Wilde Küsten & leise Wunder
Nach unseren ersten begeisterten Tagen entlang der Südküste von Wales zieht es uns nun ein Stück entlang der Westküste in Richtung Norden – dorthin, wo die Landschaft weiter und die Küste dramatischer wird und die Zeit ein wenig langsamer vergeht. Nach der Entdeckung des zauberhaften Küstenortes Tenby zeigt sich die Region Pembrokeshire hier mit schroffen Klippen, stillen Buchten, sonnenden Robben und genau jener Art von Ruhe, nach der man oft sucht, ohne zu wissen, wie sehr einem dies im Alltag gefehlt hat.

Mitten im Nirgendwo – und genau richtig

Unsere Unterkunft, das East Hook Farm & Countryhouse B & B, liegt irgendwo zwischen grünen Hügeln, Schafen und Rindern, nahe Haverfordwest. So versteckt, dass wir erst eine Weile suchen müssen, bevor wir die charmante Schaf- und Rinderfarm mit überraschend grosszügigen, komfortabel und liebevoll eingerichteten Zimmern finden. Die Lage: herrlich abgeschieden. Die Gastgeberin: warmherzig, aufmerksam und zu unserer Freude mit einem grossen Repertoire an grossartigen Ausflugstipps. Ein Ort, an dem man morgens Vogelstimmen hört und abends mit dem Gefühl einschläft, wirklich weit weg zu sein.
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Küstenmagie pur: Wanderung auf dem Pembrokeshire Coast Path
Marloes Sands – Klippen, Inselblicke & Robbenbegegnungen
Unsere erste und vielleicht eindrücklichste Empfehlung ist eine Wanderung auf dem Pembrokeshire Coast Path. Startpunkt ist der Parkplatz von Marloes Sands. Von hier aus führt der Weg südwärts zu den Klippen und schliesslich entlang der Küste. Schon nach wenigen Minuten öffnet sich die Landschaft hinaus aufs endlos wirkende Meer. Zeit, tief Luft zu holen.



Vor uns glitzert das Meer, die Sonne steht überraschend warm am Himmel, sodass wir Ende Oktober zeitweise sogar die Jacken ausziehen können. In der Ferne liegen Skokholm und Skomer Island wie grüne Tupfer im tiefen Blau, während unter uns die Klippen spektakulär ins Meer stürzen. Das Licht tanzt auf den Wellen, der Wind trägt Salz und Freiheit mit sich.
Der Weg führt weiter entlang der Küste nach Deer Park und Martin’s Haven. Unten am Strand liegt eine junge Robbe, ausgestreckt im Sand, die Augen halb geschlossen – als hätte sie beschlossen, diesen sonnigen Moment genauso zu geniessen wie wir.

Weiter geht es bis East Hook, bevor das letzte Stück gemächlich entlang der Strasse zurück zum Ausgangspunkt führt.

Wanderinfos auf einen Blick:
- Start und Ende: Parkplatz Marloes Sands
- Dauer: ca. 2½ Stunden
- Länge: ca. 8,5 km
- Schwierigkeitsgrad: leicht
Kulinarischer Glückstreffer am Meer: Dale Beach & The Griffin Inn


Nach der Wanderung zieht es uns nach Dale Beach, ein kleiner, entspannter Küstenort mit Strandflair. Hier essen wir im Restaurant The Griffin zu Mittag – und erleben eines dieser seltenen kulinarischen Highlights, bei denen man den Geschmack noch Tage später gedanklich wieder hervorholen kann.
Die Küche ist frisch, raffiniert und gleichzeitig angenehm bodenständig. Fisch und Meeresfrüchte sind die grosse Stärke des Hauses, doch auch Fleischliebhaber und Vegetarier werden fündig. Dazu der Blick aufs Meer, nur ganz leicht getrübt von einer Industrieanlage in der Ferne, die man aber schnell vergisst, sobald der erste Teller auf dem Tisch steht.
Wichtig: Unbedingt vorab einen Tisch reservieren – The Griffin ist weit über die Region hinaus bekannt und entsprechend beliebt.


