Ein Ausflug von Dublin nach Howth: Anreise mit dem DART, Geschichte, Filmkulissen, Prominente und der Cliffwalk.
Kurz & knapp: Howth liegt rund 13 Kilometer nordöstlich von Dublin City und ist mit der DART-Bahn in etwa 25 bis 30 Minuten erreichbar. Der Cliffwalk dauert ungefähr zwei Stunden, führt vorbei am Hafen, zum Martello Tower und entlang den Klippen.

Howth bei Dublin: Ein Ausflug, den ich viel zu lange vor mir hergeschoben habe
Howth kenne ich seit meiner frühen Kindheit. Als Kind verbrachte ich hier immer wieder meine Sommerferien bei einer befreundeten irischen Familie, und ich besuchte hier auch hin und wieder die Summerschool (Ferienkurse für Kinder und Jugendliche). Entsprechend vertraut ist mir dieser Ort und ich verbinde sehr viele Erinnerungen mit Howth.

Schon seit vielen Jahren nehme ich mir vor, endlich wieder den Cliffwalk in Howth zu machen. Doch in Dublin ist die Zeit bei jedem Besuch zu knapp. Dieses Mal ist es anders, und das verdanke ich einem Zufall: Auf einem Anlass in Zürich lernte ich Mark kennen. Er bietet mit seinem Unternehmen Hidden Howth Experiences verschiedene Führungen in Howth an, darunter die Tour Coastal Hike & Pints. Kurzentschlossen buchte ich sie. Und plötzlich musste ich mir die Zeit nehmen.
Anreise: So kommt man von Dublin nach Howth
Die Anreise ivon Dublin City st denkbar einfach, und genau das macht Howth zum perfekten Ausflugsziel für einen Dublin Citytrip:
- Mit der DART: Die Küstenbahn fährt vom Dubliner Zentrum (z.B. ab Tara Street Station) direkt nach Howth. Die Fahrt dauert etwa 25 bis 30 Minuten und führt teilweise entlang der Bucht mit schönen Ausblicken,
- Mit dem Bus: Auch Stadtbusse (Linie H3) verbinden Dublin mit Howth, die Fahrt dauert etwas länger und ich würde daher den DART definitiv vorziehen.
- Zu Fuss in Howth: Alles Wichtige liegt ganz nah beieinander, vom Bahnhof zum Hafen sind es nur wenige Schritte.
Was ist besonders an Howth?
Howth liegt auf einer felsigen Halbinsel am nördlichen Rand der Dublin Bay und ist trotzdem noch Teil der Hauptstadtregion. Das ist das Besondere: Du verlässt die Grossstadt und stehst eine knappe halbe Stunde später zwischen Fischerbooten, Klippen und Meer. Es gibt einen lebendigen Hafen, gute Fischlokale, Wanderwege mit Panoramablick und ein Dorf, das sich seinen Charme bewahrt hat. Für alle, die Natur und Bewegung schätzen und trotzdem nicht auf Stadt verzichten möchten, ist das ideal.

Ein Ort mit bewegter Geschichte
Der Name der Halbinsel Howth geht auf die Wikinger zurück. Das altnordische Wort Hǫfuð bedeutet “Kopf” und beschreibt treffend die markante Landzunge, die wie ein Kopf ins Meer ragt.
Im Mittelalter gewann Howth durch seine strategisch günstige Lage am Meer und seinem Hafen an Bedeutung. Über Jahrhunderte prägten Fischerei und Seefahrt das Leben der Menschen. Im Jahr 1818 wurde der Hafen in seiner heutigen historischen Grundstruktur als Schutzhafen eröffnet. Bis heute verbindet Howth seine maritime Geschichte mit dem Charme eines lebendigen Küstenortes.
Howth ist aber nicht nur ein idyllischer Fischerhafen, sondern auch ein geschichtsträchtiger Ort. Am 26. Juli 1914 brachte die Segelyacht Asgard rund 900 Gewehre und 25’000 Schuss Munition aus Deutschland hierher. Die Waffen waren für die Irish Volunteers bestimmt, eine nationalistische Freiwilligenorganisation, die für die Selbstverwaltung Irlands eintrat. Die spektakuläre Aktion ging als Howth Gun-Running in die Geschichte ein und wurde zu einem wichtigen Symbol des irischen Unabhängigkeitskampfes.

