Steile Felswände, geheimnisvolle Höhlen, wagemutige Kletterer und röhrende Motorräder: Die Cheddar Gorge in Somerset ist weit mehr als eine spektakuläre Schlucht. Wir entdecken einen faszinierenden Ort voller Kontraste – und natürlich darf auch der berühmte Cheddar Käse nicht fehlen.
Ein Ausflug in die Cheddar Gorge in Somerset
Es gibt Ausflüge, bei denen man schon bei der Anreise merkt: Das wird etwas Besonderes. Genau so ergeht es uns auf dem Weg von Gloucester nach Cheddar. Irgendwann wird die Strasse schmaler, die Felsen rücken näher zusammen und plötzlich wir fahren mitten durch eine gewaltige Schlucht. Über uns ragen die Kalksteinwände in den Himmel, irgendwo hoch oben hängen Kletterer am Fels und neben uns knattern Motorräder mit ordentlich Getöse durch die Gorge.


Und dann sind da noch die Höhlen. Tief unter der Erde wartet eine ganz andere Welt – dunkel, geheimnisvoll und beeindruckend.
Die Cheddar Gorge im Südwesten Englands ist ein Ort voller Gegensätze. Hier trifft Naturgewalt auf britische Gemütlichkeit, Abenteuer, Cafés und Souvenirläden. Und natürlich gibt es hier noch etwas, dem ich persönlich nur schwer widerstehen kann: Cheddar-Käse. Überhaupt begeistert mich Grossbritannien immer wieder mit seiner Käsevielfalt. Aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.
Wo liegt die Cheddar Gorge?
Die Cheddar Gorge liegt in der Grafschaft Somerset im Südwesten Englands, mitten in den Mendip Hills. Die Schlucht gilt als Englands grösste Schlucht und ist Teil der Mendip Hills National Landscape. Ihre steilen Kalksteinwände und bizarren Felsformationen machen sie zu einer der eindrucksvollsten Naturlandschaften der Region.
Schon die Anfahrt ist ein echtes Erlebnis. Die Strasse schlängelt sich durch die enge Schlucht, links und rechts ragen die Felsen steil nach oben.Und dann ist da diese besondere Geräuschkulisse.

Naturgeräusche, Stimmen, Vogelgezwitscher – und allem voran sehr laute Motorengeräusche. Motorradfahrer lieben ganz offensichtlich die kurvige Strasse durch die Gorge. Mit mächtigem Getöse fahren sie unermüdlich die Schlucht hinauf und wieder hinunter. Nicht unbedingt das, was man sich unter stiller Natur vorstellt, aber irgendwie gehört es hier scheinbar dazu.
Spektakuläre Felsen und wagemutige Kletterer
Die Cheddar Gorge ist über Jahrmillionen durch die Kraft des Wassers entstanden. Das Ergebnis ist eine dramatische Landschaft aus steilen Kalksteinwänden, Felsspitzen und verborgenen Höhlen. Heute ist die Schlucht nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch ein bedeutender Ort für Kletterer und Höhlenforscher.

Während wir durch die Schlucht spazieren, entdecken wir immer wieder Gruppen von Menschen, die die steilen Felswände hinaufklettern.
Die Felswände gehören zu den bekanntesten Klettergebieten Englands. Wer das selbst einmal erleben möchte, kann entsprechende Aktivitäten vorab buchen. Mir genügt es völlig, den Kletterern vom sicheren Boden aus zuzusehen.
Aber auch für Wanderer gibt es einige Wanderrouten bei der Schlucht. Mit etwas mehr Zeit wäre das sicherlich eine schöne Möglichkeit gewesen die Region etwas genauer zu erkunden.
Tief hinein in die Cheddar Caves
Das eigentliche Abenteuer findet hier für mich allerdings nicht oberhalb, sondern unterhalb der Erde statt.
Cheddar ist berühmt für seine Höhlen. Besonders bekannt ist Gough’s Cave, eine beeindruckende Höhle, deren Entstehung vor mehr als 500’000 Jahren begann. Wasser löste über Jahrtausende den Kalkstein und schuf dabei riesige unterirdische Räume mit Stalaktiten und Stalagmiten.



Wenn man die Höhle betritt, verändert sich die Atmosphäre schlagartig. Während draussen Sonnenschein und geschäftiges Treiben vorherrscht, empfängt uns im Inneren der Höhle Dunkelheit, feuchte, kalte Luft und eine beruhigende Stille. Genau dieses Klima dient auch einigen Laiben Cheddar Käse die hier lagern zur Reifung .

Die Felsen um uns herum wirken surreal. Manche Formationen erinnern an Kathedralen, Türme oder versteinerte Wasserfälle.
In der Gough’s Cave begegnet uns zudem noch eine weitere Entdeckung: Der Cheddar Man. Die menschlichen Überreste wurden 1903 in der Gough’s Cave gefunden und sind rund 9’000 Jahre alt. Damit gilt Cheddar Man als eines der ältesten nahezu vollständig erhaltenen menschlichen Skelette Grossbritanniens. DNA-Analysen besagen, dass der Cheddar Man wahrscheinlich dunkle Haut und blaue Augen hatte. Heute sind die original Überreste des Cheddar Man im Natural History Museum in London verwahrt. In der Höhle sieht man lediglich ein Replikat.

Neben der Gogh’s Cave gibt es noch Cox’s Cave, die besichtigt werden kann. In dieser Höhle wird mit einer multimedialen Inszenierung die Entstehung der Höhlen und die Kraft des Wassers erzählt. Beide Höhlen sind unbedingt einen Besuch wert.



