Manchmal muss man nicht weit reisen, um eine kleine Auszeit zu erleben. Und manchmal lohnt es sich ganz besonders, die eigene (ehemalige) Heimat mit den Augen anderer zu entdecken. Genau das erleben wir bei einem verlängerten Wochenende im Hochschwarzwald.
Mr. Patotra und ich sind ganz in der Nähe aufgewachsen. Für uns ist dieser Ausflug also fast ein kleines Heimspiel. Mit dabei sind unsere Freunde aus Parma. Seit vielen Jahren pflegen wir eine schöne Tradition: Ein Jahr reisen wir zu ihnen nach Italien und entdecken mit ihnen ihre Heimat, im nächsten Jahr zeigen wir ihnen die schönen Ecken in unserer Region.
Dadurch sehen wir uns altbekannte Orte und Regionen plötzlich mit ganz anderen Augen. Reisen in die Bodensee-Region und die gemeinsame Zeit in Varese und am Lago Maggiore sind schon aus dieser schönen Tradition zustande gekommen.
Eine Reiseform, die ich nur empfehlen kann!
Diesmal führt uns unser verlängertes Wochenende in den Hochschwarzwald – nach Höchenschwand, St. Blasien, an den Schluchsee, nach Freiburg und zu einigen Orten, die wir längst kennen und trotzdem immer wieder gerne besuchen.

Höchenschwand: Schwarzwaldluft und eine schöne Ferienwohnung
Unser Zuhause für die Tage ist eine wunderschöne Ferienwohnung in Höchenschwand. Den heilklimatischen Kurort auf der sonnigen Hochfläche im südlichen Hochschwarzwald kennen wir gut. Höchenschwand und die Region rund um St. Blasien sind ein guter Ausgangspunkt, um den Hochschwarzwald zu entdecken. Die Wohnung habe ich über Booking gefunden.
*Hierbei handelt es sich um einen Affiliate Link. Wenn Du darüber eine Unterkunft buchst, erhalte ich eine kleine Provision. Dich kostet das nicht mehr.
Besonders praktisch ist die KONUS-Gästekarte, die wir während unseres Aufenthaltes kostenlos dazu bekommen. Für unsere Fahrt nach Freiburg nutzen wir sie und fahren ganz entspannt mit dem Zug. Mit der KONUS-Karte können Übernachtungsgäste in vielen Ferienorten des Schwarzwaldes kostenlos Busse und Regionalzüge im gesamten KONUS-Gebiet nutzen. Für uns ist das eine wunderbare Möglichkeit, das Auto stehen zu lassen und die Region ganz entspannt und ohne grosse Parklpatzssuche zu erkunden.
Regional einkaufen auf dem Bauernmarkt
Für unser Frühstück und ein kleines Vesper möchten wir möglichst regionale Produkte in der Ferienwohnung haben. Deshalb bestellte ich bereits vorab per E-Mail beim Bauernmarkt in Höchenschwand einige regionale und typische Produkte. Das funktionierte wunderbar. Der Bauernmarkt ist eine sehr gute Adresse für alle, die regionale Spezialitäten bevorzugen. Am Anreisetag konnte ich die Produkte ganz bequem im Laden abholen.
Hier alle weiteren Informationen dazu: Bauernmarkt Höchenschwand
Rothaus: Zu Besuch in einer Schwarzwälder Brauerei
Unser erstes Programm führt uns zur Rothaus Brauerei. Die Badische Staatsbrauerei Rothaus ist weit über den Schwarzwald hinaus bekannt – nicht zuletzt für ihr Tannenzäpfle.



Bei einer Brauereiführung bekommen wir Einblicke in die Herstellung des Bieres und natürlich darf am Ende auch die Verkostung nicht fehlen. Für unsere Freunde aus Parma ist die Schwarzwälder Bierkultur eine interessante neue Erfahrung. Leider findet die Führung allerdings nur auf Deutsch statt. Aber ich über mich im Übersetzen, wenn auch die Übersetzung der Fachbegriffe mein Sprachgrenzen doch deutlcih überschreitet. Aber das Bier am Ende des Rundgangs schmeckt allen (ausser mir – aber als Radler bzw. Panaché ist es für mich ok). Das ist am Schluss die Hauptsache.
Die Brauereiführungen können vorab über die Webseite gebucht werden: Brauereiführungen Rothaus
Ein Abend in der Tannenmühle – schön, dass manches bleibt, wie eh und je
Ein ganz besonderes Highlight ist für mich unser Abendessen im Gasthaus Tannenmühle. Dieses Restaurant kenne ich bereits seit meiner Kindheit.



