Aberystwyth in Wales: Sturm, Meer und ein Abschied, der bleibt

Aberystwyth in Wales begeistert mit wilder Küste, wechselhaftem Wetter, Meeresblicken und viel Atmosphäre. Eindrücke und Tipps für einen Besuch.
Inhalt

Aberystwyth war die letzte Station unserer Rundreise durch den Süden von Wales – und eine, die uns nachhaltig berührt hat. Die kleine Küstenstadt am Meer zeigte sich wild, windgepeitscht und voller Kontraste. Trotz Regen und Sturm – oder vielleicht gerade deswegen – hat uns Aberystwyth sofort begeistert. Sonne und Wolken wechselten sich ständig ab, das Licht war dramatisch, die Stimmung intensiv. Ein Ort, den wir viel zu früh verlassen mussten.

Aberystwyth – ein wilder Abschied von Wales und vom Meer

Das Wetter zeigte sich von seiner rauen Seite: stürmisch, regnerisch, ungezähmt. Grosse Wellen rollten unermüdlich vom Meer heran, spülten an den Strand und schlugen mit Wucht an und über die Mauern der Promenade. Der Wind fegte über die Küste, riss an Jacken und Schals, während dunkle Wolken über den Himmel jagten.

Promenade von Aberystwyth mit hohen Wellen

Und dann, fast überraschend, brach immer wieder die Sonne durch die Wolken. Nur für kurze Momente, aber genau lange genug, um das Meer silbern aufleuchten zu lassen. Das Licht wechselte ständig und machte jede Szene neu. Perfektes Wetter zum fotografieren. Genauso lieben wir das. Diese Stimmungen findet man nur im Herbst an der Küste. Darum ist für uns diese Jahreszeit ideal für eine Reise nach Wales. Blauer Himmel ohne Wolken mag ja mal ganz nett sein. Aber dieses Wolken-Strum-Spiel ist so viel aufregender und schöner.

Dunkle Wolken und rötlicher Himmel

Übernachten in Aberystwyth: ein kleines Hotel und etwas Glück

Wir hatten über Booking ein kleines Hotel namens Gwesty Cymru (was übersetzt soviel wie Hotel Wales heisst) in Aberystwyth gebucht, ursprünglich ein Zimmer mit Stadtblick. Vor der Anreise fragte ich vorsichtig nach, ob gegen Aufpreis vielleicht ein Zimmer mit Meerblick möglich wäre. Als wir ankamen, hiess es zunächst, das Hotel sei ausgebucht.

Doch dann hiess es plötzlich: Gerade eben sei ein Zimmer mit Meerblick storniert worden. Der Hotelier führte uns in den obersten Stock – und öffnete die Tür zu einem Zimmer mit traumhafter Aussicht auf das aufgewühlte Meer. Der perfekte Ort, um unseren letzten Tag in Wales zu geniessen.

Als ich später den Aufpreis bezahlen wollte, winkte er nur freundlich ab. Er wollte nichts annehmen.  Wie schön! Das passte zu dem Eindruck, den wir in Wales immer wieder hatten: offene, herzliche Menschen, bei denen man sich sofort willkommen fühlt.

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Ein paar Stunden, die bleiben

Viel Zeit blieb uns in Aberystwyth leider nicht. Aber genug für einen kleinen Spaziergang durch die Stadt, entlang der Promenade und durch die Strassen nahe dem Meer. Der Wind peitschte über das Meer und über den Strand. Eine Frau spazierte den Strand entlang, dick eingemummelt in einen langen Regenmantel und in schweren Gummistiefeln. Den Kopf leicht gesenkt kämpfte sie wacker gegen den Sturm und den Regen an. Es gibt eben doch kein falsches Wetter, sondern tatsächlich nur falsche Kleidung. 