Mein Tipp: genügend Zeit für die Höhlen einplanen
Wer nach Cheddar kommt, der sollte nicht nur einen kurzen Fotostopp an der Schlucht einlegen, sondern auch die faszinierenden Höhlen besuchen.
Tickets bekommt man am einfachsten online über die offizielle Website von Cheddar Gorge & Caves. Wer im Voraus bucht, bekommt die Tickets ein wenig günstiger. Für einen normalen Besuch ist eine Vorabreservierung nicht zwingend erforderlich, sie wird jedoch empfohlen.
Jacob’s Ladder: 274 Stufen mit Aussicht
Wer nach dem Höhlenbesuch noch Energie hat, kann sich an Jacob’s Ladder wagen. 274 Stufen führen hinauf zum Aussichtsturm.
Oben wartet ein weiter Blick über die Mendip Hills und den Ort Cheddar mit seinem nahezu kreisrunden Stausee.


Rund um die Caves: Souvenirs, Cafés und eine kleine Pause
Nach so viel Natur, Felsen und Höhlen darf es wieder etwas gemütlicher werden.
Entlang der Strasse bei den Caves reihen sich kleine Geschäfte, Souvenirläden, Cafés und Restaurants aneinander. Hier findet man alles, was man von einem englischen Ausflugsort erwartet: hübsche Mitbringsel, viel Kitsch, lokale Produkte, Postkarten und natürlich jede Menge Leckereien rund um den berühmten Käse.
Mein Lieblingsgericht mit Cheddar Käse ist übrigens mein vegetarischer Shepherd’s Pie mit einer ordentlichen Portion Cheddar.
Das Rezept dazu verrate ich euch bei Gelegenheit. Das ist richtiges Soulfood für kühlere Tage.
Meine Tipps für einen Besuch der Cheddar Gorge

- Am besten früh kommen: Besonders an Wochenenden und in den Ferien kann es voll werden. Die Betreiber empfehlen, möglichst vor 11 Uhr anzureisen.
- Tickets: Die Eintrittskarten für die Höhlen und Attraktionen könnt ihr online über die offizielle Website buchen. Vorab buchen lohnt sich häufig auch preislich.
- Gutes Schuhwerk: Auch wenn man kein Kletterabenteuer plant, sind bequeme Schuhe für die Gorge und die vielen Stufen empfehlenswert.
- Für die Höhlen: In den Höhlen ist es mitunter deutlich kühler (konstante 11 Grad) als draussen. Eine leichte Jacke ist daher auch im Sommer eine gute Idee.
- Anreise mit dem Auto: Die Cheddar Gorge ist gut mit dem Auto erreichbar. Vor Ort gibt es mehrere Parkmöglichkeiten an der Strasse. Die Parkplätze sind allerdings sehr begehrt.
- Kamera einpacken: Die Felswände, die Strasse durch die Schlucht und die Höhlen bieten jede Menge Fotomotive.
- Und ganz wichtig: Cheddar nicht ohne Cheddar verlassen!
Cheddar Gorge – mein Fazit
Die Cheddar Gorge ist ein Ort voller Kontraste: oben die Sonne und die gewaltigen Felsen, unten die geheimnisvolle Dunkelheit der Höhlen. Dazu kommen Kletterer, Motorräder, Wanderer, kleine Geschäfte, viel Kitsch und gemütliche Cafés.
Es ist genau diese Mischung, die Cheddar so charmant und eben auch so very British macht.
Die Cheddar Gorge ist für mich unbedingt einen Tagesausflug wert! Wer im Südwesten Englands unterwegs ist, der sollte sich das nicht entgehen lassen.
Mit sonnigen Grüssen
*Hierbei handelt es sich um einen Affiliate Link. Wenn Du darüber etwas buchst, erhalte ich eine kleine Provision, die mir hilft diese Webseite zu betreiben. Dich kostet es nicht mehr.

Hallo! Ich bin Ellen. Ich bin die Gründerin von PATOTRA, Content-Creator und freie Journalistin. Ich liebe das Meer und kleine Inseln. Aber auch die Berge, die Wüste, der Dschungel und Grossstädte können mich begeistern. Begegnungen mit Menschen sind für mich der Schlüssel zu anderen Ländern und deren Kultur. Nachhaltige Projekte liegen mir dabei ganz besonders am Herzen. Meine grossen Leidenschaften sind: das Reisen, das Schreiben und das Fotografieren.
Im Jahr 2014 entstand PATOTRA als reiner Familienreiseblog. Gemeinsam mit meinen drei Kindern und meinem Mann durfte ich viele tolle Nah- und Fernreisen erleben, die sich hier auf dem Blog in Form von Reiseinspirationen und Reisetipps wiederfinden. Aus den Reisen mit Kindern wurden im Laufe der Jahre Reisen mit Teenagern. Schliesslich ist der Blog, gemeinsam mit meinen Kindern, den Kinderschuhen entwachsen. Mittlerweile reise ich meist gemeinsam mit meinem Mann – oder auch mal alleine.
Mit viel Herz und ansprechenden Reisefotografien möchte ich Euch ermutigen, diese Welt selbst und mit offenen Augen zu entdecken. Mein Fokus liegt auf spannenden Geschichten, traumhaften Landschaften und Begegnungen mit Menschen. Manchmal bringe ich Euch den Geschmack der grossen, weiten Welt auch in Form von Rezepten von meinen Reisen mit.
In eigener Sache
Mein Beitrag hat Dir gefallen, oder Dir sogar weitergeholfen? Gerne stelle ich Dir meine Beiträge gratis zur Verfügung. Hier gibt es keine Paywall. Ich freue mich aber sehr, wenn Du mir einen Kaffee, eine Pizza oder sogar einen Ausflug spendierst und auch wenn Du meine Arbeit einfach nur so unterstützen möchtest.