Die Tannenmühle steht seit eh und jeh für mich für gute Schwarzwälder Küche, herzliche Gastlichkeit und vor allem für hervorragende Forellen aus frischem Schwarzwaldwasser. Es gibt Restaurants, die man besucht, weil sie gerade angesagt sind. Und dann gibt es solche, mit denen man persönliche Erinnerungen verbindet. Die Tannenmühle gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie. Und manchmal ist es eben gut, wenn sich manche Dinge nicht wirklich ändern.
Neben einem kleinen Wildgehege befinden sich auf dem Gelände der Tannenmühle auch ein kleines Wildgehege und ein kleines Mühlenmuseum. Für Kinder gibt es eine Fülle an lustigen Aktivitäten, wie Beispiel Baggern und vieles mehr. Den Tisch sollte man, besonders während der Ferienzeit und an den Wochenenden, unbedingt im Voraus reservieren!
Link zur Webseite: Hotel, Restaurant Tannenmühle
Freiburg im Breisgau: Markt, Münster und kleine Geschäfte
Am nächsten Tag fahren wir mit dem Zug nach Freiburg. Dank unserer KONUS-Gästekarte ist das unkompliziert und entspannt. Freiburg gehört für mich definitiv zu den Orten, die man immer wieder besuchen kann, ohne dass es langweilig wird. Ich entdecke hier immer wieder etwas Neues.

Ein guter Ausgangspunkt für die Entdeckungen ist natürlich erstmal der Münsterplatz. Besonders schön ist der Besuch am Vormittag, wenn auf dem Freiburger Münstermarkt reges Treiben herrscht. Zwischen Blumen, Obst und Gemüse, regionalen Spezialitäten und der berühmten Freiburger Langen Roten, einer besonderen Wurst, bekommt man schnell ein Gefühl dafür, wie liebenswert diese Stadt ist.
Was Freiburg für mich aber besonders macht, sind die vielen kleinen, inhabergeführten Geschäfte. Vor allem in den Gassen rund um das Münster und in der Gegend, in der sich auch das bekannte Krokodil befindet, gibt es immer wieder kleine Läden zu entdecken. Hier geht es nicht um grosse Ladenketten, sondern um individuelle Geschäfte, persönliche Beratung und Dinge, die man nicht überall findet.
Genau wegen dieser Mischung fernab der globalen Einheitsketten, die jede Stadt langweilig gleich aussehen lassen, macht Freiburg so besonders.
Ein Spaziergang auf den Schlossberg


Natürlich darf auch ein kleiner Abstecher auf den Freiburger Schlossberg nicht fehlen. Dort oben wartet der schönste Ausblick über Freiburg und die Umgebung. (Kleiner Tipp: wer nicht gut zu Fuss ist, kann den Lift zum Restaurant benutzen!)
St. Blasien und der imposante Dom
Auch ein Ausflug St. Blasien gehört für mich zu einem Besuch im Hochschwarzwald auf jeden Fall dazu. Schon von weitem fällt der imposante Dom St. Blasius ins Auge. Mit seiner gewaltigen Kuppel wirkt er fast ein wenig unwirklich in dem kleinen Ort. Die Kuppel des Doms hat einen Durchmesser von 36 Metern und ist 62 Meter hoch. Damit ist sie die grösste Kuppelkirche nördlich der Alpen.