Ich möchte hier noch einmal eine Lanze für die Küche Enlgands brechen. Immer wieder stellen wir auf unseren Reisen fest, dass diese oft um Welten besser ist, als ihr Ruf!
Hübscher Abstecher: St Anne’s Lighthouse
Ganz in der Nähe lohnt sich ein kurzer Abstecher zum St Anne’s Lighthouse. Hoch über der Küste gelegen, bietet er einen wunderbaren Blick über die Mündung des Milford Haven Waterway und vermittelt einmal mehr dieses Gefühl von Weite, das Pembrokeshire so besonders macht.


Weiter nach Norden: kleine Orte & grosse Handwerkskunst
Little Haven
Ein weiterer Tipp ist Little Haven – ein kleiner, hübscher Küstenort, der sich perfekt für einen kurzen Halt eignet. Bunte Häuser, Boote im Wasser, Möwenrufe und diese entspannte Atmosphäre, die dazu einlädt, einfach ein wenig zu bleiben.



Solva Woollen Mill
Ebenfalls nicht verpassen sollte man die Solva Woollen Mill. Wir sind tatsächlich nur per Zufall, weil wir neugierig den Wegweisern gefolgt sind, hier gelandet. In der Woolen Mill dreht sich alles um traditionelle walisische Webkunst.



Man erhält Einblicke in die Weberei und findet wunderschöne Produkte aus Wolle: Teppiche, Decken, Kissenbezüge, aber auch Socken, Pullover und Mützen. Die Qualität ist hervorragend, die Preise überraschend fair – und jedes Stück ist ein echt regionales und hochwertige Souvenir.
Das spirituelle Herzstück der Region: die Kathedrale von St. Davids
Die St. Davids Cathedral ist ohne Zweifel eines der eindrücklichsten Bauwerke der Region – und das, obwohl sie in einer vergleichsweise kleinen, beinahe versteckten Stadt liegt.



Ein paar spannende Fakten:
- St. Davids ist die kleinste Stadt Grossbritanniens
- Die Kathedrale stammt grösstenteils aus dem 12. Jahrhundert
- Sie wurde an der Stelle erbaut, an der St. David, der Schutzpatron von Wales, im 6. Jahrhundert lebte.
- Im Mittelalter galt eine Pilgerreise nach St. Davids als ebenso verdienstvoll wie eine nach Rom – zwei Reisen nach St. Davids konnten eine Romreise ersetzen.
Unser Fazit: Pembrokeshire – perfekt zum Durchatmen
Pembrokeshire lädt dazu ein, sich Zeit zu nehmen. Ideal sind zwei bis drei Tage Zwischenstopp auf einem Radtrip, um die ländliche Ruhe, die weiten Landschaften und die spektakuläre Küste wirklich zu spüren.
Pembrokeshire ist eine Region für lange Wanderungen, gutes Essen und das bewusste Nichtstun. Ein Platz, an dem man ankommt – und ein kleines bisschen bleibt.
Mit sonnigen Grüssen















Hallo! Ich bin Ellen. Ich bin die Gründerin von PATOTRA, Content-Creator und freie Journalistin. Ich liebe das Meer und kleine Inseln. Aber auch die Berge, die Wüste, der Dschungel und Grossstädte können mich begeistern. Begegnungen mit Menschen sind für mich der Schlüssel zu anderen Ländern und deren Kultur. Nachhaltige Projekte liegen mir dabei ganz besonders am Herzen. Meine grossen Leidenschaften sind: das Reisen, das Schreiben und das Fotografieren.
Im Jahr 2014 entstand PATOTRA als reiner Familienreiseblog. Gemeinsam mit meinen drei Kindern und meinem Mann durfte ich viele tolle Nah- und Fernreisen erleben, die sich hier auf dem Blog in Form von Reiseinspirationen und Reisetipps wiederfinden. Aus den Reisen mit Kindern wurden im Laufe der Jahre Reisen mit Teenagern. Schliesslich ist der Blog, gemeinsam mit meinen Kindern, den Kinderschuhen entwachsen. Mittlerweile reise ich meist gemeinsam mit meinem Mann – oder auch mal alleine.
Mit viel Herz und ansprechenden Reisefotografien möchte ich Euch ermutigen, diese Welt selbst und mit offenen Augen zu entdecken. Mein Fokus liegt auf spannenden Geschichten, traumhaften Landschaften und Begegnungen mit Menschen. Manchmal bringe ich Euch den Geschmack der grossen, weiten Welt auch in Form von Rezepten von meinen Reisen mit.
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