Howth als Filmkulisse: Der Bestatter, der keiner ist
Dass der Ort besonders hübsch ist, blieb auch einigen Filmemachern nicht verborgen. Die Spuren davon sind, wenn man aufmerksam ist, im Ortsbild zu finden. So steht mitten im Ort ein Gebäude, auf dessen Tor ganz gross „Bestattungsdirektor“ steht. Aber dieser “Bestatter” ist tatsächlich gar keiner. Die Fassade wurde eigens für Dreharbeiten gestaltet und danach vom Besitzer nie wieder verändert. So begegnet man in Howth ganz nebenbei einem Stück lokaler Filmgeschichte.

Howth: Wo Prominente gerne zu Hause sind
Howth ist dank seiner wunderbaren Lage auch ein begehrter Wohnort. Viele irische Prominente wohnen hier, wie zum Beispiel Enya und Bono von U2. Kein Wunder, dass auch die Dubliner selbst gerne für eine kleine Pause von der Stadt hierher kommen. An den Wochenenden kann es bei schönem Wetter daher recht voll werden. Da kann es dann schon mal zu einem Stau auf dem Cliffwalk kommen. Man ist nicht so ganz alleine. Ein Ausflug nach Howth unter der Woche ist folglich sicher die bessere Wahl, als am Wochenende.

Coastal Hike & Pints mit Hidden Howth Experiences
Unser Treffpunkt mit Mark ist direkt an der DART Station. Mark und sein süsser Hund Missy sind überaus nette und unterhaltsame Guides. Die Führung durch Howth ist wunderbar kurzweilig und mit vielen Anekdoten gespickt, die man garantiert in keinem Reiseführer findet. Vorbei am Hafen taucht kurz ein Seehund seinen Kopf aus Wasser. Die putzigen Tiere sind sind hier, zur Freude der Besucher, fast immer anzutreffen und jedes Auftauchen sorgt für grosse Begeisterung.


Hinauf zum Martello Tower mit Radiomuseum
Vom Hafen geht es für uns hinauf zum Martello Tower, einem ehemaligen Schutzturm, in dem heute ein Radiomuseum untergebracht ist.

Von hier hat man den schönsten Blick auf den Ort, den Hafen und die Bucht. Eine Pause auf der grünen Wiese rund um den Tower lohnt sich.


Entlang der Klippen: Blick auf Ireland’s Eye und Lambay Island
Vorbei an einem beliebten Badestrand verläuft der Weg direkt an den Klippen entlang. Vor der Küste liegen die beiden unbewohnten Inseln Ireland’s Eye und Lambay Island. Auf Lambay gibt es jedoch eine Whiskey-Destillerie und, kaum zu glauben, Wallabies. Da mag manch einer nach der Degustation denken, dass er zu tief ins Glas geschaut hat. Aber keine Angst, die putzigen Tierchen leben tatsächlich dort. Sie hatten sich einst im Dubliner Zoo so sehr vermehrt, dass man keinen Platz mehr für die hatte und sich entschied die Tiere kurzerhand auf der Insel auszusetzen. Seitdem leben sie dort. Es gibt bestimmt schlimmere Orte fürs Exil.

Warum der Cliffwalk im Spätsommer so traumhaft ist
Wir setzen unsere kleine Wanderung entlang der Klippen fort. Besonders schön ist es hier im Spätsommer, wenn Ginster und Erika blühen. Gelb und Violett leuchten die Blüten dann vor dem Blau des Meeres. Immer wieder begeistern uns die Ausblicke über die steilen Klippen auf das tiefblaue, glitzernde Meer.




Schliesslich erscheint auf einer Landzunge der Leuchtturm Baily Lighthouse. Wir teilen uns den Ausblick mit zahlreichen, begeisterten Touristen aus aller Welt. Aber auf dem Weg verteilt sich das wieder etwas.

Zurück gehen wir auf dem oberen, breiteren Weg. Diese Route mit Hidden Howth Experiences dauert mit ausgedehnten Pausen und vielen sehr kurzweiligen Informationen zu Land und Leuten etwa zweieinhalb Stunden.

Kleine Anmerkung: Es gibt drei verschiedene Rundwege mit unterschiedlicher Länge! Wer also auf eigene Faust loswandert, sollte sich hier vorab informieren, was für ihn passt.
Zum Schluss ins Pub: The Bloody Stream
Der Abschluss unserer Tour mit Mark und Missy findet im Pub The Bloody Stream, direkt an der DARTStation statt. Hier gibt es kühles Bier, Cider und leckere irische Küche mit frischem Fisch und Meeresfrüchten. Die perfekt Belohnung nach der Wanderung entlang der Klippen. Zur Weihnachtszeit ist dieser Pub übrigens immer ganz zauberhaft dekoriert. Auch dann lohnt sich einen kleine Stadflucht nach Howth.