Auch wenn wir den Dom kennen, ist es jedes Mal wieder beeindruckend, davor zu stehen oder den Blick nach oben in die helle, riesige Kuppel zu richten. Auch der kleine Ort rund um den Dom ist durchaus einen Blick wert und unsere italienischen Freunde, die ja sozusagen aus dem Land der beeindruckenden Dome par excellence kommen, sind von dem hellen Dom beeindruckt.
Schluchsee und Menzenschwander Wasserfälle
Am nächsten Tag steht der Schluchsee auf unserem Programm. Bevor wir jedoch an den See fahren, machen wir noch einen kleinen Schlenker zu den Menzenschwander Wasserfällen. Das ist Schwarzwald-Idylle pur! Zwischen Wald, Felsen und kühlem, plätscherndem Bach fühlt sich die Landschaft ganz märchenhaft an.


In der Hügellandschaft rund um Menzenschwand mit seinen typischen Schwarzwälder Bauernhäusern zeigt sich der Schwarzwald von seiner Bilderbuchseite. Danach führt uns unserer Reise weiter zum Schluchsee.
Wanderung am Schluchsee von der Staumauer zum Unterkrummenhof
Der Schluchsee ist der grösste See im Schwarzwald. Er ist ein künstlich angelegter See beziehungsweise ein Stausee und liegt auf rund 930 Metern Höhe. Umgeben von dichten Wäldern, sanften Hügeln und kleinen Ortschaften ist er ein wunderbares Ziel für entspannte Ausflüge und Wanderungen auf der Ebene.

Wir starten an der Staumauer und machen uns zu Fuss auf den Weg zum Unterkrummenhof. Die Wanderung führt durch eine wunderschöne Schwarzwaldlandschaft, immer mit Blick auf den See. Nach gut eineinhalb Stunden voller Lachen und Gespräche haben wir unser Ziel schon erreicht. Am Unterkrummenhof gibt es ein kleines, typisches Vesper mit Schwarzwälder Schinken, regionalem Käse und leckerem Bauernbrot.


Für den Rückweg wählen wir dann die gemütliche Variante und fahren mit dem Schiff zurück zur Staumauer. Wir geniessen es, die Landschaft an uns vorbeiziehen zu lassen. Das ist eine perfekte Kombination: erst wandern, dann zurücklehnen und die Landschaft vom Wasser aus geniessen.


Die Tickets für die Schifffahrt können direkt auf dem Schiff gekauft werden.
Die Blackforestline – immer wieder beeindruckend
Ein weiterer Höhepunkt unseres Wochenendes ist die Blackforestline in Todtnau. Die rund 450 Meter lange Hängebrücke überspannt das Wiesental in spektakulärer Höhe und bietet einen beeindruckenden Blick auf die umliegende Schwarzwaldlandschaft und den Todtnauer Wasserfall.


Ich war bereits mehrfach hier. Aber manche Orte besucht man immer wieder gerne. Besonders dann, wenn man sie Freunden zeigen kann. Die Blackforestline gehört für mich dazu. Schon der Moment, in dem man auf der Brücke steht und unter sich das Tal sieht, ist jedes Mal wieder besonders. Auch wenn sich bei mir auch etwas Unbehagen ob der Höhe breit macht. Aber die Begeisterung überwiegt – und natürlich sind auch unsere Freunde aus Parma beeindruckt.
Rothaus oder Waldhaus? Die grosse Bierfrage
Zum Abschluss unseres Wochenendes geht es noch einmal um Bier – diesmal ins Gasthaus Waldhaus, das ebenfalls zu einer Brauerei gehört. Hier gibt es währschafte, eher bayrisch angehauchte Küche. Auch dieses Restaurant kennen wir seit Jahrzehnten. Ein Teil der Familie liebt es vor allem wegen seines Bieres. Die Herren meiner Familie sind sich nämlich keineswegs einig, welches Bier besser schmeckt – Rothaus oder Waldhaus.
Ich halte mich aus dieser Diskussion raus. Als Nicht-Biertrinkerin kann ich da nämlich gar nicht mitreden. Zu meinem Glück gibt es ja auch noch gute badische Weine. Aber das wäre wieder eine andere Reisegeschichte.
Alte Heimat zeigen und alte Heimat neu sehen
Was ich an unseren gemeinsamen Reisen mit unseren Freunden aus Parma so besonders mag, ist der Perspektivwechsel.
Wenn man Freunden eine Region zeigt, schaut man genauer hin. Man erzählt Geschichten, erinnert sich an die eigene Kindheit und entdeckt vielleicht auch Dinge wieder neu, die man im Alltag längst nicht mehr wahrnimmt.
Der Hochschwarzwald ist für uns deshalb nicht nur ein schönes verlängertes Wochenende, sondern auch eine kleine Reise zurück in die frühere Heimat.
Zum Abschluss: ein Stopp am Rheinfall
Auf dem Rückweg in die Schweiz legen wir noch einen kurzen Stopp am Rheinfall, am Schloss Laufen ein. Auch so ein Highlight, das wir Freunden aus aller Welt immer wieder gerne zeigen.


