich liebe es, auf Reisen nicht alles bis ins kleinste Detail vorzuplanen. Spontan zu bleiben bedeutet für mich Freiheit – und oft auch die schönsten Erlebnisse. Vielleicht schätze ich genau das heute so sehr, weil mir diese Freiheit in den vergangenen Jahren auf vielen Pressereisen viel zu kurz kam. Dort reiht sich meist ein Programmpunkt an den nächsten, alles ist durchgetaktet und es bleibt kaum Raum für eigene Entdeckungen oder ungeplante Abzweigungen.

Umso mehr geniesse ich es auf privaten Reisen, bewusst Platz für das Unerwartete zu lassen. Unsere Reise durch Südwales bestätigt genau das einmal mehr. Cardiff ist der beste Beweis dafür, dass es sich lohnt, Pläne auch einmal über Bord zu werfen.

Swansea, Regen und eine Unterkunft mit unerfreulichen Überraschungen

Ursprünglich hatten wir uns dazu entschieden Swansea zu besuchen. Am Stadtrand bezogen wir ein kleines Bed & Breakfast, das, wie sich herausstellen sollte, leider so gar nicht unseren Erwartungen entsprach. Das Haus glich eher einer Brockenstube und unser Gastgeber vertrat äusserst eigenwillige Ansichten, die er uns zudem noch ungefragt aufs Augen drücken musste. Die Mondlandung hat seiner Meinung nach nie stattgefunden, und Nazis waren für ihn alles Intellektuelle. HILFE! Es war unerträglich.

Ferienstimmung kam so gar keine auf. Bis heute wundere ich mich über die zahlreichen positiven Bewertungen und darüber, dass andere Gäste die Gespräche offenbar „sehr anregend“ fanden. Ja, auch mir kann so ein Fehlgriff passieren.

Unser Ziel war jedenfalls klar: Wir wollten möglichst wenig Zeit in dieser Unterkunft verbringen

Kein Wetter für Swansea

Leider zeigte sich auch das Wetter von seiner ungemütlichen Seite. Es stürmte und regnete in Strömen, als wir uns morgens dennoch auf den Weg in die Innenstadt von Swansea machten. Wir stapften durch die Fussgängerzone – durchnässt, frierend und wenig begeistert. Es war einfach kein Wetter für diese Stadt.

Ich erinnerte mich vage an einen Reiseführer, der von sechs historischen Arkaden mit inhabergeführten Geschäften in Cardiff erzählte. Überdachte Wege klangen bei diesem Wetter äusserst verlockend. Kurzerhand trafen wir eine spontane Entscheidung: Wir fuhren knapp eine Stunde Richtung Osten, nach Cardiff.

Ankommen und sich sofort wohlfühlen in Cardiff

Schon unterwegs zeigte sich kurz die Sonne, und kaum in Cardiff angekommen, präsentierte sich das Wetter von seiner deutlich besseren Seite. Wir parkten zentral in einem Parkhaus und machten uns sofort auf den Weg, die Stadt zu entdecken.

Eine Arkade führt zur nächsten. Auch wenn es stellenweise Leerstand gibt, wirken die kleinen Läden einladend und charmant. Wir liessen uns treiben, stöberten, schauten und genossen genau dieses entspannte Gefühl, das sich einstellt, wenn man ohne Plan unterwegs ist.

Cardiff begeisterte uns vom ersten Moment an.

Alt trifft jung: Die besondere Atmosphäre der Stadt

Die Stadt vereint auf wunderbare Weise historische Architektur mit modernen Elementen. Durch die vielen Studierenden herrscht eine angenehm junge, lebendige Atmosphäre. Besonders gefiel mir dieser Mix aus Tradition und frischem Lebensgefühl.

Ein Rundgang durch den überdachten Markt im Zentrum durfte natürlich nicht fehlen. Zwischen Ständen, Gerüchen und Gesprächen spürt man, wie sehr dieser Ort zum Alltag der Stadt gehört.

Cardiff Bay und ein Hauch von Weltläufigkeit

Anschliessend reichte die Zeit sogar noch für einen Abstecher in den Stadtteil Cardiff Bay. Rund um den zentralen „Roald Dahl Plass“, der berühmte Autor ist Bürger der Stadt, befinden sich das Wales Millennium Centre und der Sitz des walisischen Parlaments.

Im Herbst geht es hier eher ruhig zu, während in den Sommermonaten zahlreiche Bootsausflüge von hier aus starten.

Fazit: Cardiff gehört unbedingt auf jede Südwales-Reiseroute

Cardiff war ohne Zweifel eine der überraschendsten Entdeckungen unserer Reise durch Südwales. Rückblickend hätten wir hier gerne etwas mehr Zeit verbracht. Die Stadt hat uns sehr überrascht und bleibt uns nachhaltig in Erinnerung.

Ich kann nur empfehlen, Cardiff fest in jede Reiseplanung durch den Süden von Wales aufzunehmen, und dann würde ich persönlich sicher 2 Tage in Cardiff einplanen.

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Zur falschen Zeit am falschen Ort

Rückblickend haben wir Swansea vermutlich völlig unrecht getan. Die Stadt kann sicher viel mehr, als sie uns an diesem Tag zeigte. Aber manchmal passt einfach alles nicht zusammen. Das Wetter ist schlecht, die Stimmung gedämpft, die Unterkunft ein Fehlgriff – und plötzlich fühlt sich selbst ein Ort mit Potenzial falsch an.

Für uns war Swansea genau in diesem Moment zur falschen Zeit der falsche Ort. Umso besser, dass wir spontan reagieren konnten. Mit unserer kleinen Flucht nach Cardiff kehrten wir das Ganze ins Positive und machen aus einem missglückten Reiseabschnitt eine der schönsten Erinnerungen dieser Tour.

Mit sonnigen Grüssen
Eure Patotra

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Wer schreibt hier?
Ellen Gromann-Goldberg

Hallo! Ich bin Ellen. Ich bin die Gründerin von PATOTRA, Content-Creator und freie Journalistin. Ich liebe das Meer und kleine Inseln. Aber auch die Berge, die Wüste, der Dschungel und Grossstädte können mich begeistern. Begegnungen mit Menschen sind für mich der Schlüssel zu anderen Ländern und deren Kultur. Nachhaltige Projekte liegen mir dabei ganz besonders am Herzen. Meine grossen Leidenschaften sind: das Reisen, das Schreiben und das Fotografieren.

Im Jahr 2014 entstand PATOTRA als reiner Familienreiseblog. Gemeinsam mit meinen drei Kindern und meinem Mann durfte ich viele tolle Nah- und Fernreisen erleben, die sich hier auf dem Blog in Form von Reiseinspirationen und Reisetipps wiederfinden. Aus den Reisen mit Kindern wurden im Laufe der Jahre Reisen mit Teenagern. Schliesslich ist der Blog, gemeinsam mit meinen Kindern, den Kinderschuhen entwachsen. Mittlerweile reise ich meist gemeinsam mit meinem Mann – oder auch mal alleine.

Mit viel Herz und ansprechenden Reisefotografien möchte ich Euch ermutigen, diese Welt selbst und mit offenen Augen zu entdecken. Mein Fokus liegt auf spannenden Geschichten, traumhaften Landschaften und Begegnungen mit Menschen. Manchmal bringe ich Euch den Geschmack der grossen, weiten Welt auch in Form von Rezepten von meinen Reisen mit.

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