Etwas neidisch auf den langen Regenmantel, wärmten uns mit nassen Hosenbeinen bei einer süssen Kaffeepause in einem kleinen Café auf und freuten uns später auf ein gutes Glas Rotwein in unserem Zimmer mit Aussicht. Das Hotel verfügt über eine hervorragend sortierte Weinbar und mit Blick auf das Meer schmeckte der Wein gleich noch besser. Draussen tobte das Wetter, drinnen genossen wir in der behaglichen Wärme den Moment. Ein perfekter letzter Abend in Aberystwyth.

Eine Flasche Wein und zwei Gläser vor dem Fenster mit Ausblick auf das Meer

Tipp:
Coffee #1: ein nettes, gemütliche Café mit einer schönen Auswahl an Gebäck und gutem Kaffee!

Applecrumble

Ein gutes Frühstück, viel Strand und der Abschied von Wales

Am nächsten Morgen erwartete uns ein ausgesprochen feines Frühstück – mit richtig gutem Sauerteigbrot. Danach noch ein letzter Spaziergang am Strand von Aberystwyth, die Wellen immer noch kraftvoll, das Licht erneut im ständigen Wechsel. Und dann hiess es Abschied nehmen.

Viel zu früh! 

Sehenswürdigkeiten und Unternehmungen in Aberystwyth und Umgebung

  • Die Promenade von Aberystwyth, ideal für Spaziergänge bei jedem Wetter (haben wir genossen!)
  • Aberystwyth Castle, dessen Ruinen direkt am Meer liegen
  • Constitution Hill, zu Fuss oder mit der historischen Cliff Railway erreichbar, mit weitem Blick über die Cardigan Bay. Auch dafür hat unsere Zeit leider nicht gereicht. 
  • Die National Library of Wales, eine der bedeutendsten Bibliotheken Grossbritanniens
  • Die Vale of Rheidol Railway, eine historische Schmalspurbahnfahrt bis zu den Devil’s Bridge Waterfalls
  • Strände rund um Aberystwyth, etwa Richtung Borth oder Ynyslas, mit Dünen und viel Weite

Dafür werden wir beim nächsten Besuch auf jeden Fall Zeit einplanen. 

Unser Fazit zu Aberystwyth in Wales

Aberystwyth hat uns gezeigt, dass ein Ort nicht sonnig sein muss, um zu strahlen. Manchmal braucht es genau dieses Zusammenspiel aus Sturm, Licht und Meer, um einen Platz unvergesslich zu machen.

Und deshalb sagen wir: Bis bald, Aberystwyth.

Mit sonnigen Grüssen
Eure Patotra

Wer schreibt hier?
Ellen Gromann-Goldberg

Hallo! Ich bin Ellen. Ich bin die Gründerin von PATOTRA, Content-Creator und freie Journalistin. Ich liebe das Meer und kleine Inseln. Aber auch die Berge, die Wüste, der Dschungel und Grossstädte können mich begeistern. Begegnungen mit Menschen sind für mich der Schlüssel zu anderen Ländern und deren Kultur. Nachhaltige Projekte liegen mir dabei ganz besonders am Herzen. Meine grossen Leidenschaften sind: das Reisen, das Schreiben und das Fotografieren.

Im Jahr 2014 entstand PATOTRA als reiner Familienreiseblog. Gemeinsam mit meinen drei Kindern und meinem Mann durfte ich viele tolle Nah- und Fernreisen erleben, die sich hier auf dem Blog in Form von Reiseinspirationen und Reisetipps wiederfinden. Aus den Reisen mit Kindern wurden im Laufe der Jahre Reisen mit Teenagern. Schliesslich ist der Blog, gemeinsam mit meinen Kindern, den Kinderschuhen entwachsen. Mittlerweile reise ich meist gemeinsam mit meinem Mann – oder auch mal alleine.

Mit viel Herz und ansprechenden Reisefotografien möchte ich Euch ermutigen, diese Welt selbst und mit offenen Augen zu entdecken. Mein Fokus liegt auf spannenden Geschichten, traumhaften Landschaften und Begegnungen mit Menschen. Manchmal bringe ich Euch den Geschmack der grossen, weiten Welt auch in Form von Rezepten von meinen Reisen mit.

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