In diesem Jahr führt der Rhein aufgrund der eher geringen Wasserführung extrem wenig Wasser. Beeindruckend ist der Rheinfall aber trotzdem. Die gewaltigen Felsen, das tosende Wasser und die kühle Gischt des Wasserfalls machen ihn zu einem Ort, der auch beim wiederholten Besuch Eindruck hinterlässt.
Man kann den Rheinfall von zwei Seiten aus besuchen: vom Ufer in Neuhausen aus und vom Schloss Laufen aus. Der Rheinfall wirkt von jeder Seite ganz anders. Am Schloss Laufen kommt man auf den Plattformen, die zum Rheinfall hinausgebaut wurden, hautnah mit ihm in Berührung. Die feuchte Abkühlung in Form von Gischt tut an einem heissen Sommertag ganz besonders gut.
Genau das ist für mich die schönste Erkenntnis dieses verlängerten Wochenendes: Man muss nicht immer neue Orte suchen.Manchmal lohnt es sich auch, Vertrautes mit ganz neuen Augen zu sehen.
**Info:** Beim Schloss Laufen muss man Tickets kaufen, um mit dem Lift nach unten zum Rheinfall zu gelangen. Parkgebühren sind auf beiden Seiten zu zahlen. Man kann allerdings auf beiden Seiten sehr bequem mit dem Zug anreisen.
Weiter Informationen zum Rheinfall: Ausflugstipp Rheinfall: der grösste Wasserfall Europas
Mein Fazit zum Wochenende im Hochschwarzwald
Der Hochschwarzwald ist eine tatsächlich eine wunderschöne Ferienregion. Viel traumhafte Natur, Tradition und bodenständige Gastlichkeit verbinden sich hier ganz wunderbar. Auch wenn es teilweise ein wenig so scheint, als wäre die Zeit hier stehen geblieben. Das kann ja durchaus auch etwas Positives haben.
Ob Schwarzwälder Spezialitäten, frische Forellen, regionale Produkte vom Bauernmarkt, eine Wanderung am Schluchsee, ein gemütlicher Bummel durch Freiburg oder ein Bier direkt aus der Brauerei – der Hochschwarzwald bietet jede Menge Möglichkeiten für ein abwechslungsreiches verlängertes Wochenende.
Für uns war das Schönste daran, eine Region, die wir schon seit Ewigkeiten kennen, gemeinsam mit Freunden nochmal ganz neu zu entdecken.
Mit sonnigen Grüssen





Hallo! Ich bin Ellen. Ich bin die Gründerin von PATOTRA, Content-Creator und freie Journalistin. Ich liebe das Meer und kleine Inseln. Aber auch die Berge, die Wüste, der Dschungel und Grossstädte können mich begeistern. Begegnungen mit Menschen sind für mich der Schlüssel zu anderen Ländern und deren Kultur. Nachhaltige Projekte liegen mir dabei ganz besonders am Herzen. Meine grossen Leidenschaften sind: das Reisen, das Schreiben und das Fotografieren.
Im Jahr 2014 entstand PATOTRA als reiner Familienreiseblog. Gemeinsam mit meinen drei Kindern und meinem Mann durfte ich viele tolle Nah- und Fernreisen erleben, die sich hier auf dem Blog in Form von Reiseinspirationen und Reisetipps wiederfinden. Aus den Reisen mit Kindern wurden im Laufe der Jahre Reisen mit Teenagern. Schliesslich ist der Blog, gemeinsam mit meinen Kindern, den Kinderschuhen entwachsen. Mittlerweile reise ich meist gemeinsam mit meinem Mann – oder auch mal alleine.
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