Wir bleiben noch eine Weile bei netten Gesprächen sitzen und fahren anschliessend beschwingt und rundum zufrieden nach diesem schönen Ausflug mit der DART zurück in die Stadt.
Mein Fazit: Howth gehört auf deine Dublin-Liste
Howth ist zauberhaft! Für alle, die in der Nähe der Hauptstadt atemberaubende Natur finden und dabei aktiv sein möchten, ist das ein Ausflug, den man bei einem Citytrip nach Dublin unbedingt einplanen sollte. Es zeigt sich hier eine etwas andere Perspektive auf die Stadt und ihre Umgebung. Zudem gibt es kleine Geschäfte und Restaurants, die dazu einladen, etwas zu verweilen und die gemütliche Hafenstimmung zu geniessen.

Für mich ist eine Reise nach Howth ein Bisschen wie nach Hause kommen. Ich gebe zu, ich bin schon etwas befangen. Aber abgesehen davon bin ich ganz sicher, dass sich wohl kaum jemand dem Charme dieses Ortes entziehen kann. Wer dabei etwas mehr über Howth erfahren möchte und zudem noch sehr kurzweilige Begleitung schätzt, dem kann ich das Angebot von Hidden Howth Experiences wärmstens empfehlen.
Häufige Fragen zum Ausflug nach Howth

- Wie komme ich von Dublin nach Howth?
Am einfachsten mit dem DART. Er braucht rund 25 bis 30 Minuten von der Tara Street Station bis Howth. - Wie lange dauert der Cliffwalk in Howth?
Die von mir gebuchte Tour Coastal Hike & Pints dauert etwa drei Stunden, inklusive Abschluss im Pub. Grundsätzlich gibt es drei Varianten des Cliffwalks, die zwischen 1 1/2 und 3 Stunden dauern. - Was ist die beste Zeit für den Howth Cliffwalk?
Im Spätsommer, wenn Ginster und Erika blühen, sind die Klippen besonders schön. Aber ich kenne keine Jahreszeit, in der es hier bei einigermassen schönen Wetter nicht schön ist. Auch im Winter, bei trockener Witterung und guter Sicht ist die Aussicht von den Klippen spektakulär. - Was kann ich in Howth ausser Wandern erleben?
Am Hafen Seehunde beobachten, frischen Fisch essen, im Meer baden, den Martello Tower mit dem Radiomuseum besuchen, durch die kleinen Lädchen stöbern und die Gemütlichkeit des Fischerortes geniessen. - Wo kann ich die Tour „Hike and Pints“ buchen?
Bei Mark und seinem Unternehmen Hidden Howth Experiences. - Kleiner Tipp: Plane unbedingt etwas Zeit ein, um den Ort anschliessend noch auf eigene Faust zu geniessen! Auch am Abend ist es hier wunderschön und in den Restaurants rund um den Hafen kann man gut essen.
In diesem Sinne wünsche ich Euch viel Spass dabei, diese etwas andere Seite von Dublin zu entdecken. Grüsst mir Howth, wenn Ihr dort seid!
Mit sonnigen Grüssen












Hallo! Ich bin Ellen. Ich bin die Gründerin von PATOTRA, Content-Creator und freie Journalistin. Ich liebe das Meer und kleine Inseln. Aber auch die Berge, die Wüste, der Dschungel und Grossstädte können mich begeistern. Begegnungen mit Menschen sind für mich der Schlüssel zu anderen Ländern und deren Kultur. Nachhaltige Projekte liegen mir dabei ganz besonders am Herzen. Meine grossen Leidenschaften sind: das Reisen, das Schreiben und das Fotografieren.
Im Jahr 2014 entstand PATOTRA als reiner Familienreiseblog. Gemeinsam mit meinen drei Kindern und meinem Mann durfte ich viele tolle Nah- und Fernreisen erleben, die sich hier auf dem Blog in Form von Reiseinspirationen und Reisetipps wiederfinden. Aus den Reisen mit Kindern wurden im Laufe der Jahre Reisen mit Teenagern. Schliesslich ist der Blog, gemeinsam mit meinen Kindern, den Kinderschuhen entwachsen. Mittlerweile reise ich meist gemeinsam mit meinem Mann – oder auch mal alleine.
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